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Gates kapert Deutschland. Die Pandemie war geplant. Die Regierung lügt, um eine Diktatur umzusetzen. Der Impfzwang ist schon beschlossen.

Diese und andere reißerische Titel zieren derzeit en masse die Medien. Überall wird heiß diskutiert. Da drängen sich mir unwillkürlich die Fragen auf: Was ist wahr? Wer hat recht? Und will jemand die Pandemie tatsächlich instrumentalisieren? Darum möchte ich in diesem Artikel den relevantesten Thesen aktueller Verschwörungstheorien auf den Grund gehen und mich mit ihnen auf psychologischer und geistlicher Ebene auseinandersetzen.

Titelbild: Flickr © UNclimatechange

 


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Ich danke euch von ganzem Herzen für eure Gebete und euren Support!


 

1 Grundlage & Vision dieses Artikels

Zuallererst möchte ich mich aber erst einmal selbst vorstellen: Ich heiße Daniela, bin 25 Jahre jung, besitze die allgemeine Hochschulreife, habe keine Kinder und bin gläubige Christin. Zudem habe ich wenige Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise erfahren – denn auch wenn ich in der Isolation wie viele andere zu kämpfen hatte, so durfte ich doch meinem Job normal nachgehen, mich mit Freunden online vernetzen und sogar manche Vorteile in dieser Krise sehen (beispielsweise den Fortschritt in der Digitalisierung der Kirche).

 

1.1 Faktoren meiner und unserer Meinungsbildung

Diese Fakten halte ich für relevant zu erwähnen, weil sie Faktoren unserer aktuellen Meinungsbildung sein können. Ebenso wie die Tatsache, dass ich persönlich bis zur Konfrontation mit den Verschwörungstheorien wenig Zweifel am aktuellen politischen Kurs hatte.

Und wie mir erging es scheinbar auch vielen anderen – das hat meine Umfrage vom 9. Mai 2020 ergeben. Von 270 Befragten, die zu fast 95 % ebenfalls Christen sind und zu jeweils ca. 60 % ebenfalls aus der Generation Y stammen (21–40 Jahre alt), die (Fach-)Hochschulreife besitzen und ledig sind, haben ca. 25 % angegeben, dass sie sich unschlüssig sind, ob sie den den Aussagen der sogenannten Verschwörungstheorien über u. a. Bill Gates und Zwangsimpfungen glauben sollen. Zwei weitere Schlüsselpunkte in der Umfrage waren zum einen die Frage nach der Beeinträchtigung durch die Krise – hier haben ca. 60 % dafür gestimmt, dass sie auf unterschiedliche Arten und Weisen beeinträchtigt sind – und zum anderen nach der grundsätzlichen politischen Ausrichtung – und überraschender Weise würden sich ebenfalls ca. 60 % eher zu Regierungsbefürwortern zählen.

 

Ergebnisse meiner Befragung im Zeitraum vom 09.05.2020 bis 20.05.2020

 

1.2 Demut ist der Schlüssel

Mir ist es wichtig, gleich zu Beginn dieses Artikels zwei Dinge klar zu machen und auch mit dieser Demut an die Thematik heranzugehen:

  1. Ich bin nicht neutral. Kein Mensch ist neutral in seiner Meinungsbildung. Wir sind alle von unseren Erfahrungen, Erlebnissen und unserem Umfeld geprägt. Selbstverständlich versuche ich mein Bestes, auf fundierter Grundlage zu urteilen, aber ich werde es niemals schaffen, einen gänzlich objektiven Artikel zu verfassen.
  2. Dieses Thema ist unglaublich komplex – das haben mich die letzten Wochen voller Recherchen und Diskussionen gelehrt. Und ich darf auch hier mit Demut sagen: Ich versuche zwar besten Wissens und Gewissens, einen Überblick über die aktuellen Theorien und Diskurse zu erstellen, aber werde an der Tiefe und Komplexität scheitern, die ich aufgrund fehlender Expertise und der Reduzierung auf die wichtigsten Inhalte nicht in diesem Artikel abbilden können werde.

Darum möchte ich uns allen ans Herz legen: Wir sollten demütig werden und unsere Meinung nicht für die einzig wahre erachten. Dafür sind wir weder neutral genug, noch verfügt vermutlich irgendjemand von uns über genug Wissen und Weisheit für eine absolute Urteilsfindung.

 

1.3 Ziel des Artikels

Dieser Artikel erhebt in keinerlei Weise den Anspruch auf Vollständigkeit oder gar auf Richtigkeit – ich bin weder Politikerin, Ärztin oder Virologin, noch Soziologin oder Psychologin. Ich kann lediglich beobachten, analysieren und Rückschlüsse für mich ziehen. Das ist alles, was ich tun kann und getan habe. Und das ist im Grunde das wichtigste, das wir tun können. Unsere eigene Meinung bilden.

Meine Meinung fußt nicht in erster Linie auf Aussagen der Medizin, der Medien oder der Politik, sondern auf dem Wort Gottes – denn ich möchte das Licht der Bibel auf die derzeitige Situation werfen. Ich bin Christin und ich sehe für mich selbst eine Verantwortung, die ich zu tragen habe. Und ich möchte dem angemessen handeln. So handeln, dass meine Taten meine Liebe zu Gott und meinen Nächsten widerspiegeln. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich sehne mich danach, das Richtige zu tun. Denn was wir derzeit erleben – die Corona-Pandemie, eine weltweite Krise ungeahnten Maßes – wird in die Geschichte eingehen. Und das bedeutet auch, wie wir Christen reagiert haben. Ich wünsche mir darum, dass wir mit einem guten Zeugnis in die Geschichte eingehen. Dass man darüber spricht, wie wir von Gott geleitet und gesegnet wurden, wie weise wir waren, wie wir in Liebe zusammen gehalten haben.

Und dazu soll dieser Artikel dienen: Ich will nicht die drölftausendste Diskussion auslösen. Ganz im Gegenteil. Ich möchte dazu ermutigen, in Liebe miteinander umzugehen und nach dem bestmöglichen Ergebnis zu streben.

Und liebe Leser, Freunde und Beter, bitte seht den Artikel nicht als einfachen Faktencheck, der euch nur zeigt, ob was an den Verschwörungstheorien dran ist oder nicht (das könnte man auch selbst googeln). Das ist nicht der Fokus des Artikels. Der Fokus liegt auf der geistlichen und psychologischen Ebene, um unsere eigene Sündhaftigkeit aufzudecken und zu erkennen, demütig zu werden und eine Veränderung in unserem Denken und Handeln zu erfahren. Denn Gott geht es in erster Linie immer um unser Herz.

 

Hinweis zu meinen Quellen und dem Stand der Informationen

Alle Quellen sind der Übersicht halber direkt unter den zugehörigen Themen verlinkt. Am Tag der Veröffentlichung dieses Artikels haben diese einwandfrei funktioniert.

Zudem weise ich darauf hin, dass die Erkenntnisse dieses Artikels dem Stand am Tag der Veröffentlichung entsprechen. Informationen, welche später veröffentlicht wurden, werden in diesem Artikel ggf. nicht berücksichtigt. Ich behalte mir jedoch vor, wichtige wissenschaftliche Ergebnisse/Thesen/Verschwörungstheorien oder eigene Erkenntnisse, die relevant sind, im Nachhinein zu ergänzen. Die nachträglich hinzugefügten Inhalte werde ich selbstverständlich dementsprechend deutlich als solche kennzeichnen, um den Artikel nicht zu verfälschen. Gott ist derjenige, bei dem „Weisheit und Stärke“ ist und „Sein ist Rat und Verstand“ (nach Hiob 12,13) – keine Erkenntnis ist auf den Menschen zurückzuführen, sondern allein auf Gott.

 

2 Psychologischer Aspekt

Ungeachtet dessen, ob es sich bei den aktuellen Aussagen über die Corona-Krise um Verschwörungstheorien handelt oder nicht, möchte ich diesen Artikel mit einem kleinen Exkurs in die Psychologie beginnen. Mein Augenmerk möchte ich hierbei vor allem auf Prozesse sowie Faktoren unserer Meinungsbildung sowie die Entstehung von Fake News und Verschwörungstheorien legen. Unter anderem aus dem simplen Grund, dass ich selbst während meiner Recherchen sehr überrascht und gleichzeitig auf den Boden der Tatsachen gebracht wurde – denn wir sind alle anfällig dafür, Fake News und Verschwörungstheorien zu glauben. Ganz gleich, für wie rational denkend wir uns halten.

 

2.1 Faktoren unserer Meinungsbildung

Unsere Meinung beruht nicht auf rein objektiven Tatsachen und wir bilden sie nicht durch nüchterne Betrachtung. Vor allem politische Meinungen werden durch eigene Lebenserfahrungen oder das soziale Umfeld geprägt. Hierbei geht es dann in erster Linie nicht um Fakten, sondern um Vertrauen. Ob wir einer Informationsquelle glauben, hängt von unserem Vertrauen darin ab. Haben wir dieses Vertrauen einmal verloren oder wurde es erschüttert, so ist es sehr schwierig, dieses wiederherzustellen oder wieder aufzubauen.

Den komplexen Prozess der Meinungsbildung versuche ich nachfolgend ein wenig aufzuschlüsseln.

 

2.1.1 Motivated Reasoning

Der Begriff des Motivated Reasoning bzw. der motivierten Wahrnehmung/des motivierten Denkens beschreibt die wechselseitige Beeinflussung von Motivation und Wahrnehmung von Informationen durch Top-Down-Verarbeitung*.

* Top-Down-Verarbeitung (konzeptgesteuerte Wahrnehmung) beschreibt im Gegensatz zur Bottom-Up-Verarbeitung (reizgesteuerte Wahrnehmung) die mentalen Verarbeitungsprozesse, die nicht ausschließlich von aktuell vorhandenen physikalischen Reizmerkmalen (bspw. auffällige Farbe) beeinflusst werden, sondern von der Lernerfahrung (z. B. Vorwissen, Erwartungen, Kontext) oder durch Willensakte (z. B. Entscheidungen) bestimmt sind.

Das heißt, dass wir im Prozess unserer Meinungsbildung nur solche Informationen wahrnehmen bzw. aktiv nach solchen Informationen suchen, die bestätigen, was wir bereits glauben (Motivation). Dieses unbewusste Lenken eines Denkprozesses hin zu einem bestimmten Ergebnis wird mit der Milderung kognitiver Unstimmigkeiten begründet – sprich: wir wollen unangenehm empfundene Gefühlszustände vermeiden und uns nicht gerne mit Inhalten auseinandersetzen, die unserem Denken und unserem Weltbild widersprechen. (Mehr dazu unter Punkt 2.3 Wie Ambiguitätstoleranz dem entgegen wirken kann.)

In Bezug auf die aktuelle politische Lage und das Grassieren von Verschwörungstheorien sowie immer mehr Menschen, die solchen Theorien Glauben schenken, bedeutet das, dass jeder Versuch, Anhänger dieser Verschwörungstheorien mit rationalen Argumenten zu erreichen, meist eher dazu führt, dass diese den Verschwörungstheorien noch stärker anhängen.

 

2.1.1.1 Die Krux mit dem Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

Ich glaube, die meisten Menschen würden sich als grundsätzlich rational denkende Menschen beschreiben. Ich selbst würde mich als rational denkenden Menschen beschreiben. (Das ist auch einer der Gründe, warum ich diesen Artikel begonnen habe. Ein vernünftiger Mensch setzt sich schließlich mit kontroversen Theorien auseinander, bevor er sie glaubt.)

Allerdings beweisen Studien, wie zuvor geschildert, dass wir Informationen, die unser eigenes Weltbild stützen, prinzipiell als glaubwürdiger und relevanter betrachten, als solche Informationen, die nicht in unser Weltbild passen. Man bezeichnet diese Eigenschaft als Confirmation Bias oder Bestätigungsfehler.

 

2.1.1.2 Das ist leider aus zwei Gründen sehr kritisch:

  1. Informationen, die unsere Meinung widerspiegeln, betrachten wir eher unkritisch und prüfen sie nicht genau.
  2. Informationen, die unserer eigenen Meinung widersprechen, führen dazu, dass wir unsere eigene Meinung verhärten.

 

2.1.1.3 Wir können keine Fake News und Verschwörungstheorien von der Wahrheit unterscheiden

Denn je stärker unsere (politische) Überzeugung ist, desto größer ist auch unsere Neigung, Fake News zu glauben, die dieser Überzeugung entsprechen. Menschen mit hohem Kognitionsbedürfnis, die sich selbst für rational logisch halten, denken zudem nicht sachlicher, sondern viel stärker in ihrem eigenen Weltbild. Im Gegensatz dazu neigen Menschen mit großem Vertrauen in die Intuition generell dazu, Fake News mehr Glauben zu schenken.

Ein weiterer Faktor, der hierbei hinzukommt, ist der kollektive Narzissmus.  Ein kollektiver Narzisst glaubt, dass die Gruppe, welcher er angehört, als Kollektiv besser ist als andere Gruppen (die Aufgewachten vs. die Schlafschafe). Je größer dieser kollektive Narzissmus ist, desto größer ist auch unsere verzerrte Wahrnehmung von Informationen, weil das eigene Weltbild als besser und überlegener betrachtet wird.

Somit neigt man eher dazu, Fake News und Verschwörungstheorien zu glauben, die diesem Weltbild entsprechen.

 

2.1.1.4 Warum Menschen diese Eigenschaft haben

Wissenschaftlern zufolge muss diese Eigenschaft einen evolutionären* Vorteil gehabt haben.

* Ich glaube nicht an die Evolutionstheorie, sondern an die Schöpfung. Nichtsdestotrotz zeigen solche wissenschaftlichen Studien, wie wir Menschen ticken.

Die Fähigkeit, andere bei Auseinandersetzungen für sich zu gewinnen und auf dem eigenen Standpunkt zu beharren, sei manchmal wichtiger als das rationale Urteilsvermögen gewesen. (Wie wir als Christen mit Spannungen in Gemeinden und Meinungsverschiedenheiten umgehen können, kannst du gerne unter Punkt 3.5 Mit Spannungen und Meinungsverschiedenheiten umgehen nachlesen.)

 

Quellen (2.1.1 Motivated Reasoning):
Deutschlandfunk Kultur: Meinungsbildung & Fakten
MaiLab: Warum wir auf Fake News reinfallen
MaiLab: Erkennst du Fake News?
Wikipedia: Motivated Reasoning
Uni Freiburg: Motivierte Wahrnehmung und motiviertes Denken
Emily Balcetis and David Dunning: Motivational Influences on Visual Perception
Dorsch: Top-Down-Verarbeitung
Dorsch: Bottom-Up-Verarbeitung
Wikipedia: Kognitive Dissonanz
Stangl, W. (2020). Stichwort: ‘confirmation bias’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

 

2.1.2 Falsche Gleichgewichtung

Ein weiterer Problemfaktor im Prozess der Meinungsbildung ist das Internet – hierdurch wird unsere Meinungsbildung leider sehr anfällig für Manipulationen und Emotionen, wodurch möglicherweise ein falsches Bild der öffentlichen Meinung gezeichnet wird. Das nennt man im Fachjargon auch „falsche Gleichgewichtung“.

Mit dem Begriff der falschen Gleichgewichtung ist eine mediale Verzerrung der öffentlichen Meinung gemeint. Diese geschieht unter anderem schon durch die Wahl eines Mediums, denn das Medium verändert unsere Wahrnehmung auf die vermittelten Inhalte. (Ein Podcast wirkt beispielsweise seriöser als eine Sprachnachricht, die uns weitergeleitet wird.)

 

2.1.2.1 Wie entsteht „falsche Gleichgewichtung“?

Wenn man aber auf ein und demselben Medium unterwegs ist (bspw. YouTube), wie entsteht dann eine falsche Gleichgewichtung? Ganz simpel: Indem (unter dem Vorwand der Objektivität) Für- und Gegensprechern einer Meinung die gleichen Mittel zur Verfügung stehen, sprich: gleich häufig Videos gepostet werden können – selbst, wenn eine Seite zehnfache wissenschaftliche Nachweisbarkeit mit replizierbaren* Belegen hat.

* Replizierbarkeit bedeutet, dass eine Untersuchung unter denselben Bedingungen unter Anwendung derselben Methode wiederholt werden kann, sodass dieselben Ergebnisse gefunden werden.

Das führt unterm Strich zu einem gleichen Verhältnis von Inhalten unterschiedlicher Meinungen in den Medien trotz ungleichem Verhältnis bei den Belegen dieser Inhalte. Die Problematik dabei ist, dass dadurch der Eindruck entsteht, dass sich beide Meinungen scheinbar gleichberechtigt gegenüber stehen.

 

2.1.2.2 Die Folgen

Wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich aber nicht durch die Lautstärke der Kommunikation in den Medien aus, sondern durch Ergebnisse, die reproduzierbar und nicht falsifizierbar* sind. Denn Wissenschaft ist keine Meinung.

* Falsifizierbarkeit beschreibt die Eigenschaft einer Hypothese oder Theorie, widerlegbar zu sein.

Wenn aber eine falsche Gleichgewichtung herrscht, führt es im schlechtesten Falle dazu, dass in den Medien Fakten und Meinungen gleichgesetzt werden. So wirkt die Anzahl derer, die in der Minderheit eine Meinung vertreten, größer und ihr Standpunkt legitimer, als eigentlich der Fall ist.

Logische Schlussfolgerung daraus: Menschen, die Meinungen vertreten, die zu einer Minderheit gehören, möchten darum gerne so viel öffentlich wirksamen Raum in den Medien einnehmen wie möglich. Wenn man das (auf unterschiedliche Arten und Weisen) fördert, legitimiert man somit die Meinung und verbreitet diese weiter.

 

Quellen (2.1.2 Falsche Gleichgewichtung):
Deutschlandfunk Kultur: Meinungsbildung & Fakten
Ultralativ: Fakten und wie man nicht mit ihnen umgeht | Falsche Gleichgewichtung
Stangl, W. (2020). Stichwort: ‘Replizierbarkeit’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
Wirtschaftslexikon: Falsifizierbarkeit
MaiLab: Virologen-Vergleich

 

2.2 Die Entstehung von Verschwörungstheorien

Fake News glauben ist das eine – Fake News in die Welt setzen das andere. Im vorigen Punkt 2.1 Faktoren unserer Meinungsbildung haben wir uns damit beschäftigt, auf welcher Grundlage wir Informationen beurteilen. Nun möchte ich auf Fake News als solche genauer eingehen und aufzeigen, warum sie entstehen und wie sie von Verschwörungstheoretikern instrumentalisiert und verbreitet werden.

 

2.2.1 Gründe für Verschwörungstheorien

Wie kommt es dazu, dass sich in unseren Köpfen Verschwörungstheorien bilden?

 

2.2.1.1 Wir suchen einfache Erklärungen

Wenn wir uns etwas nicht einfach erklären können, suchen wir Muster und Zusammenhänge, um es uns greifbarer zu machen. Das führt aber dazu, dass wir Zusammenhänge sehen, wo gar keine sind. An Verschwörungstheorien glaubende Menschen halten daher oft unbewiesene Erklärungen für plausibel – wie etwa die Vermutung, dass es einen eindeutigen Schuldigen gibt.

 

2.2.1.2a Es braucht einen eindeutigen Schuldigen

„Das Virus soll durch Zufall entstanden sein? Das kann nicht sein – da stecken bestimmt die Schergen der Regierung dahinter!“ Aufgrund unseres Bedürfnisses nach einer einfachen Erklärung ist es eine beliebte Option, einen eindeutigen Schuldigen zu finden. Das macht die Situation dann nicht nur einfacher verständlich, sondern auch kontrollierbarer. Damit einher geht zudem unsere Suche nach verborgenen Motiven anderer Menschen. Das soll in der Menschheitsgeschichte einen Vorteil gehabt haben. Die Kenntnis darüber, ob sich Feinde gegen das eigene Volk verbündet hatten, konnte überlebenswichtig gewesen sein.

Leider spielt in diesem Aspekt auch das Thema Antisemitismus mit zunehmender Relevanz eine Rolle.

An dieser Stelle möchte ich anmerken und in aller Deutlichkeit sagen, dass ich Menschen, die Verschwörungstheorien glauben, auf keinen Fall mit Rechtsextremisten gleichsetze! Das sei ferne. Aber ich möchte dafür sensibilisieren, dass viele Verschwörungstheorien einen antisemitischen Ursprung haben und auch von Antisemiten verbreitet werden. (Das bekannteste Beispiel ist Ken Jebsen von KenFM – er ist Antisemit und Holocaust-Leugner. Darauf gehe ich hier nicht mehr explizit ein, aber ich verlinke euch weiter unten die Quellen zu Berichten über seine Haltung.)

 

2.2.1.2b EXKURS: Der Schuldige muss Jude sein

Was als religiöser Konflikt begann (Anti-Judaismus – den Attacken auf Juden, weil sie das Christentum nicht akzeptieren), entwickelte sich zu einem weltweiten Hass auf Juden als Rasse. Zum Antisemitismus. Vor allem wir Deutsche sollten mit der Thematik mitunter am besten vertraut und dementsprechend sensibilisiert sein. Aber dem scheint leider nicht so zu sein.

Wie ich schon Ende Februar in einer Instagram Story in Bezug auf die Vorfälle in Christchurch, Halle, Hanau und Volkmarsen (Kassel) gesagt habe: Wir dürfen bei Unrecht, Sünde und dem Leid der Welt nicht schweigen. Und diese Ansicht teile ich aktuell umso mehr. Durch Corona hat sich daran nichts geändert. Im Gegenteil: Die Situation spitzt sich immer weiter zu.

 

Die Verschwörungstheorien

Seit dem Mittelalter waren Juden durch die christliche Gesellschaft gezwungen, sich auf den Finanz- und Handelssektor zu spezialisieren, weil ihnen andere Tätigkeiten untersagt waren. Dadurch entstand das verschwörerische Bild des Juden als Wucherer, Betrüger, ausbeuterischer Kapitalist und Spekulant. Aus diesen Vorstellungen entsprang schließlich auch die Verschwörungstheorie, dass die Juden eine mächtige Gruppe bildeten, die durch ihren Reichtum das Weltgeschehen lenkt und die Drahtzieher hinter allen Machenschaften sind. Bekannteste Beispiele: George Soros oder die Rothschilds. (Anmerkung: Auf diese Theorien gehe ich nicht weiter ein. Aber es lohnt sich, selbst dazu zu recherchieren.) Die „jüdische Weltverschwörung“ ist auch ein Thema vieler heutiger, extremistischer Randgruppen, die in Corona eine Verschwörung sehen.

 

Wir dürfen nicht schweigen

Die Relevanz unserer Stimmen gegen Antisemitismus ist mir selbst durch ein Interview bei Bento mit Ruben Gerczikow, der im Vorstand der Jüdischen Studierendenunion Deutschland tätig ist, nochmals klarer geworden. Folgendes Zitat aus dem Interview fasst mein persönliches Keylearning treffend zusammen:

„Dieses Gedankengut ist so gefährlich, weil es ein Motor für Hass oder sogar Mord sein kann. Deshalb dürfen wir nicht müde werden, darüber zu sprechen.“

 

2.2.1.3 Die dauerhafte Krisensituation führt zu Angst & Unsicherheit

Die derzeitige gefährliche Kombination ist, dass eine Pandemie (wie es sie schon öfter in der Menschheitsgeschichte gab) auf eine weltweit vernetzte Menschheit trifft (gab es zuvor in dieser Konstellation noch nie). Das führt zu einer Infodemie – Informationen verbreiten sich rasend schnell. Doch leider auch oft ähnlich wie Krebsgeschwür – Fehlinformationen und Spekulationen grassieren in Höchstgeschwindigkeit. Das schürt die Angst der Menschen, die sich dieser Krise schutzlos ausgeliefert fühlen.

 

2.2.1.4 Stets neue – teils widersprüchliche – Informationen säen Zweifel

Was am Anfang noch müde belächelt wurde, ist inzwischen zur Pflicht geworden: Mundschutzmasken. Viele reagieren darauf mittlerweile – wortwörtlich – allergisch. Doch nicht nur zu Mundschutzmasken hat sich die Meinung der Wissenschaftler in den vergangenen Woche geändert. Auch Aerosole werden aktuell relevanter betrachtet als noch zu Beginn der Krise.

Die Meinungsänderung von Wissenschaftlern und offiziellen Stellen hat viele Zweifel gesät. Warum der plötzliche Sinneswandel? Hat das eine fundierte Grundlage oder ist es nur Schikane? Die Fragen werden nicht zu Unrecht gestellt. In der aktuellen Situation gibt es keine absoluten Wahrheiten und Thesen. Stetig erlangen Wissenschaftler neue Erkenntnisse über das Virus und den Umgang damit – was heute stimmt, kann morgen schon veraltet sein. Das führt aber dazu, dass auf die „Meinung“ von Wissenschaftlern weniger Wert gelegt wird – fälschlicherweise, weil diese eben nicht nur etwas „meinen“, sondern stetig forschen und untersuchen.

 

2.2.1.5 Unzufriedenheit in der aktuellen Situation

Die seit mehr als zwei Monaten herrschende Corona-Krise und der im März verordnete Lockdown hat mit uns allen etwas gemacht – die einen kämpfen „lediglich“ mit der Kontaktbeschränkung, die anderen sind härter getroffen und leiden unter Beeinträchtigungen wie Kurzarbeit, Depressionen oder veränderten Lebensumständen wie Homeschooling und Homeoffice.

Dass diese Maßnahmen getroffen wurden, hatte gute Gründe. (Mehr dazu ist unter Punkt 4.1 Das Virus ist ungefährlich nachzulesen.) Doch seit dem Zweiten Weltkrieg hat keine Bundesregierung mehr so tief in die Grundrechte eingegriffen wie bisher – und das hinterlässt Spuren. Viele Extremisten behaupten, der Politik käme die Pandemie gerade recht – und schnell werden daraus auch Verschwörungstheorien, die behaupten, dass die Regierung die Krise nutzt, um eine Diktatur umzusetzen.

 

2.2.2 Die Gefahr bei Verschwörungstheoretikern

Ich weise zuvor darauf hin, dass ich als Verschwörungstheoretiker lediglich solche Menschen bezeichne, die Meinungsmacher und Bewegungsführer sind und bewusst böse Absichten verfolgen.

Aufgrund der schon zuvor erörterten Fakten und der Tatsache, dass wir alle zu einer verzerrten Wahrnehmung neigen, verdrehen Verschwörungstheoretiker oft Tatsachen zu ihren Gunsten. Mal unbewusst, aber leider auch sehr oft bewusst. Das funktioniert dann wie der berühmte Zwiebellook im Winter: Der Kern der Verschwörungstheorie ist wahr, doch über diese Wahrheit werden etliche eigene Thesen in Schichten gelegt, welche erklären sollen, warum ihre Meinung die richtige ist.

Ihr Denken ist zudem sehr stark in schwarz und weiß unterteilt – hier die Guten, da die Bösen. (Sie sind ambiguitätsintolerant. Dazu kannst du mehr im nachfolgenden Punkt 2.3 Was dem entgegen wirken kann lesen.) Wenn sich jemand gegen ihre Theorie äußert, fühlen sich Verschwörungstheoretiker zudem oftmals schnell persönlich angegriffen.

Das liegt unter anderem an der verzerrten Selbstwahrnehmung – Verschwörungstheoretikern bedeutet es viel, einzigartig und etwas ganz Besonderes zu sein. Ihr Geltungsdrang und ihre Sucht nach Bühne und Anerkennung ist groß. Hinzu kommt, dass Menschen, die ihr Leben gefühlt weniger unter Kontrolle haben, oft als Reaktion darauf zu Verschwörungstheoretikern werden. Die Verschwörungstheorien gleichen dieses Empfinden aus und geben eine Art Kontrolle zurück.

Und letztlich glaube ich, dass Verschwörungstheoretiker auch vom Satan instrumentalisiert werden können und manche von ihnen sogar einen falschen Geist in sich haben. (Dazu könnt ihr auch mehr unter Punkt 3 Die Problematik aus christlicher Sicht nachlesen.)

 

Quellen (2.2 Die Entstehung von Verschwörungstheorien):
Walulis: „Gates kapert Deutschland“ zerlegt
Psychologie Heute: Geheime Koalitionen
Social Media Watchblog: Warum so viele Menschen an Corona-Verschwörungen glauben
Auf den Punkt: Die Verschörungstheorien um Bill Gates
Der Kulturpodcast: Bill Gates war’s! – Warum eskalieren die Verschwörungstheorien?
Süddeutsche: Warum so viele Menschen Corona-Quatsch verbreiten
Netzpolitik.org: Wenn die Eltern plötzlich an Verschwörungstheorien glauben
Zeit: Von bösen Mächten wunderbar geborgen
ZDF: Warum Corona Verschwörungstheorien befeuert
Redaktionsnetzwerk Deutschland: Corona-Verschwörungen – Warum drehen so viele Promis durch?
Zeit: Die besten Beweise sind keine Beweise
Spektrum: Verschwörungstheoretikern bedeutet es viel, einzigartig zu sein
Addendum: Woher der Hass auf Juden kommt – die lange Geschichte des Antisemitismus
bpb: Was heißt Antisemitismus?
Wikipedia: Antisemitismus
Israelnetz: Judenfeindliche Verschwörungstheorien boomen
Welt: Israel warnt vor judenfeindlichen Verschwörungstheorien
Bento: Was wir von einem Juden über Verschwörungsmythen lernen können
Tagesschau: Corona und Antisemitismus – Alte Feindbilder zurechtgebogen
Correctiv: Das Böse ist immer und überall – KenFM (Ken Jebsen)
Deutschlandfunk Kultur: Preis für Ex-RBB-Moderator Ken Jebsen
Belltower.News: Ken Jebsen, der gefährliche Querfront-Demagoge
Neues Deutschland: Antisemitismus bei Ken Jebsen

 

2.3 Wie Ambiguitätstoleranz dem entgegen wirken kann

Ein psychologischer Aspekt, der der Neigung zu Verschwörungsglauben entgegen wirken kann, ist die Ambiguitätstoleranz – auch bekannt als die Eigenschaft, mit Mehrdeutigkeit bzw. nicht eindeutigen und erklärbaren Sachverhalten leben zu können sowie sich in widersprüchlichen Situationen nicht unwohl zu fühlen. Sie ermöglicht uns unter anderem, uns mit Inhalten auseinanderzusetzen, die uns widerstreben, aber auch mit Situationen leben zu können, die für uns nicht eindeutig greifbar sind.

 

2.3.1 Ambiguitätsintoleranz

Doch diese Eigenschaft ist laut Wissenschaftlern nicht bei jedem Menschen ausgeprägt. Wenn ein Mensch nicht ambiguitätstolerant ist,  tritt genau das Gegenteil ein: die Ambiguitätsintoleranz. Diese kann im schlechtesten Falle dazu führen, dass man zu Schwarz-Weiß-Denken neigt und stark in das Schema der motivierten Wahrnehmung fällt (siehe Punkt 2.1.2 Falsche Gleichgewichtung).

Doch obgleich das sehr ernüchternd klingt und Wissenschaftler vermuten, dass diese Eigenschaft nicht antrainiert werden kann, sondern eher eine Frage der Erziehung ist, bin ich dennoch hoffnungsvoll. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass  – unabhängig von dieser Eigenschaft – Gott unsere Herzen verändern und unser Denken erneuern kann, wie er es uns in der Bibel in Römer 12,2b und Hesekiel 11,19 sagt. (Dazu mehr im nachfolgenden Punkt 3 Die Problematik aus christlicher Sicht.)

 

2.3.2 Wie Ambiguitätstoleranz mit dem Glauben zusammenhängt

Bevor ich zum zweiten Abschnitt dieses Artikels komme und mich mit der christlichen Sicht auf die aktuelle politische Lage beschäftige, möchte ich gerne die Brücke von der Psychologie zum Glauben schlagen. Ich widme mich darum der Frage, wie Ambiguitätstoleranz mit dem Glauben zusammenhängt. Und ich darf selbst – voller Begeisterung über diese neue Erkenntnis – sagen, dass das ein höchst spannendes Thema ist!

Während sich Ambiguitätstoleranz mit der Fähigkeit befasst, Mehrdeutigkeit auszuhalten, ist der Glaube an sich etwas, das von Mehrdeutigkeit geprägt ist. Wer glaubt, so ist die Schlussfolgerung daraus, weist meist eine hohe Ambiguitätstoleranz auf, weil der Glaube an etwas Höheres an sich impliziert, dass dieses Höhere für uns nicht eindeutig zu begreifen ist.

Thomas Bauer, ein deutscher Islamwissenschaftler, schreibt dazu folgendes:

„Religion beruht auf dem Glauben an etwas, das größer und anders ist als wir. Und weil das so ist, ist es auch nicht restlos ausdeutbar. Wie sehr sich auch die klügsten Theologen und Religionsgelehrten bemühen, das Transzendente in Begriffe zu fassen, bleibt doch immer ein Rest an Vagheit, Unbestimmtheit und Mehrdeutigkeit, also an Ambiguität.“

„Religion beruht auf dem Glauben an etwas, das über das rational Erkennbare hinausgeht, im Wortsinne es überschreitet bzw. transzendiert, den Glauben also an etwas, das größer und anders ist als wir.“

Vor Gott und seiner Größe zu kapitulieren, ihn als den Herrn anzuerkennen und zuzugeben, dass, so viel höher der Himmel ist als die Erde, Gottes Wege auch höher sind als unsere Wege und Gottes Gedanken höher sind als unsere Gedanken (nach Jesaja 55,9) – das weist auf eine hohe Ambiguitätstoleranz hin. Das Aushalten des Zwiespalts zwischen der Nicht-Erkenntnis dieses nicht mit unserem Verstand erfassbaren Gottes und dem Vertrauen, dass eben dieser unfassbare große Gott tatsächlich Gutes für uns möchte und sein Leben am Kreuz für unsere Sündenschuld gab.

 

Quellen (2.3 Was dem entgegen wirken kann):
Wirtschaftslexikon24: Ambiguitätstoleranz
Deutschlandfunk Kultur: Lernen, mit Mehrdeutigkeit zu leben
Stangl, W. (2020). Stichwort: ‘Ambiguitätstoleranz’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

Spektrum: Ambiguitätstoleranz
Dirk von Gehlen: Shruggie des Monats – Der Advent
Deutschlandfunk: Wie einfach darf der Glaube sein?
inrev: Ambiguitätstoleranz im Kontext inklusiver Religionspädagogik
• Bauer, Thomas (2018). Die Vereindeutigung der Welt: Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. Reclam.

 

3 Die Problematik aus christlicher Sicht

Zurück zur Politik und der Frage danach, wie wir als Christen in dieser schwierigen Zeit Stellung beziehen und recht handeln können. Dafür beleuchtet dieser Artikel nicht nur die Corona-Krise und die derzeit grassierenden Aussagen und Verschwörungstheorien, die Menschen in die Welt setzen, als solches, sondern geht noch tiefer: zu Gott. Was ich in all den Berichterstattungen, Diskussionen, Videos und Podcasts vermisse, ist die Stimme, die auf Gott in alle dem hinweist. Nicht inmitten der Krankheit und des Leids durch das Coronavirus (da kann ich die Christen weltweit nur loben für die Ermutigungwelle, die losgetreten wurde!), sondern inmitten des politischen Geschehens. Hat Gott etwa nichts mit Politik am Hut? Eine rhetorische Frage – sicherlich hat er das. Daher geht es in diesem Abschnitt um die christliche Perspektive auf die aktuelle Problematik.

 

3.1 Unsichtbare Mächte

Denn trotz all dem, was durch Menschen in der Welt geschieht, lebe ich als Christin in dem Bewusstsein, dass wir in der Welt nicht nur gegen sichtbare, sondern auch gegen unsichtbare Mächte kämpfen. Diese Mächte sind dem Teufel unterstellt, dem alles daran gelegen ist, uns zu schaden und auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen Verderben zu bringen. Streit, Zwist, Diskussion, Kämpfe, Neid. All das sät auch der Teufel in unsere Herzen und Gedanken. Die nachfolgenden Bibelverse bringen dies noch einmal zum Ausdruck:

„Die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, großtuerisch und eingebildet. Sie werden Gott lästern, ihren Eltern nicht gehorchen und vor nichts mehr Ehrfurcht haben. Sie sind undankbar, lieblos und unversöhnlich. Sie werden ihre Mitmenschen verleumden und sich hemmungslos ausleben. Sie sind gewalttätig und hassen das Gute. Zu jedem Verrat bereit, sind sie leichtsinnig und werden vom Hochmut verblendet. Sie leben nur für ihr Vergnügen und kümmern sich nicht um Gott. Sie geben sich zwar einen frommen Anschein, aber von der Kraft wahrer Gottesfurcht wollen sie nichts wissen. Halte dich von solchen Menschen fern!“ (2. Timotheus 3,2–5; NeÜ)

„Seid nüchtern und wachsam! Euer Todfeind, der Teufel, streicht wie ein brüllender Löwe herum und sucht nach einem Opfer, das er verschlingen kann.“ (1. Petrus 5,8; NeÜ)

 

3.2 Die erste Verschwörung der Menschheit durch den Teufel

Ich wage es nicht, zu behaupten, dass Verschwörungstheoretiker vom Teufel instrumentalisiert werden. Dennoch möchte ich gerne auf die ersten Verschwörungstheorien der Menschheit zu sprechen kommen, welche wir in der Bibel lesen können. Als der Teufel in Gestalt der Schlange im Garten Eden Eva verführt hat.

Wie im vorigen Abschnitt erklärt, bestehen die Inhalte von Verschwörungstheorien meistens aus einem wahren Kern mit einem falschen Konstrukt um diese Wahrheit herum. Dass wir Menschen anfällig dafür sind, weiß auch der Teufel. (Er war sozusagen der Initiator für diese Art von Manipulationen.) Er tischte Eva eine Verschwörungstheorie gegen Gott auf und nutzte hierfür drei Halbwahrheiten, mit denen er Eva konfrontierte:

 

3.2.1 Das Vorenthalten von Genüssen

Satan fragte Eva:

„Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft?“ (1. Mose 3,1; NeÜ)

Doch das stimmte nicht – sie durften von allen Früchten im Garten essen, außer vom Baum des Lebens. Das wusste auch Eva und antwortete dem Satan entsprechend darauf und fügte hinzu, dass Gott dies befahl, weil sie sonst sterben müssten (1. Mose 3,2–3).

 

3.2.2 Das Herunterspielen/Verschleiern von Tatsachen

Als Eva ihm dies entgegnete, sprach der Satan:

„Sterben? […] Sterben werdet ihr nicht.“ (1. Mose 3,4; NeÜ)

Auch das stimmte nicht. Adam und Eva würden zwar nicht sofort sterben, wenn sie von der Frucht vom Baum des Lebens aßen, doch sie würden in der Ewigkeit sterben – sprich: ihr ewiges Leben mit Gott verlieren.

 

3.2.3 Das Locken mit trügerischen Versprechen

Die letzte Halbwahrheit, mit welcher Satan Eva konfrontierte, war ein trügerisches Versprechen, das sie endgültig zum Straucheln bringen sollte:

„Aber Gott weiß genau, dass euch die Augen aufgehen, wenn ihr davon esst. Ihr werdet wissen, was Gut und Böse ist, und werdet sein wie Gott.“ (1. Mose 3,5; NeÜ)

Und leider erreichte er damit sein Ziel:

„Als die Frau nun sah, wie gut von dem Baum zu essen wäre, was für eine Augenweide er war und wie viel Einsicht er versprach, da nahm sie eine Frucht und aß. Sie gab auch ihrem Mann davon, der neben ihr stand. Auch er aß.“ (1. Mose 3,6; NeÜ)

 

3.2.4 Die gleiche Taktik nutzt der Teufel auch heutzutage

Der Teufel erfindet natürlich das Rad nicht neu, wenn er weiß, dass eine Taktik schon Erfolg gebracht hat und sie aussichtsreich ist. Darum geht er heute noch genauso vor, wie er es schon damals tat. Er sät erst Zweifel gegen Gott in unsere Herzen, verschleiert dann wichtige Fakten vor unseren Augen und zeigt uns zu guter Letzt Vorteile an einer Revolte gegen Gott und seinen Gebote auf. (Das tut er auch in anderen Lebensbereichen – nicht nur in der Politik, sondern bspw. auch im Bereich der Sexualität.)

Er versucht mit aller Kraft, uns gegen Gott aufzuhetzen – mal offensichtlicher, mal subtiler. Darum müssen wir aufpassen und umso mehr prüfen: Bringen uns Aussagen und etwaige Verschwörungstheorien von Gott und seinen Zusagen sowie Geboten ab? Oder handeln wir damit nach Gottes Willen?

 

3.3 Wir sind das Licht der Welt

Und in dieser Realität leben wir heutzutage nach dem Sündenfall: Satan will uns gegen Gott aufhetzen. Und er ist zwar besiegt, aber er hat seine Kraft als Zerstörer nicht gänzlich verloren und ist nicht zu unterschätzen.

„Seid nüchtern und wachsam! Euer Todfeind, der Teufel, streicht wie ein brüllender Löwe herum und sucht nach einem Opfer, das er verschlingen kann.“ (1. Petrus 5,8; NeÜ)

Oder wie es ein Lied ausdrücken würde, das für mich seit dem diesjährigen Eurovision Song Contest (der leider offiziell abgesagt wurde, aber als kleinere Ersatzveranstaltung stattfand) unglaublich an Bedeutung gewonnen hat:

„We are the heroes of our time, but we’re dancing with the demons in our minds.“
Måns Zelmerlöw – Heroes („Europe Shine A Light“-Acoustic-Version)

Es geht hierbei nicht um hohle Selbstüberschätzung und das Vereinnahmen von Zuständigkeitsbereichen, die uns nicht zustehen. Stattdessen geht es erstens um die Verantwortung, die Gott uns als Licht der Welt gibt (das wahre Licht ist Jesus – doch wir sind seine Reflektoren!) und zweitens darum, dass der Teufel uns immer wieder anfechten wird.

„Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matthäus 5,14a; NeÜ)

„Zieht die volle Rüstung Gottes an, damit ihr den heimtückischen Anschlägen des Teufels standhalten könnt.“ (Epheser 6,11; NeÜ)

 

3.4 Wie wir leuchten können

Der zitierte Vers aus Matthäus 5,14 geht jedoch noch weiter. Dort heißt es eigentlich:

„Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.“ (Matthäus 5,14; NeÜ)

Vor einigen Wochen habe ich mir in diesem Impuls die Frage gestellt, was Gott damit sagen möchte. Warum vergleicht er das „Licht der Welt“ mit einer „Stadt auf einem Berg“? Also habe ich gebetet. Und Gottes direkte Antwort auf mein Gebet hätte nicht amüsanter und unkonventioneller sein können: durch die zwei Worte „AS ONE“ des gleichnamigen Songs von UVERworld.

Die Stadt auf dem Berg leuchtet, weil viele kleine Lichter zu einer großen Lichtquelle werden – als ein Ganzes. Eine Einheit. AS ONE. Diese Einheit stellt das Licht der Welt dar.

Diese Strahlkraft, welche sich in der Einheit aus vielen kleinen Lichtern gründet, kann jedoch nur entstehen, wenn sich all die einzelnen Lichter nach der Wahrheit richten:

„Wer sich aber nach der Wahrheit richtet, tritt ans Licht, denn so wird sichtbar, dass sein Tun in Gott gegründet ist.“ (Johannes 3,21; NeÜ)

Wenn wir in Sünde leben und unseren eigenen Wegen folgen, dann leben wir vor Gott versteckt im Dunkeln. Wie Adam und Eva nach dem Sündenfall (1. Mose 3,7f). Doch wenn wir in der Wahrheit leben, so wie es Gott gefällt, wollen wir unser Licht nach außen strahlen lassen.

Deshalb sollten wir alles daran setzen, dieses Licht auch nach außen zu tragen, indem wir in Einheit zusammenstehen – über politische Grenzen hinweg. Wie das konkret aussehen kann, möchte ich nachfolgend erörtern.

 

3.5 Mit Spannungen und Meinungsverschiedenheiten umgehen

In einer Serie, die ich aktuell schaue, fiel ein Satz, der mich zum Nachdenken gebracht hat:

„Solange es mehr als einen Menschen gibt, wird es Kämpfe geben …“ (Erwin Smith, Attack on Titan, Staffel 3, Folge 6)

Und ich glaube, an diesem Zitat ist etwas sehr Wahres dran. Die Aussage impliziert für mich, dass wir Menschen sündig und unvollkommen sind – wir bestehen nicht nur darauf, im Recht zu sein, und kämpfen sogar darum, sondern wir werden auch niemals alles verstehen und vollends begreifen können, weshalb es zwangsläufig zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Unsere Erkenntnis als Menschen reicht nicht aus, um alles Wissen vollständig zu erfassen. Weder das Wissen der Welt, noch das Gottes. Davon spricht auch die Bibel:

„Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“ (1. Korinther 13,12; SCHL2000)

Unsere Erkenntnis weist Lücken auf – wie wollen wir da auf unser Recht pochen?

Darum ist es ratsam für uns, nach den Prinzipien der Bibel vorzugehen. Weil es zu Verschiedenheiten kommen wird und wir lernen müssen, damit umzugehen. Zu meiner Freude wurde in den vergangenen Wochen diese Problematik des Öfteren in unserer Gemeinde durch Predigten und Vorträge thematisiert. Gerne fasse ich zusammen, was ich für mich mitnehmen durfte:

 

3.5.1 Nicht einander richten, sondern einander annehmen

„ Nehmt den, der in seinem Glauben schwach ist und meint, sich an bestimmte Vorschriften halten zu müssen, ohne Vorbehalte an; streitet nicht mit ihm über seine Ansichten.“ (Römer 14,1; NGÜ)

Das heißt auch, dass wir nicht miteinander diskutieren und andere von unserer eigenen Meinung überzeugen. Weil unsere Meinung auch falsch sein könnte (schließlich haben wir die Weisheit nicht mit Löffeln gegessen) und weil wir alle unterschiedliche Erkenntnisse haben. Zudem ist auch unser Blick – wie unter Punkt 2 Psychologischer Aspekt ausführlich beschrieben – nie völlig nüchtern, sondern durch unterschiedliche Einflüsse getrübt. Indem wir einander annehmen, fordert Gott uns auch heraus, demütig zu werden und unseren Nächsten mehr zu lieben als uns selbst.

 

3.5.2 Jeder soll zu seiner eigenen Meinung stehen

„Wichtig ist, dass jeder mit voller Überzeugung zu dem stehen kann, was er für richtig hält. “ (Römer 14,5b; NGÜ)

Man könnte meinen, dass es erst recht zu Streit kommt, wenn zwei meinungsstabile Menschen aufeinander treffen – zwei Dickköpfe, die nicht nachgeben wollen. Doch das ist, glaube ich, nicht der Eindruck, den der Vers vermitteln soll. Ich persönlich habe für mich verstanden, dass ich weniger von anderen Meinungen getroffen bin, wenn ich Gott mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele und mit meinem ganzen Denken liebe. Dann kann ich fest stehen und bin nicht wie ein Blatt im Wind, das hin und her geworfen wird.

 

3.5.3 Vor Gott für die eigene Meinung Rechenschaft ablegen

„So wird also jeder von uns über sein eigenes Leben vor Gott Rechenschaft ablegen müssen.“ (Römer 14,12)

Und letztendlich muss ich mir bewusst machen, dass alles, was ich tue und denke, Gott zur Ehre dienen soll und ich am Ende meines Lebens vor Gott dafür Rechenschaft ablegen muss.

 

3.5.4 In Liebe eines Sinnes sein und Frieden stiften

„Darum wollen wir uns mit allen Kräften um das bemühen, was zum Frieden beiträgt und wodurch wir uns gegenseitig im Glauben fördern.“ (Römer 14,19)

Dass wir einander lieben und eines Sinnes sind, ist eines der wichtigsten Anliegen Gottes. Nicht umsonst spricht er so oft in der Bibel davon. Dieses harmonische Zusammenleben impliziert jedoch nicht, dass wir einander nicht ermahnen oder ermutigen dürfen. Es ist kein ignorantes Nebeneinanderherleben, sondern ein Streben nach Frieden in allen Dingen im Einklang mit Menschen und Gott.

Aber diese Einheit, in der so viel Kraft liegt, ist auch eines der liebsten Angriffsziele des Teufels. Um diese Einheit zu wahren, müssen wir aktiv danach streben und Frieden stiften. In einer Predigt der Hirtenkonferenz 2020 von Benedikt Peters über die beiden britischen Prediger Whitefield und Wesley wurden zwei Aussagen getroffen, die den Kerngedanken gut auf den Punkt bringen. (Die beiden Prediger vertraten teils konträre theologische Ansichten, achteten sich aber dennoch bis zum Ende ihres Lebens.)

„Oh, welch ein Segen ist es, von nutzlosen Diskussionen frei zu sein! Dann wären die Kinder Gottes eins, und die Trennungen wären vorbei. Gepriesen sei der Herr! Die Aussicht auf Einigung ist größer denn je. Danach lechzt meine Seele, dafür arbeite ich …“ (G. Whitefield)

„Frieden stiften ist eines der Merkmale der Kinder Gottes! Zum Wesen eines Kindes Gottes gehört es, Friedensstifter zu sein.“ (Benedikt Peters)

 

3.5.5 Korrekturfähig sein

„Denn Gott hat uns dazu bestimmt, durch Jesus Christus, unseren Herrn, gerettet zu werden, und nicht dazu, im Gericht verurteilt zu werden. […] Darum macht euch gegenseitig Mut und helft einander im Glauben weiter, wie ihr es ja auch jetzt schon tut.“ (1. Thessanlonicher 5,9+11)

Gott möchte, dass wir uns an seine Gebote halten, um ihm Ehre und Freude zu bereiten. Doch dafür brauchen wir Korrektur, um auf der Zielgeraden zu bleiben. Darum möchte ich abschließend betonen, wie wichtig es ist, korrekturfähig zu sein und auch Ermahnungen anzunehmen. Weil wir trotz unserer Sünden und Fehler ein gemeinsames Ziel haben und das lautet: näher an Gottes Herz.

 

Und damit möchte ich nun überleiten zum dem Part, der unsere Herzen derzeit herausfordert: Die aktuellen Verschwörungstheorien. Und die Frage danach, was an ihnen dran ist.

 

4 Faktencheck der aktuellen Verschwörungstheorien

Dieser Part ist der von vielen vermutlich am heißesten erwartete Teil. (Respekt an dieser Stelle, wenn ihr den Artikel bis hierhin gelesen habt! Ich bete, dass Gott eure Herzen bewegt!)

Ich wäre in diesem Artikel, ehrlich gesagt, gerne noch auf so viele andere Thesen eingegangen, aber das hätte den Rahmen absolut gesprengt. (Ganz davon ab, dass der Rahmen jetzt schon gesprengt und der Artikel in einer Art und Weise an Umfang explodiert ist, wie ich sie nicht erwartet hätte. Aber wovon das Herz voll ist, davon geht eben der Mund über.)

Zu meiner Vorgehensweise: Ich habe die Fakten anhand mehrerer Quellen geprüft, geschaut, was dran ist, ob es berechtigte Kritik gibt und schlussendlich zu jeder These ein Fazit formuliert. Meine Quellen habe ich einzeln zu jeder These aufgeführt. So dürfte es am einfachsten nachvollziehbar sein.

 

4.1 Das Virus existiert nicht oder ist ungefährlich

„Also ich kenne niemanden, der Corona hatte!“
„Corona ist eine Lüge – die Krankenhäuser sind leer!“

Diese und ähnliche (zugegeben: sehr ärgerliche und hanebüchenen) Aussagen hat vermutlich jeder von uns schon zu hören bekommen. Das Virus soll ein Hoax, ein riesiger Fake sein. Doch stehen hinter solchen Aussagen vorschnelle Rückschlüsse, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren.

Falsche Vergleiche:

Zum einen stellt man sich selbst sowie die eigene Wahrnehmung ins Zentrum des Geschehens, was jedwede Aussage ihrer Objektivität entzieht und ein verzerrtes, subjektives Bild der Situation zeigt. Zum anderen finden wir derzeit in Deutschland eine Lage vor, die außergewöhnlich ist – im Vergleich mit anderen Ländern sind wir durch gezielte Maßnahmen vor erschreckend hohen Todeszahlen verschont geblieben, was ein unermesslicher Segen Gottes ist, der auch auf Gebet und einer anbetenden Generation fußt.

Eigenschaften des Coronavirus (SARS-CoV-2):

Wissenschaftler auf der gesamten Welt forschen seit Monaten an dem Virus und erlangen immer wieder neue Erkenntnisse. Aktuell (31. Mai 2020) wissen wir über das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 folgendes:

  • Es verbreitet sich schnell – laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreitet sich Influenza wegen ihrer kürzeren Inkubationszeit jedoch ein wenig schneller als COVID-19.
  • Mehr schwere Infektionsverläufe – anders als bei einer Influenza-Infektion zeigen wissenschaftliche Studien, dass es bisher vermehrt zu schweren Krankheitsverläufen kommt.
  • Es gibt keine Immunität im Volk oder Behandlungsmittel dagegen – anders als bei anderen Corona- oder Influenza-Viren gibt es gegen COVID-19 noch keine Impfstoffe oder ein Behandlungsmittel. Da das Virus zudem neuartig sei, existiere auch keine Immunität unter Menschen, weil das Virus zu stark von bisher bekannten Coronaviren abweicht.
  • Unbekannte Folgeschäden – zudem sind Folgeschäden noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht und inwieweit diese die Gesundheit beeinträchtigen können.
  • Ca. 20 % aller Deutschen zählen zur Risikogruppe bzw. haben einen schweren Krankheitsverlauf zu erwarten – nach Angaben des RKI sind dies ältere Menschen ab 50 bis 60 Jahren, Raucher und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen.
Fazit:

SARS-CoV-2 ist weder ein Fake durch die Medien (obgleich die Thematik medial sehr befeuert wird) noch ungefährlich. Dies zeigen auch die jüngsten neuen Ansteckungsfälle in Restaurants und christlichen Gemeinden.

Quellen:
Correctiv: Große Verschwörung? Ken Jebsen verbreitet irreführende Behauptungen
Correctiv: Youtube-Video von „Coach Cecil“ enthält falsche Aussagen
ECDC: Q & A on COVID-19
Zeit: Covid-19-Folgeschäden – Genesen heißt nicht immer gesund
Correctiv: Keine Belege, dass in Italien 96 Prozent der Todesfälle nicht an Covid-19 starben
Correctiv: Coronavirus – Warum die Aussagen von Wolfgang Wodarg wenig mit Wissenschaft zu tun haben
Deutschlandfunk: Virologe Drosten zu Aerosol-Übertragung

Correctiv: Coronavirus nicht gefährlicher als Grippe?

 

4.2 Das Virus wurde im Labor gezüchtet

Während die einen behaupten, das Virus sei einem Labor in Wuhan entfleucht oder besser gesagt bewusst von dort verbreitet worden, sehen die anderen Bill Gates als Verantwortlichen dahinter, um mit einer weltweiten Impfpflicht Profit zu machen. Aber wurde das Virus tatsächlich von Menschenhand geschaffen?

Der heutige Stand:

Es ist wissenschaftlich zwar nicht zu 100 % bewiesen, woher das Virus stammt, aber es gibt deutliche Hinweise darauf, dass es nicht von Menschenhand gezüchtet wurde. Das mag vielleicht nicht die zufriedenstellende Antwort sein, weil man (wie bereits unter Punkt 2.2.1.2a Es braucht einen eindeutigen Schuldigen erläutert) gerne einen eindeutigen Schuldigen oder eine Ursache kennen möchte, aber es passieren eben auch Dinge, die für uns nicht kontrollierbar sind.

Besondere Schnittstelle:

Wissenschaftliche Studien konnten bisher feststellen, dass SARS-CoV-2 über eine Art spezielle Schnittstelle in dem Hauptoberflächenprotein des Virus verfügt, welches für den Eintritt in die Zelle verantwortlich ist. Mit dieser Schnittstelle kann es sich besser an menschliche Zellen binden, was vor allem an der Beschaffenheit des sogenannten Spike-Proteins an der Außenseite des Erregers liegt.

Diese Entdeckung haben sowohl chinesische als auch europäische Wissenschaftler gemacht: Die Eigenschaft wurde in Fledermäusen (den Coronaviren der Fledermäuse) entdeckt. Sie unterscheide sich zwar geringfügig von dem aktuellen menschlichen Coronavirus, aber sei diesem sehr ähnlich.

Diese Schnittstelle am SARS-CoV-2 sei in der Natur durch Zufall unter Selektionsdruck entstanden.

Fazit:

Der Verdacht, dass das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan auf den Menschen übergesprungen sei, ist somit nochmals bestätigt worden. Und auch wenn uns das nicht gefalllen mag: Der Zufall hat hier seine Hand im Spiel und keine Menschen.

Quellen:
Berliner Zeitung: Faktencheck – Wurde Sars-CoV-2 im Labor gezüchtet?
Nature Online: The proximate origin of Sars-CoV-2
Südtirol News: Nobelpreisträger sagt, Coronavirus entstand im Labor
CGTN: ‘China’s Death Labs’ video is full of holes and flawed arguments
Focus: Christian Drosten widerlegt Labor-Theorie
FR: China soll Warnung vor Covid-19 verzögert haben
DW: Coronavirus – Menschengemacht und aus dem Labor?

 

4.3 Die Pandemie war geplant

Und die Antworten auf die Frage, wer die Pandemie geplant habe, könnten hierbei nicht vielfältiger sein: Bill Gates (Event201 beweise das), die USA (allen voran Trump persönlich), China, Israel bzw. die Juden, die Bilderbergs. Dabei fällt im gleichen Atemzuge meistens der Vorwurf, dass die Verursacher der Pandemie schon einen Impfstoff hätten und daraus Kapital schlagen würden. Und dass das Virus in Umlauf gebracht worden sei, um die Weltbevölkerung auszudünnen.

Ich glaube, man merkt es schon an der Verwendung des Konjunktivs, dass diese Aussagen nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen. Wie schon im vorigen Punkt 4.2 Das Virus wurde im Labor gezüchtet erläutert, ist es höchst unwahrscheinlich, dass das Virus von Menschenhand gemacht wurde. Somit entbehrt der Vorwurf, dass die Pandemie geplant gewesen sei (ganz gleich, wer der Schuldige sei), jeglicher Grundlage.

Fazit:

Bislang gibt es keine Belege für eine absichtliche Verberitung des Virus.

Quellen:
Correctiv: Große Verschwörung? Ken Jebsen verbreitet irreführende Behauptungen
Deutschlandfunk: Virologe Drosten zu Aerosol-Übertragung
DW: Coronavirus – Menschengemacht und aus dem Labor?

 

4.4 Schuld am Ausbruch des Coronavirus ist 5G

Zuerst einmal sollte geklärt werden, was 5G eigentlich ist: Als 5G wird ein neuer Mobilfunkstandard (die 5. Generation) bezeichnet, durch welchen sich Daten wesentlich schneller drahtlos versenden und mit deutlich geringerer Verzögerung als bei bisherigen Standards  (4G, 3G) übertragen lassen.

Aktuelle Verschwörungstheorien besagen, dass das Virus über Funkmasten mittels 5G-Strahlung übertragen werde und dadurch unsere Gedanken kontrollieren würden.

Warum wird daraus ein Hehl gemacht?

Die bisherigen Frequenzen für das Mobilfunknetz lagen bei weniger als 2,6 Gigahertz (GHz), während die neuen 2 bis 3,7 Gigahertz ermöglichen sollen. Da höhere Frequenz jedoch eine geringere Reichweite hat, benötigt das 5G-Netz eine Vielzahl an neuen Sendemasten (oder Trägern der Sendestationen, welche auch Laternen o.ä. sein können), um möglichst viele Gebiete abzudecken. Für einen schnellen und effektiven Datentransfer werden die Signale mittels neuer Technik (Beamforming) anders verteilt und insbesondere an die Geräte aktiver Nutzer gesendet.

Hierbei ist es wichtig, zu wissen, dass Mobilfunkstrahlung elektromagnetische Strahlung aka Mikrowellenstrahlung ist. Diese Strahlung kann je nach Intensität Gewebe erwärmen, weil sie hochfrequent ist. Allerdings ist sie nicht ionisierend – sie kann also (im Gegensatz zu bspw. Röntgenstrahlen) unser Erbgut nicht direkt beschädigen. Da Erwärmung aber immer nicht ganz ungefährlich ist, gibt es sogenannte Grenzwerte, die eingehalten werden müssen.

Fazit:

Laut aktueller wissenschaftlicher Studien kann kein Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Schäden und Handystrahlung hergestellt werden.

Aber warum wird so etwas dann verbreitet?

Wie ich bereits gesagt habe: Wir haben Angst vor dem Ungewissen – vor Dingen, die wir nicht kontrollieren können wie etwa moderner Technik oder dem Virus. Und Verschwörungsthoretiker instrumentalisieren diese Angst dann gerne für ihre eigenen Zwecke.

Quellen:
TAZ: Mit Alu gegen 5G und Chemtrails
Social Media Watchblog: 5G ist gefährlich, aber nicht wegen der Strahlung
Spiegel: Gefährdet 5G die Gesundheit?
Spiegel: Wie 5G Deutschlands Zukunft prägen wird
Quarks: Ist das neue Mobilfunknetz 5G gefährlich?
Heise: Strahlenschutzkommision – 5G ist nicht gefährlich
Inside Digital: 5G und Corona – Ist Mobilfunk gefährlich für die Gesundheit?
MaiLab: Kann Handystrahlung Krebs verursachen?
MaiLab: Wie schlimm sind Mikrowellen?
Kurzgesagt: Wie gefährlich ist Elektrosmog?

 

4.5 Bill Gates hat die WHO gekauft

Ken Jebsen behauptet in seinem mittlerweile zu Berühmheit gelangten Video „Gates kapert Deutschland“, dass Bill und Melinda Gates zu über 80 % die Weltgesundheitsorganisation (WHO) finanzieren würden. Hierzu gibt er als Quelle einen Artikel von Deutschlandfunk Kultur an.

Fakt ist jedoch: In eben diesem Artikel steht, dass 80 % des WHO-Budgets insgesamt aus Spenden kommen – für den Zeitraum 2018–2019 betrug das Budget der WHO, das sich aus Pflicht-Zahlungen der Mitgliedsstaaten sowie freiwilligen Zuwendungen zusammensetzt, mehr als 4,4 Milliarden US-Dollar. Der größte Geldgeber (inkl. Pflicht- und der freiwillige Beiträge) waren in diesem Zeitraum die USA mit ca. 15 % der insgesamten Zahlungen. Danach folgten mit knapp 10 % die Bill & Melinda Gates Foundation, die Impfallianz Gavi (8 %), Großbritannien (7 %) und Deutschland (5 %).

Berechtigte Kritik:

Obgleich man nicht von der Hand weisen kann, dass die Bill & Melinda Gates Foundation seit ihrer Gründung im Jahr 2000 viel für die Weltgesundheit geleistet und hierfür bereits über 50 Milliarden Dollar investiert hat, bleibt jedoch auch hier Raum für berechtigte Kritik:

  1. Zweckgebundene Spenden gehen auch immer mit Mitbestimmungsrecht für die Geldgeber einher. Freie Forschungen werden hierdurch erschwert. Im Falle von Bill Gates bedeutet das, dass durch seine Spenden seine Vorstellung von Gesundheitsförderung durchgesetzt wird. So investiert die Bill und Melinda Gates Stiftung vor allem in technische Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten, zum Beispiel in Impfkampagnen und die Verteilung von Medikamenten. Hierdurch würden andere wichtige Aufgaben vernachlässigt werden – der Aufbau funktionierender Gesundheitssysteme in armen Ländern zum Beispiel.
  2. Die wohltätige Arbeit der Stiftung wird durch Profite des dazugehörigen Trusts (eine Vermögensverwaltung, die durch externe Manager verwaltet wird) finanziert. Die Investitionen des Trusts weisen einen Widerspruch zu den moralischen Ansprüchen der Foundation auf. Die Stiftung investiert in Rüstungsexporte, die Öl-, Flug- und KFZ-Industrie, Kohle-Unternehmen, gewinnbringende Süßgetränke- und Süßwarenhersteller und Alkoholkonzerne.
Fazit:

Der Vorwurf, dass Bill Gates die WHO gekauft habe, ist falsch. Doch gegenüber der Stiftung kann berechtigte Kritik geäußert werden.

Quellen:
Deutschlandfunk Kultur: Unabhängigkeit der WHO
Correctiv: Faktencheck – Ken Jebsen
WHO: 2019 Annual Report
Gates Foundation 2020 Annual Letter
The Guardian: How Bill and Melinda Gates helped save 122m lives
WHO: Contributors
tagesschau: Wer finanziert die WHO?
Walulis: „Gates kapert Deutschland“ zerlegt
ZDF: Zweifelhafte Profite der Gates-Stiftung
Handelsblatt: Wo Gates’ Stiftung an ihre Grenzen stößt

Heise: Bill Gates zwischen Schein und Sein
Itidal TV mit Tarek Baé: Nein, Bill Gates hat Deutschland nicht gekapert
FR: Medizin und Gesundheit – Edle Weltregenten

 

4.6 Es wird eine Impfpflicht und einen Immunitätsausweis geben

Diese Theorie kam vor allem durch Ken Jebsens Video „Gates kapert Deutschland“ auf, in welchem er behauptet, dass der Impfzwang schon beschlossen sei und hierfür ein entsprechender Gesetzesentwurf vorliege.

Die Fakten:

Es gibt noch keinen Impfstoff – bis es diesen gibt, wird es auch noch einige Monate dauern. Und auch eine Zwangsimpfung oder Impfpflicht stand nie im Gesetzesentwurf.

Im „Entwurf eines Zweiten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“, von dem im Video die Rede ist, geht es vor allem um § 28, der entsprechend dieses Entwurfes geändert wurde. Dort steht nun im Gesetz folgendes:

„Werden Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige oder Ausscheider festgestellt oder ergibt sich, dass ein Verstorbener krank, krankheitsverdächtig oder Ausscheider war, so trifft die zuständige Behörde die notwendigen Schutzmaßnahmen, insbesondere die in den §§ 29 bis 31 genannten, soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist; sie kann insbesondere Personen verpflichten, den Ort, an dem sie sich befinden, nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zu verlassen oder von ihr bestimmte Orte oder öffentliche Orte nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zu betreten. Unter den Voraussetzungen von Satz 1 kann die zuständige Behörde Veranstaltungen oder sonstige Ansammlungen von Menschen beschränken oder verbieten und Badeanstalten oder in § 33 genannte Gemeinschaftseinrichtungen oder Teile davon schließen. Eine Heilbehandlung darf nicht angeordnet werden. Die Grundrechte der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 des Grundgesetzes), der Freizügigkeit (Artikel 11 Absatz 1 des Grundgesetzes) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 des Grundgesetzes) werden insoweit eingeschränkt.“ – Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 28 Schutzmaßnahmen, Abs. 1

Die Begriffe „Impfpflicht“ oder „Impfzwang“ lassen sich nicht in dem Gesetzentwurf finden und seien auch nicht in Planung. Die beschriebenen Schutzmaßnahmen aus § 28, Abs. 1 schließen hierbei keine Impfungen mit ein. Zudem solle auch nicht mehr über einen Immunitätsausweis entschieden werden. Somit sei ein angedachter Immunitätsausweis nun vom Tisch. Im Gesetzentwurf vom 5. Mai ist die Änderung nachweislich nicht mehr enthalten.

Fazit:

Weder ist eine Impfpflicht in Planung, noch soll es einen Immunitätsausweis geben.

Quellen:
Bundesgesundheitsministerium: Entwurf eines Zweiten Gesetzes (Version 1)
Bundesgesundheitsministerium: Entwurf eines Zweiten Gesetzes vom 05.05.2020 (Version 2)
Walulis: „Gates kapert Deutschland“ zerlegt
Correctiv: Große Verschwörung? Ken Jebsen verbreitet irreführende Behauptungen
SWR3: Impfzwang-Faktencheck – Keine Corona-Impfpflicht in Deutschland beschlossen

 

4.7 Der Eingriff in unser Grundgesetz ist rechtswidrig

Ein wichtiger Punkt, der derzeit viele veranlasst, auf die Straße und Demonstrationen zu gehen. Die Eingriffe in das Grundgesetz seien rechtswidrig. Aber was ist dran?

Die Eingriffe:

Vorneweg: Ja, es wurden aufgrund der Corona-Krise Eingriffe in das Grundgesetz vorgenommen. Einige Beispiele liste ich nachfolgend auf:

  • Fortbewegungsfreiheit – eingeschränkt durch die häusliche Isolation (Quarantäne), da man dann bestimmte Orte nicht mehr verlassen darf
  • Persönlichkeitsrecht – eingeschränkt durch das Kontaktverbot, welches die freie Entfaltung einer Person, sich mit anderen Menschen zu treffen, verhindert
  • Versammlungs- und Glaubensfreiheit – waren zeitweise eingeschränkt durch Verbot von Veranstaltungen und Gottesdiensten
  • Berufsfreiheit – zeitweise eingeschränkt durch Schließungen im Einzelhandel o.ä.

Aber: Nein, diese Eingriffe sind nicht per se rechtswidrig.

Das richtige Maß:

Die Regierung darf nur in unsere Grundrechte eingreifen, wenn die Anordnungen verhältnismäßig sind. Wenn also beispielsweise die Maßnahmen dazu dienen, die Verbreitung des Virus zu stoppen und Leben zu schützen.

„Werden Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige oder Ausscheider festgestellt oder ergibt sich, dass ein Verstorbener krank, krankheitsverdächtig oder Ausscheider war, so trifft die zuständige Behörde die notwendigen Schutzmaßnahmen, insbesondere die in den §§ 29 bis 31 genannten, soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist […].“ – Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 28 Schutzmaßnahmen, Abs. 1

Doch nicht alle Maßnahmen fallen unbedingt unter diese Verhältnismäßigkeit. Daher sollte unser demokratischer Rechtsstaat besonders in der derzeitigen Situation nicht zum Negativ-Exempel werden, der jederzeit Rechte aushebeln kann und die derzeitigen Eingriffe und Beschränkungen nur so lange wie unbedingt nötig aufrecht erhalten.

Fazit:

Derzeit liegt noch keine Gefährdung des Grundgesetzes vor, da die Gefahr durch das Coronavirus noch nicht gebannt ist und die Einschränkungen somit verhältnismäßig sind. Aber sollten die Einschränkungen darüber hinaus grundlos länger aufrecht erhalten werden, sollte man für die Wahrung des Rechtsstaates eintreten.

Quellen:
Correctiv: Ende des Rechtsstaats? Was Juristen über Corona-Maßnahmen denken
Correctiv: Bodo Schiffmann – der Arzt, dem die Corona-Rebellen vertrauen
bpb: Corona-Krise – Wie weit dürfen Grundrechtseinschränkungen gehen?
von rueden: Gefährdet die Corona-Pandemie unsere Grundrechte?
Verfassungsblog: COVID-19 und das Grundgesetz

 

4.8 Die Corona-Warn-App spioniert meine Daten aus

*Aktualisierung vom 28.06.2020.

Vorneweg möchte ich erst einmal zur besseren Unterscheidung klar stellen, dass nicht nur eine deutsche Corona-App existiert – die Apps, über die am häufigsten gesprochen wird, sind die offizielle (von der Bundesregierung beauftragte) Corona-Warn-App und die Corona-Datenspende-App vom Robert-Koch-Institut. Da das leider in Diskussionen oft durcheinander geworfen oder mindestens nicht deutlich genug gemacht wird, beschreibe ich beide Apps nachfolgend, um die Unterscheidung verständlich zu machen.

Die Corona-Datenspende-App ist eine von Thrive im Auftrag des Robert-Koch-Instituts entwickelte App. Sie dient dazu, Gesundheitsdaten zu sammeln (beispielsweise über ein Fitnesstracker-Armband) und diese wiederum an das Robert-Koch-Institut zu spenden. Die App ist jedoch für zahlreiche Sicherheits-Lücken bekannt und weist Mängel bei den Zugriffsrechten auf die Daten auf.

Die Corona-Warn-App hingegen wurde als Open-Source-Projekt entwickelt. Entwickelt wurde die App vom deutschen Softwarehersteller SAP sowie der Deutschen Telekom (SAP > Smartphone-App | Telekom > Server-Infrastruktur) im Auftrag der Bundesregierung. Seit Beginn der Entwicklung steht der Quell-Code offen zur Einsicht zur Verfügung (daher „Open Source“).

Die App trackt hierbei die Begegnungen ihrer Nutzer über anonyme Beacons (zufällige Zeichenketten), die via Bluetooth Low Energy versendet, von anderen Geräten in Reichweite empfangen und auf diesen dezentral gespeichert werden. (Diesen Prozess übernimmt das „Exposure Notifications“-Framework in Googles und Apples Betriebssystem. Die App hat nur sehr beschränkten Zugriff auf die anonymen Zeichenketten und fragt dort vereinfacht lediglich ab: „Bin ich der Zeichenkette ‚xYzaBc‘ schon einmal begegnet?“. Beziehungsweise im Falle eines positiven Tests lautet die Abfrage in etwa: „Liefer mir alle Zeichenketten, die das Handy versendet hat“.)

Die Fakten zur Corona-Warn-App:

Vorteile:

  • Dezentrale Speicherung auf den Geräten
  • Anonyme Beacons > Es ist kein Rückschluss von den Beacons zu einer Person möglich
  • Zugriff auf Beacons ist nur offiziellen Corona-Apps von offiziellen Gesundheitstellen gestattet (Android und Apple haben speziell hierfür Schnittstellen geöffnet)
  • Entwicklung ist Open Source und auf Kritik wurde/wird zuverlässig und schnell reagiert
  • Freiwillige Nutzung > in der Politik wird auch darüber diskutiert, dass Nicht-Nutzern keine Nachteile dadurch entstehen
  • Datenvolumen ist kostenlos
  • Energieverbrauch gering > Versenden erzeugt keinen signifikanten Mehrverbrauch (daher „Bluetooth Low Energy“), Empfangen verbraucht Strom (wird aber nur alle 5–10 Minuten gemacht)
  • geringe Wahrscheinlichkeit, Opfer von Bluetooth-Hacker-Angriffen zu werden

Nachteile:

  • Läuft nur mit den neueren Betriebssystemen (Android 6+ oder iOS 13.5+)
  • Nur auf Deutsch und Englisch verfügbar (Sprachbarriere) > Daran wird derzeit gearbeitet – das Übersetzen rechtlicher Texte ist aber nicht einfach, daher kann man sich via Github an der Übersetzung beteiligen
Fazit zur Corona-Warn-App:

Die App ist sauber entwickelt worden und genießt zurecht das Vertrauen und Lob von Datenschützern und IT-Experten. Sie kann auf eine sichere und effektive Art und Weise dazu beitragen, Infektionsketten zu durchbrechen und in der Bekämpfung gegen das Virus Erfolg zu bringen. Damit die App und die damit einhergehende Kontaktverfolgung jedoch etwas bringen, muss die App auf so vielen Handys wie möglich installiert und aktiv sein (das müssen nicht die oft zitierten 60 % sein – die App-Nutzung ist schon bei geringeren Nutzerzahlen sinnvoll). Deshalb ist es nun aber an uns, dieses Bestreben zu unterstützen.

Die App-Nutzung ist freiwillig – aber wenn ich Römer 13 lese, dann drängt mich der Heilige Geist und aus „freiwillig“ wird „um Gottes Willen“:

„Jeder soll sich der Regierung des Staates, in dem er lebt, unterordnen. Denn alle staatliche Autorität kommt von Gott, und jede Regierung ist von Gott eingesetzt. […] Denn die Regierung ist Gottes Dienerin, und du sollst durch sie Gutes empfangen. Wenn du jedoch Böses tust, hast du allen Grund, sie zu fürchten. Schließlich ist sie nicht umsonst Trägerin der richterlichen Gewalt. Auch darin ist sie Gottes Dienerin. Indem sie den Schuldigen zur Verantwortung zieht, vollstreckt sie an ihm das Urteil des göttlichen Zorns. Es ist also notwendig, sich dem Staat unterzuordnen, und das nicht nur aus Angst vor der Strafe, sondern auch, weil das Gewissen es fordert.“ (Römer 13,1+4–5; NGÜ)

Ich appelliere darum an das Gewissen von uns Christen, der Bitte des Staates für das Gemeinwohl und zur Ehre Gottes Folge zu leisten.

Quellen:
Zusammen gegen Corona: Corona-Warn-App und Prävention
Morgenpost: Corona App – So funktioniert die neue App der Regierung
NTV: Der beste Grund, die App zu laden
Verbraucherzentrale: Corona-Warnung per App – Fragen und Antworten zur neuen Tracing-App
Correctiv: Der lange Weg zur Corona-App
University of Oxford: Studie – Digital contract tracing
ZDF: Chaos Computer Club lobt deutsche Corona-App
Süddeutsche: Einlass nur mit App auf dem Handy
NTV: Wie gefährlich ist Bluetooth?
Süddeutsche: Ein Spielzeug für die digitale Oberklasse
IP-Insider: Beacons

 

5 Mein persönliches Fazit

Fakt ist: Es gibt keine einfache Antwort. Das dürfte der Artikel in der größtmöglichen Bandbreite aufgezeigt haben. Aber was werde ich persönlich nun praktisch mit diesem Wissen anstellen? Wie möchte ich mich als Christin in dieser Situation verhalten? Darauf möchte zum Schluss noch einmal kurz eingehen.

 

5.1 Andere nicht verurteilen

Ich persönlich möchte mich in Zukunft nicht mehr über andere erheben und sie für ihr Verhalten verurteilen. Ich will weder Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, pauschal als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnen (denn damit unterstelle ich ihnen boshafte Absichten!), noch Menschen, die sich in meinen Augen ignorant und fahrlässig verhalten, ihren gesunden Menschenverstand absprechen. (Und ich muss ehrlich sein: Das habe ich in den letzten Wochen zuhauf getan.) Wir sind in dieser Situation alle desorientiert, verwirrt und verunsichert. Jeder macht Fehler. Mich eingeschlossen. Nicht umsonst sagt Gott zu uns:

„Ich bin der gute Hirte!“ (Johannes 10,11)

Weil wir alle dumme Schafe sind, die sich (ver)irren und denen Gott den richtigen Weg zeigen muss. So viel Demut sollten wir alle haben.

 

5.2 Nicht mehr diskutieren

Zudem werde ich darüber nicht mehr diskutieren. Mit diesem Artikel (und dem Video) habe ich mein Statement zu dem Thema gesetzt und werde von nun an nicht mehr darauf eingehen. Wie unter Punkt 3.5 Mit Spannungen und Meinungsverschiedenheiten umgehen erläutert, sollen wir uns unserer eigenen Position und Meinung bewusst sein, weil wir dafür einmal vor Gott Rechenschaft ablegen müssen. Aber unser Auftrag ist es nicht, andere von dieser Meinung zu überzeugen, sondern sie zu lieben.

 

5.3 Beten

Jemand aus meiner Jugend hat in dieser Woche etwas beeindruckendes gesagt, das mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist. Seine Worte lauteten ungefähr: „Ich möchte es mir nicht selbst vorwerfen müssen, nicht gebeten zu haben und darum zu sehen, wie jemand Mangel erleidet.“ Welch weise Worte!

„Doch euch fehlt das, was ihr so gerne wollt, weil ihr Gott nicht darum bittet.“ (Jakobus 4,2b; NLB)

Darum werde ich weiterhin im Gebet bleiben. Ich will zum Überfluss des Segens beitragen, nicht zum Mangel. Wie in diesem Impuls zu Beginn der Krise geschildert, werde ich dabei für folgende Punkte beten:

  • Heilung und Bewahrung von Infizierten & Gesunden
  • Erweckung
  • Gnade für unsere Welt und unser Land
  • Buße
  • Weisheit, Kraft, Liebe & Besonnenheit – statt Angst
  • Gemeinde

 

5.4 Mich der Regierung unterordnen

Wir sollen keine Angst haben oder gar in Panik verfallen – wir sollten uns einfach an die Empfehlungen von Virologen und die Regeln der Regierung halten. Die Bibel ist da nämlich ganz klar:

 „Jeder soll sich der Regierung des Staates, in dem er lebt, unterordnen. Denn alle staatliche Autorität kommt von Gott, und jede Regierung ist von Gott eingesetzt.“ (Römer 13,1; NGÜ)

Gott hat die Regierung über uns eingesetzt, damit diese Ordnung schafft, Böses bestraft und Gutes fördert. Es gibt aber auch Ausnahmefälle. Wenn die Regierung nämlich gegen Gottes Gebote handelt:

„Gott muss man mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5,29b; NGÜ)

Doch das tut unsere Regierung nicht. Im Gegenteil. Wir sehen ihre Bemühungen und wie sie ihr Bestes gibt. Natürlich sehen wir auch, dass sie in vielem versagt. Aber das sehen wir weltweit. (Am Rande bemerkt, wird die deutsche Regierung in der internationalen Presse für ihre Strategie in der Bekämpfung des Virus sowie der Eindämmung sehr gelobt. Es gibt leider einige Länder, die ein sehr viel schlechteres Krisenmanagement haben und die viele Todesfälle zu verzeichnen haben, weil sie die Lage eben nicht ernst genommen haben.) Deshalb sollten wir dahinter stehen und die Regierung sowohl mit unserem Gebet als auch mit unserem Gehorsam segnen. Aber nicht nur Gehorsam, sondern vor allem auch Nächstenliebe, wie es eine Freundin es sehr passend ausgedrückt hat:

„Dennoch oder gerade deshalb müssen wir uns vor Augen führen, dass aus geistlicher Perspektive jeder Tod, der nicht zu Jesus führt, für uns tragisch ist. Rücksicht zu nehmen, Regelungen zu befolgen, Acht zu geben – das hat nicht nur was mit Gehorsam zu tun, sondern auch viel mit Nächstenliebe. Und: mit Verstand.“

 

5.5 Alles prüfen – das Gute behalten

Auch wenn es mich mittlerweile schon arg nervt, so fordert mich Gott dennoch dazu auf, am Ball zu bleiben und mich weiterhin zu informieren. Ich darf nicht ignorant abstumpfen. So schnell die Situation sich derzeit verändert, so schnell werden auch neue Informationen und Gerüchte verbreitet. Ich muss prüfen, was gut und schlecht ist, um die für mich richtigen Schlüsse ziehen zu können.

Prüft alles, das Gute behaltet!“ (1. Thessalonicher 5,21)

 

5.6 Menschen Hoffnung & Sicherheit geben

Wie ich unter Punkt 2.1.1 Motivated Reasoning geschrieben habe, bringt es wenig, Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, mit sachlichen Argumenten und Fakten überzeugen zu wollen. Viel wichtiger ist es, ihnen mit Liebe und Demut zu begegnen, um eine Vertrauensbasis zu schaffen, auf welcher überhaupt erst ein guter Diskurs entstehen kann.

Bei Menschen, die hingegen noch unsicher sind, was sie glauben sollen, ist es gerade wichtig, verschwörungstheoretischen Aussagen, die im Internet kursieren, mit Fakten zu widersprechen und Gegenrede zu betreiben. Entweder auf Grundlage eigener Erkenntnisse oder indem man auch schlicht und ergreifend zu aufklärenden Seiten wie Correctiv (einem gemeinnützigen Recherchezentrum, welches Verschwörungsmythen aus sozialen Medien aufgreift und faktenbasiert aufklärt), Videos (z.B. Walulis und MaiLab) und Artikeln (wie diesem hier) weiterleitet. Denn Verschwörungstheorien, die zu viel öffentlich wirksamen Raum einnehmen, wirken – wie unter Punkt 2.1.2 Falsche Gleichgewichtung beschrieben – sonst legitimer als sie eigentlich sind. Und dem sollten wir entgegen wirken.

Denn in der aktuellen Krisensituation, die so von Krankheit, Tod und Dunkelheit gezeichnet ist, scheint das rettende Licht unseres Herrn Jesus Christus heller denn je.

„Denn das Volk, das in der Dunkelheit lebt, sieht ein helles Licht. Und über den Menschen in einem vom Tode überschatteten Land strahlt ein heller Schein.“ (Jesaja 9,1; NLB)

Und darum sollten wir von diesem Licht Zeugnis sein und Menschen helfen. Auch gerade solchen, die unter der Krise leiden. „Brich mein Herz für das, was dein Herz bricht“ ist ein Gebet geworden, das mir unglaublich viel bedeutet, weil es große Veränderungen in meinem Leben gewirkt hat. Und das möchte ich auch in dieser Hinsicht beten.

Quellen:
Bento: Was wir von einem Juden über Verschwörungsmythen lernen können

 

6 Schlusswort & Ermutigung

Und zu guter Letzt möchte ich mit den Worten eines Liedes, welches Gott mir in den letzten Tagen aufs Herz gelegt hat, noch einmal ermutigen: Werdet nicht müde!

„Don’t close your eyes. We’re all in this together. […] We can’t back down. There’s too much at stake. This is serious. Don’t walk away. We can’t pretend it’s not happening. […] We got a situation that we can’t ignore. ’Cause ignorance is not bliss. We don’t have to take this, no. With every big decision comes an equally important share of the risk. We gotta take this.“
Camp Rock 2 – Can’t Back Down

Auch wenn uns diese Situation alle anstrengt und herausfordert oder nervt, so möchte ich dich ermutigen, dich der Krisensituation entsprechend zu verhalten – zur Ehre Gottes und aus Liebe zu deinen Nächsten. Denn jetzt heißt es: Nicht nur reden, sondern machen.

Deswegen möchte ich selbst dazu beitragen, dass wir vom Reden ins Machen kommen, damit Gottes Segen weiterhin auf unserem Land liegt.

Denn in Psalm 33,12 steht:

„Blessed ist the nation whose God ist the Lord.“

„Glücklich ist das Volk, dessen Gott der Herr ist.“

Das Lied „Der Herr segne dich“ vom Gebetshaus Augsburg ist mir da eine große Ermutigung. Ich möchte den Menschen um mich herum zum Segen sein und für sie vor Gott eintreten, dass seine Gunst nicht von ihnen weicht. Dass er uns weiterhin gnädig ist. Dass wir seinen Segen (der defintiv auf uns liegt!), nicht übersehen. Und dass wir nach ihm in dieser Zeit der Not, Angst, Wut und Unsicherheit suchen.

Als Erinnerung an dieses für mich persönlich wichtige Learning habe ich euch passende Wallpaper für die gängisten Formate eurer liebsten technischen Geräte designt. Damit ihr immer wieder daran denkt, für die Menschen, unser Land und die Nationen weltweit in dieser Pandemie zu beten und sie zu lieben. ♥

9:16 für iPhone & Smartphone
EnglischDeutsch

iPhone X
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3:4 für iPad & Tablet
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16:9 für Macbook & Desktop
EnglischDeutsch

 


Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr meinen Dienst mit einem Beitrag eurer Wahl via paypal.me/ewiglichtkindde unterstützt ♥
Ich danke euch von ganzem Herzen für eure Gebete und euren finanziellen Support!

* Da ich keine gemeinnützige Körperschaft bin, gilt eure Zuwendung steuerrechtlich nicht als Spende, sondern als Kauf meiner Dienstleistung.


 

Wenn ihr Fragen oder Feedback zu dem Artikel habt, könnt ihr mir gerne hier (oder unter dem Video) einen Kommentar hinterlassen. Andernfalls bin ich auch per Mail oder auf den Social-Media-Plattformen Instagram und Facebook zu erreichen. Ich versuche nach Kräften und bestem Wissen & Gewissen Fragen und Feedback zu beantworten. Ich freue mich, von euch zu lesen! ♥

Zum Abschluss möchte ich nur noch eines sagen:

„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (4. Mose 6,24–26)

Eure Daniela


Gott sei Ehre und Dank
◷ Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Selbstreflexion. Das ist etwas, das ich tatsächlich jedes Jahr tue. Ich schaue mir zum Ende eines Jahres immer meine letzten Jahresziele und Vorsätze an, die ich bewusst unter ein Motto gestellt bzw. sie in einem „Wort des Jahres“ zusammengefasst habe und schreibe mir gleichzeitig neue Ziele und Visionen für das kommende Jahr auf. Wie das mit Vorsätzen allerdings so ist, sind viele im wahrsten Sinne des Wortes sehr sportlich, obgleich ich versuche, „smarte“ Ziele zu notieren. SMART in dem Sinne, dass sie spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sind. Dennoch scheitern immer mal wieder ein paar dieser Jahresvorhaben, weil sie nie richtig angestrebt wurden, etwas dazwischen kam oder einfach in Vergessenheit gerieten.

Ich darf jedoch immer wieder feststellen, dass, selbst wenn meine eigentlichen Vorsätze nicht unbedingt erfolgreich waren, mein Jahr doch erfüllt war von positiven und erfolgreichen Erlebnissen, die mein Denken zu Beginn des Jahres noch vollkommen überstiegen hätten.

Das Leben besteht nun einmal aus Veränderungen, auf die wir reagieren müssen – mal erleben wir einen Schiffbruch, mal eine Neuausrichtung, mal einfach eine mehr oder weniger abenteuerliche Fahrt, die dennoch das angestrebte Ziel erreicht. Wichtig ist, dass unser Schiff den sicheren Hafen verlässt und Kurs nimmt. Dafür brauchen wir den richtigen Proviant, aber auch einen guten Kompass.

Darum liebe ich es, mich selbst und das Handeln Gottes in einem vergangenen Jahr zu reflektieren. Damit man einerseits nicht nur zurückblickt und enttäuscht ist, aber andererseits auch nicht einfach so weitermacht, sondern weiß, wo man steht und in welche Richtung man gehen will. Und letzten Endes stimmt es unsere Herzen dankbar über diesen großen, liebevollen Gott, der in unser aller Leben wirkt.

„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (Psalm 103,2)

Damit du ebenfalls über das vergangene Jahr 2019, Gottes Handeln sowie dich selbst reflektieren kannst, habe ich einige Vorlagen zum Ausdrucken sowie digitale Templates (bspw. für den Gebrauch in Instagram Stories) mit Fragen bzw. Statements entwickelt, die zum Nachdenken anregen sollen.

Wenn dich interessiert, wie ich persönlich mein vergangenes Jahr sehe, lies den Artikel gerne noch bis zum Schluss. Andernfalls kannst du dir nachfolgend gerne die Vorlagen und Templates downloaden.

Downloads

Vorlagen zum Ausdrucken

Story-Template Glaube | Persönlichkeit | Medien | Gaben & Berufung | Menschen | Zukunft

 

Segensmomente 2019 – mein Jahr

 

GLAUBE

Diese Eigenschaft Gottes habe ich neu kennengelernt:

Gottes Fürsorge. Er ist der Versorger. Er ist „el roi“ – der Gott, der mich sieht.

Dieses Bibelbuch hat mich am meisten beschäftigt:

2. Timotheusbrief – was für ein genialer und bewegender Brief von Paulus!

Diese Bibelstelle hat mich am meisten bewegt:

Die Erzählung über den Propheten Elia (1. Könige 17–2. Könige 2), da ich für das Printmagazin „Jesus“ von STEPS365 einen Artikel über ihn schreiben durfte.

Diese Predigt geht mir nicht mehr aus dem Kopf:

Die BEAM-Predigten – am besten fand ich die erste Predigt „BEAM“ vom Jugendgottesdienst im März sowie die Predigt zum Thema „Anbetung“ im September.

Diese Gebetserhörung habe ich erlebt:

Wo fange ich da nur an? Gott trägt mich finanziell durch und versorgt mich (wider aller Logik, da ich seit meinem Auszug eigentlich keine finanziellen Freiheiten habe), er öffnet Türen zum Zeugnis und Ermutigung weitergeben (bspw. auf der STEPS-Konferenz oder im Podcast von Kati), er hat es möglich gemacht, dass ein Buch für ihn schreiben darf (mehr dazu bald), er hat mir ein neues Handy geschenkt, er hat Menschen geheilt, er hat Fehler zugelassen, um meinen Stolz zu brechen, und hat mich aufs weite Meer geführt, damit ich lerne, ihm zu vertrauen. Und es gibt noch etliche mehr, die ich ganz alltäglich erlebe. Jeder Atemzug, jedes Aufwachen, jedes Überwinden.

PERSÖNLICHKEIT

Diese schlechte Eigenschaft/Sünde habe ich an mir erkannt:

Stolz (und dahingehend auch große Menschenfurcht) sowie Werksgerechtigkeit. Ich definiere mich sehr über meine Leistungen, statt über den Wert, den Christus mir gibt.

Diese gute Eigenschaft habe ich entwickeln dürfen:

Beständigkeit im Dienst. Ich habe im vergangenen Jahr noch mehr Freude an meinem Dienst und am Schreiben gefunden und bin dankbar, Gott darin verherrlichen zu dürfen.

Und ich entwickle mich zu einer guten Verwalterin der Gnade Gottes in Bezug auf meinen Haushalt (props an Gott – hätte niemals gedacht, dass ich es mal nicht mehr völlig verabscheue, zu kochen oder den Haushalt zu schmeißen … wobei das auch von meinem Stresspegel  abhängig ist.)

Diesen mutigen Glaubensschritt bin ich gegangen:

Der Auszug in meine erste eigene Wohnung im Februar 2019 – obwohl ich mich mit dieser Entscheidung finanziell aufs weite Meer und aus meiner Komfortzone begeben habe.

Diese Frustration/dieses Leid hat mich verändert:

Beruflich durfte ich einige Dämpfer im vergangenen Jahr einstecken. Man ist eben menschlich und macht Fehler, doch Stolz ist da der schlechteste Berater. Gott musste mich brechen und in die Knie zwingen, damit ich wieder aufrecht vor ihm stehen und um seine Macht anerkennen konnte.

Außerdem hat mich immer noch die Trennung von meinem Freund im Herbst 2018 beschäftigt und tief bewegt. Doch dieses Leid war der Auslöser für die Berufung, die Gott mir aufs Herz gelegt hat. Darum bin ich mutig und fest gegründet in der Zuversicht, dass Gott Großes damit vor hat.

Das hat mir am meisten Freude bereitet/das hat mich inspiriert:

So, so vieles! Das Interview auf der STEPS-Konferenz oder auch mit Kati, meine Urlaube bei Esther, Nora und auf der JFAN-Jugendfreizeit, beim 1. christlichen Influencer Day in Hamburg dabei gewesen sein zu dürfen. Es gab so viele Momente, die mein Herz erfreut und die mich vor Freude zum Weinen gebracht haben. Selbst wenn ich müsste, könnte ich sie gar nicht alle nennen, weil es so viele waren.

MEDIEN

Dieses Lied hat mich am meisten bewegt:

Unter anderem „GIANTS“ von True Damage (League of Legends-Soundtrack), der Soundtrack von „My Hero Academia“ (komponiert von Yuki Hayashi) und „Ain’t got love“ von Ecclesia.

Dieser Film/diese Serie hat mich zum Nachdenken gebracht:

Film: „Laufen, Reiten, Rodeo“ – ein Film mit christlichem Inhalt über Leid und den Mut, wieder aufzustehen.

Serie: „My Hero Academia“! Ich habe das noch nie erlebt, dass mich eine Serie so dermaßen im Glauben ermutigt und tief berührt hat! In diesem Impuls habe ich schon einmal darüber geschrieben. Große Empfehlung für jeden! (Staffel 3 und 2 sind die besten.)

Dieser Blog oder Instagram-Account hat mich am meisten inspiriert:

Im deutschsprachigen Raum sind da natürlich liebezurbibel, bosswithabible, wertvolleralsvielejuwelen, togetheringod und braveandone.

Im englischsprachigen Raum ceoforwomen, ymi_today, moralrevolution, christiangirls, girlgotfaith, prochurchmedia und godlydating101.

Dieses Buch hat mein Herz am meisten berührt:

Ich bin leider so gar keine Leseratte und habe kaum Bücher gelesen, aber von diesen wenigen Büchern hat mich „Tochter Gottes, erhebe dich“ von Inka Hammond am meisten berührt.

Diesen Podcast habe ich am liebsten gehört:

„STAYONFIRE“, „Go for it!“ von Caroline Preuss sowie der Podcast vom ICF München.

GABEN & BERUFUNG

Das habe ich über meine Berufung erkannt:

Dass ich dort, wo ich gerade bin, richtig bin. Gott mein Herz für Frauen (vor allem im Leid nach Trennungen) und für die sozialen Medien gebrochen. Hier hat er mich hingepflanzt und hier darf ich blühen.

Diese Gabe habe ich entdeckt und/oder trainiert:

Das Schreiben.

Mit dieser Gabe durfte ich dem Reich Gottes dienen:

Schreiben, gestalten, reden, unterhalten, offen & authentisch den Glauben vorleben.

Diesen Action Step habe ich für meine Berufung unternommen:

Ich habe ein Nebengewerbe angemeldet, habe meinen ersten Workshop „königlich weiblich“ mit meiner Freundin Christine gelauncht, habe ein Buch begonnen zu schreiben, habe mein erstes Produkt herausgebracht.

Mit dieser Gabe habe ich mich selbst ermutigt:

Das Schreiben. :)

MENSCHEN

Mein/e Vorbild/er des Jahres:

Mein Chef und seine Frau – Alex und Elena. Niemand hat mich im vergangenen Jahr so beeindruckt und geprägt wie die beiden.

Mein/e Ermutiger/in des Jahres:

Lea, die ich durch die BEAM-Jugendgottesdienste kennenlernen durfte. Sie hat mir den Schlüsselvers inmitten meines Struggles mit Vergebung aufs Herz gelegt:

„Denn Gott wirkt in uns das Wollen und das Vollbringen.“ (Philipper 2,13)

Mein/e Tröster/in des Jahres:

Simone von Agape Fotografie. Als ich während der Jugendfreizeit JFAN einen Zusammenbruch hatte, weil all der Schmerz der Trennung und das Gefühl, wertlos zu sein und sich vergeudet zu haben, wieder hochkam, hat sie mich getröstet.

Diese Person/en durfte ich neu kennenlernen:

Unter anderem die liebe Anne aus meinem „freundlichter“-Team, Larissa von den Alltagspropheten und Marlene von Soullettering :)

Diese Person/en habe ich in mein Herz geschlossen:

Esther von @togetheringod, meine Freundinnen Johanna und Chris, meine Kollegen von b3plus

ZUKUNFT

Mein Wort des Jahres 2020:

Disziplin.

„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22)

Diese Vision/diesen Traum habe ich für 2020:

Noch mehr für Gott zu bewegen und noch qualitativer zu werden. Ich möchte Licht in die Medien bringen.

Das möchte ich 2020 verändern oder verbessern:

Besseres Zeitmanagement, Prioritäten besser setzen, pünktlicher werden, mehr schlafen, konzentrierter arbeiten.

In dieser Eigenschaft möchte ich 2020 Jesus ähnlicher werden:

Jesus war ein ausdauernder und regelmäßiger Beter – ein Alltagsbeter sozusagen. Dahin möchte ich auch kommen.

Diese Herausforderung nehme ich an/diesen Glaubensschritt wage ich:

Ich reduziere ab Januar 2020 meine Arbeitsstunden in meinem Job, obgleich ich (wie ihr wisst, wenn ihr aufmerksam gelesen habt) jetzt schon finanziell außerhalb sämtlicher Komfortzonen lebe. Doch Gott hat sich im letzten Jahr als absolut treuer Versorger bewiesen – auch oder gerade dann, wenn ich gezweifelt habe. Darum habe ich keine Angst mehr vor diesem Schritt. Gott wird mich durchtragen und mir die nötige Weisheit dafür schenken, die ich brauche.

 

Epilog

Da dies eventuell mein letzter persönlicher Artikel in diesem Jahr sein wird, möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal für euren unfassbaren Support in den vergangenen Monaten bedanken. Danke für eure wort- und tatkräftige Unterstützung, für jeden guten Ratschlag, jede Ermutigung aber auch Ermahnung, für jedes liebe Kompliment, jede Postsendung und jeden Brief, jede liebevolle Zuwendung, jedes Gespräch, jedes persönliche Treffen. Ich wüsste gar nicht, was ich gemacht hätte, wenn Gott nicht seine Liebe in euch ausgegossen und mich dadurch immer wieder getröstet und ermutigt hätte.

Darum gilt der Dank in erster Linie natürlich Gott, aber in zweiter Linie absolut euch. Es ist das eine, das Gute zu wissen und das andere, das Gute zu tun. Und ihr habt es getan. DANKE!

Mein Herz ist voller Freude.

Segensgrüße gehen raus an euch ♥

Eure Daniela

◷ Geschätzte Lesedauer: 7 Minuten

Drei Jahre ewiglichtkind.de, wow! 🎉❤️ Je länger ich darüber nachdenke, desto größer wird meine Freude. Drei Jahre! Ich könnte im Dreieck springen vor Freude. Ich blicke zurück und staune einfach nur über Gott und was sich in all der Zeit verändert hat. Was sich verändern durfte – nicht nur auf meinem Blog, sondern generell im Internet, den sozialen Medien und vor allem in meinem Herzen.

Deshalb möchte ich euch im heutigen Artikel – bevor wir zur Verlosung kommen – ein wenig mit auf die Reise nehmen zu meinen digitalen Anfängen und den Anfängen von ewiglichtkind.de. Dem Ort, an dem ich Gottes Gnade auf ganz neue Art und Weise erleben durfte.

 

Mein erster Blog: „The Fabulous Diary“

Dass mir das Schreiben liegt und Freude bereitet, weiß ich schon länger. Meinen ersten Blog hatte ich 2010 unter dem Namen „The Fabulous Diary” begonnen. Dort habe ich vieles gemacht – hauptsächlich Fashion und Outfitposts, aber auch Lifestyle, Lyrik/Prosa und persönliche Beiträge über meinen Glauben. (Vielleicht kennt sogar der ein oder andere noch meinen alten Blog?) Bis 2014 habe ich dort gebloggt, fotografiert und geschrieben. Dann ist zum einen leider meine Kamera defekt gewesen und zum anderen habe ich durch meine Ausbildung, die 2014 begonnen hat, weniger Zeit dafür gefunden, so dass der Blog ad acta gelegt wurde.

Auch wenn ich heutzutage meinen ehemaligen Fashion-Blog nicht mehr führen würde (ich war damals sehr wahrscheinlich „trendiger“ gekleidet als heutzutage), bin ich doch unglaublich dankbar für die Erfahrung, vier Jahre lang in der deutschen Mode-Blogosphäre unterwegs gewesen sein zu dürfen. Unter anderem sind dadurch nämlich gute Freundschaften und coole Bekanntschaften entstanden (wie beispielsweise mit meiner lieben Sophie, siehe Bild unten). Und teilweise folge ich noch einigen Blogs aus dieser Zeit und freue mich über die Entwicklung in den letzten Jahren. Blogs von früher, die ich heute noch ab und zu noch lese, sind unter anderem: bekleidet, angela doe und Who is mocca?

Mein erster Blogartikel in 2010 auf „The Fabulous Diary“. Damals war ich weder Christin, noch hatte ich Selbstbewusstsein. Allgemein war ich ein introvertierter Mensch mit wenigen Freunden. Heute hat Gott mein Herz komplett verändert und für Menschen geöffnet.

Ein Outfitpost aus 2011. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon Christin. Und ich hatte meine Leidenschaft für Mode entdeckt.

Und das, liebe Freunde, ist meine Lieblingshose. Aus 2011. Von H&M. Sie lebt immer noch und leistet jeden Sommer brav ihre Dienste, weil nicht nur bequem, sondern auch „modest“.

Fakt ist: Mein Style hat sich verändert. Aber dieses Outfit finde ich damals wie heute sehr schön & modebewusst.

Der letzte Beitrag auf „The Fabulous Diary“ und wie mein Blog zuletzt aussah.

Meine liebe Sophie, die ich über meinen ersten Blog kennenlernen und in 2017 auf der documenta in Kassel das erste Mal treffen durfte.

 

Wie „ewiglichtkind“ entstanden ist

Ich habe den Blog in 2016 mitten in meiner Ausbildung zur Mediengestalterin gestartet. Damals noch unter der Prämisse, es als eine Art persönliches Portfolio zu gestalten – quasi kreative Projekte zeigen und dazu persönliche Texte schreiben. Doch ich merkte schnell, dass das nicht mein Herzschlag war – oder besser gesagt: dass das nicht Gottes Herzschlag war. Also schmiss ich noch vor Realisierung des Portfolios das komplette Konzept über den Haufen und begann von vorne.

Ich wollte einen Ort im Internet schaffen, an dem ich von den Dingen erzählen kann, die mich im Leben als Christin und Frau in den „Golden Twenties“ bewegen. Ich wollte schreiben, mich kreativ einbringen können und dabei einen Platz bieten für Gottes Wirken. Und einen idealen Platz sah ich in meinem Blog – somit war die Idee geboren und der Startschuss für die Namenssuche und Logoentwicklung gefallen. Bis ich tatsächlich einen guten Namen gefunden und auch mein erstes Logo kreiert hatte, vergingen allerdings noch etliche Wochen.

 

Die erste Logo-Version von 2016–2017.

Nachdem diese Hürde überstanden war, folgte der technische Teil – oh boy, das war witzig. Einen günstigen und geeigneten Hoster suchen, über den E-Mail und Blogserver laufen können und der dabei noch gut einrichtbar ist. Klang anfangs sehr schwierig, aber hat Gott sei Dank – und dank parallel laufendem Lernfeld „Website“ in der Berufsschule – alles besser geklappt als erwartet.

 

Der Startschuss für meinen Blog

Und dann hieß es nur noch: online stellen und Texte schreiben. Und genau diesen Schritt habe ich am 15. Juli 2016 gewagt. Ich bin mit meinem Blog online gegangen und habe meinen ersten Artikel veröffentlicht. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe und wie viel Bock ich hatte, hier in Zukunft Artikel schreiben zu können, die von Gott erzählen und ermutigen. Und vor allem war ich gespannt, wozu Gott den Blog wohl noch gebrauchen würde. Dass Gott aber auf diese Weise eingreifen und mich auch mit Hilfe des Blogs so verändern würde, hätte ich niemals erwartet. Nach drei Jahren und krassen Veränderungen in meinem Leben ist das für mich immer noch unglaublich. Doch es zeigt mir einen Vorgeschmack auf das, was Gott tatsächlich imstande ist, zu tun. Und ich weiß: Das war längst nicht alles. God ist not finished here.

 

Meine Vision & Mission

Tja, und heute – drei Jahre später – sitze ich immer noch vor meinem Laptop und schreibe Impulse (Kurzbeiträge) und Artikel für meinen Blog. Zielstrebiger und ermutigter denn je. Ich habe in drei Jahren nicht nur das Logo geupdatet und meinen gesamten Blog professionalisiert (DSGVO lässt grüßen), sondern auch inhaltlich an Quantität und Qualität gewonnen. Und wie schon gesagt: God is not finished here. Er kennt keine Grenzen und er will noch so viel mehr tun. Und darauf freue ich mich! ♥ Ihr dürft mit mir gespannt sein, wie sich der Blog in den nächsten Monaten und Jahren noch entwickeln wird.

Und ich darf das erleben – Gott greift ein und kann ein hingegebenes Herz so sehr gebrauchen. „God doesn’t call the qualified. He qualifies the called.“ Und danach will ich leben. Er hat mir aufs Herz gelegt, ihn im Internet zu repräsentieren. So viel Dunkelheit im Internet ist, so viel Licht sollte auch scheinen. Egal, wonach ein Mensch googelt oder was er auf YouTube und Instagram sieht – er sollte Antworten von Gott finden und die Chance haben können, ihn kennenzulernen. Und daran möchte ich arbeiten.

Darum sind die Stichworte für die Zukunft: YouTube und Team-Aufbau. Das sind meine nächsten Projekte. Bist du dabei?

 

JUBILÄUMS-VERLOSUNG

Und weil man schließlich nicht jeden Tag Jubiläum feiert, gibt’s zu meinem grandiosen dritten Blog-Geburtstag auch drei grandiose Verlosungspakete. ♥ Gemeinsam mit Himmel im Herzen, die den Großteil der Artikel gesponsert haben, sowie Anne Schweda von girldefined.de und Anne Ahnert von Ahnert Design darf ich heute eine einzigartig schöne Auswahl an Gewinnen an euch verschenken und meine Freude mit euch teilen. Ist das genial oder ist das genial!? :)

 

An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich meiner Freundin Judith für die Fotos und ihre Zeit danken! Du bist ein großes Geschenk für mich ♥

 

Teilnahmebedingungen

Ihr habt drei Möglichkeiten, am Gewinnspiel teilzunehmen:

 

Variante 1: Instagram

Ihr nehmt an der Verlosung teil, indem ihr meinem Blog auf Instagram folgt, einen Kommentar unter dem Verlosungs-Bild hinterlasst, in welchem ihr mir euren Wunschgewinn mitteilt und zudem das Bild in den Stories repostet und mich darauf verlinkt (Verlinkung ganz wichtig, damit ich es sehe!).

 

Variante 2: Facebook

Die Teilnahme erfolgt durch einen Kommentar unter diesem Facebook-Post, in welchem ihr eine Freundin verlinkt, mir sagt, was ihr an meinem Blog am meisten schätzt oder euch für die Zukunft wünscht und mir euren Wunschgewinn mitteilt.

 

Variante 3: Blog

Die Teilnahme erfolgt durch einen Kommentar unter diesem Blogartikel, in welchem ihr mir sagt, was ihr an meinem Blog am meisten schätzt oder euch für die Zukunft wünscht und mir euren Wunschgewinn mitteilt.

 

Die Verlosung beginnt mit Veröffentlichung diesen Artikels, am Montag, den 15. Juli 2019, und endet am Montag, den 5. August 2019 um 13:00 Uhr MEZ. Es werden insgesamt drei Gewinnpakete an sechs Personen verlost.

 

1. Paket

Das 1. Paket (Hauptgewinn) besteht aus einer von vier Postkarten mit Bibelversen von Ahnert Design sowie aus einem Gutschein für einen Workshop von mir zum Thema „Berufung“ für junge Mädels und Frauen. Die Verpflegung für den Tag ist im Gewinn selbstverständlich mit inbegriffen – die Anfahrt erfolgt jedoch auf eigene Kosten. (Wichtige Hinweise: Gerne könnt ihr bei Bedarf in meinem Gästezimmer übernachten. An den Kosten für die Anfahrt soll der Gewinn nicht scheitern – im Notfall finden wir auch hierfür eine Lösung. Schreibt mich einfach an! ♥)

Dieses Paket wird an vier Personen verlost. (Gerne können hier jeweils zwei Freundinnen-Pärchen gewinnen, wenn beide am Gewinnspiel teilnehmen.)

 

2. Paket

Das 2. Paket beinhaltet ein Poster mit Aufschrift „FLLD WTH HIS GLRY“, eine Tasse mit dem Motiv „She moves mountains“ sowie das Buch „GirlDefined“ auf Deutsch.

Es wird an eine Person verlost.

 

3. Paket

Das 3. Paket besteht aus einer Emaille-Mug mit dem Motiv „My heart overflows“ sowie einem Stickrahmen mit der Aufschrift „Nah an deinem Herzen“.

Es wird ebenfalls an eine Person verlost.

 

Die Auslosung erfolgt in der Woche des 5. August 2019. Der Gewinner wird per Nachricht auf Instagram, Facebook oder per E-Mail sowie in einem separaten Post benachrichtigt. Aus versandtechnischen Gründen kann der Gewinn nur innerhalb von Deutschland versendet werden.

Ausgeschlossen von der Verlosung sind Männer (sorry, guys ♥).

Die Verlosung steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise von der Facebook Inc. gesponsert, unterstützt oder organisiert.

Viel Freude beim Mitmachen! :)

Fröhliche Grüße, eure Daniela

◷ Geschätzte Lesedauer: 13 Minuten

Europa – Kontinent und Länderverbund zugleich. Europawahl – das große Fragezeichen. Was wählen wir da bitteschön? Auf Landes- oder Bundesebene finde ich Wahlen immer noch halbwegs selbsterklärend, weil ich weiß oder sehen kann, worauf sie sich auswirken. Doch welche Entscheidungen werden im europäischen Parlament getroffen, die sich auf uns auswirken? Beeinflusst uns irgendwas davon außer die DSGVO und Artikel 13? Und vor allem: Ist es wichtig, sich als Christ bei der Wahl zu engagieren? Diese und einige weitere Fragen möchte ich im heutigen Blogartikel beantworten.

 

Vorwort

Dieser Artikel dient euch zur groben Orientierung im Thema EU und Europawahl – er soll euch helfen, einen Überblick zu erhalten, was die EU ist, welche Auswirkungen die Europawahl demnach hat und euch zudem aufzeigen, wofür die einzelnen Parteien einstehen. Was mein Artikel allerdings nicht darstellt, sind die politischen Gefüge und Hintergründe der politischen Themen. Er zeigt euch nicht, welche Folgen eine europäische Arbeitslosenversicherung, die Einschränkung des Asylrechts oder die Erhöhung der Klimaschutzziele haben kann. Informiert euch hierzu gerne bzw. bitte noch einmal persönlich über die Themen. Und nun geht’s los! :)

 

Inhaltsübersicht

 

Warum wir wählen gehen sollten

In meiner stillen Zeit (der Zeit, in der ich Bibel lese und bete) habe ich vor kurzem das Buch „Hosea“ gelesen – das Buch des alttestamentlichen Propheten Hosea, der eine Hure heiraten sollte als Symbol für den Wandel Israels und die unermessliche große Liebe Gottes. Sowohl die Illustration des Volkes Israels als auch das gesamte Buch sind unglaublich interessant, weil immer wieder aufgezeigt wird, wie das Volk versagt und wie groß Gottes Zorn, aber vor allem Gottes Mitleid und Liebe ist. Und vor allem sehe ich in den Verhalten des Volkes unheimlich viele Parallelen zu unseren heutigen Staaten und der EU.

Gott zeigt in der Bibel klar auf, worin das Volk versagte. In Kapitel 5 lesen wir folgendes:

„Hört zu, ihr Priester, passt gut auf, ihr Führer Israels! Auch der König mit seinem Hofstaat soll herhören! Ihr habt die Aufgabe, das Recht zu wahren. Doch ihr seid wie eine tödliche Falle in Mizpa, wie ein Netz, mit dem man auf dem Berg Tabor Vögel fängt! […] Auch auf die führenden Männer Judas wird mein Zorn niedergehen wie ein Gewitterregen! Denn sie verrücken die Grenzen und reißen so fremdes Land an sich.” (Hosea 5,1‭+10)

Gott beschuldigt hier eindeutig die (geistlichen) Führer Israels, dass sie, statt das Recht zu wahren, habgierig und totbringend für das Volk seien. Aus dem Kontext können wir herauslesen, dass das Volk durch ihre Führer noch tiefer in den Götzendienst und in die Sünde getrieben wurde, weil die Führer sich an den Sühneopfern bereichern wollten. Lediglich der eigene Vorteil stand im Mittelpunkt – weder das Wohl des Volkes noch die Gottesfurcht haben sie hiervon abgebracht.

Und ähnliches können wir auch in der heutigen Politik beobachten: Staaten und Regierungen vergessen Gott.

„Israel hat vergessen, dass ich es bin, der es zu dem gemacht hat, was es ist. Die Israeliten haben sich prächtige Paläste erbaut und Juda hat viele befestigte Städte gegründet. Aber ich werde in ihren Städten Feuer legen, sodass ihre Paläste niederbrennen.“ (Hosea 8,14)

Mit unserer Wahl können wir Einfluss darauf nehmen, wie Europa sich ausrichtet, wie und welche Gesetze beschlossen werden und ob Europa christlich gesinnt bleibt oder ob es Gott vergisst.

Ein letzter Aspekt, warum wir wählen gehen sollten, ist die staatliche Unterordnung. In der Bibel lesen wir:

„Ordnet euch den staatlichen Gewalten unter, denn das entspricht dem Willen Gottes. […] Achtet alle Menschen. Liebt eure Geschwister im Glauben. Fürchtet Gott. Erweist dem König Respekt.“ (1. Petrusbrief 2,13+17)

„Gehorche der Regierung, unter der du lebst, denn sie ist von Gott eingesetzt. Alle Regierungen haben ihre Vollmacht von Gott.“ (Römerbrief 13,1)

Die Bibel fordert uns nicht dazu auf, unüberlegt und blind Folge zu leisten wie es im 2. Weltkrieg der Fall war. Sie fordert uns dazu auf, den Menschen mit Achtung und Respekt zu begegnen, weil Gott sie als unsere staatlichen Oberhäupter und Regierungsbemächtigten eingesetzt hat. Und wenn der Staat uns die Möglichkeit gibt, wählen zu dürfen, dann sollten wir diese Möglichkeit ergreifen – Gott zur Ehre und den Menschen zu Liebe.

 

So funktioniert die Europawahl

Die Europawahl findet in diesem Jahr zwischen dem 23. und 26. Mai 2019 statt – in Deutschland ist sie traditionell am Sonntag, den 26. Mai. Bei der Wahl, die alle fünf Jahre stattfindet, können alle EU-Bürger Abgeordnete in das europäische Parlament wählen.

Die Wahl ist allgemein, frei, direkt bzw. unmittelbar und geheim. Allgemein bedeutet, dass grundsätzlich jeder EU-Bürger bzw. EU-Bürgerin wählen darf. Frei bedeutet, dass kein Druck auf die Wähler ausgeübt werden darf. Direkt bzw. unmittelbar bedeutet, dass Wähler ihre Stimmen unmittelbar an eine Partei geben und diese somit gewählt ist. Geheim bedeutet, dass niemand wissen darf, wer wen gewählt hat, außer der Wähler verrät es freiwillig.

Die Wahl geschieht nach dem Verhältniswahlrecht – sprich: je mehr Stimmen eine Partei erhält, desto mehr Sitze hat sie im Parlament. Eine Besonderheit ist die seit 2014 fehlende Sperrklausel bei der Europawahl in Deutschland, bei der keine 3 %-Hürde mehr existiert. Das heißt, man hat bereits ab 0,6 % genug Stimmen für einen Platz im EU-Parlament.

Wahlberechtigt in Deutschland sind alle EU-Bürger ab 18 Jahren, die einen deutschen Pass besitzen.

In Deutschland existiert ein geschlossenes Listensystem, das bedeutet, dass Parteien bereits eine festgelegte Reihenfolge ihrer Kandidaten haben. Pro Liste hat man eine Stimme.

Die europäischen Mitgliedsstaaten entsenden für das EU-Parlament je nach Landesgröße unterschiedlich viele Abgeordente – Deutschland hat hierbei 96 Sitze. Kleinere Staaten wie Luxemburg erhalten zusätzliche Sitze, damit diese nicht unterrepräsentiert sind – man bezeichnet dies auch als „degressive Proportionalität“.

Stehen die Wahlergebnisse fest, werden die Sitze verteilt. Viele nationale Parteien setzen sich im EU-Parlament zu sogenannten Europa-Parteien zusammen (beispielsweise die „Europäische Christliche Politische Bewegung“ oder die „Europäische Grüne Partei“) oder gründen Fraktionen mit anderen Parteien. Diese Fraktionen (Allianzen, die gemeinsame Ziele verfolgen) müssen aus 25 Abgeordeneten aus mindestens sieben Ländern bestehen.

Die Europawahl wird durch die Mitgliedsstaaten der EU selbst finanziert.

Da verabschiedete Gesetze in Deutschland sehr häufig auf Entscheidungen der EU basieren, ist die Europawahl von höherer Relevanz als gedacht.

 

Exkurs: Aufbau der EU

Wer politisch ähnlich betagt ist wie ich, wird bei den verschiedenen Institutionen der EU vermutlich schnell ins Schleudern kommen. „Was macht nochmal das Parlament und wozu ist die Kommission da? Und dieser Rat – was tut der nochmal?“ Um eure und meine Verwirrung zu lösen und damit die nachfolgenden Informationen ein bisschen leichter sacken können und verständlicher sind, habe ich eine Infografik zum Aufbau der EU mit den wichtigsten Institutionen entworfen (EZB, EuGH & Co. habe ich bewusst außen vor gelassen). Ich hoffe, es hilft euch weiter. :-)

Institutionen der EU – Infografik von ewiglichtkind. | Klick zum Vergrößern.

 

Aufgaben der Abgeordneten im europäischen Parlament

Eine Frage, die sich vermutlich viele stellen, aber die heute gelüftet wird.

Abgeordnete im europäischen Parlament kontrollieren zum einen EU-Abläufe, bestimmen mit dem EU-Ministerrat über den EU-Haushalt und wählen den Präsidenten bzw. die Präsidentin der Kommission (ausführendes Organ der EU, ähnlich einer Regierung). Zum anderen überarbeiten sie mit dem Ministerrat Gesetzesvorschläge der EU-Kommission und beschließen sie. Dazu zählen beispielsweise die Roaming-Verordnungen im EU-Ausland, dank denen wir zum Inlandstarif beinahe europaweit im Internet surfen können.

Darüber hinaus ist im Dezember 2009 der Vertrag von Lissabon in Kraft getreten, welcher dem Parlament mehr Rechte und Macht einräumt. Das Parlament wurde somit zum gleichwertigen Gesetzgeber neben dem Rat der EU. Lediglich in der Außen- und Steuerpolitik kann es nicht mitentscheiden, sondern wird nur angehört – für Kultur ist das Parlament ebenfalls nicht zuständig. Die Zuständigkeitsbereiche umfassen Umweltschutz, Bankenaufsicht, soziale Mindeststandards, Freizügigkeit, Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Abgeordnete arbeiten hauptsächlich in Ausschüssen (bspw. Landwirtschaft und Recht).

 

Parteien und ihre Wahlprogramme

Parteien, die antreten (und im deutschen Parlament vertreten sind):

  • CDU/CSU
  • SPD
  • AfD
  • Linke
  • Bündnis 90/Die Grünen
  • FDP
  • Freie Wähler

 

Parteien, die antreten (und nicht im deutschen Parlament vertreten sind):

  • Bündnis C – Christen für Deutschland (Bündnis C)
  • Piratenpartei Deutschland (Piraten)
  • Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei)
  • Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
  • Familien-Partei Deutschlands (Familie)
  • Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP)
  • Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die Partei)
  • Ab jetzt … Demokratie durch Volksabstimmung (Volksabstimmung)
  • Bayernpartei (BP)
  • Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
  • Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)
  • Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (SGP)
  • Liberal-Konservative Reformer (LKR)
  • Aktion Partei für Tierschutz – DAS ORIGINAL (TIERSCHUTZ hier!)
  • Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (Tierschutzallianz)
  • Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit (BIG)
  • Bündnis Grundeinkommen (BGE)
  • Demokratie DIREKT! (Die Direkte!)
  • Demokratie in Europa – DIEM25
  • Der dritte Weg (III. Weg)
  • Die Grauen – Für alle Generationen (Die Grauen)
  • Die Rechte – Partei für Volksabstimmung, Souveränität und Heimatschutz (Die Rechte)
  • Die Violetten (Die Violetten)
  • Europäische Partei LIEBE (Liebe)
  • Feministische Partei Die Frauen (Die Frauen)
  • Graue Panther (Graue Panther)
  • Menschliche Welt (Menschliche Welt)
  • Neue Liberale – Die Sozialliberalen (NL)
  • Partei der Humanisten (Die Humanisten)
  • Ökologische Linke (ÖkoLinX)
  • Partei für die Tiere Deutschland (Partei für die Tiere)
  • Volt Deutschland (Volt)
  • Partei für Gesundheitsforschung (Gesundheitsforschung)

 

Die Wahlprogramme der Parteien

 

CDU/CSU

Motto:

„Unser Europa macht stark. Für Sicherheit, Frieden und Wohlstand.“

 

Spitzenkandidat:

Manfred Weber (CSU)

 

Themen des Wahlprogramms:

Sozial- & Arbeitspolitik:

  • Europäische Integration langsam angehen und Sozial- & Arbeitspolitik auf nationaler Ebene belassen
  • Um Altersvorsorge, Mindestlohn und Arbeitslosenversicherung soll sich nicht die EU, sondern die Mitgliedsstaaten kümmern
    • Kein europäischer Mindestlohn
    • Keine europäische Arbeitslosenversicherung
  • EU soll weiterhin gemeinsame Standards für Arbeitnehmerrechte festlegen

 

Außen-, Asyl- & Verteidigungspolitik:

  • Geflüchtete/Asylsuchende in der EU sollen in Transitlagern untergebracht werden
  • Leistungen für Geflüchtete sollen europaweit vereinheitlicht und dafür auf ein Minimum beschränkt werden
  • Außengrenzen der EU stärker schützen
  • Europäischer Sicherheitsrat soll gegründet werden
  • Bis 2030 soll EU-Armee eingeführt werden
  • Sicherheitsbehörden der europäischen Staaten sollen stärker kooperieren » mehr Daten verknüpfen und austauschen

 

Wirtschaft:

  • Einheitliche Steuergesetze für Unternehmen
    • Europäisches Finanzministerium und europäische Steuern lehnt CDU/CSU ab

 

EU & Europawahl:

  • Initiativrecht für EU-Parlament

 

Umwelt:

  • Bewahrung der Schöpfung » Klima, Umwelt und Arten schützen
    • Vermeidung von Plastik durch internationale Abkommen
    • Globale Bepreisung der Treibhausemmissionen
  • Nachhaltigkeit » Ökonomie und Ökologie miteinander versöhnen
    • Intelligenter technischer Fortschritt mit dem Ziel, ein qualitatives, ressourcenschonendes Wachstum zu erreichen

 

Sonstige Themen:

  • Kostenlose Interrail-Tickets für alle unter 18-Jährigen
  • In Digitalisierung investieren, die den Menschen dient (KI und Big Data)

 

SPD

Motto:

„Kommt zusammen und macht Europa stark!“

 

Spitzenkandidaten:

Katharina Barley & Udo Bullmann

 

Themen des Wahlprogramms:

Sozial- & Arbeitspolitik:

  • Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen » Garantie für Ausbildungsplätze
  • Mindeststandards für Sozialsysteme
  • EU-weite Mindestlöhne
  • Lohngerechtigkeitsgesetz zwischen Männern und Frauen

 

Außen-, Asyl- & Verteidigungspolitik:

  • Sichere Fluchtwege » humanitäre Visa
  • EU soll Mitgliedsstaaten bei Seenotrettung unterstützen » europäische Häfen sollen Geflüchteten offen stehen
  • Prozentuale Verteilung Asylsuchender auf Mitgliedsstaaten
  • Einheitliche Einwanderungsgesetze (Arbeitsmigration)

 

Wirtschaft:

  • EU-weiter Mindeststeuersatz für Unternehmen
  • Digitale Unternehmen sollen stärker besteuert werden
  • Finanztransaktionsaktion soll eingeführt werden
  • Mitgliedsstaaten, die rechtsstaatliche Prinzipien der EU verletzen, sollen weniger EU-Gelder erhalten (Kontrolle dieser Prinzipien)

 

EU & Europawahl:

  • EU soll eigenen Außenminister/in im Sicherheitsrat einsetzen
  • Parlament soll selbst Gesetzesvorschläge einbringen dürfen (Initiativrecht für Parlament)
  • Wahlen sollen ab 16 sein

 

Umwelt:

  • Klimaschutzziele erhöhen » Minderung von Treibhausgasen von 40 auf 45 %
  • Plastikreduzierung (Mülleinträge) um 50 % bis 2023

 

Sonstige Themen:

  • Daten für alle » digitale Monopole von Google, Amazon und Facebook aufbrechen
  • Zugang zu schnellem Internet und Mobilfunk schaffen

 

Bündnis C

Motto:

„Einheit und Frieden durch starke Nationen“

 

Spitzenkandidaten:

Arne Gericke und Karin Heepen

 

Themen des Wahlprogramms:

Sozial- & Arbeitspolitik:

  • Europäische Kooperation zur Vermeidung von Arbeitsmigration » Faire Handelsverträge
  • Familienfreundliche Arbeitsbedingungen schaffen
  • Sozialpolitische Kompetenzen an Familienverbände und Genossenschaften geben, um die staatlichen Sozialausgaben zu senken
  • Menschenwürde achten » Zwangsarbeit und Menschenhandel bekämpfen
  • Kinderrechte beginnen bei den Ungeborenen
  • Eindämmung von Prostitution und Menschenhandel » Kauf sexueller Dienstleistungen unter Strafe stellen

 

Außen-, Asyl- & Verteidigungspolitik:

  • Recht auf Asyl garantieren » EU-Außengrenzen gemeinsam schützen
  • Fluchtursachen mindern » Keine Allianzen und keine Waffen an Diktatoren
  • Rüstungs-, Handels- und politische Abkommen (Türkei, Saudi-Arabien, Iran) an fundamentale Freiheitsrechte binden
  • Israel unterstützen » Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran

 

Wirtschaft:

  • Wirtschaftspolitik für das Gemeinwohl
    • Regionale Unternehmen fördern statt Großkonzerne
    • Mittelstand und Regionen fördern
  • Verantwortlich Haushalten » Schuldenabbau für die nächste Generation
  • Faire Besteuerung internationaler Konzerne

 

EU & Europawahl:

  • Europa aus Krisen und Polarisierung führen » Ja zu Europa als Völkerfamilie
  • Mehr Kontrolle und Mitsprache der nationalen Parlamente
  • EU-Gesetzgebung überprüfen und reduzieren
  • Initiativrecht der Europäischen Kommission nur da, wo die EU die volle Zuständigkeit besitzt
  • Das EU-Budget verringern

 

Umwelt:

  • Umwelt und Natur schützen » Artenvielfalt und Ressourcen erhalten
  • Investitionen in Forschung und Entwicklung für Schlüsseltechnologien
  • Technologische Innovation zum Schutz der Umwelt fördern
  • Agrarsubventionen für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bauern überprüfen
  • Herbizide, Insektizide und Pestizide begrenzen zum Schutz von Bienen und Insekten

 

Sonstige Themen:

  • Verfolgte Christen unterstützen » Religionsfreiheit weltweit fordern
  • Digitalisierung » unabhängige europäische Datennetzstruktur
  • Verhindern von Finanzierungen für Abtreibungsorganisationen wie International Planned Parenthood durch die EU

 

Die Linke

Motto:

„Europa nur solidarisch“

 

Spitzenkandidaten:

Martin Schirdewan & Özlem Alev Demirel

 

Themen des Wahlprogramms:

Sozial- & Arbeitspolitik:

  • Forderung eines europäischen Mindestlohns und einer europäischen Arbeitslosenversicherung
  • Lohnungleichheit zwischen Geschlechtern soll bekämpft werden
  • Vollbeschäftigung der Arbeitnehmer in Europa durch Bildungsprogramme und kürzere Arbeitszeiten
  • EU soll sich aktiv gegen Rassismus engagieren

 

Außen-, Asyl- & Verteidigungspolitik:

  • Ablehnung der Abschiebung von Flüchtlingen
  • EU-weite Schutzstandards für Geflüchtete auf hohem Niveau
  • Recht auf Familiennachzug für Geflüchtete
  • Neuregelung des Bleiberechts für Geflüchtete
  • Europäische Agentur für Grenz- und Küstenwache „Frontex“ abschaffen
    • Ersatz durch ziviles (nicht militärisches) Seenotrettungsprogramm
  • Abrüstung der europäischen Staaten und Ablehnung einer EU-Armee
  • Verbot von Rüstungsexporten

 

Wirtschaft:

  • Banken sollen europaweit entmachtet werden
  • Rückgängig machen von Privatisierung (Verlagerung staatlicher Aktivitäten in den privaten Wirtschaftsbereich bzw. Überführung von Staatseigentum in Privateigentum)

 

EU & Europawahl:

  • Vereinheitlichung der Wahlsyteme in der EU
  • Einführung eigener EU-Verfassung
  • EU-Parlament soll selbst Gesetzesvorschläge einbringen dürfen (Initiativrecht)

 

Umwelt:

  • Erhöhung der Klimaschutzziele
  • Verlagerung des Verkehrs auf die Schienen

 

Sonstige Themen:

  • EU-weiter kostenloser Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV)

 

Bündis 90/Die Grünen

Motto:

Europas Versprechen erneuern

 

Spitzenkandidaten:

Ska Keller & Sven Giegold

 

Themen des Wahlprogramms:

Sozial- & Arbeitspolitik:

  • Wohlstand und Gerechtigkeit für alle Europäer
    • Europäische Arbeitslosenversicherung, gemeinsame Steuern und EU-weiter Mindestlohn sollen dafür eingeführt werden

 

Außen-, Asyl- & Verteidigungspolitik:

  • Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
  • Vereinheitlichung der Einwanderungs- und Asylgesetze und Ermöglichung von legaler Arbeitsmigration
    • Asylsystem mit solidarischem Verteilungsmechanismus soll eingeführt werden
  • Einrichtung von legalen und sicheren Fluchtwegen für Asylsuchende

 

Wirtschaft:

  • Beteiligung des Finanzsektors und der digitalen Wirtschaft an der Finanzierung öffentlicher Aufgaben
  • Einführung einer Finanztransaktionssteuer

 

EU & Europawahl:

  • Finanzielle Mittel der EU sollen erhöht und das Parlament gestärkt werden
  • Europawahl: Wahlalter ab 16 Jahren und transnationale Listen

 

Umwelt:

  • EU soll weltweiter Vorreiter im Klimaschutz werden
    • Mehr Geld soll in erneuerbare Energien investiert und Europa unabhängiger von Kohle und Atomstrom gemacht werden

 

Sonstige Themen:

  • Einführung europäischer Universitäten (EU als Träger) und einer europäischer Zentrale für politische Bildung
  • ErasmusPlus soll für Schüler und Auszubildende geöffnet werden
  • Cannabis soll europaweit legalisiert werden
  • Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-, Inter- und Queer-Menschen stärken
  • Sexuelle Selbstbestimmung von Frauen

 

FDP

Motto:

Europas Chancen nutzen

 

Spitzenkandidatin:

Nicola Beer

 

Themen des Wahlprogramms:

Sozial- & Arbeitspolitik:

  • Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im Kern den Mitgliedstaaten überlassen und bei grenzüberschreitenden Problemen unterstützend tätig werden
  • EU-weite Informationsplattform über die nationalen Altersvorsorgesysteme, ihre Besteuerung und ihre Portierbarkeit in andere Länder

 

Außen-, Asyl- & Verteidigungspolitik:

  • Einführung eines Einwanderungs-Punktesystems für qualifizierte Arbeitskräfte
  • Asylgesetze sollen EU-weit vereinheitlicht werden
    • Geflüchtete sollen nach einheitlichem Schlüssel auf EU-Mitgliedsstaaten verteilt werden
  • Mehr Kooperation in der Außen- und Sicherheitspolitik
    • Beispielsweise soll dies durch eine EU-Armee und Verstärkung der Außengrenzen der EU geschafft werden

 

Wirtschaft:

  • Verstöße gegen Stabilitäts- und Wachstumsvorgaben von Mitgliedsstaaten sollen härter bestraft werden
  • Ablehnung einer gemeinschaftlichen Schuldenhaftung in der EU
  • Klare Regeln für den Euro
    • Zukunftsfonds für private Investitionen
    • Überschuldung sanktionieren

 

EU & Europawahl:

  • EU-Parlament darf selbst Gesetze vorlegen (Initiativrecht)
  • Parlament soll EU-weit einheitlich und mit transnationalen (also nicht länderspezifisch) Listen gewählt werden
  • EU-Kommission soll auf max. 18 Kommissare verkleinert werden
  • Einführung einer EU-Verfassung

 

Umwelt:

  • Schrittweise Abschaffung der landwirtschaftlichen bzw. Agrar-Subventionen

 

Sonstige Themen:

  • Förderung von Datenschutz-Technologien und Ausbau von Glasfasernetz
  • Ausweitung der Austauschprogramme, Vernetzung europäischer Hochschule und Gründung neuer EU-Hochschulen sowie kostenlose Interrail-Tickets für alle unter 18-jährigen

 

AfD

Motto:

„Aus Liebe zu Deutschland: Freiheit statt Brüssel“

 

Spitzenkandidat:

Jörg Meuthen

 

Themen des Wahlprogramms:

Sozial- & Arbeitspolitik:

  • Keine Einführung von EU-Sozialsystemen, keine europäische Sozialunion
  • Keine europäische Arbeitsagentur und europäische Arbeitslosenversicherung
  • Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen unterbinden

 

Außen-, Asyl- & Verteidigungspolitik:

  • Recht auf Asyl soll eingeschränkt werden » Geflüchtete aus Deutschland abschieben (insbesondere syrische Kriegsflüchtlinge)
  • Geflüchtete sollen in Lagern außerhalb der EU (Drittstaaten) untergebracht werden
  • Einreise Geflüchteter durch nationale Grenzkontrollen verhindern
  • Es soll keine gemeinsame Außenpolitik und keine EU-Armee geben

 

Wirtschaft:

  • Keine EU-Steuern und kein EU-Finanzministerium
  • Finanztransaktionssteuer in der EU
  • Ausgaben der EU reduzieren
  • Wohlstand und sozialer Frieden in Europa durch Wiedereinführung nationaler Währungen

 

EU & Europawahl:

  • kritisiert EU als undemokratisch und möchte Europaparlament abschaffen
  • sieht EU vorrangig als Wirtschaftsunion und will vieles wieder national regeln (Forschung + Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz)
    • Forschungsgelder national vergeben
    • Landwirtschaftssubventionen national regeln
    • Umwelt- und Verbraucherschutz national regeln
  • falls EU nicht grundlegend reformiert wird, fordert AfD Austritt aus der EU

 

Umwelt:

  • AfD zweifelt menschgemachten Klimawandel an
  • Kohle- und Atomkraftwerke sollen in Betrieb bleiben
  • EU-Grenzwerte zu Luftreinhaltung sollen abgeschafft werden (Luftschutz-Grenzwerte)

 

Sonstige Themen:

  • betont Menschenrechte
  • Einschränkung der Religionsfreiheit für den Islam » Verbot öffentlicher Gebete

 

Streitfrage Artikel 13 – Was hat die Europawahl damit zu tun?

Nun zu einem der brisantesten Punkte der Europawahl – zumindest für junge Leute, Content-Creator und Social-Medianer. Der Streit um Artikel 13, der infolge der EU-Urheberrechtsreform aufgekommen ist.

Ziel der Reform ist es, das überholungsbedürftige EU-Urheberrecht aus dem Jahr 2000 an das digitale Zeitalter anzupassen. Artikel 13 nimmt hierbei besonders Plattformen wie Youtube stärker in die Pflicht, so dass diese künftig schon beim Hochladen prüfen müssen, ob es sich bei Inhalten um urheberrechtlich geschütztes Material handelt.

Kritiker des Artikel 13 sagen jedoch, dass dies technisch nur über einen Uploadfilter möglich sei, der unter Umständen auch mehr als nötig aussortiere – beispielsweise Satire, die von den Filtern nicht als solche erkannt werde. Somit kämen die Filter einer Zensur gleich.

Befürworter hingegen argumentieren, dass Plattformen, die mit Inhalten Dritter wissentlich Geld erwirtschaften, zu einer fairen Lizenzierung gebracht werden sollen.

 

Welche Auswirkungen hat das auf die Europawahl?

Beim Streit um den besagten Artikel 13 sind vor allem die CDU und SPD – unsere aktuelle Bundesregierung – ins Licht der Kritiker gerutscht, weil diese für die Reform gestimmt haben, aber zeitgleich gegen ihren eigenen Koalitionsvertrag verstoßen. Dieser besagt wörtlich:

Eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Upload-Filtern, um von Nutzern hochgeladene Inhalte nach urheberrechtsverletzenden Inhalten zu „filtern“, lehnen wir als unverhältnismäßig ab.“ (§ 4 – Offensive für Bildung, Forschung und Digitalisierung, Art. 5 – Digitalisierung, S. 49; Hervorhebungen durch Autor)

Nach Abstimmung für die Reform habe sich die CDU jedoch nochmals dazu geäußert und angekündigt, dass Upload-Plattformen weiterhin frei und unzensiert bleiben sollen und deshalb auf Uploadfilter verzichtet werde.

Aufgrund der Streitigkeiten um Artikel 13 und die besagten Uploadfilter werden wohl vor allem die CDU und SPD an Stimmen bei der Europawahl einbüßen – viele junge Leute und insbesondere Content-Creator bringen ihren Unmut über diese Entscheidung in den Wahlen zum Ausdruck.

 

Fazit

Nach solch einer Informationsflut ist man erst einmal erschlagen und vor allem doch wieder auf sich selbst gestellt: Was tut man nun mit dieser Masse an Informationen? Was ist das richtige für unsere Zukunft und unser Europa? Ich persönlich bin zu dem Entschluss gekommen, noch mehr dafür zu beten. Mir fehlt – gerade im Bereich Politik – absolut die Weisheit und ich möchte das nicht auf die leichte Schulter nehmen und mit einem einfachen „die Masse der Wähler wird’s schon richten“ abtun. Ich habe eine Verantwortung – meinem Gott gegenüber, meinen Mitmenschen gegenüber und mir selbst gegenüber. Deswegen habe ich auch diesen Artikel geschrieben. Ich glaube nicht, dass jeder Mensch politisch topfit sein muss, aber ich glaube, dass wir zumindest in den Grundzügen verstehen sollten, was um uns herum geschieht. Wir leben schließlich in der Welt, auch wenn wir nicht von der Welt sind.

Was ist euer „next step“? Noch mehr informieren oder doch erst einmal beten? Es gibt nur einen, der alles in der Hand hat, und das ist Gott.

 

Ich wünsche euch Gottes Segen und viel Weisheit bei den Wahlen am 26. Mai!
Eure Daniela ♥

 


Quellen: Daniel Rupp, Bundeszentrale für politische Bildung (Erklärvideo sowie Artikel über Grundlagen und Verfahren der EU), explainity, buendnis-c.de, merkur.de, tagesschau.de, europa.eurp-online.de, Koalitionsvertrag der Regierung, Europäisches Integrationszentrum Rostock

◷ Geschätzte Lesedauer: 8 Minuten

Kennst du das Gefühl, so tief verletzt zu werden, dass du meinst, es zerreiße dir das Herz in deiner Brust? Wurdest du schon einmal so sehr von einem Menschen enttäuscht, dass du am Boden zerstört warst? Hast du in der Vergangenheit Leid und Verletzungen erfahren, die dich immer noch schmerzen und fessseln? Dann werden wir wohl beide leider den gleichen Schmerz kennen – und vor allem werden wir den gleichen Kampf kämpfen, um zu vergeben.

 

„Ich kann und will nicht vergeben“?

„Ich kann nicht und ich will nicht“, kein anderer Gedanke war neben dem Verdrängen der Schmerzen, die die tiefen Verletzungen hinterlassen haben, so präsent in meinem Kopf. „Das kannst du niemals vergeben … aber du musst vergeben.“ Zwei Stimmen, die seit Monaten in meinem Kopf gegeneinander kämpften. Eine lauter als die andere. Und dennoch hatte keine die Oberhand gewonnen.

Ich habe vor ein paar Wochen in einem Impuls darüber geschrieben, dass ich eigentlich keine Lust mehr auf das Leben hatte. Ich hätte am liebsten alles hingeworfen, reißaus genommen und aufgegeben. Das einzige, was mich davon abhielt, war mein Glaube an einen lebendigen, liebenden Gott, dem ich mehr zutraue, als ich selbst sehen kann. Denn vor allem hatte ich keine Lust mehr zu weinen und zu leiden. Auch wenn das bedeutete, dass ich endlich loslassen musste. Den Schmerz, all die Wut und Trauer freilassen und Vergebung aussprechen. Nicht um meines Gegenüber Willen, sondern in erster Linie, um Gott zu gefallen und meine Seele zu befreien.

 

Vergebung ist Gnade

Ich merkte selbst, dass die Vergebung, nach der ich mich sehnte, unecht und an äußere Bedingungen geknüpft war: daran, ob um meine Vergebung gebeten, für mein Leid gebüßt und mein Leid wiedergutgemacht wurde. Doch ich durfte lernen, dass die wahre Vergebung aus Gnade geschieht – ohne Gegen- oder Vorleistung.

„Vergeben ist nicht fair, es ist Gnade.“ (Tobias Teichen, ICF München)

Deshalb möchte ich dir und mir selbst heute aufzeigen, wie wichtig Vergebung ist und wie wir einen Lebensstil praktizieren können, der von Vergebung geprägt ist. Also komm mit und beginne deine Reise, Vergebung zu lernen – Schritt für Schritt.

 

Schritt 1 – Sei dir bewusst: Gott schenkt die Kraft und den Wunsch zu vergeben

Ich habe aufgehört, auf den perfekten Moment zu warten, an dem ich vergeben kann. Denn den wird es nicht geben. Der richtige Zeitpunkt zu vergeben ist jetzt. Nicht erst irgendwann. Denn morgen werde ich genauso wenig Kraft und Willen haben, vergeben zu wollen. Unsere Natur will und kann nicht vergeben. Nicht ohne Hilfe. Und da kommt Gott ins Spiel. Denn wenn mir eines in den vergangenen Wochen und Monaten besonders bewusst geworden ist, dann die Tatsache, dass Gott nicht nur das Vollbringen (die Kraft, zu tun, was ihm gefällt), sondern auch das Wollen (den Wunsch, ihm zu gehorchen) in uns bewirkt. Denn Gottes gesamtes Wesen ist von Vergebung geprägt – und wir als seine Ebenbilder können das auch widerspiegeln.

„Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.“ (Philipper 2,13)

 

Schritt 2 – Sei ehrlich zu dir selbst

Ich denke nicht gerne darüber nach, wie sehr ich verletzt wurde, weil es mich traurig macht – ich darf bloß keine Schwäche zulassen. Die Maske darf nicht fallen. Immerhin bin ich Christin und ich sollte doch schon längst damit abgeschlossen haben. Ich sollte nicht mit negativen Gefühlen kämpfen. Ich sollte gut sein. Oder nicht?

Ich habe lange Zeit versucht, Gott und mir selbst etwas vorzuspielen. Weil ich Gott nicht enttäuschen wollte und weil ich selbst Angst vor dem Versagen hatte. Doch die Wahrheit ist: Weil Gott mein Herz, jeden Gedanken und jede Tat kennt, lässt er sich nicht täuschen. Und vor allem: Er kann nicht enttäuscht werden. Ich darf traurig sein, ich darf verletzt sein und ich darf darüber klagen, welch ein Leid mir zugefügt wurde. Denn Gott hört mein Weinen und sieht meine Tränen. Er sieht, wie ich unter den Verletzungen dieser Sünden gelitten habe und noch immer leide. Deshalb darf ich mir selbst eingestehen, dass ich verletzt bin statt weiterhin so zu tun, als sei ich stark und unverletzbar.

Ein Vers, der mich in den vergangenen Wochen getröstet hat, ist dieser Vers aus der Bergpredigt von Jesus:

„Wie glücklich sind die, die Leid über Sünde tragen, denn Gott wird sie trösten.“ (Matthäus 5,4)

Sei offensiv ehrlich – zu dir selbst und zu Gott. Gott lässt sich nicht täuschen – er kennt unser Herz, jeden Gedanken, jede Tat. Er weiß, dass wir hassen und verbittern. Wem wollen wir etwas vormachen? Und vor allem: Warum? Am Ende bringen wir uns damit einander nur selbst zu Fall.

 

Schritt 3 – Überlasse die Rache Gott

Wenn es nach mir ginge, würde ich nicht vergeben – ich würde Menschen, die mich verletzt haben, Schlechtes und Leid wünschen. Ich würde versuchen, Rache zu üben oder sie zumindest ebenfalls zu verletzen und sie schlecht zu machen. Auge um Auge, Zahn um Zahn – ganz einfach.

Doch durch das Wirken des Heiligen Geistes in mir, weiß ich, dass all diese Gedanken falsch sind und nur aus meinen Gefühlen der Wut, Trauer und Verletztheit entspringen – sie sind der perfekte Nährboden für schlechte Saat, die der Teufel aussät. Vor allem aber weiß ich, dass ich durch Jesus neu gemacht worden bin – Gott lebt nun in mir und kann mich von innen heraus verändern. Ich muss mich nicht mehr an Rachegelüsten festklammern und mich selbst in dem Strudel aus Wut und Hass gefangen nehmen. Ich darf und kann frei werden und vergeben durch Jesus, der in mir lebt.

„Jetzt lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Und das Leben, das ich jetzt noch in meinem sterblichen Körper führe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich geopfert hat.“ (Galater 2,20)

Und vor allem darf ich glauben, dass Gottes Rache, sein Gericht über die Menschen, die mich verletzt haben, unfehlbar und absolut gerecht sein wird. Du musst dich nicht sorgen, ob er zu gnädig sein wird – Gott wird beurteilen und am Tag seiner Wiederkunft richten. Jeder erhält seinen gerechten Lohn. Und wenn Jesus für ihn gesühnt hat, dann wird es auch für ihn ein Gnadenlohn sein. Überlasse es Gott, denn er kennt die Situation besser.

„Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes! Denn in der Schrift steht: Es ist meine Sache, das Unrecht zu rächen, sagt der Herr, ich werde Vergeltung üben.“ (Römer 12,19)

 

Schritt 4a – Liebe deinen Nächsten

Verletzungen und Enttäuschungen sind besonders schmerzhaft, wenn sie von einem Menschen verursacht werden, der uns nahe steht und den wir über alles lieben. Umso schwerer fällt es dann, diesem Menschen Vergebung auszusprechen. Doch Gottes sagt uns in der Bibel, dass wir unsere Nächsten lieben sollen – ganz gleich, ob Freund oder Feind. Er wünscht sich, dass wir ein Herz haben, das nichts nachträgt, sondern bereitwillig vergibt – unabhängig von den Umständen. Denn wenn wir Gott und die Menschen lieben wollen, sollten wir auch bestrebt sein, es in der Art und Weise zu tun, die Gott uns als Vorbild gibt:

„Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend.“ (1. Korinther 13,5)

Was mich vor allem berührt hat, war der Gedanke, dass zu vergeben und nichts nachzutragen ein Akt der Liebe ist – wenn ich den Anspruch erhebe und behaupte, diesen Menschen wirklich geliebt zu haben, führt kein Weg an der Vergebung vorbei. Meine Taten müssen meinen Worten folgen, auch wenn es schrecklich schmerzt und meinen Stolz verletzt.

 

Schritt 4b – Segne diesen Menschen und tue ihm Gutes

Jemand hat mir mal gesagt: „Du kannst niemanden hassen, für den du betest.“ Und dem ist tatsächlich so. Auch wenn die Gefühle anfangs negativ sind und die Gedanken von Wut, Zorn und Hass geprägt sind, darf ich Gott meine Gefühle abgeben und beginnen, Menschen zu segnen, die mich verletzt haben. Und das sind keine geheuchelten Gebete: Heuchelei wäre es nur, wenn du sagen würdest, es würde dir leicht fallen. Gott kennt dein Herz und deinen Kampf. Segne deinen Gegenüber bis die negativen Gefühle weg sind und überlege dir, wie du ihm Gutes tun kannst (bspw. durch Heilung aussprechen).

„Segnet eure Verfolger, wünscht ihnen Gutes und verflucht sie nicht!“ (Römer 12,14)

„Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten!“ (Römer 12,21)

 

Schritt 5 – Schaue dir deine eigenen Fehler und Sünden an

Ich glaube, Demut ist ein wahrer Schlüssel zur Vergebung. Wenn wir uns bewusst machen, dass wir auch irren, Fehler begehen und sündigen – wenn wir klein werden vor Gott und unser Bedürfnis der Gnade sehen –, dann fällt es uns leichter, auch anderen diese Gnade und Vergebung zuzusprechen.

„Denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Doch werden sie allein durch seine Gnade ohne eigene Leistung gerecht gesprochen, und zwar aufgrund der Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist.“ (Römer 3,23–24)

 

Schritt 6 – Vergib, um dich frei zu machen

Man muss eine Grundsatzentscheidung treffen, um jemandem vergeben zu können. Eine Entscheidung, die unabhängig von Gefühlen ist. Wenn wir vergeben, setzt es uns frei – es sprengt die Fesseln, die wir uns selbst auferlegt haben.

Matthew West singt in seinem Lied „Forgiveness“ folgende wertvolle Zeilen:

„It’s the hardest thing to give away, and the last thing on your mind today. It always goes to those who don’t deserve. It’s the opposite of how you feel, when the pain they caused is just too real. Takes everything you have just to say the word Forgiveness.
It flies in the face of all your pride, It moves away the mad inside. It’s always angers own worst enemy. Even when the jury and the judge say you gotta right to hold a grudge. It’s the whisper in your ear saying ‘Set It Free’. […] Help me now to do the impossible – Forgiveness.
It’ll clear the bitterness away, it can even set a prisoner free. There is no end to what its power can do. So, let it go and be amazed by what you see through eyes of grace. The prisoner that it really frees is you.“

Vergeben ist nicht gleich Vergessen. Du kannst vergeben, aber du wirst niemals vergessen. Denn Vergebung ist eine Entscheidung, die du unabhängig von deinen Gefühlen triffst. Gefühle kommen und gehen, ebenso wie Erinnerungen an vergangenes Leid und Schmerzen – ja, sogar all die Wut, die Trauer und die Liebe werden immer ein Teil deines Lebens bleiben, weil sie einmal da waren. Aber wenn du Vergebung aussprichst, fesseln dich diese Gefühle nicht mehr und ziehen dich nicht mehr herunter. Deine Entscheidung wird fest stehen, unabhängig wie du dich fühlst.

 

Schritt 7 – Soviel an dir liegt, habe Frieden mit allen Menschen

Tobias Teichen vom ICF München hat in einer Predigt mal ein ziemlich geniales Zitat gebracht:

„Zum Versöhnen braucht es zwei Personen, zum Vergeben nur dich.“

Wir Menschen haben gerne eine „Friede, Freude, Eierkuchen“-Stimmung – wenn etwas zwischen zwei Menschen steht, macht uns das nervös und unsicher. Doch Vergebung ist eine einseitige Entscheidung. Während du deinen Frieden wiedergefunden haben kannst und mit Gott wieder im Reinen bist, kann es durchaus sein, dass von Seiten deines Gegenübers noch immer Verdruss und Unfrieden herrschen. Lass dich aber nicht von deinem Weg abbringen: Habe Frieden mit anderen Menschen – soviel an dir liegt. Nicht alles liegt in deiner Hand.

In dem Moment, wo du diese Schritte praktizierst – unabhängig von deinen Gefühlen –, vergibst du. Vergebung beginnt beim ersten Schritt und bei der Entscheidung zu vergeben. Eine Versöhnung hingegen ist nur möglich, wenn beide Seiten Vergebung aussprechen und einen Schritt aufeinander zugehen.

 

Schritt 8 – Mache dir bewusst: Nicht zu vergeben hat Konsequenzen

Vergebung ist wichtig. Doch was ist, wenn man nicht vergibt? Du fesselst dich selbst und pflanzt eine Wurzel der Bitterkeit in dein Herz – manchmal unscheinbar wird sie umso schmerzhafter, wenn alte Erinnerungen wach werden oder Neid in dein Herz kommt.

Vor allem aber müssen wir uns Folgendem bewusst sein:

1. Wenn wir nicht vergeben, wird Gott uns auch nicht vergeben – unsere Verbindung zu Gott wird unterbrochen und unsere Gebete werden nicht erhört.

„Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Verfehlungen nicht vergeben.“ (Matthäus 6,15)

2. Wenn wir nicht vergeben, haben wir die große Liebe Gottes nicht verstanden und leben nicht in ihr – denn Gott ist die Liebe höchstpersönlich.

„Ihr Lieben, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.“ (1. Johannes 4,11)

 

Lass uns gemeinsam dafür beten, dass wir loslassen, frei werden und vergeben können – um Jesu und unseretwillen.

Deine Daniela ☙

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In den vergangen Tagen wurde ich wieder sehr stark mit der Thematik Nächsten- und Selbstliebe konfrontiert. Wie gehe ich mit meinen Nächsten und mir selbst um, wie liebe ich sie und mich, wie sieht Gott uns? Diese und andere Fragen möchte ich euch heute beantworten. Aber eines vorneweg: Dieser Artikel soll kein Aufruf zu egoistischer Selbstliebe sein – dies würde letzten Endes nur zur Sünde führen und wir wissen schließlich alle, was der Lohn der Sünde ist: der Tod. Ganz im Gegenteil soll dieser Artikel aber zur Nächstenliebe nach biblischem Vorbild ermutigen und eine gesunde Selbstliebe aus der Perspektive des Schöpfers aufzeigen. Freut euch daher auf drei Gründe, warum wir unsere Nächsten wie uns selbst lieben sollten und als Überraschung des Tages auf einen Ermutigungs-Wallpaper für den Monat August. ♥

»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« (Matthäus 19,19b)

 

Grund 1: Gott fordert mich dazu auf, andere zu lieben

So simpel wie einfach: Was Gott anordnet, das soll auch getan werden. Und das nicht, weil Gott willkürlich Regeln festlegen und wie ein Tyrann über uns herrschen möchte. Er will unser Bestes und seine Anordnungen dienen uns zum Guten. Und nicht nur das – Gott verspricht uns ewiges Leben mit ihm. So verheißt es sein Wort.

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“ (Römer 8,28)

„Und die Welt mit ihren Begierden vergeht; doch wer so handelt, wie Gott es will, wird für immer leben.“ (1. Johannes 2,17)

 

Grund 2: Wie wir uns selbst lieben bestimmt unsere Nächstenliebe – und umgekehrt

Die Formulierung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ beschreibt, was wir in Jesus’ Bergpredigt und an vielen anderen Stellen in der Bibel wiederfinden: Die sogenannte goldenen Regel.

„Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.“ (Matthäus 7,12)

Die Liebe, die wir zu uns selbst haben und die jedem Menschen in gewissem Maße innewohnt, ist der Maßstab für die Liebe, die wir zu unseren Nächsten haben sollten. Und, was gerne vergessen wird, die Liebe zu unseren Nächsten ist wiederum der Maßstab für die Liebe zu uns selbst. So lesen wir es in der Bibel am Beispiel der Liebe eines Ehemannes zu seiner Frau:

„Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst.“ (Eph 5,28b)

Die Nächsten- und Selbstliebe gehen Hand in Hand einher. Wir können andere nicht lieben, wenn wir uns selbst verachten und wir können andere nicht verachten, wenn wir uns selbst lieben. Wir sind alle Menschen – fehlbar, aber von Gott geliebt. Und damit kommen wir schon zum letzten Grund …

Grund 3: Ich bin von Gott geliebt – und mein Nächster auch

Wenn es dir an Selbstliebe fehlt oder du dich gering schätzt, ist das keine Tugend oder gar Demut – es ist schlichtweg falsch und eine Beleidigung gegenüber deines Schöpfers. Gott sagt uns selbst in der Bibel, dass wir wunderbar gemacht sind und dass er uns so sehr liebt, dass sogar alle Haare auf unserem Kopf gezählt sind. Ja, er kennt uns schon vor Beginn unserer Zeit und liebt uns doch so sehr, dass er für uns alle am Kreuz gestorben, als wir noch Sünder waren.

„Denn du hast meine Nieren gebildet; du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl!“ (Psalm 139,13–14)

„Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt.“ (Matthäus 10,30)

„Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8)

Wie kannst du dich selbst verachten, wenn du diese Wahrheiten kennst? Wie kannst du deine Nächsten nicht lieben, wenn du weißt, dass dein Schöpfer sie liebt?

Bibelvers-Wallpaper für August ♥

Was wäre solch eine Ermutigung zu Beginn eines neuen Monats ohne den entsprechenden Bibelvers-Wallpaper? Vermutlich nur flüchtig gelesen und direkt wieder vergessen. Um dem entgegegen zu wirken, möchte ich euch heute wieder einige Wallpaper schenken. Die Wallpaper stehen zum kostenlosen Download bereit und dürfen unter Beachtung der Lizenz (CC BY-NC-ND 2.0 DE) gerne genutzt und geteilt werden. ♥ Viel Freude damit!

Wallpaper-Download

9:16 für iPhone & Smartphone hell // dunkel
3:4 für iPad & Tablet hell // dunkel
16:9 für Macbook & Desktop hell // dunkel

Eure Daniela ♥ Gott mit euch!

◷ Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

Ich bin ein bisschen genervt. Sehr sogar. Ihr kennt diese Art von Fragen bestimmt auch: „Darf ein Christ …?“ Anstelle der Auslassungszeichen dürft ihr gerne ein beliebiges Diskussionsthema einsetzen – seien es nun Tattoos, Partys, Musik, Filme, Kleidung oder anderes. Manchmal stecken nur Neugierde, Diskussionslust, der Helferdrang, andere vor Sünden zu bewahren, oder der Drang, anderen unter die Nase zu reiben, dass sie einem ein Anstoß sind, dahinter. Oftmals deckt diese Frage für mich aber einfach nur die Gesetzlichkeit auf, in der wir so gerne leben und mit der wir uns profilieren wollen. Ich will hier keineswegs irgendjemanden verurteilen und mir anmaßen, solche Diskussionen als „irrelevant“ abzutun. Das sind Fragen, die einen bewegen und über die man sich früher oder später Gedanken machen muss, um zu prüfen und Position zu beziehen. Aber …

Das Ziel unseres Lebens als Christ

Bitte hört auf, das Christ-Sein darauf zu reduzieren und immer nur darüber zu reden, was man darf und was man nicht darf. Redet viel lieber darüber, was man tun muss und soll! Gott sagt uns in der Bibel im Grunde nur zwei Gesetze: Ihn zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben. Daher sollten wir uns doch viel lieber gegenseitig motivieren und ermutigen. Es ist doch so einfach. Und dennoch unterhalten wir uns immer wieder über unsere persönlichen Geschmäcker, was man als Christ darf und was nicht.

Bin ich ein Anstoß für andere?

„Bin ich ein Anstoß, wenn sich jemand an mir stört?“ Diese Frage habe ich mir tatsächlich in den vergangenen Wochen so oder so ähnlich relativ oft selbst gestellt. Beispielsweise durch meinen Römer- bzw. Philipper-Bibellesekreis mit Freunden, oder in Gesprächen mit Freundinnen über Werksgerechtigkeit, und zu guter letzt als mich jemand auf Dinge aufmerksam gemacht hat, die Leute stören oder einen „schlechten Eindruck“ vermitteln könnten. Da wird man als Christ tatsächlich stutzig. Bin ich nun ein Anstoß oder nicht, muss ich es allen Recht machen, oder darf ich andere auch ein bisschen nerven?

Anstoß zur Sünde vs. Ärgernis

Die Antwort dazu steht (surprise, surprise) in der Bibel – doch was ich selbst erst jetzt erkannt habe: Ich habe den Begriff „Anstoß sein“ immer falsch verstanden. In der Elberfelder Studienbibel stehen folgende Verse:

„Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden, und ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Anstoßes zur Sünde.“ (1. Petrus 2,7-8)
„Lasst uns nun nicht mehr einander richten, sondern haltet vielmehr das für recht, dem Bruder keinen Anstoß oder einen Fallstrick zu geben.“ (Römer 14,13)

In dem ersten zitierten Vers geht es natürlich um Jesus und im zweiten um uns Christen, aber an beiden hervorgehobenen Stellen wird das griechische Wort »skandalon« verwendet. Überraschenderweise bedeutet es nicht, dass man jemanden einfach nur nervt oder ärgert – es bedeutet, dass man ihn komplett geistlich ruiniert. Erklärend dazu steht im Sprachschlüssel der Studienbibel folgendes:

„»Skandalon« bezeichnet immer eine Verführung oder das Schaffen einer Gelegenheit, […] welches [den verführten Menschen] ruiniert. […] In den meisten Fällen ist ein »skandalon« etwas, was Gelegenheit zu einem Verhalten bietet, das mit dem Untergang dessen endet, der Anstoß nimmt. Damit ist »skandalon« (Ursache, Anstoß zum Sündigen) etwas Anstößiges, weshalb auch derjenige bestraft wird, der es bietet oder gibt.“ (Elberfelder Studienbibel, 3. Auflage 2012, 8. Gesamtauflage, SCM R. Brockhaus, Witten, Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg, S. 2067)

 

Der Kontext: Götzenopferfleisch

Ich mache an dieser Stelle einen kleinen Exkurs in den Kontext des zitierten Bibeltextes aus dem Abschnitt aus Römer 14,1–15,7 (dem Abschnitt im Thema „Anstoß sein“). In diesem Abschnitt geht es um die Starken und Schwachen im Glauben – Menschen, deren Gewissen stärker aber auch schwächer sein kann. Paulus spricht ein damaliges Problem an: Den Verzehr von Götzenopferfleisch. Für die einen (meist Juden) war das ein Ding der Unmöglichkeit – niemals könnten sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren, Fleisch zu essen, das für die Götzen bestimmt war. Für die anderen (meist Heiden) war das gar kein Thema – es sei ja nur ein Stück Fleisch, das den inneren Menschen von außen nicht verunreinigen könne.
Auch wenn wir heutzutage vermutlich eher seltener über Götzenopferfleisch diskutieren, haben wir heute nach wie vor immer wieder das Problem mit den Stärkeren und Schwächeren im Glauben.* Daher ist das Prinzip, welches Paulus uns hier aufzeigt, auch noch für uns Christen heutzutage anwendbar.

* Weiterlesen: www.bibelstudium.de

 

Wann ich ein Anstoß bin

Im Klartext bedeutet das nun für uns: Die Wortbedeutung von „Anstoß sein“ meint nicht, den Menschen ein Ärgernis zu sein, indem man sie irgendwie stört oder nervt, sondern (viel krasser!) die Menschen absichtlich in Sünde fallen zu lassen – ihnen einen Fallstrick auszulegen, ein sinnbildliches Bein zu stellen oder (wie in Mario Kart) eine rutschige Banane auzulegen. 🍌 Solange wir also niemanden willentlich zur Sünde verführen und jemanden motivieren zu sündigen, indem wir bspw. einem ehemaligen Alkoholiker Alkohol aufzwingen, sind wir kein Anstoß.

Wann, wie und warum sollte man dennoch Rücksicht nehmen?

Als Christen leben wir nicht mehr nur für uns, sondern in erster Linie für Gott und unsere Nächsten. Man kann es anderen nie zu 100 % recht machen, klar, aber um des Friedens Willen und für ein liebevolles Miteinander sollten wir dennoch Rücksicht nehmen. Und zwar 1. aus Liebe zum Nächsten, 2. freiwillig und 3. als eine Frucht des Heiligen Geistes in uns. Aber nicht, weil andere es erzwingen (!), denn so wird ermöglicht, dass ein krasser Missbrauch damit getrieben wird. Das Endergebnis ist dann nämlich nicht ein anstoßfreies Zusammenleben, sondern pure Gesetzlichkeit. Vor allem stellt sich dann die Frage: Was wäre die Freiheit noch wert, die wir in Christus haben? Also wollen wir daran denken:

„Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen.“ (Römer 14,10)

In letzter Instanz ist nämlich jeder persönlich verantwortlich für seinen Weg, den er vor dem Herrn geht – er soll nicht nach links und rechts schauen und über Schwache lachen oder Starke runterziehen.

Meine Ermutigung für euch

Meine Ermutigung für euch ist heute: Lasst euch von Leuten, die eventuell schwächer sind oder ein empfindlicheres Gewissen haben, nicht runterziehen und vor allem nicht einreden, ihr seid ein Anstoß. Das ist echt krass! Wer anstößig handelt, sündigt. Wer andere aber nur nervt, geht höchstens sehr offensiv mit seiner Freiheit in Christus um. Das ist ein gewaltiger Unterschied!
Aber weil Gott uns seinen Heiligen Geist geschenkt hat, können wir dank ihm gute Frucht bringen können, die aus Liebe und Rücksicht zu unseren Nächsten handelt.
Daher: Lebe in der Freiheit, die Gott dir geschenkt hat, aber achte darauf, anderen nicht absichtlich einen Grund zu geben, verärgert oder genervt zu sein, wenn es auch eine gute Alternative gibt.

Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus! (nach Röm 1,7b)
Eure Daniela ♥

 

PS: Mir wurde die große Ehre und Freude zuteil, dass dieser Artikel im Steps-Magazin „BE FREE“ abgedruckt wurde. Welch eine Freude! ♥ Bestellt euch gerne kostenlos das Heft beim CJ-Shop.

◷ Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Whoop, whoop! Heute ist ein grandios guter Tag – denn mein Blog feiert seinen 2. Geburtstag! ♥ Und heute darf ich sagen: Es ist reine Gnade, dass er immer noch besteht. Gott hat durch all die Höhen und Tiefen durchgetragen – sei es nun durch extremen Perfektionismus, der jede Motivation gekillt hat, falsche Prioritäten, so dass der Blog links liegen blieb, oder auch die Umstellungen aufgrund der DSGVO. Doch auch all die wunderbaren Momente, die ich mit meinem Blog erleben durfte, verdanke ich Gott – gute Freundschaften, die dadurch entstanden sind, ermutigende Nachrichten von Lesern, spannende Gespräche zu interessanten Themen, deepe Diskussionen. Auch wenn es nicht immer einfach war, ist mein Blog zu einem riesigen Segen für mich geworden. Und das muss gefeiert werden!

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Gott schenkt Freude. Mir, dir, uns. Jeden Tag aufs Neue. Wir haben abertausende Gründe uns zu freuen. Um nur ein paar dieser Gründe zu nennen: Der Kreuzestod Jesu, der uns dadurch von aller Schuld befreit und rein gemacht hat – wenn wir ihn um Vergebung unserer Sünden bitten. Gottes Liebe, die er uns bedingungslos schenkt. Gottes Gaben und der Heilige Geist in uns, die uns dabei helfen, Jesus zu den Menschen zu bringen, von ihm zu erzählen und einfach im Alltag als Christ zu bestehen. Und auch die kleinen Alltagsfreuden – unscheinbare Dinge wie eure ermutigenden Nachrichten. ♥
Als ich mich diese Woche mit dem dritten Kapitel des Philipperbriefes beschäftigt habe, ist mir folgender Vers wichtig geworden:

„Noch eins, liebe Geschwister, freut euch, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Das zu schreiben ist mir keine Last, und euch macht es sicher.“ – Philipper 3,1

Der Herr ist Dreh- und Angelpunkt all unserer Freude. Und das ist so genial! Wir können uns jederzeit freuen, denn wir sind jederzeit mit dem Herrn verbunden. Er ist immer da. (Darüber habe ich schon in meinem letzten Blogartikel „Rückkehr zu Gott“ geschrieben.) Und wir sollten uns das immer wieder sagen, so wie Paulus es den Philippern schrieb. Ermutigung und Motivation, sich über das Leben mit Gott zu freuen, können wir alle gut gebrauchen. Jeder hat mal eine Durchhänger-Phase und gerade dann sind solche Worte wie Balsam für die Seele. Und solche Worte und Ermutigungsschübe hat Gott mir durch den Blog und durch euch geschenkt.

Verlosung zum 2. Blog-Geburtstag

Und darum möchte ich euch etwas von meiner Freude zurückgeben und wiederum euch eine Freude bereiten. Zu meinem 2. Blog-Geburtstag gibt’s ein geniales Geschenkepaket – zum einen das Buch „Voll Jesus – Null Druck“ von Josh Kelley als Softcover-Variante (*nicht gesponsert, sondern selbstgekauft), und zum anderen einen persönlich gestalteten Smartphone-Wallpaper mit einem Bibelvers nach euren Wünschen. ♥
Das Buch „Voll Jesus – Null Druck“ ist das Buch, was mich (natürlich neben der Bibel) in den vergangenen Jahren am stärksten geprägt hat. Viele meiner heutigen Lebensmottos, wie ich den Glauben lebe, wie ich vor den Menschen wandeln möchte, und wie ich vor Gott stehen will, sind von Josh Kelley inspiriert. Das Buch ist amüsant und witzig geschrieben, verliert dabei aber keineswegs an Tiefe, sondern rüttelt auch an den eigenen Grundfesten und Verhaltens- & Denkweisen, die man sich so im christlichen Alltag antrainiert hat. Nach jedem Kapitel war ich einfach nur baff. Das Buch ermutigt und ermahnt auf eine so angenehme Art und Weise, dass die Motivation nachhaltig bestehen bleibt. Mein liebstes Zitat aus dem Buch ist ganz kurz und prägnant, und doch so unglaublich wichtig:

„Zur Ehre Gottes und zur Freude der Heiligen!“ – Josh Kelley

 

Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahme erfolgt durch einen Kommentar unter diesem Facebook-Post oder unter diesem Instagram-Bild, in dem ihr zwei Freunde verlinkt und mir verratet, was euch am meisten Freude bereitet. Für alle „Nicht-Social-Medianer“: Ihr könnt auch gerne durch einen entsprechenden Kommentar unter diesem Blogartikel teilnehmen. :)
Die Verlosung beginnt mit Veröffentlichung diesen Artikels, am Sonntag, den 15. Juli 2018, und endet am Mittwoch, den 1. August 2018 um 13:00 Uhr MEZ. Es werden insgesamt ein Buch („Voll Jesus – Null Druck“ von Josh Kelley) sowie eine Grafikdienstleistung verlost. Die Auslosung erfolgt am gleichen Tag bis 20.00 Uhr MEZ. Der Gewinner wird per Nachricht auf Instagram, Facebook oder per E-Mail sowie in einem seperaten Post benachrichtigt. Aus versandtechnischen Gründen kann der Gewinn nur innerhalb von Deutschland versendet werden.
Die Verlosung steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise von der Facebook Inc. gesponsert, unterstützt oder organisiert. Für diese Verlosung wurde keine Kooperation eingegangen – ich verlose das Buch aus freien Stücken. Viel Freude beim Mitmachen! :)

Alle Rechte am Buch liegen beim Brunnen-Verlag sowie beim Autor Josh Kelley.

Viel Erfolg & eine gesegnete Woche!
Daniela ♥

◷ Geschätzte Lesedauer: 10 Minuten

Yippieh-yeah! Heute ist mein Lieblingstag. Ich schreibe diesen Artikel zwar gerade vor und weiß gar nicht, wie der Mittwoch werden wird, und dennoch bin ich mir sicher: Mittwoch (also heute) wird mein Lieblingstag. Natürlich auch, weil ich Geburtstag habe. (Wer freut sich nicht über die alljährliche Erinnerung, dass man wieder ein Jahr älter geworden ist?) Vor allem aber, weil Gott mir diesen und jeden anderen Tag in meinem Leben geschenkt hat. ♥
Und in meinem bisher schon 23 Jahre alten Leben durfte ich unzählige Erfahrungen sammeln, tolle Menschen kennenlernen und die ein oder andere gute & schlechte Situation durchleben. Letzten Endes durfte ich dadurch aber unheimlich viel lernen. Welche 23 Dinge das mitunter waren, die in 23 Jahren lernen durfte, möchte ich euch heute erzählen. Ich freue mich auf euer Feedback und ob ihr manche Dinge ähnlich seht. Be blessed & have a great day! ♥

„Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns jubeln und fröhlich sein.“ – Psalm 118,24

 

1. Gute Kollegen sind Gold wert

Seitdem ich vor ca. 3,5 Jahren ins Berufsleben gestartet bin und mitunter zwei Betriebe und einige Menschen und Kollegen kennen lernen durfte, kann ich wirklich von Gnade sprechen: Gott hat mich nicht einfach nur mit Kollegen gesegnet – ich durfte an meinen Arbeitsplätzen Freundschaften schließen. Freunde, die einen aufmuntern, mit denen man lachen und sich ärgern kann. Freunde, mit denen man die meiste Zeit des Tages verbringt (und das auch noch gerne). Diese Menschen sind Kollegen, die die Bezeichnung „Freullegen“ (Neologismus aus „Freund“ und „Kollege“) redlich verdient haben und Gold wert sind. ♥

2. „Nein“ sagen ist nicht so einfach wie man denkt

Eine der Disziplinen, die ich wohl am wenigsten beherrsche ist, „Nein“ zu sagen. Wenn man mich lange genug nervt und auf mich einredet, kann man mich wohl zu allem überreden – denn ich kann keine Bitten abschlagen und schon gar nicht „Nein“ sagen. Paradebeispiel: Ich wollte neulich mein Gratis-Abo bei DIE ZEIT kündigen, weil ich keine aktive Zeitungsleserin bin. Die Frau vom Leserservice hat mir am Telefon aber so lange Argumente präsentiert, bis ich letzten Endes doch ein Jahresabo abgeschlossen habe. Zum Glück gibt es das Widerrufsrecht und zum Glück darf ich immer wieder lernen, dass ich öfters mal „Nein“ sagen sollte …

3. Musik und Frühstück können Balsam für die Seele sein

Es gibt in meinem Leben wohl kaum eine andere „materielle“ Motivationsbombe, die so wirksam und beruhigend für Leib und Seele ist, wie ein herrliches Frühstück inkl. Nutella, Marmelade, Brötchen und Ei sowie ein guter Schwung an Gute-Laune-Musik. Am liebsten höre ich dabei Sommersongs (da tanzt die Motivation förmlich schon am Strand) oder Power-Lobpreis wie „Brave“ von Moriah Peters oder die Kinderlieder von Thomas Klein, mit denen man Gott feiern kann.

4. Autofahrten eignen sich perfekt zum Beten

Die mitunter schönsten Gebete habe ich in meinem Auto gebetet. Als ich noch täglich 70 km einfache Strecke gependelt bin und gut 75 % des Weges Autobahn war, habe ich des Öfteren einfach mal die Musik ausgemacht und gebetet – für einen guten Tag, dass ich für meine Kollegen ein Segen sein kann, dass ich mit Kritik und Schwierigkeiten gut umgehen kann und vor allem, dass der Herr mir als Sünder Kraft und Weisheit schenkt, um im Alltag zu bestehen.

5. Zuhause ist der Ort, wo ich am meisten versage

Ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht. Aber du kannst noch so ein „perfektes“ Image haben oder noch so liebenswürdig zu deinen Freunden und Kollegen sein – zuhause kommt dennoch der ganze Dreck an Boshaftigkeit zum Vorschein. Das macht mich immer wieder unheimlich traurig und frustriert mich, weil ich gerade daheim ein Vorbild und Zeugnis für Gott sein möchte als einzige Christin im Haushalt. Aber dennoch scheitere ich immer wieder. Doch Gott lehrt mich dadurch vor allem eines: Ich kann noch so „gut“ sein, wahrhaftig gut bin ich nur durch ihn, weil ich ein Sünder bin wie jeder andere auch.

6. Freude ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung & Gabe

Was mich an manchen Menschen (vorzugsweise Deutsche oder „Luxusproblem-Sucher“) am meisten nervt, ist die „Mimimi“-Mentalität. Schlechtes Wetter hier, schlechte Politik da, schlechte Finanzen dort, schlechte Laune überall. Statt euch darüber zu beklagen, wie schlecht es euch geht, solltet ihr anfangen, euch zu freuen. Freude ist nämlich entgegen aller Erwartungen kein Gefühl. Freude ist eine Entscheidung und eine Gabe, die Gott uns durch den Heiligen Geist schenkt: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22) Wahre Freude beginnt in dem Moment, in dem du entscheidest, dass deine Gefühle dich nicht mehr kontrollieren, und dass du trotz aller widrigen Umstände dennoch fröhlich sein kannst.

7. Ich darf mutig sein

Heutzutage kann es einem schon gut und gerne mal Angst und Bange werden, wenn wir uns politische Entwicklungen, Umweltkatastrophen oder auch die Menschheit im Allgemeinen, und wie wir miteinander umgehen, ansehen. Was wird die Zukunft bei solchen Entwicklung bloß mit sich bringen? Selbst wenn wir die genaue Antwort nicht kennen, so dürfen wir dennoch sicher sein: Gott ist mit uns. Er sagt zu uns: „Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. Hier auf der Erde werdet ihr viel Schweres erleben. Aber habt Mut, denn ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33) Also lass uns Mut fassen und auf Gott vertrauen! ? (Mehr dazu kannst du übrigens in diesem Blogartikel lesen: „Seid stark und habt Mut“.)

8. Schokolade geht immer

Und Schokokuchen erst recht! Ich weiß gar nicht, wie oft mir Schokolade schon meinen Tag sprichwörtlich versüßt hat – da ist der Stresspegel immer direkt ein wenig ein gesunken. Und wenn es dann auch noch aus der gemeinschaftlichen Büro-Schublade kam und man die Schokolade teilen konnte, war das umso schöner ❤

9. Wir sollten viel öfter danken statt zu klagen

Dieser Punkt ähnelt sehr Punkt No. 6, aber unterscheidet sich in der Praxis noch ein wenig. Wir sollten nicht nur beginnen, weniger „Mimimi“ zu machen, sondern zudem auch noch dankbarer werden. Eine freudvolle Grundeinstellungen kommt nicht nur von außerhalb und durch ein paar Meckersprüche weniger – wenn du eine dankbare Herzenshaltung hast und anfängst für die kleinen Dinge im Leben zu danken, wird das Leben so viel leichter und du bereicherst dich selbst mit unheimlich viel Freude.

10. Gott tut auch noch heute Wunder

Viele Menschen glauben, dass Gott heutzutage keine Wunder mehr tut. Dass das alles nur zu Jesu Zeiten passiert ist und dass heutzutage nichts mehr spannendes los ist. Doch da täuschen wir uns selbst. Wenn du genau hinsiehst, erkennst du, wie Gott an Menschen arbeitet und sie von innen heraus verändert (das größte Wunder überhaupt!). Du kannst hören, wie Gott Menschen heilt von Krankheit und Leid. Und du wirst staunen über Gottes Größe, die er uns immer wieder bspw. durch die Schöpfung zeigt.

11. Du musst nicht vergessen, aber du sollst vergeben

Vor allem bei älteren Menschen habe ich schon sehr oft erfahren müssen, wie verbittert sie sind und welch tiefen Groll gegen bestimmte Personen sie hegen, weil sie ihnen nie vergeben haben. Die Verbitterung ging sogar so weit, dass jegliche Gespräche, Unternehmungen oder andere Erlebnisse zum Spießrutenlauf wurden. Ein falsches Wort und die gesamte Verbitterung kam zum Vorschein und tilgte jede gute Laune. Was ich dabei gelernt habe: Du sollst nicht nur vergeben, weil Gott es dir sagt. Du sollst vergeben, weil Gott dabei an dein Bestes denkt und weiß, dass du sonst verbitterst und deines Lebtages nicht mehr froh wirst. Ich musste in meinem Leben rund sechs Jahre Mobbing über mich ergehen lassen, weil ich mich damals nicht dagegen wehren konnte. Aber ich habe diesen Leuten verziehen. Ich mag sie heute – als Erwachsene und reife Personen – sogar teils gerne. Und ich weiß: Hätte ich ihnen nicht vergeben, würde mich der Groll zerfressen und vermutlich würde ich auch Gott anklagen, warum ich das damals erleben musste.

12. Vorurteile können potenzielle Freundschaften zerstören

In diesem Punkt muss ich sagen: Schuldig in allen Punkten. Wie viele Freundschaften ich niemals geführt hätte, wenn ich mich von meinen Vorurteilen hätte leiten lassen. Unvorstellbar! Aber irgendwann während meiner Abizeit, nachdem ich die Jahre des Mobbings hinter mir gelassen und Gott lieben gelernt habe, beschloss ich: Keine Vorurteile mehr. Klar, erste Eindrücke hinterlassen Menschen bei mir immer noch. Aber sie fallen nicht mehr ins Gewicht – die Person kann einfach einen schlechten Tag gehabt haben. Oder wenn sie immer so drauf ist, hat sie vielleicht ganz andere Probleme. Wer bin ich, dass ich mir anmaße, darüber zu urteilen? Merkt euch: Euch entgehen wertvolle Freundschaften, wenn ihr vorschnell urteilt.

13. Bereite anderen Freude, du wirst erfahren, dass Freude freut.

Je mehr wir uns in unsere Nächsten investieren und sie lieben – ihnen tiefe Freude bereiten –, desto mehr wird Gottes Liebe in uns überfließen und uns Freude schenken. Denke daran immer, wenn du Dienste oder Aufgaben für andere erledigst. Wenn der andere sich darüber freut, ist das ein mega Gewinn. Für dich und das ewige Himmelreich. Sei ein Zeugnis und schenke Freude!

14. Nachhaltig leben ist kein Trend, sondern eine Verantwortung.

Also wenn ich eines in 3,5 Jahren als Angestellte bei einem Lebensmittelhändler, der für seinen Fokus auf Bio und Nachhaltigkeit bekannt ist, gelernt habe, dann eines: Nachhaltig leben ist kein Trend, sondern eine Verantwortung. Es gibt zwar einige Trend-Mitläufer und Wut-Ökos, die lauter sind als tatsächlich dahinter steht, aber für viele Menschen sind die Themen Bio, ökologische Landwirtschaft und Nachhaltigkeit ein Herzensanliegen. Und vor allem durfte ich erkennen, dass es nicht nur eine aktuelle Problematik ist, sondern dass Gott uns schon mit der Schöpfung von Adam und Eva die Verantwortung für die Erde übertragen hat. Welche eine Ehre und Bürde zugleich. Nachhaltig mit der Welt umzugehen, heißt nicht, dass man nicht daran glaubt, dass der Herr alles neu machen wird. Nachhaltig zu handeln heißt, dass man dankbar für Gottes Schöpfung ist und nicht egoistisch damit umgeht.

15. Kaum ein Geschenk ist so wertvoll wie Zeit

Und zwar sowohl Zeit, die du anderen schenkst, als auch Zeit, die dir geschenkt wird. Materielle Dinge kann dir jeder mit etwas mehr oder weniger Taschengeld schenken – seine Zeit zu verschenken bedeutet, dass jemand dich als Person wertschätzt. Dass du ihm so viel wert bist, dass er Zeit mit dir verbringen möchte. Ich verfehle in diesem Punkt leider selbst sehr oft und verschwende meine Zeit mit unnötigen Dingen wie Instagram & Co. oder verbringe einfach wesentlich öfter Zeit mit Freunden als mit meiner Familie, obwohl ich gerade vor meiner Familie auch ein Zeugnis sein möchte. Gott geht es übrigens genauso – er findet es super, wenn wir uns mit Wort & Tat für ihn einsetzen oder auch spenden. Aber am meisten liebt er es, wenn wir Zeit mit ihm verbringen: die Bibel lesen und im persönlichen Gebet mit ihm sprechen. Lass mich dir eine Frage stellen: Wann hast du das letzte Mal richtig intensiv Stille Zeit gemacht?

16. Du musst dein Feuer immer wieder neu entfachen

Wir haben bei uns daheim einen alten Kachelofen, wie es ihn früher einmal gab (oder wie er heute ganz retro wieder verwendet wird). Dort Feuer anzuzünden ist immer herrlich – das Haus wird kuschelig warm. Allerdings passiert es mir nicht selten, dass wenn ich darauf hingewiesen wurde, Holz nachzulegen, um das Feuer am Brennen zu halten, ich es einfach komplett vergesse. Ich merke es erst dann, wenn es kälter geworden ist. Bei uns Christen ist es genauso: Wenn man etwas liebt, brennt man dafür. Doch jedes Feuer braucht auch Holz, das es am Brennen hält. So müssen wir darauf achten, dass wir unser Feuer immer wieder neu entfachen und mit gutem Input füttern: Gottes Wort. (Besonders gut eignen sich dazu im Alltag übrigens Seiten wie stayonfire oder ohnelimitgeliebt.)

17. Ich bin begabt und darf dieses Potenzial leben

Ich habe neulich bei jemandem aus meiner Gemeinde einen richtig guten Status gelesen:

Der Rabbi Susya sagte kurz vor seinem Tode: „Wenn ich in den Himmel komme, werden sie mich nicht fragen: »Warum warst du nicht Moses?« Sondern sie werden mich fragen: »Warum warst du nicht Susya? Warum wurdest du nicht, was nur du werden konntest?“

In diesem kurzen Zitat steckt so viel von der Wahrheit drin, die manche Menschen nicht verstehen können: Zum einen musst du niemand anderem nachmachen, um irgendein Lebensziel zu erreichen, und zum anderen sollst du beginnen, nach deinen Gaben zu streben und dein Potenzial zu entfalten, um dein Lebensziel zu erreichen.
Jemand hat mir mal gesagt, dass es manchmal besser sei, wenn Menschen ihre Gaben niemals entdecken oder ausleben. Diese Aussage habe ich bis heute nicht verstanden. Gott hat uns so reich beschenkt und uns reichlich begabt! Die Gaben dienen uns, anderen Mitgliedern der Gemeinde Jesu und vor allem zu Ehre Gottes. Wir sollen sie daher auch für Gott einsetzen und uns nicht aus der Verantwortung stehlen, die Gott uns gegeben hat.

18. Du bist, was deine Freunde sind

Wenn Freunde den Glauben an Jesus Christus und noch dazu die gleichen Werte und Meinungen teilen, kann die Verbindung sogar noch stärker und inniger sein als zu manchen Verwandten. Und das ist wunderbar, denn Freunde sind die Familie, die wir uns selbst aussuchen dürfen. Sie sind ohne den verzerrten „Kleines Geschwisterchen“-Blick aufgewachsen und haben dich neutral kennen gelernt. Sie nehmen dich ernst und können dir vor allem wie kein anderer widerspiegeln, was du gut machst und was so gar nicht: Sie zeigen dir nicht nur Fehler auf, sondern helfen dir, zu wachsen und zu der besten Version deiner Selbst zu werden. Deshalb umgebe dich mit Menschen, die dir gut tun, die dich fördern, und die dir helfen, deinen Fokus auf Gott zu behalten.

19. Ich bin Sünder und brauche Vergebung

Mit nicht einmal 16 Jahren durfte ich erkennen, dass ich ein Sünder bin. Nicht so ein Durchschnitts-Sünder, der ab und an etwas schlechtes sagt oder denkt, aber ja doch irgendwie ein Plätzchen im Himmel ergattert, weil die Landeskirche das sagt. Nein, ich bin so ein Sünder, der es nicht einmal im entferntesten verdienen würde, in den Himmel zu kommen, weil die Sünde sich durch mein gesamtes Leben zieht. Der einzige Weg in den Himmel ist Jesus Christus und seine Vergebung. Als ich mich mit 16 Jahren für ein Leben mit Gott entschieden und alle meine Schuld vor Jesus bekannt habe, hat er mir seine allein rettende Gnade geschenkt.

20. Ich muss kein „Superchrist“ sein

Was mich einerseits immer wieder zum Lächeln bringt, aber zum anderen auch tierisch nervt, sind „Superchristen“. Christen, die so aktiv sind, dass sie bei drei Gemeindediensten, vier Straßeneinsätzen monatlich und einem jährlichen Missionseinsatz im Nahen Osten noch total unterfordert sind und anderen im gleichen Zuge symbolisieren, dass sie keine wahren Nachfolger seien, wenn sie nicht mindestens genauso aktiv sind. In meinen sieben Jahren als Christ durfte ich anfangen zu lernen (bin noch lange nicht fertig mit diesem Prozess!), dass man auch ohne schlechtes Gewissen glauben darf. Ich muss kein Superchrist sein, um vor Jesus bestehen zu können. Allein durch Jesu Gnade kann ich durch und für ihn leben. Also keep calm!

21. Jesus schenkt mir neues, ewiges Leben

Eine der besten Messages, die ich lernen durfte! Egal, wie schlecht ich mir selbst vorkomme oder wie nichtig dieses Leben erscheint: Ich weiß, dass Gott alles neu machen wird. Auch mich. Und ich darf diesen Neubeginn mit Gott feiern, denn er schenkt mir neues, ewiges Leben.

22. Gemeinde ist ein Privileg

Ich habe im vergangenen Jahr zwei Artikel zum Thema „Dos & Dont’s einer guten Gemeinde“ verfasst, in denen auch darauf eingegangen bin, was Gemeinde so wertvoll macht. Lange Zeit habe ich Gemeinde selbst kaum wertgeschätzt und dachte mir: „Naja, so unbedingt brauchst du ja keine Gemeinde.“ Doch das war ein Trugschluss. Eine Gemeinde ist dein geistliches Zuhause, in der du Ermutigung aber auch Ermahnung für deinen rechten Lebensweg findest. Und du hast einen Zufluchtsort in jeder Lebenslage – sowohl bei geistigen und weltlichen Anfechtungen als auch in Freud und Leid. Das hat sich Gott gut für uns Menschen ausgedacht.

23. Das Leben muss gefeiert werden – denn es ist ein Geschenk Gottes.

Ebenfalls ein Thema, zu dem ich schon einmal in ähnlicher Weise einen Artikel geschrieben habe: „Wie viel ist mein Leben noch wert?“ Und soll ich dir was sagen? Es ist unglaublich viel wert! So viel, dass Gott seinen Sohn geopfert hat und ihn am Kreuz für unsere Schuld hat sterben lassen. Deswegen glaube niemals, dass dein Leben es nicht wert sei, gefeiert zu werden. Dein Leben ist ein Beweis für Gottes Gnade und Liebe zu uns Menschen. Sei fröhlich und jubel, denn Gott hat dir dein Leben geschenkt!

Be blessed! ♥
Eure Daniela

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Ich glaube, es gibt keine Zeit, die sich so gut zum Freude verschenken eignet wie die (Vor-)Weihnachtszeit – man hat einfach unendlich viele Möglichkeiten, Gutes zu tun und Menschen mit Wort & Tat glücklich zu machen. Viele Unternehmen und Organisationen planen sogar spezielle Aktionen in der Adventszeit, um Menschen anzuspornen, selbst aktiv zu werden. Falls du (wie ich) das „Hummeln im Po“-Syndrom hast und dich gerne in Menschen investierst, aber noch nach coolen Ideen suchst, dieses Weihnachtsfest zu einem besonders wertvollen Freudenfest zu machen, habe ich heute einige Inspirationen für dich. Los geht’s!

Lebensmittel-Spende an Bedürftige

Gerade zu Weihnachten beginnt für viele Menschen die Zeit der Leckereien und guten Speisen. Wir schlagen uns die Bäuche voll, stopfen Unmengen an Schokolade und anderen Köstlichkeiten in uns hinein, gehen schick essen oder bestellen uns nach Lust & Laune unsere Speisen bequem nach Hause. Doch das, was wir oft für so selbstverständlich halten, ist für viele Menschen ein täglicher Kampf ums nackte Überleben: Lebensmittel sind ein wertvolles Gut für Bedürftige wie Obdachlose und Arme. Doch es gibt etliche Möglichkeiten, diesen Menschen zu helfen (auch zu anderen Jahreszeiten ?). Man kann beispielsweise Plattformen wie foodsharing.de, bei der Lebensmittel, die noch genießbar aber nicht mehr verkaufbar sind, vor der Mülltonne gerettet werden, nutzen, um selbst aktiv zu werden. Oder ihr macht eine große Koch- und Backaktion und verteilt unter Bedürftigen selbstgemachtes Essen, um Gottes Liebe weiterzugeben. ♥️

Tipp für Fuldaer (und aus der näheren Umgebung): Im Café Chaos an der Hochschule Fulda steht ein FoodSharing-Kühlschrank, in welchen ihr übrig gebliebene (abgepackte) Lebensmittel oder auch Obst & Gemüse reinlegen oder mitnehmen könnt, um sie weiter zu verteilen.

PS: Schaut euch zu diesem Thema gerne dieses YouTube-Video von Judith & Nikhilesh an, in welchem durch FoodSharing erworbene Lebensmittel an Obdachlose verschenkt werden. (Good Job, guys!)

 

AmazonSmile

Wohl eine der unkonventionellsten (und bequemsten) Ideen: Wenn ihr auf smile.amazon.de einkauft, gibt Amazon registrierten Organisationen 0,5 % (und vom 1. bis 24. Dezember 2017 sogar 1,5 %!) der Einkaufssumme aller qualifizierten smile.amazon.de-Käufe weiter. Dabei funktioniert AmazonSmile wie das ganz normale Amazon – man kann dieselben Produkte zu den selben Preise kaufen. Das einzige, was man dafür tun muss, ist, auf Amazon registriert zu sein und eine Organisation auszuwählen, der man etwas Gutes tun möchte. Es sind auch einige christliche Organisationen wie Compassion Deutschland und ERF Medien e.V. dort vertreten! Wer also einer gemeinnützigen Organisation während des Weihnachtsshoppings Freude schenken möchte, ist hier richtig.

Wünsche erfüllen

Es gibt immer wieder regionale Einzelhändler, Unternehmen oder Organisationen, die es sich zur Aufgabe machen, Menschen (und manchmal sogar auch Tieren) zu Weihnachten ihre Wünsche zu erfüllen und Freude zu verschenken. Ihr wisst nicht, ob in eurer Heimat Charity-Aktionen stattfinden? Infomiert euch am besten über regionale Zeitungen und Hilfswerke, bei denen ihr auf jeden Fall fündig werden dürftet. So könnt ihr mithelfen, das Weihnachtsfest noch ein bisschen schöner zu machen.

Tipp für Fuldaer: Es gibt eine Charity-Aktion, über die auch auf OsthessenNews berichtet wurde: Das Tierheim Fulda-Hünfeld e.V. erhält Unterstützung durch das Gartencenter Dehner, den städtischen „Fressnapf“ und die dm-Filiale im Emaillierwerk – an einem Weihnachtsbaum (im Gartencenter) werden dafür Karten mit Weihnachtswünschen der Tierheimbewohner aufgehangen.

Weihnachten gemeinsam feiern

Viele Menschen müssen Jahr für Jahr ihr Weihnachtsfest alleine feiern und leiden sehr unter dieser Einsamkeit. Wie wäre es, wenn du gerade diese Menschen zu Weihnachten einlädst? Entweder gehst du gezielt auf Menschen zu, von denen du weißt, dass sie alleine sind, und lädst sie persönlich ein, oder du „suchst“ nach Einsamen, die sich sehr über Gesellschaft oder eine liebevolle Einladung freuen. Wie wäre es mit einem Aushang im Supermarkt um die Ecke oder einem Facebook-Post in einer regionalen Gruppe? Wenn du selbst alleine lebst, kannst du dich eventuell mit Freunden zusammen tun und einladen. Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen eine Freude zu bereiten!

Basar zum Spenden sammeln

In den vergangenen Jahren hat meine Gemeinde zu Weihnachten einen Kinder-Weihnachtsmarkt organisiert, bei dem Selbstgemachtes wie Basteleien und Essen & Trinken für den guten Zweck verkauft wurden. Man konnte neben leckeren Waffeln und Würstchen auch Geschenke wie Kerzen erwerben, deren Erlös komplett gespendet wurde. Vermutlich lässt sich so etwas nicht mehr spontan umsetzen, aber eventuell ist es eine Idee für das kommende Jahr.

Kranken- und Altenbesuche

Die Jugend meiner Gemeinde pflegt es, regelmäßig Alte und Kranke (aus der Gemeinde) zu besuchen und zur Erbauung & Ermutigung Lieder zu singen. Zu Weihnachten kann man solche Aktionen nach Rücksprache super in Altenheimen und Krankenhäusern machen und sogar kleine Weihnachtsgeschenke verteilen. (Wie wäre es mit Weihnachtskarten und selbstgebackenen Plätzchen?) Damit bereitet ihr sowohl Alt als auch Jung eine Freude!

So, ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren. Schreibt mir doch, wie ihr versucht, Menschen zu Weihnachten Freude zu schenken, oder wo es noch coole Aktionen gibt!

Weihnachtliche Grüße, Daniela