Frau

#whoisthegirlboss? – 6 Argumente für & gegen Feminismus

„Oh, là, là – heikles Thema!“ Denkst du? Hast du wahrscheinlich Recht. Über wenige Themen wird so oft und dermaßen hitzig diskutiert wie über Feminimus. Aber warum wird daraus so ein großer Hehl gemacht und wieso ist Feminismus bei vielen so verpöhnt? Weshalb ist es gerade für mich als christliche Frau wichtig, mit diesem Thema umgehen zu können? Das sind einige Fragen, die ich mir in letzter Zeit gestellt habe. Nicht zuletzt durch einen Artikel mit dem Titel „50 Gründe, weshalb wir über FEMINISMUS sprechen müssen“, den ich auf amazedmag.de gelesen habe. In einigen Punkten muss ich der Bloggerin Amelie Kahl Recht geben. Hat die Welt nichts besseres zu tun, als sich über ungeschminkte Frauen aufzuregen, und über Frauenquoten und Glasdecken zu diskutieren?

 

Feminismus aus dem Blick der Bibel

Doch einige andere Punkte haben mich sehr skeptisch gemacht – zeugt das, was uns heutzutage über die Rolle der Frau in der Gesellschaft vermittelt wird, von einem gesunden Frauen- und Selbstbild? Oder vermag die ganze Diskussion um die neue Weiblichkeit nicht eher zu offenbaren, dass wir mit einem tiefer gehenden Problem zu kämpfen haben – eine überhöhte Darstellung der Frau? Ich glaube, um diese Fragen zufriedenstellend beantworten zu können, bedarf es eines Blickes in die Bibel. Welches Frauenbild wird uns von Gott vermittelt? Es gibt in der Bibel verschiedene Hinweise und Begründungen für ein Frauenbild, welches Gott wohlgefällig ist. Diese Teilstücke gilt es herauszufinden und zu einem großen Ganzen zusammenzufügen, um Gottes Plan und Bild von uns Frauen zu verstehen. Doch fangen wir erst einmal ganz vorne an – was ist eigentlich Feminismus?

 

Was bedeutet Feminismus?

Befragen wir doch einmal den Duden, was das Wort bedeutet – der weiß schließlich (fast) immer Rat.

Feminismus [femiˈnɪsmʊs]
Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt.

Der Feminismus beschreibt also eine Frauenbewegung, die sich für die „Veränderung gesellschaftlicher Normen und der patriarchalischen Kultur“ einsetzt. Das klingt an sich harmlos, betrachtet man einmal die Anfänge des Feminismus im 19. Jahrhundert durch die Suffragetten (Frauenrechtlerinnen). Die Intention dieser Frauen war es, sich für die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung der Frau einzusetzen, was sie auch teilweise durch überwiegend ruhige und sachliche Argumentation erreicht haben (bspw. Wahlrecht, bessere Bildungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen für Frauen). Doch was harmlos anfing, ist heute in seiner stärksten Form zum Radikalen Feminismus geworden. Die Intention dieser und vielen weiteren heutigen Formen des Feminismus ist es, die Frau von jeder Unterordnung zu befreien – selbst von der Unterstellung unter Gott. Während in den Anfängen des Feminismus für eine Gleichstellung von Frauen gekämpft wurde, avanciert der Feminismus heutzutage zum Werkzeug der Geschlechter-Gleichmachung. Über der Frau steht nichts mehr, nur sie allein – und nur sie allein soll verehrt werden.

 

Feminismus – alles nur ein Trend?

Durch die überhöhte Präsenz und beinahe Beliebtheit des Themas ist Feminismus meines Erachtens zu einer Art Trend geworden. Etwas, das man mal so mitmacht, weil jeder davon spricht. Es ist sogar schon dermaßen beliebt, dass es fast alltäglich thematisiert wird. (Das hat auch übrigens Amelie Kahl in ihrem Artikel auf „amazed“ sehr gut gezeigt.) Was uns heutzutage in der Gesellschaft und im Alltag begegnet, ist von sehr unterschiedlicher Prägung. Die einen sind „Vollblut-Feministen“, die sich auch gerne mal über Frauenquoten aufregen, die anderen sind „einfache Feministen“, die einfach für die Wertschätzung und Förderung von Frauen eintreten (selbst im kirchlichen Umfeld gibt es evangelikale Feministen!). Und natürlich gibt es Gegner des Femismus. Doch es gibt sowohl Argumente dafür und dagegen, die wir anhand der Bibel nachvollziehen können. Lasst sie uns einmal gemeinsam anschauen.

 

3 Argumente für Feminismus


1. Gott hat Frauen und Männer gleichermaßen zu seinen wertvollen Kinder gemacht.

„Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht!“ (1.Mose 1,26)
Frauen und Männer reflektieren gleichermaßen Gott als individuelle Persönlichkeiten; kein Geschlecht ist dabei überlegen. Behandeln wir nun unsere Mitmenschen mit Respekt, schätzen wir dadurch auch den Wert der Gottesebenbildlichkeit unseres Gegenübers. Gott hat uns so geschaffen, weil es sein Wille war (siehe 1. Mo 5,1-2: „An dem Tag, als Gott den Menschen schuf, machte er ihn Gott ähnlich; als Mann und Frau schuf er sie; und er segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«, an dem Tag, als er sie schuf.“). Behandeln wir nun andere weniger gut aufgrund ihres Geschlechts, ist dies eine Missachtung der göttlichen Schöpfung. Frauen gebührt ebenso viel Respekt wie Männern, weil wir ebenso Kinder Gottes sind, und ebenso am Heil des Herrn Jesus teilhaben.

2. Frauen werden in der Bibel besondere Funktionen zugedacht.

Gott wertschätzte Frauen schon immer sehr. Nicht nur im Neuen Testament, sondern auch im Alten Testament finden wir viele Frauen, die führende Rollen in der Gesellschaft und im Dienst für Gott einnahmen. Sie erledigten wichtige Aufgaben und repräsentierten Gott oder gaben Worte des Herrn weiter. So beispielsweise die Richterin und Prophetin Debora: „Zu der Zeit war Richterin in Israel die Prophetin Debora, die Frau Lappidots.“ (Ri 4,4)
Neben ihr wissen wir aber auch noch von Ruth und Esther, denen sogar ein eigenes Bibelbuch gewidmet wurde, sowie von etlichen anderen Frauen wie Miriam, Sarah und Rahab.
Im neuen Testament erhalten Frauen dann noch einen ganz besonderen Fokus – sie werden nicht nur erwähnt, sondern zu Schlüsselpersonen der Geschichte. Maria, die Mutter Jesu, Elisabeth, die Mutter Johannes’, sowie Martha und Maria (die Schwestern des Lazarus).
Gott traut Frauen so viel zu und hebt sie hervor für ihre unterschiedlichen, einzigartigen Eigenschaften. Sie werden Träger der Gnade und Liebe Gottes und bringen diese dem Volk Israel.

3. Gott hat allen Menschen wichtige Aufgaben gegeben.

Gott hat Männern und Frauen im Alten Testament einen gemeinsamen Zweck gegeben: „Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!“ (1. Mo 1,28)
Trotz der schöpfungsmäßigen Verschiedenheit von Mann und Frau hat Gott gewollt, dass sie sich in einer Einheit vervollkommnen – Kinder sind die Früchte dieser Einheit. Doch die Bibel zeigt uns auch, dass alleinstehende oder kinderlose Frauen und Männer ebenso wichtige Aufgaben haben (1. Kor 7,8-9). Jesus hat schließlich auch nie geheiratet.
Natürlich hat Gott den Menschen eine Reihe und Vielfalt von Aufgaben zugewiesen. Wenn wir die einzigartigen Berufungen des anderen würdigen, bauen wir gemeinsam am Reich Gottes.
Zudem kann ein Mensch alleine nicht alle Aufgaben erfüllen, geschweige denn die Vielfalt Gottes als Ebenbild widerspiegeln. Wie wir zu Beginn der Schöpfungsgeschichte lesen, hat Gott dem Mann eben dafür eine Gehilfin geschaffen, damit er mit ihr die Erde bewohnen kann. Ohne sie wäre es dem Mann nicht möglich – daher ist der Wert der Frau und ihre Stärke mehr zu wertschätzen. (Siehe 1. Mo 2,20 ff: „Da gab der Mensch jedem Vieh und Vogel des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen; aber für den Menschen fand sich keine Gehilfin, die ihm entsprochen hätte.“)

 

3 Argumente gegen Feminismus


1. Auch Frauen sind Sünder.

Auf dem Blog der Neue-Genfer-Übersetzung habe ich einen entscheidenden Satz hierzu gelesen: „Und was sagt die Bibel, was sagt Jesus? Auch Frauen sind sündige Menschen; auch Frauen brauchen Vergebung, müssen eine neue Geburt erleben, damit sie an Gottes Frieden und Segen teilhaben. Die Frau ist dem Mann auch in Sachen Sünde gleichwertig! Frauen sind nicht schlechter als Männer, aber Frauen sind auch nicht besser! Das Heil kommt niemals von einem Menschen, ob Mann oder Frau. Das Heil kommt von Gott.“
Entgegen des modernen Feminismus weiß man als Christ, dass alle Menschen Sünder sind und weit davon entfernt, sich über irgendetwas erheben zu können. Doch immer öfter wird uns versucht, das Gegenteil weiszumachen. Wir sind eine „One Woman Army“, „Girlbosse“ und generell einfach unfehlbare Power-Frauen. Karriere geht steil, Privatleben läuft, Hobby und Sport fest im Terminkalender eingetaktet. Fehler passieren uns nicht; und wenn, dann sind sie nur das Sprungbrett zur nächsten großen Chance, uns selbst zu verwirklichen. Doch was die Medien und die Gesellschaft uns verschweigen, ist, dass wir tatsächlich Fehler machen, schwere Fehler, Sünden. Wir versagen. Und können von Jetzt auf Gleich vor dem Nichts stehen. Verlassen wir uns auf uns selbst, sind wir verlassen. Der einzige, der unserem Leben Sinn geben kann, ist Gott. Er sagt, lebe für mich und ich versorge dich. Lebe für mich und du wirst leben. Auch wenn du stirbst. Auch Girlbosse können fallen, aber Gott allein kann auffangen.
Wollen wir weiterhin ins Leere leben, nur nach Selbstverwirklichung streben, aber dabei den Segen des Herrn missen? Das ewige Leben verpassen und die große Liebe und Gnade von Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, sowie von gott-liebenden Menschen?

2. Frauen und Männer sind verschieden.

Frauen sind schon tolle Menschen. Wir sind wie perfekt geschaffen für die Arbeit mit Kindern, kreativen, detailreichen Dingen und vielen anderen Tätigkeitsfeldern. Wir haben viele einzigartige Talente, die wir für Gott, die Gemeinde, unsere Familie und uns selbst einsetzen können. Doch Achtung: Gott hat uns in einige Dienste berufen, aber eben nicht in alle. Einige Dienste hat er Männern vorbehalten, die es zu respektieren gilt. Streben Frauen nun nach solchen Positionen, missachten sie Gottes Ordnung – sie wollen sich zu unrecht erheben. Aber warum macht das Gott? Will er uns etwas Gutes vorbehalten oder uns diskriminieren? Aber nein! Männer und Frauen sind einfach schöpfungsmäßig verschieden, und daher unterschiedlich begabt und mit Stärken ausgestattet. Doch was für uns Frauen gilt, gilt natürlich auch für Männer. Wir waren die Ersten am Grabe Jesu, die von seiner Auferstehung erfuhren – nicht Männer. Wir waren treue Beispiele für unerschütterlichen Glauben (s. Mt 9,20-22) und Gemeindedienste (bspw. Weissagung durch Priszilla und Aquilla in Apg 18,26).
Doch auch wenn sich unsere Aufgaben im Detail unterschieden, haben wir eines gemeinsam: Wir sind Gottes Kinder und arbeiten für sein Königreich. Das sollte unser größtes Ziel und unsere Größte Freude sein.

3. Jesus war kein Feminist.

Wäre Jesus ein Feminist gewesen, hätte er mindestens eine Frau unter die zwölf Apostel berufen. Hat er aber nicht. Er hat so viele revolutionäre Taten getan, dass er das bestimmt auch noch getan hätte, wenn es sein Wille gewesen wäre – war es aber nicht. Jesus hat die Stellung des Mannes als Haupt der Frau und Haupt der Gemeinde nie bestritten – er hat lediglich Missstände aufgezeigt, korrigiert und in neue, göttliche Bahnen gelenkt. Er hat das Gesetz nicht widerrufen, er hat es bestätigt und neu gefüllt, damit wir Menschen verstehen, was Führung und Unterordnung bedeuten: einander zu dienen. So wie Jesus es uns selbst vorgelebt hat: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ (Markus 10,45)
Jesus hat für damalige Zeiten und Verhältnisse komplett gegen gesellschaftliche Normen gehandelt und Frauen aus der „Versenkung“ geholt – er hat ihnen Wert zugesprochen und sie normal behandelt. Völlig undenkbar im damaligen Israel! Er war ein Revolutionär und Befreier aller Frauen.
Ein ganz wichtiger Aspekt ist aber, dass Jesus betont, dass wir einander dienen, weil wir in erster Linie Gott dienen. Jesus hat Frauen aus der Unterdrückung der Männer befreit und unter eine neue Herrschaft berufen: die Herrschaft Jesu Christi. Wir sind nicht einfach irgendwelche Frauen – wir sind Frauen Gottes, seine Jüngerinnen, die ihm gehören und dienen.

Fazit

Persönlich stehe ich dem modernen Feminismus eher kritisch gegenüber, da er in vielen Formen ungesunde und vor allem unbiblische Maße annimmt. Dennoch muss man nicht direkt aufschreien, wenn eine Grace Capristo oder Porcelain Black von der „One Woman Army“ singt, oder Jo&Judy ihre Notizblöcke mit „für Girlbosse“ bewerben. Viel wichtiger ist es, dass wir uns darauf konzentrieren, das biblische Bild der Frau zu leben und Frauen zur Ehre des Herrn zu werden. Ganz unabhängig von gesellschaftlichen Normen.
Die Bibel zeigt ganz klar auf, dass Gott „Pro Frauen“ ist, aber kein Feminist. Er schreibt der Frau wichtige Aufgaben zu, aber unterstellt sie in liebevoller Hingabe dem Mann und vor allem seiner eigenen göttlichen Führung. (Der wir schließlich alle folgen müssen.) Es ist nicht ganz leicht, die richtige Balance in der heutigen Gesellschaft zu finden, weil man unterschiedlichen Einflüssen und Meinungen zu diesem Thema ausgesetzt ist. Aber mit der Bibel an der Hand finden wir das Gleichgewicht und unseren sicheren Stand im Herrn.

Zum guten Schluss: Was denkt ihr über Feminismus? ☺️

 

Quellen und weiterführende Links: ngue.info, bible-only.org, duden.de, amazedmag.de, relevantmagazine.com.

 

Liebste Grüße,
eure Daniela

2 thoughts on “#whoisthegirlboss? – 6 Argumente für & gegen Feminismus

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