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»Project Modesty« – Teil 2: Wie ich Gott mit meiner Kleidung ehre

Nachdem ich im letzten Artikel meiner Themenreihe Project Modesty erklären durfte, dass wir uns zur Ehre Gottes kleiden und die Sache demnach nicht einfach mit einem plumpen „Rock & Zopf-Gebot“ oder einer Sacktuch-Revolution getan ist, möchte ich heute zu Teil 2 übergehen: Statt fünf Gründen, warum wir Gott mit unserer Kleidung ehren, zeige ich euch heute sechs Merkmale, wie wir uns gottgefällig kleiden können und Gott mit unserer Kleidung ehren. Dabei möchte ich auf einige Fragen eingehen, die den Mädels aus meiner Gemeinde und mir an unserem gemeinsamen „Project Modesty“-Workshop-Wochenende Ende Juli durch den Kopf gegangen sind. Was darf ich tragen? Welche Kleidung ehrt Gott? Gibt es „unkeusche” bzw. verbotene Kleidungsstücke? Wonach wähle ich meine Kleidungsstücke aus? Ist gottgefällige Kleidung kultur-/ortsabhängig?

Um euch dies und noch mehr ein wenig anschaulicher zu erklären, habe ich unsere Gedanken nicht nur schriftlich zusammengefasst – die Mädels und ich haben in einer coolen Fotoaktion unsere liebsten Outfits und Stylehacks fotografisch und auf Video festgehalten, damit ihr zu einem gottgefälligen Kleidungsstil ermutigt und ganz nebenbei hoffentlich von den Outfits inspiriert werdet.* 😊 Yay! (Spoiler: Die Fotos wird es erst im nächsten Artikel geben, I’m sorry!)

*Oder wie es ein christlicher Autor mal in einem seiner Bücher ausgedrückt hat: Zur Ehre des Herrn und zur Freude der Heiligen. ☺️

 

»Modesty« in der Bibel – Wie wir uns nicht kleiden sollen

Um nicht eine klassische Bruchlandung in diesem Thema zu erleiden, müssen wir „Modesty“ und „gottgefällige Kleidung“ von Anfang an betrachten – denn schon das alte Testament hatte einiges über Kleidung zu sagen. Damit die Vielzahl an Versen nicht den Rahmen sprengen, beschränke ich mich auf zwei Beispiele, die verdeutlichen, wie wir uns nicht kleiden sollen.

 

Negativ-Merkmal 1: Zur Schau stellen der Kleidung

Einige Exegeten und Bibelausleger zitieren gerne die nachfolgende Verse aus Jesaja, um aufzuzeigen, dass Frauen keinen Schmuck und keine schicke Kleidung oder Frisuren tragen sollten. Das halte ich aber für falsch – denn wenn man die Verse im Kontext betrachtet und die Einleitung aufmerksam liest, wird deutlich: Es geht nicht um die Kleidung an sich. Es geht um die innere Haltung der Frauen. Sie trugen ihre Kleidung, um sich zu präsentieren und sich damit hervorzutun – sie setzen alles daran, um aufzufallen und Blicke auf sich zu ziehen. (Nachfolgende Hervorhebungen durch mich.)

„Und der HERR sprach: Weil die Töchter Zions stolz geworden sind und mit emporgerecktem Hals einhergehen und herausfordernde Blicke werfen; weil sie trippelnd einherstolzieren und mit ihren Fußspangen klirren, deshalb wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der HERR wird ihre Scham entblößen. An jenem Tag wird der Herr die Zierde der Fußspangen, der Stirnbänder und Halbmonde wegnehmen, die Ohrgehänge, die Armspangen, die Schleier, die Kopfbünde, die Schrittfesseln und die Gürtel, die Riechfläschchen und die Amulette, die Fingerringe und die Nasenringe, die Festkleider und die Mäntel, die Überwürfe und die Täschchen; die Handspiegel und die Hemden, die Hüte und die Schleier. Und es wird geschehen: Statt des Wohlgeruchs gibt es Moder, statt des Gürtels einen Strick, statt der gekräuselten Haare eine Glatze, statt des Prunkgewandes einen Kittel aus Sacktuch und ein Brandmal statt der Schönheit. Deine Männer werden durch das Schwert fallen und deine Helden im Krieg.“ (Jesaja 3,16-25)

 

Negativ-Merkmal 2: Nur Äußerlichkeiten zählen

Wie in den nachfolgenden Versen deutlich wird, hat der Herr das Volk überreich mit Schmuck und Kleidung beschenkt – und er tat es mit Sicherheit gerne. Doch statt das Geschenk mit Ehre anzunehmen und zu würdigen, missbrauchten sie es. Sie ließen sich von den Äußerlichkeiten und ihrem Ansehen, ja durch ihre eigene Schönheit und Ruhm, zum Götzendienst verführen.

„So warst du mit Gold und Silber geschmückt, trugst Kleider aus feinstem Leinen, Seide und bunt gewebten Stoffen. Du hattest Gebäck aus feinem Mehl mit Honig und Öl. Und du warst überaus schön, tauglich zu einer Königin. Der Ruf deiner Schönheit, die durch meinen Schmuck vollkommen wurde, ging durch alle Welt‘, spricht Jahwe, der Herr. ‚Aber du hast auf deine Schönheit vertraut, hast deinen Ruhm missbraucht und dich zur Hure gemacht. Jeden, der vorüberkam, locktest du mit deinen Reizen, jedem botest du dich an. Auf den Höhen, wo man Götzen verehrt, hast du deine bunten Kleider ausgebreitet und hurtest herum, wie es niemals vorgekommen ist und auch nie wieder geschehen wird.“ (Hesekiel 16,13-16)

 

»Modesty« in der Bibel – Wie wir uns kleiden sollten

Kommen wir nun zum schönen Teil: Den sechs Merkmalen, um Gott mit unserer Kleidung zu ehren. Die Bibel hält wie gesagt so einige Verse zum Thema „Modesty“ und „gottgefällige Kleidung“ in Petto. Aber der Einfachheit halber beschränke ich mich auf ein paar wenige Schlüsselverse.

 

Positiv-Merkmal 1: Gute Werke und Schamhaftigkeit

Es ist egal, wie schön deine Kleidung ist – das, was Gott ehrt, ist deine innere Haltung. Wenn du Menschen liebst und gute Werke an ihnen und Gott tust, wenn du dich durch Schamgefühl und Zurückhaltung auszeichnest, dann ehrst du den Herrn.

„Ebenso will ich, dass die Frauen sich anständig kleiden und sich mit Schamgefühl und Zurückhaltung schmücken. Sie sollen nicht durch aufwendige Frisuren, Gold, Perlen oder teure Kleider auffallen, sondern durch gute Werke. Das ist der Schmuck von Frauen, die Ehrfurcht vor Gott haben.“ (1.Timotheus 2,9-10)

 

Positiv-Merkmal 2: Ein freundliches und stilles Herz

Ähnlich wie der Bibelvers aus 1.Timotheus – dennoch bringt uns der folgende Vers weitere Erkenntnisse. Nicht nur durch gute Werke, die jeder Mensch im besten Falle sehen kann, sondern auch durch ein freundliches und stilles Herz, das nur Gott sieht, ehren wir den Herrn. Außerdem zeigt sich ähnliches wie wir es im Alten Testament gelesen haben. Wir sollen nicht durch unsere Kleidung auffallen wollen, es ist unser Inneres, das uns schön machen soll. ☺️

„Ihr sollt nicht durch äußerlichen Schmuck wirken wollen, durch aufwendige Frisuren, durch Gold oder prächtige Kleider. Gott schätzt besonders den Schmuck, den man nicht sieht, der aber von unvergänglicher Schönheit ist: ein freundliches und stilles Herz. Das ist die Schönheit, mit der die heiligen Frauen sich früher geschmückt haben. Sie haben ihre Hoffnung auf Gott gesetzt und sich ihren Männern untergeordnet.“ (1.Petrus 3,3-5)

 

Positiv-Merkmal 3: Kein Anstoß und Ärgernis für andere

Ich habe es bereits in meinem Artikel „Was Männer über Frauen denken“ aus dem vergangenen Jahr klargestellt, möchte es an dieser Stelle aber gerne noch einmal wiederholen: Es geht hier nicht darum, dass man sich einen Kartoffelsack überstülpen soll oder dass man sich nicht modisch kleiden darf. Es geht schlicht und einfach darum, dass unsere Kleidung nicht von Gott ablenken soll. Heißt: Nicht freizügig und nicht angeberisch. Für mich bedeutet das, dass ich keine weitausgeschnittenen Tops anziehe, damit mir Männer nicht ins Dekolleté schauen können, und dass ich nicht wie ein Laufstegmodel rumrenne, damit kein Neid aufgrund der Kleidung entsteht.

„Hören wir doch auf, uns gegenseitig zu verurteilen! Achten wir vielmehr darauf, dass wir unserem Bruder (Anm.: oder unserer Schwester) kein Hindernis in den Weg legen und ihn zu Fall bringen!“ (Römer 14,13)

 

Positiv-Merkmal 4: Bewusst und im Glauben gekleidet

Das ist denke ich ein ausschlaggebender Punkt, der gerne gedanklich „hinten runter“ fällt. Ich kann mich schön kleiden um meiner Selbst willen, um mich zu präsentieren und zu profilieren. Aber ich kann mich auch schön kleiden, weil ich mich darüber freue, dass ich wunderbar gemacht bin, dass Gott Kleidung für mich gemacht hat, und dass Gott meine Kleidung mag und sie ihm gefällt. Wenn du dich nicht aus dem Glauben kleidest, es für den Herrn zu tun, wird deine Kleidung für dich zum Problem – doch das will Gott nicht. Er will uns Freiheit schenken, also vertraue darauf, dass dir der Heilige Geist offenbaren wird, was du tragen darfst und was nicht.

„Wer aber beim Essen ein schlechtes Gewissen hat, ist schon verurteilt, denn er handelt nicht aus der Überzeugung des Glaubens. Und alles, was nicht aus dem Glauben kommt, ist Sünde.“ (Römer 14,23)

 

Unser Fazit

Wie ihr eventuell festgestellt habt, habe ich die meisten Fragen der Einleitung nicht detailliert beantwortet. Unter anderem aus dem einfachen Grund, dass ein Kleidungsstück an sich meistens nicht Schwarz oder Weiß sein kann (naja, ausgenommen Mini-Röcke und anderes). Die Wurzel für einen gottgefälligen Kleidungsstil liegt in unserem Herzen – und das ist immer Schwarz oder Weiß. Entweder wir dienen uns selbst, dem Teufel und der Sünde mit der Kleidung oder wir dienen und verherrlichen Gott. Ganz easy. Für alles andere gibt die Bibel Prinzipien vor, die zu jeder Zeit und an jedem Ort gelten: Wir sollen schamhaft sein, wir sollen uns nicht selbst entblößen, wir sollen kein Anstoß für andere sein, und und und … damit schließt man automatisch einige Kleidungsstücke aus. Über andere Kleidungsstücke wiederum darf man sich dank der heutigen – etwas Retro-anmutenden – Mode freuen. Lange Röcke, weite Shirts, kaschierende Schnitte. Und um genau diese Kleidungsstücke soll es im nächsten Artikel gehen 😊 Also klickt kommende Woche wieder rein! 😉♥️

 

Eure Daniela feat. Debby, Luisa, Lena, Jenni, Jenny, Julia und Lea ♥

1 thought on “»Project Modesty« – Teil 2: Wie ich Gott mit meiner Kleidung ehre

  1. Vielen, vielen Dank für deine Blogreihe „Project Modesty“! Das Thema ist so unglaublich wichtig, und ich finde es schade, dass viele deutsche Christen noch nie darüber nachgedacht haben. Ich bin schon auf den nächsten Post gespannt 🙂
    Gott segne dich und deine Freundinnen!
    Mayrim

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