„Ich bin müde, Boss…“ Das ist nicht nur irgendein Satz, den ein Angesteller zu seinem Chef sagt. Dieser kleine Satz ist der Anfang eines oft in den Sozialen Medien geteilten Filmzitates aus The Green Mile. Ich habe den Film selbst niemals gesehen, aber dieses Zitat hat mich irgendwie berührt:

„Ich bin müde, Boss. […] Am meisten müde bin ich, Menschen zu sehen, die hässlich zueinander sind.”  – John Coffey, The Green Mile

Vielleicht fragst du dich, was dieses Zitat mit dem Thema zu tun haben soll. Ich möchte es kurz erklären: Dieses Zitat drückt das aus, was ich in unserer Gesellschaft beobachte – und zwar unter Christen. Christen, die hässlich zueinander sind, weil sie unterschiedlichen Konfessionen angehören. Eventuell habe ich eine andere Definition von „hässlich zueinander sein“ als du, also versuche ich es mal mit anderen Worten: verachten, für wertlos halten, gering schätzen, herabsehen, missachten, nicht ernst nehmen, ablehnen, verpönen. Das alles sind Worte, hinter denen Verhaltensweisen stecken, die man in jeder Konfession beobachten kann. Denn statt sich auf unser gemeinsames Fundament, Jesus Christus, zu berufen, spalten wir uns wegen verschiedener Glaubenslehren voneinander ab.
Das Thema macht mich nicht nur traurig, es nervt mich sogar unheimlich. Weil man – unabhängig von der Konfession – sehr schnell auf Unverständnis und Vorurteile stößt. „Die Charismatiker sind gefährlich, davon sollte man sich fernhalten“, „Den Katholiken sind Traditionen wichtiger als eine lebendige Beziehung zu Gott“, „Die Mennoniten sind viel zu verkniffen und gesetzlich“ oder „Die Protestanten sind viel zu liberal und kennen die Bibel gar nicht“ sind da nur einige Beispiele an Aussagen, die ich schon gehört habe. Doch was mich daran am meisten nervt: Die wenigsten Personen, die so etwas sagen, haben sich auch nur ein Fünkchen mit der Gegenseite beschäftigt oder sind gar bereit, sich mit anderen Sichtweise auseinander zu setzen. Oftmals weil gedacht wird, man habe eh Recht. Aber das denkt die Gegenseite eventuell auch. Also – was nun?
*Anmerkung: Im nachfolgenden Artikel geht es nicht um Gleichmacherei. Bitte lest den Artikel zu Ende, um richtig urteilen zu können. Danke!

Warum spalten wir uns?

Ich habe mich sehr lange gefragt, ob das eine notwendige Maßnahme ist, um die Gläubigen vor offensichtlichen Missständen und falschen Lehren zu schützen, oder ob dahinter vielleicht doch mehr steckt. Ein falscher Stolz, das fehlende Verständnis füreinander, die Angst vor anderen oder neuen Arten zu denken sowie vertraute Traditionen aufgeben zu müssen, und die Treue zur eigenen Konfession bzw. Tradition. Was mir aber als Hauptgründe unserer Spaltungen erscheint, ist die Verwechslung von Einheit mit Uniformität sowie die eigene Sündhaftigkeit und Fehlbarkeit.

Die wahren Gründe der Spaltung

Warum gibt es sonst Spaltung? Die vielen unterschiedlichen Konfessionen und Glaubensgemeinschaften sind ein Zeichen für die Unvollkommenheit des Menschen. Gott und die Bibel sind in den meisten Punkten eindeutig zu verstehen, doch es gibt auch Stellen, die unser Verständnis übersteigen und deshalb unterschiedlich interpretiert werden. Diese unterschiedlichen Interpretationen haben zu den Spaltungen unter Christen und schlussendlich zu den verschiedenen Konfessionen und Denominationen [christliche Kirchengemeinschaften, insbesondere in Freikirchen] geführt. Doch jede einzelne von ihnen macht etwas falsch. Keine ist unfehlbar und perfekt. Keine Konfession hat das „einzig wahre“ Bibelverständnis. Das liegt an unserer sündigen Natur.

Die bessere Variante

Doch statt mit Zwist und Hass sollten wir mit Liebe aufeinander reagieren. Aber das verstehen viele nicht. Obwohl wir damit ein einfaches Gebot des Herrn Jesus ignorieren:

„Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst.“ – Johannes 17,20-23

Ich möchte niemandem unterstellen, dieses Gebot vorsätzlich nicht zu befolgen. Ich möchte viel mehr dafür sensibilisieren, wie wichtig dieses Gebot ist. Schon seinen Jüngern hat Jesus gesagt: „Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,35) Dass das nicht leicht ist, weil jeder Mensch verschieden ist, anders tickt und unterschiedlich handelt, ist klar. Und es ist erst recht nicht leicht, wenn es gar ganze Gemeinschaften oder Konfessionen betrifft. Aber was wir (ja, auch ich) oft vergessen, ist, dass Einheit nicht gleich Uniformität ist. Uniformität bedeutet Gleichförmigkeit und Monotonie. Kurz: Gleichmacherei. Das soll definitiv nicht der Fall sein.
Einheit hingegen bedeutet, trotz Verschiedenheiten in Liebe miteinander umzugehen und gemeinsam in Frieden vor den Herrn treten zu können. Wir müssen nicht gut heißen, was andere Konfessionen und Gläubige tun – es wäre sogar fatal, täten wir das. Wir sind sogar dazu aufgerufen alles zu prüfen, das heißt sowohl in anderen als auch in unserer eigenen Konfession: „Prüft alles, das Gute behaltet!“ (1.Thessalonicher 5,21) Wir sollen kritisieren, ermahnen und Fehler aufzeigen. Doch darüber hinaus unser Ziel nicht vergessen: „Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen.“ (Kolosser 1,28)

Unser Fundament

Ein Christ definiert sich nicht über seine Konfession, Denomination oder Gemeinde. Ein Christ definiert sich über Jesus Christus, seine Beziehung zu ihm und sein persönliches Gebet. Was Christen vereinen sollte, ist ihre tiefe Liebe zu ihrem Schöpfer und Erlöser. Egal, wie falsch oder richtig uns manche Konfessionen erscheinen – die Pfingstler zu high, die Katholiken zu lau, die Baptisten zu gesetzlich. Das sind 08/15-Vorurteile. Denn Sünden und Fehler sind nicht konfessionsabhängig. Die einzige Abhängigkeit ist unsere Abhängigkeit von Jesus und seiner göttlichen Gnade. Und das ist unser Fundament, auf das wir uns besinnen müssen.

Unsere Hoffnung

Die MEHR2017 hat in mir und vielen anderen auch einen Hoffnungsschimmer ausgelöst. Die Gesellschaft wandelt sich, nicht zuletzt durch unsere Generation (die Generation Y, über die ich schon einmal geschrieben habe). Wir denken heutzutage anders über die Dinge als noch unsere Eltern und Großeltern. Wir sehen nicht die Probleme, sondern die Lösungen. Und vor allem gründen wir uns auf eine neue Weise wieder auf Christus. Deutschland ist derzeit dabei, einen Um- und Aufbruch zu erleben – nicht nur Erweckung, sondern auch Reformation. Wie damals zu Zeiten Luthers, nur anders. Das freut mich so sehr und lässt mich vor Freude jubeln! ???

Der Auftrag der Kirche

„Kirche, die rettet“ – so lautete das Motto des Churchdays im Rahmen der Jesus Saves Conference 2017 in Kirchheim. Es hat mir aufs Neue gezeigt, was der eigentliche Auftrag der Kirche ist: Kein Konkurrenzkampf um Mitglieder, sondern einzig und allein die Menschen mit dem Evangelium zu erreichen zählt. Die Kirchen dienen uns als Orte der Gemeinschaft, Ermutigung und Ermahnung. Aber das wahre Ziel ist die Verkündigung des Evangeliums. Und das funktioniert eben nun einmal am besten – wenn nicht sogar nur –, wenn wir als Christen vereint sind. Schließlich sind wir ein Leib. Lasst uns eine ganze Bewegung, ein Movement werden, das Gott liebt und verherrlicht. Egal, welche Konfession wir haben, wir sind eine Christenheit mit einem Gott und Erlöser – Jesus Christus. Und das müssen wir der Welt zeigen. ☺️ AMEN!

 

PS: Bald folgt ein Artikel zu den unterschiedlichen Konfessionen und Denominationen.

PPS: Bitte keine Aufschreie bzgl. Irrlehren und Sekten. Es geht hierbei einfach um die normalen Konfessionen, die sich in nicht-heilsentscheidenden Punkten von anderen Lehren unterscheiden. Danke.

 

Liebste Grüße,
eure Daniela ♥

Da hätten wir es mal wieder: das Jahresende. 2016 bereitet sich auf sein letztes Stündlein vor, während 2017 schon in den Startlöchern steht. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns, das die eine oder andere bleibende Erinnerung hinterlässt. Schaut man sich die meistdiskutiertesten Themen auf Twitter, Facebook & Co. an, hat man eine gute Zusammenfassung des vergangenen Jahres: Abschiede von zahlreichen Musikern, Schauspielern und Prominenten, die gestorben sind. Ein neuer, kontrovers-diskutierter amerikanischer Präsident (und seine nicht weniger kontrovers-diskutierte Wahlkampfgegnerin Hilary Clinton). Die Flüchtlingskrise und der Bürgerkrieg in Syrien. Und nicht zu vergessen: das Brexit-Votum, die Europameisterschaft in Frankreich und die olympischen Sommerspiele in Brasilien, Pokémon Go (zum Glück ist der Hype vorbei) sowie die zahlreichen Attentate, Anschläge und Übergriffe (wir gedenken noch immer der Opfer ?).

Zwischen Vorfreude und Skepsis

Viele mögen sich jetzt denken: „Halleluja, es kann nur besser werden nach so einem Jahr!“ Doch andere sehen dem kommenden Jahr eher skeptisch entgegen und werfen schon mal vorsorglich die Hände über den Kopf. Zu welcher Sorte Mensch du auch immer gehören magst, ich kann beide Seiten verstehen (auch wenn ich mich selbst eher zu den Menschen der Sorte A – ewig-optimistisch und vielleicht ein wenig naiv – zählen würde).

Sorglos

Jesus ruft uns im Matthäus-Evangelium dazu auf, auf die Vögel zu sehen: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?“ (Mt 6,6) und Petrus erinnert uns an eine wichtige Zusage Gottes: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“ (1. Petr 5,7). Wir haben allen Grund, uns auf ein besseres Jahr 2017 zu freuen, denn wir wissen, unser Herr ist an unserer Seite und sorgt für uns. Wir brauchen nichts zu fürchten, denn „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?“ (Röm 8,31).

Besonnen

Doch auch wenn wir Christen nicht in Furcht und Sorge leben sollen, dürfen wir nicht vergessen, besonnen zu sein und im Bewusstsein der letzten Tage zu leben: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim 1,7) und „Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden“ (2. Tim 3,1). Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von Leid, Furcht und Schrecken. Die Menschen übertrumpfen sich scheinbar gegenseitig in Grausamkeit und Egoismus, und wohin man auch blickt, sieht man die Spuren der Verwüstung, die Spuren der Kriege gegeneinander. Das hat uns der Herr schon prophezeit.

Hoffend

Als Christen haben wir aber eine große Hoffnung, denn wir erwarten die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus: „Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit.“ (Mt 25,31) Mit dieser Hoffnung im Herzen wissen wir, alles irdische ist nicht von langer Dauer und die wahre Freude steht uns noch bevor. Halleluja!

Zukunft

Was auch immer geschehen ist, ist nun mal geschehen, wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern. Die Zukunft jedoch können wir durchaus beeinflussen – durch unser Verhalten als Christen in dieser Welt. Wir sind Salz und Licht der Welt, wir sollen an der Liebe zueinander erkennbar sein, wir sollen Freude in uns tragen und wir sollen dem Herrn Ehre bereiten. Das sind unsere Aufgaben und darauf sollten wir im kommenden Jahr unseren Fokus legen. Wie das praktisch aussieht? Ganz einfach! Ich verrate euch, welche Vorsätze ich mir für 2017 vorgenommen habe (oder was ich mir alljährlich vornehme ?).

Gute Vorsätze

1. Sich öfters Ruhe gönnen

Unsere heutige Generation hat ein grundlegendes Problem: Wir gönnen uns keine Ruhe. Wir sind 24/7 auf Achse, immer unterwegs, verplant bis in 2018, und sehr anfällig für Burn Out (woran das wohl liegen mag?). Wie wäre es, wenn wir beginnen würden, ab und zu den Sabbat zu halten? Wir stehen zwar nicht mehr unter dem Gesetz, ihn halten zu müssen, allerdings sehen wir in der Bibel eine Vielzahl an Beispielen, dass der Sabbat gehalten wurde. Vor allem sehen aber wir, warum Gott ihn eingeführt hat oder wozu er gedient hat: um uns Ruhe zu geben: „Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte“, 1. Mo 2,3. Warum nicht einfach mal ab und zu einen Gang zurück schalten und den Sonntag ganz für den Herrn genießen? ☺️

2. Sich körperlich fit halten

Yep, 08/15-Vorsatz, ich weiß. Aber eventuell kann ich euch ein wenig motivieren, indem wir uns eine ganz neue Perspektive auf das obligatorische „mehr Sport machen“ geben lassen. Bestimmt kennt ihr folgende Verse aus 1.Korinther 6,19-20: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!“ Im Kontext geht es in dieser Bibelstelle um Unzucht, aber im weiteren Sinne betrachtet, trifft Paulus hier eine allgemeingültige Aussage: Unser Körper ist Gottes Tempel, weil er ihn uns wohnt. Ist das nicht schon Grund genug, dafür zu sorgen, dass „ein gesunder Geist auch in einem gesundem Körper wohnt“? Falls nicht, lest einmal 1.Korinther 9,24-27 – ich glaube, Paulus war nicht sport-abgeneigt ?

3. Bibelverse auswendig lernen

Staunst du auch immer über Leute, die zu jeder Diskussion einen passenden Bibelvers parat haben und ihn aus dem Effeff aufsagen können? Ich defintiv! Mein Gedächtnis gleicht dem eines Goldfisches und auswendig lernen ist eine meiner Hassdisziplinen – schon zu Schulzeiten war das so. Allerdings ist es ein hohes, geistliches Gut, wenn du Bibelverse auswenig kennst. Denn in den meisten Fällen hast du sie dann auch tatsächlich verinnerlicht. ☺️ Eine kleine Hilfe beim Auswendiglernen dürfte die App „Remember me“ (Android) sein. Auf verschiedene Arten und Weisen kannst du dort dein Gedächtnis trainieren und persönlich gewählte Verse auswendig lernen. Klare Empfehlung!

4. Den roten Faden der Bibel kennen

E100 ist ein Programm, mit dem du die 100 wichtigsten Stellen der Bibel entdecken und so den roten Faden der Bibel erkennen kannst. Passend dazu gibt es nicht nur den Bibelleseplan, sondern auch ein Impuls-Buch, indem die Stellen erläutert werden. So erhältst du in kurzer Zeit einen hervorragenden Überblick über die Bibel.

5. Freude an geistlichen & irdischen Dingen finden

Warum meinen viele Christen, dass es besonders geistlich sei, wenn man den Genuss und die Freude an irdischen Dingen schlecht redet? Vielleicht fühlt ihr euch nicht angesprochen, aber als ich das Buch „Voll Jesus – Null Druck. Glauben ohne schlechtes Gewissen“ las, wurde ich regelrecht überführt. In jedem von uns steckt irgendwie ein „Superchrist“, der sich durch besonders viel Mitarbeit in der Gemeinde, eine besonders gute Stille Zeit, ein besonders umfangreiches Bibelwissen oder andere geistliche Dinge zu beweisen versucht. Doch sobald jemand erzählt, wie er ausgiebig seine Freizeit genießt, diese und jene Serie schaut, so manche Musik hört und dennoch eine gute Beziehung zum Herrn hat, wird er kritisch beäugt.
Falls euch das noch nicht passiert ist – chapeau, Glück gehabt. Mir passiert es allerdings allzu oft. Und ich bin sogar meistens diejenige, die kritisch guckt. Warum fällt es uns Christen so schwer, die Welt, die Gott gut erschaffen hat, zu genießen? Ihr dürft euch in 2017 auf eine neue Artikel-Serie zu diesem Thema freuen! Seid gespannt ?

5. Bewusst beten & Stille mit Gott suchen

Ob man es nun offen zugibt oder nicht – beten fällt uns schwer. Und Bibel lesen ebenso. Wobei das doch eigentlich unsere liebsten Disziplinen als Christen sein sollten, oder? Eventuell hilft es dir, zu wissen, dass du vielleicht noch nicht den richtigen Zugang zu Gott gefunden hast. Jeder Christ wurde vom Herrn individuell mit Gaben und Vorlieben ausgestattet, und ebenso individuell kann unsere Stille Zeit sein. Nichts da mit stillem Kämmerlein. Wie wäre es mit einem Gebetsspaziergang durch den Wald oder einem Bibelstudium bei Worship-Songs? Thaddäus Schindler hat diese und weitere Zugänge zu Gott vor kurzem auf STAY ON FIRE vorgestellt (365steps in einem ihrer letzten Magazine übrigens auch!) – lies’ doch mal rein! Vielleicht ist es dein Durchbruch zu einer bewussten und erfüllten Beziehung zu Gott.

6. Den eigenen Horizont erweitern

Egal, was für ein Typ Mensch du bist – ich finde es unheimlich wichtig, den eigenen Horizont immer wieder zu erweitern und über den eigenen Tellerrand zu blicken. Ganz praktisch können das beispielsweise Projekte wie „eine neue Kultur kennen lernen“, „eine neue Sprache lernen“, „neue Bücher lesen / Filme schauen“ oder „andere Gemeinde und Kirchen entdecken“ sein. Wo auch immer du deine Präferenzen hast, du kannst im kommenden Jahr dort ansetzen und an deiner Sicht auf die Welt und deinem geistlichen Horizont arbeiten. Unheimlich interessant!

Mit Freude ins neue Jahr

Damit wir unsere neu entfachte Freude & Motivation für das kommende Jahr nicht so schnell wieder verlieren wie unsere Motivation für die guten Vorsätze (seien wir mal ehrlich – lange halten die ja nie ?), gibt es für den Start ins neue Jahr einen neuen Wallpaper zur Jahreslosung 2017 für all eure liebsten technischen Geräte. Von Laptop über Macbook bis hin zu Smartphone und Tablet. Viel Freude euch damit! ? Schreibt mir doch, wenn ihr die Wallpaper verwendet – ich würde mich mega freuen!

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.
Hesekiel 36,26

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Liebe Grüße & einen guten Start ins neue Jahr,
eure Daniela ♥

Mensch, ahntest du, was Weihnachten tatsächlich bedeutet?

Mensch. Damit meine ich dich. Hast du jemals darüber nachgedacht, was so wichtig an Weihnachten ist? Jaja, alle Jahre wieder. Das wirtschaftliche Highlight des Jahres. Produzenten, Einzelhandel und Dienstleister freuen sich jedes Jahr aufs Neue auf das Hoch des Jahres, das die Absätze steigen lässt. Der Mensch im Kaufrausch. Du im Kaufrausch. Aber nicht nur wirtschaftlich, sondern auch stressmäßig ist es das Highlight des Jahres. Es gibt dieses zu tun, jenen Termin noch zu vereinbaren, solche Deadlines einzuhalten, manche Dinge zu organisieren. Planungen, To-dos und Abgabefristen übertünchen die so besinnliche Adventszeit.

 

Minnimomento. Besinnlich?

Worauf besinnt man sich denn? Wahrscheinlich auf Weihnachten. Und das, was es tatsächlich bedeutet. Und zwar nicht Kaufrausch und Termindruck, sondern Ankunft. Das ist nämlich die eigentliche Bedeutung von Advent – ein Wort aus dem Lateinischen: „adventus“, um genau zu sein „adventus domini“. Die Ankunft des Herrn. Darauf wollen wir uns alle Jahre wieder besinnen, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, als Mensch auf die Erde kam – als der versprochene Heiland und Retter aller Menschen.

 

Retten? Wovor?

Vor uns selbst. Unserer eigenen Schuld, den Sünden, die wir mit uns tragen, den großen und kleinen Fehlern unseres Lebens, der Ungerechtigkeit, die wir verursacht haben. Aber auch vor Gottes Strafe. Seiner Allmacht und seinem Allwissen, durch die er um all unsere Fehler und Sünden weiß, und für die er uns gerecht strafen müsste. Müsste, aber nicht macht. Denn Jesus Christus kam. Er lebte das Leben eines vollkommenen Menschen – an unserer statt – und starb an unserer Stelle, um die gerechte Strafe für unsere Sünden zu erhalten. Und nicht nur das. Er stand nach drei Tagen wieder von den Toten auf, er lebt, in alle Ewigkeit. Durch sein Erlösungswerk können wir auch ewig leben. Er will uns vergeben, wenn wir ihn um Vergebung bitten. Wir müssen nur an ihn glauben und unsere Schuld anerkennen. Er liebt uns, aber ist gerecht. Wir können der Strafe nur durch Jesus Christus entkommen. Aber mit ihm sind wir für alle Zeit von aller Schuld befreit.

 

Das ist der wahre Grund für unser Weihnachtsfest.

Wir erwarten den Herrn, seine Ankunft als Mensch auf der Erde. Heute wie auch vor 2000 Jahren. Denn mit der Geburt Jesu Christi begann das Finale Gottes herrlichen Planes, seines Erlösungswerkes, seiner Rettung. Wir feiern die Geburt unseres Retters. Wir feiern voller Freude den wichtigsten Geburtstag der Welt – den Geburtstag Jesu Christi.

 

Feierst du mit?

Wozu feierst du Weihnachten? Und welche Gedanken begleiten dich während der Adventszeit? Die lange To-do-Liste an der Arbeit, die Organisation der Familienweihnachtsfeier, das Rezept für die Weihnachtsgans oder die Planungen der Weihnachtsgeschenke drölfmillionen Verwandter und Freunde?
Ich möchte mich nicht mehr von Terminen und Aufgaben hetzen lassen – vor allem nicht, wenn Weihnachten kaum mehr eine Woche entfernt ist. Ich möchte mich auf meinen Erretter besinnen, auf den Geburtstag der Freude und wie herrlich und wundervoll unser Gott ist. Gefühlt ist meine To-do-Liste kurz vor Weihnachten immer besonders lang, aber ganz ehrlich: Was hat man davon, wenn man fertig ist? Nur noch weitere To-dos. Was hast du davon, wenn du Weihnachten genießt und dir die Zeit nimmst, zur Besinnung zu kommen? Frieden, Liebe, eventuell sogar dein Seelenheil. Wer weiß.

 

Wie man sich besinnen kann.

Ich möchte dich einladen, die restlichen Tage der Advents- und Weihnachtszeit mit mir zu verbringen. Nicht physisch. Aber im Geiste, sozusagen. Falls dir Ideen fehlen, wie du mehr Besinnlichkeit in deinen Alltag bringen kannst, habe ich hier einige Ideen gesammelt.

  • Gebet – klingt simpel, ist es auch. Setze dich einfach hin und danke Gott für die alljährliche Weihnachtszeit und bitte ihn, dir bewusst zu machen, warum Weihnachten gefeiert wird. Danke ihm für sein großes Erlösungswerk, den Retter, den er vor über 2000 Jahren gesandt hat, und der uns auch noch heute retten will. Bitte ihn um Vergebung deiner Schuld. Bitte für eine Erneuerung deiner Gedanken, damit dein Fokus in der Weihnachtszeit richtig gesetzt ist.
  • Bible Art Journaling – Wer meinen „Nähkästchengeplauder“-Artikel gelesen hat, dürfte mittlerweile wissen, dass ich einen Faible dafür habe. In kaum einer anderen Art und Weise macht mir Bibel lesen so viel Freude wie mit dem Journaln. Du liest nicht nur plump die Texte, du setzt sie auch gleich kreativ um. Das schult deinen Blick für das Wort Gottes, fördert dein Gedächtnis und deine Kreativität und ermöglicht dir einen ganz neuen Zugang zur Bibel.
  • Weihnachts-Bibellesepläne – zur Weihnachtszeit muss man einfach die Weihnachtsgeschichte lesen. Das ist zumindest bei mir so. Ein kleines Ritual vor den Festtagen, damit man auch tatsächlich verinnerlicht, was an Weihnachten geschah, wie groß Gottes Gnade ist, und worauf man sich freut. Falls du noch nach guten Leseplänen suchst, kann ich die YouVersion-Bibelapp empfehlen, in der sehr gute, thematisch passende Lesepläne kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
  • Termine canceln – alle Jahre wieder. Vor Weihnachten häufen sich scheinbar die Termine, seien es nun Weihnachtsfeiern, Treffen mit Freunden, Weihnachtsgeschenke-Shopping oder andere wichtige Planungstreffen. Wenn es dir ebenso ergeht, lass dir eines gesagt sein – I know that feeling, bro. Die effektivste Möglichkeit, da etwas Entspannung rein zu bringen ist allerdings leichter gesagt als getan, aber dennoch nicht unmöglich. Canceln, einfach jeden Termin, der nicht Prio 1 hat oder zur Weihnachtsbesinnung beiträgt.
  • Aufgaben prüfen oder delegieren – ein ähnliches Spiel wie mit den Terminen. Alles, was nicht Prio 1 hat oder delegiert bzw. in den Verantwortungsbereich anderer übergeben werden kann, wird nicht gemacht. Zumindest nicht vor Weihnachten. Aufgeschoben ist zwar nicht aufgehoben, aber hey, man schiebt immerhin das ganze Jahr lang irgendwelche Aufgaben auf. Vor Weihnachten macht das tatsächlich mal Sinn. Zwischen den Jahren ist schließlich noch genug Zeit.
  • Weihnachtsmusik hören – und zwar ganz laut (yep, so mag ich das). Du stimmst dich richtig auf diese Zeit ein, wenn du passende Weihnachtslieder hörst. Die einen haben eine tiefe Message (wie etwa „Mary, did you know?“ – Pentatonix, „O come, o come, Emmanuel“ – Francesca Battistelli), andere hingegen fördern einfach nur die Weihnachtsvorfreude („Joy to the world“ – Chris Tomlin, „Have you heard“ – Chris Lass, „Wonderful Dream“ – Melanie Thornton). Und natürlich gibt es noch die klassischen Weihnachtslieder: „O, du Fröhliche“, „Stille Nacht“ oder „Stern über Bethlehem“. Was auch immer du gerne hörst – hör’ es. Es wird dich ermutigen und dein Herz mit Freude füllen ☺️
  • Gemeinschaft mit anderen Christen – vor Weihnachten solltest du großen Wert darauf legen, regelmäßig eine Gemeinde oder die Versammlung deiner Kirche zu besuchen. Die Gemeinschaft mit anderen Christen tut einem immer gut und die Botschaften der Predigten ermutigen oder ermahnen einen, um für die Ankunft des Herrn bereit zu sein.
  • Und du? Was machst du um mehr Besinnlichkeit in deine Adventszeit zu bringen?

 

Wenn die ein oder andere Idee dabei war, lass doch von dir hören und schreibe mir einen kurzen Kommentar oder einfach per Mail an hallo@ewiglichtkind.de. Aber auch über Facebook und Instagram bin ich immer zu erreichen.

 

Ich wünsche dir ganz persönlich eine gesegnete und besinnliche Adventszeit, auf dass du Weihnachten in der Gegenwart unseren Herrn Jesus Christus genießen kannst! Halleluja ☺️

Liebste Grüße, deine Daniela ♥

Yes, endlich geht es weiter mit dem Thema „Geistesgaben“. Im Speziellen möchte ich heute den Fokus weniger auf Allgemeines und Theorie setzen, sondern viel mehr auf die praktische Anwendung eingehen. Angefangen bei „Welche Geistesgaben gibt es?“ bis hin zu „Wieso wird das Thema oftmals in Kirchen ‚totgeschwiegen‘?“ versuche ich die wichtigsten Fragen zu beantworten. Wenn ihr euch allerdings fragt, was Geistesgaben eigentlich sind und ob sie heutzutage noch existieren, dann lest meinen Blogpost von vergangener Woche und erfahrt mehr darüber. Nun möchte ich aber ohne weitere Vorworte direkt ins Thema einsteigen – also los geht’s!

4. Welche Geistesgaben gibt es?

In der Bibel finden wir drei Listen mit Aufzählungen verschiedener Geistesgaben. Lasst sie uns einmal gemeinsam ansehen:

Dem einen nämlich wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, einem anderen aber ein Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist; einem anderen Glauben in demselben Geist; einem anderen Gnadengaben der Heilungen in demselben Geist; einem anderen Wirkungen von Wunderkräften, einem anderen Weissagung, einem anderen Geister zu unterscheiden, einem anderen verschiedene Arten von Sprachen, einem anderen die Auslegung der Sprachen. Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will.
1.Korinther 12,8-11

Wir haben aber verschiedene Gnadengaben gemäß der uns verliehenen Gnade; wenn wir Weissagung haben, [so sei sie] in Übereinstimmung mit dem Glauben; wenn wir einen Dienst haben, [so geschehe er] im Dienen; wer lehrt, [diene] in der Lehre; wer ermahnt, [diene] in der Ermahnung; wer gibt, gebe in Einfalt; wer vorsteht, tue es mit Eifer; wer Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit.
Römer 12,6-8

Und Er [Anmerkung: Christus] hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus.
Epheser 4,11-12

Aus diesen drei Bibelstellen und weiteren, einzelnen Bibelstellen ergeben sich rund 20 Geistesgaben, die in der Bibel  genannt werden. Was es mit diesen Geistesgaben auf sich hat und wozu sie dienen, möchte ich im nachfolgenden kurz zusammenfassen. (Für eine komplette, detaillierte Abhandlung jeder Geistesgabe reicht dieser Post leider nicht aus.) Grundsätzlich kann man Geistesgaben in zwei „Kategorien“ unterscheiden: die praktischen Gaben und die ideellen (das geistliche Leben unterstützende) Gaben. Die ideellen Gaben wiederum kann man nochmals wie folgt unterteilen: Gaben für den geistlichen Durchblick, Kraftgaben und Sprachgaben. Nachfolgend habe ich euch eine Übersicht aller mir bekannten Gaben zusammengestellt, inklusive Bibelstellen, Definition und möglichen Anwendungsgebieten bzw. Aufgaben (kann aber noch einige weitere Tätigkeitsfelder geben!). Allerdings muss ich vorweg sagen, dass diese Liste – auch wenn ich versucht habe, so akribisch und aufmerksam vorzugehen wie möglich – keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Es kann durchaus noch einige weitere Geistesgaben geben, die wir noch nicht kennen oder die einfach nicht in der Bibel erwähnt wurden. Aber gut, los geht’s!

Die ideellen Gaben

A. Gaben für den geistlichen Durchblick

Weisheit (Wort der Weisheit) → 1. Kor 12,8

  • Was? Fähigkeit, geistliche Wahrheiten und Wissen in einer konkreten Situation anzuwenden, weise Entscheidungen zu treffen oder anderen beratend zu helfen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Evangelisation, Seelsorge (Gespräche mit Menschen, die ein Problem haben), Hauskreis, Gebetskreis, Leitung (als Mitglied oder Berater – je nach Gabenkombination).

Erkenntnis (Wort der Erkenntnis) → 1. Kor 12,8

  • Was? Fähigkeit, sich Wissen über Gott und anzueignen und große theologische Zusammenhänge der Bibel zu erfassen (gibt Einsicht in Gottes Wesen und seinen Willen).
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Predigtdienst, Hauskreis, Bibelkreis.

Geisterunterscheidung → 1. Kor 12,10

  • Was? Fähigkeit, zwischen Wahrheit und Irrtum, sowie göttliche, menschliche und dämonische/teuflische Mächte voneinander zu unterscheiden.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Seelsorge, Gebetskreis, Leitung (als Mitglied oder Berater).

 

B. Kraftgaben

Glauben → 1. Kor 12,9

  • Was? Fähigkeit, im Vertrauen auf Gott zu handeln und fest daran zu glauben, dass er seine Verheißungen erfüllt.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Leitung (als Mitglied oder Berater), Gebetskreis, Seelsorge.

Heilungen (von Kranken) → 1. Kor 12,9

  • Was? Fähigkeit, um Menschen von Krankheiten aller Art vollkommen zu heilen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Gebetskreis, Seelsorge, Krankenbesuche.

Wunderkräfte (Kraftwirkungen, Wundertaten) → 1. Kor 12,10

  • Was? Fähigkeit, in Gottes Namen machtvolle Taten/Wunder zu vollbringen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: – (oftmals nur temporäre Gabe)

 

C. Sprachgaben

Prophetie → 1. Kor 12,10 und Röm 12,6

  • Was? Fähigkeit, eine Botschaft Gottes unmittelbar durch den Heiligen Geist zu empfangen und der Gemeinde weiterzugeben.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Evangelisation, Organisation, Seelsorge, Hauskreis, Gebetskreis.

Sprachengebet (Sprachenrede, Zungenrede) → 1. Kor 12,10

  • Was? Fähigkeit, in einer unbekannten, aber menschlichen Sprache zu beten und Gott zu loben (siehe dazu auch Apg 2,6: „Als nun dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.“).
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Gebetskreis, privates Gebet.

Auslegung der Sprachenrede → 1. Kor 12,10

  • Was? Fähigkeit, ein Sprachengebet zu verstehen und sie der Gemeinde zu auszulegen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Gebetskreis.

 

Die praktischen Gaben

Apostel (Gründer) → 1. Kor 12,28 und Eph 4,11

  • Was? Fähigkeit, neue Arbeitsbereiche, Kreise oder Gemeinden ins Leben zu rufen und zu betreuen, sowie Verkündiger des Evangeliums und Offenbarer der Gemeindelehre zu sein.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Mission, Leitung, Organisation, übergemeindliche Tätigkeiten.

Lehrer → 1. Kor 12,28 und Eph 4,11

  • Was? Fähigkeit, sich Wissen anzueignen und anderen so weiterzugeben, dass diese es anwenden können, sowie biblische Sachverhalte verständlich zu erläutern.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Predigtdienst, Hauskreis, Leitung, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Bibelkreis.

Dienst → 1. Kor 12,28 und Röm 12,7

  • Was? Fähigkeit, um durch verschiedene praktische Begabungen anderen wohlzutun und zu helfen (hierzu können u.a. auch die unter „Weitere Gaben“ genannten Gaben und Talente zählen).
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Besuchsdienst, Hilfe für Bedürftige, Unterstützung anderer, Gastfreundschaft.

Leitung → 1. Kor 12,28 und Röm 12,8

  • Was? Fähigkeit, gottgewollte Perspektiven zu entwickeln und zu vermitteln, Menschen zu motivieren und so führen, dass sie gemeinsam diese Ziele erreichen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Leitung, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Musikteam, Hauskreis, Gebetskreis, Bibelkreis.

Ermahnung/Ermutigung (Seelsorge) → 1. Kor 12,8

  • Was? Fähigkeit, andere durch Trost, Ermahnung und Ermutigung geistlich beizustehen, um ihnen zu helfen, im Einklang mit Gottes Willen zu leben.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Gespräche mit bekümmerten Menschen, Begleitung von Mitarbeitenden, Besuchsdienst, Mentoring.

Geben → 1. Kor 12,8

  • Was? Fähigkeit, gerne und regelmäßig Geld und materiellen Gaben für Menschen und Projekte zu spenden und dadurch zu helfen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Spendendienst, Nothilfe.

Barmherzigkeit → 1. Kor 12,8

  • Was? Fähigkeit, gerne Menschen einfühlsam und mittragend zu helfen, die auf irgendeine Weise (seelisch, körperlich, sozial usw.) in Not sind.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Helfende Aufgabenbereiche, Besuchsdienst.

Evangelist → 1. Kor 12,8

  • Was? Fähigkeit, das Evangelium an Menschen weiterzugeben, die noch nicht an Gott glauben, sodass sie zum Glauben kommen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Leitung evangelistischer Hauskreise, Glaubenskurse, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Planung und Durchführung evangelistischer Aktionen.

Hirte (Pastorale Fürsorge) → 1. Kor 12,8

  • Was? Fähigkeit, Menschen so zu fördern, dass sie persönlich und in geistlicher Hinsicht wachsen.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: Hauskreis, Seelsorge, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Besuchsdienst, Mentoring.

Ehelosigkeit → 1. Kor 7,7

  • Was? Fähigkeit, glücklich ohne Ehepartner zu leben, ohne übermäßig sexuelle Versuchung zu empfinden, um auf diese Weise der Gemeinde Jesu besser dienen zu können.
  • Wie? Mögliche Anwendungsgebiete/Aufgaben: –

 

Weitere Gaben

  • Handwerk → 2. Mo 35,30-35
  • Kreativität → 1. Kön 7,14
  • musikalische Begabung → Eph 5,19
  • Gastfreundschaft → Römer 12,13

 

5. Woher weiß ich, welche Geistesgabe ich besitze?

„Viele Wege führen nach Rom.“ Um herauszufinden, welche Geistesgabe man besitzt, hat man mehrere Möglichkeiten, die aber alle durch Gebet begleitet sein sollten.

  1. Ausprobieren – „Probieren geht über Studieren“ heißt es so schön. Versuche, dich einfach mit deinen Hobbies irgendwo in der Gemeinde einzubringen. Egal, ob du offen bist und gerne redest, oft kreativ arbeitest (Schreiben, Malen, Musik) oder immer ein offenes Ohr für andere Menschen hast – einfach mal ausprobieren.
  2. Eigene Wünsche – Du hast ein cooles Hobby oder du findest Gefallen an bestimmten Tätigkeiten? Das können Hinweise auf Gaben sein. Wer weiß, ob Gott dich in diesen Bereichen begabt hat.
  3. Aktiv werden – Passivität und darauf zu warten, dass etwas passiert, bringt dich nicht weiter. Strebe viel mehr nach Geistesgaben! („Strebt aber eifrig nach den vorzüglicheren Gnadengaben“, 1. Kor 12,31)
  4. Rat anderer – Sagen dir andere Christen häufig, dass du in diesem oder jenem Bereich begabt wärst? Sei aufmerksam und nimm es dir zum Anlass, für diese Gabe und Gottes Führung zu beten.

 

Vorsicht!

Du solltest aufmerksam sein und folgende Aspekte beachten:

  • Stichwort „Universalgabe“ – Gott hat jedem Menschen mindestens eine Geistesgabe zuteilwerden lassen, aber nicht jeder erhält die gleiche. Sei also nicht vorschnell und gehe davon aus, dass jeder ein ausdauernder Beter, des Sprachengebets mächtig, ein weiser Lehrer oder besonders barmherzig (barmherzig sein sollen ja alle, einige halt noch mehr) ist. Wir sind alle einzigartig von Gott geschaffen worden!
  • Thema „Gabenprojektion“ – Achte darauf, deine eigenen Gaben nicht als Erwartung auf andere zu übertragen. Nicht jeder ist beispielsweise in gleichem Maße barmherzig wie du, wenn du eine besondere Gabe hierfür hast. Wir haben alle unterschiedliche Gaben, also behandele andere ebenso wertschätzend wie du behandelt werden möchtest, auch wenn sie nicht die gleiche Gabe haben wie du.
  • Selbstsucht/Manipulation – Eine Haltung, die sich selbst statt Gott in den Mittelpunkt stellt. Oft wird sie dazu genutzt, um andere zu untergraben. Ungewöhnliche/übernatürliche Gaben, Gaben, die im Mittelpunkt der Menschen stehen, oder autoritäre Gaben sind besonders gefährdet.
  • Ablehnung – Unsere Gaben sind dazu da, der Gemeinde Jesu zu dienen. Wenn wir unsere Gaben ablehnen, stehlen wir uns aus unserer Verantwortung. Wir vergraben praktisch unsere anvertrauten Talente (siehe Gleichnis von den anvertrauten Talenten; Matthäus 25,14-30). Mögliche Gründe sind Unwissenheit, Faulheit, falsche Bescheidenheit oder unangenehme Konsequenzen.

 

Tipps:

  • Möchtest du deine Gaben aktivieren, solltest du sie trainieren. Suche dir ein Tätigkeitsfeld in der Gemeinde, auf dem du dich einsetzen kannst.
  • Tausche dich mit anderen Menschen aus, die die gleiche Gabe haben wie du und eventuell erfahrener sind. Lerne von ihnen, weise und zur Ehre Gottes mit deiner Gabe umzugehen.
  • Nutze jede Gelegenheit, deine Gabe einzusetzen. Jemand braucht praktische Hilfe? Hilf’ ihm. Jemand braucht geistlichen Rat? Höre ihm zu und berate ihn. Du wirst sehen, wie oft du Gott mit deiner Gabe dienen kannst.

 

6. Wieso wird das Thema in Gemeinden oftmals „totgeschwiegen“?

Meine Theorie ist, dass viele Christen Angst haben, die Geistesgaben übermäßig zu betonen und ins „Charismatische“ abzurutschen. Charismatisch geprägt zu sein wirkt gerade heutzutage sehr abschreckend auf viele Christen, weil es leider – wie in jeder Glaubensform – auch schwarze Schafe gibt, die die Geistesgaben missbrauchen und falsch praktizieren. So werden sie zur eigenen Ehre zweckentfremdet und zur Schau gestellt. Doch viele Menschen vergessen schnell, dass es eben nicht nur schwarze Schafe gibt, und die „charismatische Bewegung“ an sich etwas sehr gutes ist. Ich bin sogar der Meinung, dass einige charismatische Christen mir einiges voraus haben und ein Vorbild sind – im Speziellen wenn es um den Heiligen Geist geht. Grundlegende Fragen wie „Wie lasse ich den Heiligen Geist in meinem Leben wirken?“ sind darin auch inbegriffen.
Ein anderer Grund für das Totschweigen ist meines Erachtens, dass Gemeinden den Fokus lieber auf andere Dinge richten wollen, da teilweise Angst vor Missbrauch der Geistesgaben besteht und dies Gefahren birgt. Das muss nicht heißen, dass Gaben in solchen Gemeinden nicht praktiziert werden. Jedoch werden sie eben nicht also solche besonders hervorgehoben. Auch wird oftmals verstärkter darauf geachtet, dass das Gleichgewicht zwischen Dienst und persönlicher Beziehung zum Herrn stimmt. In erster Linie leben wir, um eine Beziehung zum Herrn zu haben, erst in zweiter Linie stehen wir auch im Dienst für ihn. Was bringt christlicher Aktivismus und übermäßige Praktizierung von Gaben, wenn wir gar keine richtige Beziehung zum Herrn haben? In ähnlicher Weise warnt auch Paulus in 1. Kor 13,1-3 davor.
Richtig finde ich das Totschweigen nicht, aber ein Überbetonen ist auch falsch. Das Gleichgewicht zwischen Beziehung und Dienst sowie die bibelkonformen Anwendungen müssen stimmen. Prüfe doch einmal selbst: Werden in deiner Gemeinde Geistesgaben praktiziert? Wenn ja, wird es im Stillen getan oder wird davon groß gesprochen? Wenn nein, was sind deines Erachtens die Gründe hierfür? Ich bin gespannt auf eure Antworten! ☺️


So, das soll nun mein zweiter Artikel zum Thema „Geistesgaben“ gewesen sein. Ich hoffe, ich konnte meine bisherigen Erkenntnisse verständlich weitergeben und euch ermutigen, euch intensiver mit dem Thema zu beschäftigen, da wir in den Geistesgaben echten Segen finden und wunderbare Möglichkeiten haben, Gott zu dienen.
Seid gesegnet, Geschwister!

Weiterführende Links und Quellen: efg-hohenstaufenstr.de, ekkw.de, christen-allendorf.de, nnk-berlin.de, thalwil.baptisten.ch, er-lebt.de und farr-berlin.de.

Liebe Grüße,
eure Daniela

Geistesgaben – ein Thema, an dem sich sprichwörtlich die Geister scheiden. Während die einen leugnen, dass es sie heutzutage überhaupt noch gibt, sprühen die Nächsten vor Begeisterung und legen viel Wert auf deren Ausübung. Doch was ist nun richtig, was ist falsch? Wie können die einen so felsenfest davon überzeugt sein, dass es Geistesgaben, wie wir sie in der Bibel kennenlernen, nicht mehr gibt, während die anderen sie unentwegt praktizieren? Da läuft doch irgendwas falsch. Das war zumindest mein erster Gedanke. (Das denke ich mir relativ häufig bei verschiedenen Themen, da es immer öfter zu gegensätzlichen Meinungen im Christentum kommt.)

Im heutigen Blogpost möchte ich mich ein wenig mit Geistesgaben im Allgemeinen auseinandersetzen und einige grundlegende Fragen beantworten: Angefangen bei der Definition und der Unterscheidung zwischen Talent und Gabe, bis zu der Frage, ob Geistesgaben heute noch existieren. Der kommende Post wird sich dann mit den Geistesgaben im Einzelnen und den Fragen rund um Anwendung und Praxis beschäftigen.
Also, wenn euch das Thema interessiert, bleibt dran. Let’s go!

 

1. Was sind Geistesgaben?

In einem Seminar, das ich während des Christivals Anfang Mai besucht habe, durfte ich einiges zur allgemeinen Definition aber auch zum Zweck der Geistesgaben lernen. Der Seminarleiter hat hierzu Christian A. Schwarz zitiert:

Eine geistliche Gabe ist eine besondere Fähigkeit, die Gott – nach seiner Gnade – jedem Glied am Leib Christi gibt und die zum Aufbau der Gemeinde eingesetzt werden muss.

Wir können hier zum einen herauslesen, dass es sich bei Geistesgaben um Fähigkeiten handelt, die nicht alltäglich sind – das umfasst angeborene Talente, Fertigkeiten, die man später erlernt, aber auch Fähigkeiten, die man als Christ erhält. (Auf den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Gaben und Talenten gehe ich unter 2. noch einmal ein.)

Zudem geht aus dem Zitat hervor, dass Gott sie uns schenkt (ganz gleich, ob ab Geburt, durch Gebet oder Ausbildung), und dass wir sie uns nicht verdienen können – Gott gibt sie nicht als Belohnung für menschliche Leistungen, sondern wie er mag („Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will“, 1. Kor 12,11). Paulus selbst bezeichnet die Geistesgaben in 1. Kor 12,4 als „Gnadengaben“ (gr. charisma), also als aus Gnade von Gott gegebene Gaben.

Weiter lesen wir im Zitat, dass jedes Glied am Leib Christi eine Gabe erhält. Das bestätigt auch die Bibel in 1. Petrus 4,10: „Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat.“ Wer also seine Gabe noch nicht kennt, ist keineswegs unbegabt, sondern hat sie lediglich noch nicht entdeckt.

Zum Schluss sagt C. Schwarz, dass Gaben zum Aufbau der Gemeinde eingesetzt werden müssen. (1. Kor 14,12: „So auch ihr, da ihr nach geistlichen Gaben eifert, so strebt danach, dass ihr überreich seid zur Erbauung der Gemeinde.“) Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel – so gibt es beispielsweise Gaben, die wir (außerhalb der Gemeinde) zur eigenen Erbauung einsetzen dürfen. (Lies hierzu 1. Kor 14,4: „Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst.“) Mehr dazu kannst du in meinem vergangenen Post nachlesen.

 

2. Worin unterscheiden sich Talente und Geistesgaben?

Grundsätzlich sind Talente Fähigkeiten, die wir von Geburt an durch erbliche Faktoren erhalten haben, oder Fertigkeiten, die durch Aus- und Weiterbildung gefördert wurden. Dazu gehören beispielsweise musikalisches und handwerkliches Talent, das uns oftmals durch unsere Familien schon (sprichwörtlich) mit in die Wiege gelegt wurde. Geistesgaben hingegen entspringen allein der Macht Gottes und werden uns zu Beginn unseres christlichen Lebens aus reiner Gnade ohne unser Zutun geschenkt. (Röm 12,6a: Wir haben aber verschiedene Gnadengaben gemäß der uns verliehenen Gnade.“)

Aber Vorsicht: Das heißt keinesfalls, dass angeborene Fähigkeiten oder erlernte Fertigkeiten nicht von Gott kommen – im Gegenteil, er schenkt sie uns ebenso wie die Geistesgaben. (Jak 1,17: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.“) Doch im Gegensatz zu Talenten können Geistesgaben nur Christen zuteil werden. Einem Christen, also einem Menschen, der sich für Jesus Christus und gegen sein sündiges Leben entschieden und vor Gott Buße getan hat, wird mindestens eine Geistesgabe geschenkt, mit der er zur Erbauung der Gemeinde beitragen und den Herrn ehren kann. (Lies 1. Kor 12,7: „Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen.“) Talente hingegen nützen auch uns selbst und der „Welt“ – wir können sie privat, beruflich oder gar für unchristliche Zwecke einsetzen.

 

3. Gibt es heutzutage Geistesgaben?

Ein häufiges Diskussionsthema ist die Frage, ob es Geistesgaben heutzutage überhaupt noch gibt. Viele Christen sind der Meinung, dass sie aufgehört hätten, während andere von ihrer Wirkung nach wie vor überzeugt sind. Meine persönliche Meinung ist: Ja, es gibt sie noch. Warum ich das glaube, möchte ich anhand der Bibel erklären.

Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan.
1. Kor 13,8-10

Wer jemals darüber diskutiert hat, ob Geistesgaben heutzutage noch existieren und auftreten, kam an dieser Bibelstelle sicherlich nicht vorbei. Sie wird häufig als Argument verwendet, um zu belegen, dass Heilung, Zungenrede, Prophetie & Co. heutzutage nicht mehr gibt bzw. diese nicht mehr durch Christen gewirkt werden können. Das Vollkommene, was laut Bibel eintreffen und das Stückwerk hinwegtun soll, wird oft als die Fertigstellung der Bibel und der Abschluss des biblischen Kanons beschrieben. Da wir ja das Wort Gottes (die Bibel) hätten, bräuchten wir keine Geistesgaben mehr, die als Beweis Gottes dienen. Doch wir lesen klar und deutlich in der Bibel, dass die Geistesgaben den Gläubigen in erster Linie zum Zwecke der Erbauung der Gemeinde gegeben wurden: „So auch ihr, da ihr nach geistlichen Gaben eifert, so strebt danach, dass ihr überreich seid zur Erbauung der Gemeinde.“ (1. Kor 14,12) Und ist es nicht eine Tatsache, dass Erbauung auch noch heutzutage (oder gerade heutzutage!?) von Bedarf ist? Schließlich lesen wir oftmals von Anfechtungen und Versuchungen in der kommenden Zeit. (1.Timotheus 4,1-2: „Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei1 von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind.“)

Was meint also dann der Begriff des „Vollkommenen“? Das Vollkommene kann nur allein die Wiederkunft Jesu Christi sein, denn mit seiner Wiederkunft wird er einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen und uns zur Vollendung und zum ewigen Leben bringen. Erst wenn dies geschehen ist, wird das Stückwerk (die Geistesgaben) aufhören. Im weiteren Kontext von 1. Kor 13 lesen wir folgendes: „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“ (Vers 12) Wen wollen wir erkennen, wenn nicht Jesus Christus? Und wer will uns erkannt haben, wenn nicht der Herr allein? Solange wir auf der Erde wandeln, sind wir unvollkommen in Erkenntnis und Weisheit, obgleich wir natürlich nach Heiligung und vollkommener Weisheit streben.

So beschreibt es auch Paulus in Phil 3,12: „Nicht daß ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, daß ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.“ Wir sind nicht vollkommen/vollendet (oder auch: verherrlicht), sollen aber danach streben. In Phil 3,20-21 schreibt Paulus weiter: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird, so daß er gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch die er sich selbst auch alles unterwerfen kann.“ Dann – und erst dann – wenn wir durch Christus verherrlicht wurden und ihn von Angesicht zu Angesicht erkannt haben, werden die Geistesgaben aufhören. Denn wir werden keine Heilungen mehr brauchen, weil es keine Krankheiten und kein Leid mehr geben wird („Und ich selbst werde frohlocken über Jerusalem und mich freuen über mein Volk, und es soll kein Klagelaut und kein Wehgeschrei mehr darin vernommen werden“, Jes 65,19). Auch Weissagungen und prophetischen Reden werden wir nicht mehr benötigen, weil wir den Herrn von Angesicht zu Angesicht sehen werden (1. Kor 13,12). Ebenso werden wird das Sprachengebet nicht mehr brauchen, weil wir den Herrn persönlich anbeten können („Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; während sie noch reden, will ich [sie] erhören!“, Jes 65,24).

 

Ich hoffe, dieser erste Teil hat euch einen guten Einblick in das Thema Geistesgaben geben können. Habt ihr schon Erfahrungen mit Geistesgaben gemacht? Welche Fragen interessieren euch noch? Im nächsten Post geht es interessant weiter – klickt rein! ☺️

Liebste Grüße,
eure Daniela

Stürmische Zeiten – jeder kennt sie. Auch ich gerate immer wieder in Stürme und muss solche Zeiten erleben. In der vergangenen Woche habe ich mich ein wenig mit der Frage auseinandergesetzt, warum das so ist. Warum immer wieder das gleiche durchleben? Die gleichen schweren Zeiten durchmachen? Immer wieder vor Schwiergkeiten gestellt werden? Warum Stürme im Leben einen Sinn haben und dass Gott uns nicht alleine lässt, habe ich euch in der vergangenen Woche berichtet. (Lest hier noch einmal 8 Gründe für Stürme im Leben nach.) Doch die für viele weitaus interessantere Frage ist, wie man solche Stürme gut übersteht und fest im Herrn verankert bleibt. Das möchte ich euch heute verraten.

 

7 Wege, in Stürmen verankert zu bleiben

Ungeachtet der verschiedenen Gründe und Arten von Stürmen (sei es nun eine Windböe oder ein Tornado), möchte ich heute ein paar Tipps an die Hand geben, wie man sich in Stürmen wieder erden und fest im Herrn verankern kann. Das sollte immer unser Fokus bleiben – kein Sturm kann je so schlimm sein wie das Leben ohne den Herrn und die Hoffnungs- und Sinnlosigkeit im Leben. Also, wem in der vergangenen Woche die praktische Anwendung gefehlt hat, darf sich jetzt freuen. Es werden einige umsetzbare Tipps dabei sein. Let’s go!

 

1. Beten

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass „Beten“ eine Zeit lang die Standardantwort in unserer Jugendstunde war und auch als solche abgestempelt wurde. Natürlich nur zum Spaß – als Christ weiß man natürlich, wie wichtig Gebet ist. Aber wir haben es damals bis zum Overkill als Antwort überreizt ohne bewusst darüber nachzudenken – zumindest habe ich oftmals einfach gedacht: „Ja, du musst beten“ ohne das tatsächliche Ausmaß realisiert zu haben. Gerade in stürmischen Zeiten heißt beten nicht nur, Gott mitzuteilen, dass man einen Sturm erlebt und doch bitte gerne wieder Ruhe hätte. Das Gebet geht noch weit darüber hinaus. Auch wenn Gott all unsere Sorgen kennt, hört er uns unglaublich gerne zu. Er möchte wissen, wie es es dir geht und es von dir hören. Du kannst alles zu ihm bringen und ihm all dein Leid und deine Not abgeben. Dazu fordert er uns sogar auf: „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petrus 5,7) Doch der erste Schritt, bevor wir Sorgen abgeben, ist, uns der Sorgen und Stürme in unserem Leben bewusst zu werden, unsere Hilflosigkeit zu erkennen, und sich einzugestehen, dass man Gott braucht. Solange wir versuchen, alles selbst zu meistern, und nur obligatorisch beten: „Herr, nimm mir die Sorgen“, werden wir an unserem Ego scheitern. Wer sich voll und ganz auf den Herrn verlässt, wird den Frieden Gottes erfahren, „der allen Verstand übersteigt“ und „eure Herzen und eure Gedanken [bewahrt] in Christus Jesus“ (Philipper 4,7). Amen!

 

2. Bibel lesen

Okay, zugegeben, Punkt 1 und 2 sind typische Standardtipps. Aber sie müssen einfach als Erstes genannt werden, weil sie essenziell zum Leben für uns Christen sind. Wie wollen wir sonst Gott zu uns sprechen hören, wenn nicht durch Gebet und sein Wort, die Bibel? „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ – so steht es in Jakobus 4,8 geschrieben. Wenn wir die Nähe Gottes suchen, wird er uns seine Gnade und Liebe nicht verwehren. In ihm können wir alles finden – Vater, Fürsprecher, Richter, Wegweiser. So schwer der Sturm auch wüten mag, kein Sturm vermag mächtiger zu sein als unser großer Gott. Er führt uns, weist uns gegebenenfalls zurecht, um sicher hindurch zu kommen, aber lässt uns nie los. Die Bibel ist neben dem Gebet der Schlüssel dafür. Sein Wille steht darin niedergeschrieben. Es hilft uns, weise zu sein und Frieden in ihm zu finden.

 

3. Zusagen Gottes kennen

Dieser Punkt könnte eigentlich auch 2.1. heißen, denn er hat unmittelbar mit Punkt 2 zu tun. Bibel lesen. Wir finden in der Bibel Unmengen an ermutigenden Versen und Zusagen Gottes an seine Kinder, weil er genau wusste, dass wir zu Erdzeiten in Anfechtungen geraten, Stürme erleben und Leid erfahren werden. Für mich persönlich sind solche Verse wie Balsam für Wunden – sie ermutigen mich, helfen mir, mich wieder aufzubauen, mich auf Gott zu fokussieren und vor allem nicht aufzugeben.

  • „Und das ist der [Geist] des Antichristen, von dem ihr gehört habt, daß er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt. Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist.“ (1. Joh 4,4)
    Johannes schreibt uns in seinem Brief eine wichtige Zusage, die Gott uns schon im Johanneseangelium mitgeteilt hat. Wir haben den Antichristen, die Welt, den Tod und den Satan überwunden, weil der, der in uns ist – Gottes Heiliger Geist – größer ist als alles andere. Dessen dürfen wir uns gewiss sein.
  • „Doch auch wenn unser Gewissen uns schuldig spricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unser Gewissen. Er kennt uns ganz genau.“ (1. Joh 3,20)
    Gerade in Stürmen geistlicher Natur, in denen wir vom Teufel angefochten werden, kommt es oftmals vor, dass der Teufel uns unsere Errettung abzusprechen versucht. Er will uns das Gefühl geben, wir hätten als Christen versagt und durch unsere Taten hätten wir keine Errettung verdient. Aber das ist eine Lüge! Zum einen, weil wir nicht aus der Werksgerechtigkeit leben („Für jede gute Tat erhältst du eine Belohnung“), sondern aus der reinen Gnade Gottes – wir können nichts zu unsere Errettung hinzu tun. Zum anderen ist es eine Lüge, weil Gott uns zusichert, dass er über unserem Gewissen und unseren Gefühlen steht. Egal was die uns einreden, niemand kann uns unsere Errettung absprechen, wenn wir uns auf der Nachfolge Jesu und auf dem Weg der Heiligung befinden.
  • „Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so daß ihr sie ertragen könnt.“ (1. Kor 10,13)
    Wo auch immer wir versucht oder geprüft werden, Gott verheißt uns, dass es für jedes Problem auch eine Lösung geben wird. Weil er mit uns ist und seine Hand über alles hält, können wir bestehen und Schwierigkeiten ertragen. Außerdem wird uns mehrfach in der Bibel gesagt, dass keine menschliche Waffe uns je etwas anhaben kann, denn: „Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?“ (Röm 8,31)
  • „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offb 21,4)
    Und am Ende hilft immer der Fokus auf die Ewigkeit in Herrlichkeit, in der Gegenwart Gottes. Alles Leid wird vergessen und alle Tränen getrocknet sein. (Und der Teufel wird besiegt sein!) Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich mich auf die Ewigkeit freue – ein Leben mit Gott wie im Paradies.

 

4. Waffenrüstung Gottes anlegen

Bis es soweit ist, und die Ewigkeit tatsächlich beginnt, müssen wir allerdings hier auf der Erde unseren Kampf fortsetzen. Wir wissen schließlich nicht, wann der Herr Jesus wiederkommen wird – das weiß nur der Vater allein. Doch wie bereitet man sich am besten auf einen solchen Kampf vor? Paulus schreibt es uns im Epheserbrief. Legen wir die Waffenrüstung Gottes an, sind wir geschützt und gefeiht vor geistlichen Angriffen jeder Art. Also: Suit up!

„Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes.“ Epheser 6,11-16

(Hervorhebungen durch mich)

 

5. Gemeinschaft haben und sich jemandem anvertrauen

In schweren Zeiten tut es einem besonders gut, wenn man eine Schulter zum Anlehnen und Ausweinen hat. Darum weiß Gott, er hat uns als Menschen, die Beziehungen pflegen (und brauchen!) geschaffen. Wir sind Beziehungswesen. Wir brauchen auch einfach mal menschliche Nähe. Und was kann es da besseres geben als eine Mutter, die dich tröstet, eine Schwester, die dich ermutigt, oder Freunde, die dich zum Lachen bringen? Vor allem wenn man die gleiche Grundlage teilt und der Gemeinde des Herrn angehört, hat man Geschwister im Herrn gewonnen, die einem helfen können, immer wieder den Blick auf Gott auszurichten. Auch weisen Rat können wir uns einholen oder einfach nur die Zusicherung des Gebets. Die Gemeinde des Herrn ist unglaublich vielseitig, weil der Herr in ihr wohnt und wirkt, und durch sie zu uns spricht. In schweren Zeiten hilft Gemeinschaft, uns wieder aufzubauen.

 

6. Gaben nutzen

Ich glaube, dass Gott einem jeden Nachfolger Christi besondere Gaben geschenkt hat. Seien es nun eher unkonventionell die Kreativität, Dinge zu erschaffen, das Musizieren und Spielen von Instrumten sowie das Schreiben. Oder ganz klassisch die Gabe des Sprachengebets, der Prophetie und der Heilung. All diese Gaben haben gemeinsam, dass sie uns aus Gnade vom Herrn geschenkt wurden. Und dabei ist es nicht mal sonderlich von Bedeutung, ob es nun ein angeborenes Talent ist oder eine Fähigkeit/Fertigkeit, die wir später erhalten haben. Die Gaben dienen in erster Linie dazu, für die Gemeinde und zur Ehre des Herrn eingesetzt zu werden. In zweiter Linie (und nun wird es interessant) wird uns in der Bibel aber auch gesagt, dass „wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst“ (1. Kor 14,4). Wenn Gott dir also eine Begabung geschenkt hat, dient sie dir auch zur eigenen Ermutigung. Du kannst in Sprachen reden? Super, nutze diese Gabe, um zu beten. Du malst gerne – eventuell sogar in deine Bibel? Nutze deine Kreativität für deine Stille Zeit und lies’ Bibel. Du hast die Begabung zu lehren? Studier’ die Bibel und predige. Du schreibst gerne? Schreib’ ein Buch oder einen Blog.

Wie du siehst sind die Gaben so vielfältig und individuell zugleich. Der Herr kennt dich und hat dich auch reich durch Jesus Christus und seine Gnade beschenkt und begabt. Er hat uns auch verheißen, dass jedem eine Gabe zuteil wird – also darf niemand denken, er sei nicht talentiert oder begabt: „Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes.“ (1. Petr 4,10) Gerade in Stürmen kann es ein unglaublicher Segen sein, sich einfach hinzusetzen und Zeit mit Gott zu verbringen, indem man seine Gaben nutzt. Sie bereiten einem tiefe Freude und erbauen ungemein. Nutze sie!

PS: Würde euch ein Post zum Thema Geistesgaben interessieren?

 

7. Vorbereitung

Wozu wir Menschen allzu gerne neigen, ist, in guten Zeiten, von Gott wegzudriften oder einfach nicht mehr intensiv nach seiner Nähe zu suchen. Doch genau dieses Nähe brauchen wir konstant in unserem Leben, um vor weiteren Stürmen gefasst zu sein. Das durfte ich auch erst am vergangenen Sonntag im Gottesdienst begreifen. Wir werden immer wieder Stürme erleben, das hat uns Gott verheißen (siehe vergangener Post über die 8 Gründe für Stürme). Aber wir müssen nicht immer wieder fallen. Wenn wir uns an Gottes starke Hand klammern, werden wir den Wind und die Wellen spüren, aber niemals davongetragen werden. Daher müssen wir beginnen, in der Erwartung zu leben, dass Stürme kommen; wir müssen uns vorbereiten und einen festen Stand im Herrn haben.

 

So, nach knapp 2000 Wörtern und einer gefühlten Ewigkeit ist dieser zweite Teil des Artikels zu „Stürmen im Leben“ endlich fertig. Es fiel mir nicht leicht, diesen Artikel zu schreiben, da ich selbst noch sehr leicht aus der Bahn zu werfen bin, wenn Stürme kommen. Ich bin da eher Typ „Kopf-in-Sand-stecken“: Entweder verkrieche ich mich in meinem Zimmer und versinke in meinem Problem oder ich versuche es solange zu ignorieren wie nur irgend möglich. So toll ich oben auch alles beschrieben habe, in der Realität ist es oft anders gewesen. Doch ich kann euch sagen, wenn ihr einmal festen Halt im Herrn gefunden und eine Gemeinde hinter euch habt, seid ihr schon auf dem richtigen Weg. Menschen sind keine Einzelkämpfer, wir sind auf den Herrn und auf Gemeinschaft angewiesen. Versucht bitte nicht, alles mit euch selbst abzumachen – das geht langfristig nicht gut. (Meine „Top-Tipps“ sind demnach vor allem Nr. 1, 2 und 5. Die restlichen Dinge entstehen früher oder später automatisch daraus.)
Zum Abschluss: Was sind eure Tipps, wenn ihr in Stürme geratet? Womit helft ihr eurer Seele, verankert zu bleiben?

 

Liebste Grüße,
eure Daniela

Manchmal läuft das Leben nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. Manchmal läuft es sogar eher rückwärts als vorwärts, obgleich man doch mit aller Macht versucht voranzukommen. Eine Sisyphosarbeit – geht es scheinbar wieder bergauf mit dem Leben, geht es am Ende doch wieder bergab. Immer wieder. Das ist sehr ermüdend.
Kennt ihr diese Momente im Leben, in denen ihr euch über nichts beklagen könnt, in euch zufrieden seid, aber doch ebenso schnell wie das Glück gekommen ist, auf den Boden der Tatsachen aufschlagt? Kennt ihr diese Zeiten, die so ruhig und friedlich sind wie eine See bei schönem Wetter, aber sich so schnell ändern, als ob ein Sturm aufziehen und die See aufrauhen würde? Könnt ihr das auch manchmal spüren – die Wellen der Realität, die euch volle Kanne ins Gesicht preschen, und in denen ihr fast unterzugehen glaubt? Ich darf euch eines versichern: Ich kenne solche Zeiten allzu gut. Ich will gar nicht wissen, wie oft ich mich schon wie ein Seemann auf rauher See gefühlt hab, dessen Schiff zu kentern drohte. Derzeit erlebe ich wieder einen solchen Sturm – und ich frage mich schon, wann er sich wieder legt.

Aber wisst ihr, was mich am meisten beschäftigt? Warum muss man das immer und immer wieder erleben? Warum immer wieder die selben Stürme durchleben, die gleichen Ängste spüren, das ewig gleiche Gefühl der Bodenlosigkeit mit einem herumtragen? Ich habe mich auf die Suche nach Antworten begeben, um Gewissheit zu erhalten, warum Stürme im Leben einen Sinn haben und dass Gott uns nicht alleine lässt.

 

8 Gründe, warum wir Stürme erleben

Manchmal ist es schwer zu glauben, aber Gott treibt keine Willkür mit uns. Er lässt Stürme nicht zu, um sich zu entertainen, etwa weil es ihm Freude bereitet oder er Langeweile hat. Nope – sicherlich nicht. Aber seine Gründe können sehr vielseitig sein. Ich habe mich auf die Suche nach Antworten in der Bibel begeben – lasst sie uns einmal genauer betrachten. Let’s go!

 

1. Stürme gehören für Christen zum Leben

Das haben uns schon Petrus (1. Petr 4,12), Jakobus (Jak 1,2) und Paulus (Apg 9,16 und 2. Kor 11,25-28) berichtet. Stürme und Anfechtungen wurden uns vom Herrn vorausgesagt, da sie zeigen, dass wir Gläubige sind und nicht zu dieser Welt gehören. Die Welt lehnt uns ab, ja sie hasst uns sogar. Sie wird uns verfolgen, weil sie auch unseren Herrn Christus verfolgt (Joh 15,18ff).

 

2. Gott lässt Stürme zu, um uns zu bewahren

So verrückt es im Trubel und Leiden eines Sturmes klingen mag: Gott lässt Stürme auch sozusagen vorsorglich zu, um uns vor Sünde oder anderem zu bewahren. Sei es nun, um uns vor falschen Wegen oder bspw. vor eigenem Übermut zu bewahren – davon berichtet auch Paulus (2. Kor 12,7 ff).

 

3. Gott züchtigt uns durch Stürme

Was wäre Gott für ein liebender Vater, wenn er uns – seine Kinder – nicht züchtigen würde? Davon lesen wir auch in Hebr 12,5ff. Der Herr zeigt darin seine Liebe; er züchtigt jeden, den er als Kind annimmt, um ihn zu erziehen. Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere von seinen Eltern früher auch mindestens eine Standpauke zu hören bekommen hat, weil man etwas Böses getan hat. Das war natürlich nie angenehm (Hebr 12,11), aber heutzutage wissen wir, wozu das gut war. So ist es mit der Züchtigung des Herrn: Er will uns auf das ewige Leben vorbereiten (Hebr 12,9), er will unsere Laufbahn oder auch unseren Kurs aufs Ziel korrigieren, er will, dass wir die richtigen Prioritäten setzen. Und selbst wenn wir manche Stürme heute nicht verstehen, so werden wir in der Ewigkeit dafür dankbar sein.

 

4. Stürme infolge von Fehlverhalten

Manchmal (und das müssen wir zugeben) sind wir nicht ganz unschuldig an so manchen Stürmen, die uns treffen. Krankheit infolge von leichtsinnigem Umgang mit dem Körper (bspw. Überarbeitung), Krisen infolge von Ungehorsam, Fehlentscheidungen, die man ohne Gott getroffen hat. Das sind nur einige wenige Beispiele. Es gibt facettenreiche Gründe für Stürme, die wir selbst provozieren. Das lesen wir unter anderem auch in Spr 19,3: „Manch einer ruiniert sich durch eigene Schuld […].“

 

5. Stürme dienen der Gemeinschaft

Besonders in stürmischen Zeiten fühlen wir uns auf Gott und die Gemeinschaft unserer Brüder und Schwestern im Herrn angewiesen. Wir suchen fast automatisch viel passionierter und enthusiastischer die Gemeinde und die Nähe des Herrn auf, weil wir diese Gemeinschaft einfach brauchen. Leid vereint uns – wir können einander in solchen Zeiten ermutigen und mit weisem Rat beiseite stehen. Es ist gut, wenn wir mehr Zeit mit anderen Christen verbringen. Und gerade im Leid können viel tiefere Gespräche geführt werden, die eventuell wunderbare Freunschaften ermöglichen. (Was gibt es schöneres als einen Freund in Christus zu gewinnen und mit der Gemeinde zusammen zu wachsen?)

 

6. Stürme stärken unseren Glauben und bringen uns näher zu Gott

Leid zu erleben bringt uns näher zu Gott. Das durften auch biblische Vorbilder wie Hiob (Hiob, gesamtes Buch) oder etwa Abraham (1. Mo 22) erfahren. Gott fordert unseren Glauben und unser Vertrauen heraus, und möchte, dass wir am Ende gestärkt aus dem Sturm hinaus gehen. Ich habe mal einen sehr treffenden Spruch gelesen: „A smooth sea never made a skilled sailor.“ (Franklin D. Roosevelt) Stürme sind praktisch gesehen die Schule des Lebens – Prüfungen, die es zu bestehen gilt. Oder wenn wir uns des biblischen Vergleiches eines Hürdenlaufes bedienen: Stürme sind die Hürden im Leben, doch wir kommen mit jeder überwundenen Hürde auch näher an Gott, den Herrn Jesus Christus, und unser ewiges Ziel (Hebr 12,1-3 und 1. Kor 9,24-27). Und was wir auch nicht vergessen dürfen: „Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde.“ (Hebräer 4,15 – einer meiner liebsten Bibelverse! ♥)

 

7. Stürme infolge der Erbsünde

Ich glaube, dass beispielsweise Krankheiten keine direkte Strafe des Herrn für Ungehorsams gegen uns Menschen sind. Sie erinnern uns schlichtweg daran, dass wir noch in der Welt leben, die die Folgen der Erbsünde zu tragen hat (Röm 8,22). So kann es immer wieder zu Stürmen kommen, die auf das Konto der sündigen Menschheit zu verbuchen sind. (Und der Satan hat auch oft seine Finger im Spiel, das dürfen wir nicht vergessen.)

 

8. Stürme dienen zum Gedenken Jesu Christi

Ein Punkt, den ich auch schon dezent angeschnitten habe: Stürme erinnern uns an Jesus Christus, sie bringen uns näher ans Kreuz. Wir wissen, wie viel Leid der Herr vor und bei seinem grausamen Tod am Kreuz für uns erleiden musste. So dürfen wir als Christen in der Welt die gleichen Leiden ertragen in der Zuversicht, dass der Herr die Welt überwunden hat (Joh 16,33). Jesus wird alle Dinge neu machen (Offb 21,5), er ist der Herrscher der Welt (Hebr 8,1) und wird bald kommen (Offb 22,7). Stürme stärken unsere Zuversicht und unseren Fokus auf die Ewigkeit.

 

Quellen und weiterführende Links: bibelpraxis.de und relevantmagazine.com

Habt ihr auch schon oft Stürme erleben müssen? Worin glaubt ihr, lagen die Gründe für eure Stürme?
Im nächsten Artikel möchte ich euch wenig über „Tipps“ für stürmische Zeiten erzählen, wie ihr damit umgeht und wie ihr fest im Glauben bleibt. Ich freue mich auf euch! Stay tuned.

 

Liebste Grüße,
eure Daniela