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Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen die Corona-Maßnahmen hinterfragen. Ich habe etwas dagegen, wenn sie antisemitisches Gedankengut mitverbreiten.

Für jeden, der die Diskussionen rund um #janaauskassel verpasst hat, folgt nun einleitend erst einmal ein kurzer Abriss der Geschehnisse: Am Wochenende war mal wieder einmal eine Demo gegen die Corona-Maßnahmen. Besagte Jana hat dort auf einer Bühne gesagt, sie fühle sich wie Sophie Scholl, weil sie im Widerstand sei, auf Demos gehe und solche anmelde.

Ein Ordner ist nach dieser Aussage zu ihr gegangen und hat ihr gesagt, dass er für so einen Schwachsinn kein Ordner mehr sei, weil das Holocaust-Verharmlosung wäre. Am Ende ist Jana weinend von der Bühne gegangen.

Hinweis an dieser Stelle: Schaut euch am besten das Originalvideo an. Denn Grundregel ist, immer die Primärquelle zu prüfen. (Das gilt übrigens auch für Gesetze – sind alle offen einsehbar auf den Seiten der Bundesregierung.)

Das Problem an der Aussage von Jana: Sophie Scholl war eine mutige Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime – Jana hingegen demonstriert lediglich gegen die Corona-Maßnahmen. Mit ihrer Aussage verharmlost sie den Holocaust und mindert den Wert von Sophie Scholls Courage.

Weil das Thema heiß diskutiert wird, möchte ich darum Stellung dazu ergreifen. Wer meine Instagram Story am Montag gesehen hat, wird meine Gedanken dazu schon im Groben kennen. Allerdings möchte ich heute auf einen weiteren Punkt eingehen: Meinungsverschiedenheiten unter Christen und unseren Umgang damit.

♥ Wenn ihr diesen Post hilfreich findet, würde ich mich freuen, wenn ihr ihn teilt! Danke!

Wie gehen wir mit Aussagen wie der von Jana aus Kassel um?

1. Wer sich öffentlich auf eine Bühne stellt, muss mit Kritik rechnen.

Meinungsfreiheit heißt nicht, dass du von Kritik befreit bist oder davon, dass Leute eine andere Meinung haben. Janas „Meinung“ (Vergleich mit Sophie Scholl) war in diesem Falle absolut nicht angebracht. Deswegen ist die Kritik an ihrer Aussage richtig.

2. Man muss zwischen Person und Aussage unterscheiden.

Was jedoch falsch ist, ist Hate gegen ihre Person. Sie kann noch so dumme Aussagen treffen, sie ist trotzdem von Gott geliebt und in seinen Augen wertvoll. Sie verdient trotz-dem, angenommen zu werden. Gott sagt uns: „Liebe deine Feinde!“. Ohne Ausnahme.

3. Wir sollten uns von antisemitischen Aussagen/Bewegungen distanzieren.

Ich finde es besorgniserregend und verantwortungslos, dass viele Christen in solchen Bewegungen mitlaufen. Wissentlich, dass sie sich auf die gleiche Seite schlagen wie Rechtsextreme und Judenfeinde. Denn Verschwörungstheorien wurzeln oft im Antisemitismus.

4. Wir sollten für Gottes Volk (Israel und Juden) einstehen.

Rechtsextreme Personen und Judenfeinde in diesen Bewegungen sind aktiv gegen Gottes Volk. Doch Israel ist nicht von Gott vergessen. Gott liebt sie immer noch. Das ist Grundlage, Wurzel meines Glaubens. Und dafür sollten wir uns einsetzen. #gegendasvergessen

Und was sollten wir Christen bei unterschiedlichen Meinungen tun?

5. Nicht einander richten, sondern einander annehmen.

„Nehmt den, der in seinem Glauben schwach ist […] ohne Vorbehalte an; streitet nicht mit ihm über seine Ansichten.“ (Römer 14,1)

Das heißt auch, dass wir nicht miteinander diskutieren und andere von unserer eigenen Meinung überzeugen. Weil unsere Meinung auch falsch sein könnte und wir alle unterschiedliche Erkenntnisse haben.

6. Jeder soll zu seiner eigenen Meinung stehen, weil er vor Gott Rechenschaft ablegen muss.

„Wichtig ist, dass jeder mit voller Überzeugung zu dem stehen kann, was er für richtig hält.“ (Römer 14,5b)

„So wird also jeder von uns über sein eigenes Leben vor Gott Rechenschaft ablegen müssen.“ (Römer 14,12)

7. In Liebe eines Sinnes sein, Frieden stiften und korrekturfähig sein.

„Darum wollen wir uns mit allen Kräften um das bemühen, was zum Frieden beiträgt und wodurch wir uns gegenseitig im Glauben fördern.“ (Römer 14,19)

Wir sollten einander lieben und eines Sinnes sein – ebenso wie wir einander ermahnen und ermutigen sollten. Weil unsere Einheit jedoch ein Angriffsziel des Teufels ist, müssen wir aktiv danach streben.

 

Wie stehst du dazu? Lass mich  gerne deine Meinung wissen!

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