„Social Media ist fake!“

Wohl die Message der letzten Monate. Ach, wer hätt’s gedacht? Die sozialen Medien sind nicht echt, Illusionen zerstört, alle geschockt. Was bleibt, sind böse Rufe gegen Netzwerke wie Facebook, Instagram, YouTube & Co. und die Frage, wie es so weit kommen konnte. Wer hat angefangen, Bilder bei Instagram zu inszenieren und wer hat aufgehört, nichts als die Wahrheit zu zeigen? Ist das wirklich die richtige Frage? Blenden wir uns damit nicht selbst?

Wir sind Social Media.

Die sozialen Medien (der Name sagt es schon) wären nichts ohne die soziale Komponente – uns. Wir formen Social Media, wir füllen Social Media, wir sind das Herz von Social Media. Ohne unseren Content gäbe es diese Netzwerke gar nicht. „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ Und das gilt eben auch im Internet. Wir erwarten, echte Bilder zu sehen, echte Meinungen zu lesen, echte Videos zu schauen, aber erfüllen können wir diese Erwartungen selbst nicht. Wir posten das tolle Eis vom ach so gemütlichen Samstagnachmittag, obwohl der alles andere als gemütlich war. Wir liken und teilen Beiträge zu aktuellen Geschehnissen, obwohl es uns an 364 weiteren Tagen kein Stück interessiert. Wir filmen, fotografieren und nehmen so viele unzählige Momente auf. Und es obliegt unserer eigenen Verantwortung, was wir auswählen.

Wir filtern.

Es ist normal, dass wir filtern. Wer erzählt schon seinen Freunden vom Gang zum Kopierer an der Arbeit, wenn er vom Lob des Chefs berichten kann? Wieso beklagen wir uns also, dass andere Leute auch filtern? Wir wissen, dass viele Bilder und Videos nur Momentaufnahmen sind – inszeniert, gestellt, gefaked. Aber wir wollen nicht denken. Wir wollen uns Bilder und Videos anschauen, weil wir die Perfektion lieben, die man zu sehen bekommt, und Beiträge lesen, ohne mitdenken zu müssen, ohne hinterfragen zu müssen. Es könnte ja „voll falsch“ sein, weil das schöne Foto an einem unschönen Tag mit grauenhaftem Wetter entstanden ist und fünf Stunden Aufwand gekostet hat. Es könnte gesponsert sein, die Person dahinter könnte ja nicht ihre eigene Meinung weitergeben.

Wir konsumieren ohne Verstand.

Sind wir wirklich so unaufgeklärt? „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – 1784 von Immanuel Kant gesprochen, aber aktueller denn je. Wir müssen anfangen, kritischer zu denken, aber dabei genießen können. Wir müssen hinterfragen, aber nicht alles als falsch oder schlecht abtun. Social Media – all jene Netzwerke, die dazu zählen – sind neben dem Kommunikationsaspekt auch Unterhaltungsmedien. Also sollten wir sie auch als solche betrachten. Und nicht alles zu ernst nehmen.

// Wie nutzt ihr die sozialen Medien? Was konsumiert ihr? Was zeigt ihr von euch?
Schreibt mir doch!

Eure Daniela

1 Antwort
  1. Martha sagte:

    Ich schütze auf jeden Fall meine Familie. Möglicherweise gibt es von mir das eine oder andere Bild im Netz, aber seeehr sparsam. Von meinen Kindern jedoch gibt es keine erkennbaren, für meinen Blog fotografiere ich nur “von hinten”. Sie können noch nicht selbst entscheiden, also keine Kinderbilder ins Nezt. Ansonsten: Ich selbst laufe immer Gefahr, die Zeit zu sinnfrei vertrödeln, also versuche ich mich zu focussieren und zu kontrollieren – durch feste Zeiten für bestimmte Dinge und Zeitlimits… Klappt manchmal ;-) Liebe Grüße, Martha

    Antworten

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