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Kennst du das Gefühl, so tief verletzt zu werden, dass du meinst, es zerreiße dir das Herz in deiner Brust? Wurdest du schon einmal so sehr von einem Menschen enttäuscht, dass du am Boden zerstört warst? Hast du in der Vergangenheit Leid und Verletzungen erfahren, die dich immer noch schmerzen und fessseln? Dann werden wir wohl beide leider den gleichen Schmerz kennen – und vor allem werden wir den gleichen Kampf kämpfen, um zu vergeben.

 

„Ich kann und will nicht vergeben“?

„Ich kann nicht und ich will nicht“, kein anderer Gedanke war neben dem Verdrängen der Schmerzen, die die tiefen Verletzungen hinterlassen haben, so präsent in meinem Kopf. „Das kannst du niemals vergeben … aber du musst vergeben.“ Zwei Stimmen, die seit Monaten in meinem Kopf gegeneinander kämpften. Eine lauter als die andere. Und dennoch hatte keine die Oberhand gewonnen.

Ich habe vor ein paar Wochen in einem Impuls darüber geschrieben, dass ich eigentlich keine Lust mehr auf das Leben hatte. Ich hätte am liebsten alles hingeworfen, reißaus genommen und aufgegeben. Das einzige, was mich davon abhielt, war mein Glaube an einen lebendigen, liebenden Gott, dem ich mehr zutraue, als ich selbst sehen kann. Denn vor allem hatte ich keine Lust mehr zu weinen und zu leiden. Auch wenn das bedeutete, dass ich endlich loslassen musste. Den Schmerz, all die Wut und Trauer freilassen und Vergebung aussprechen. Nicht um meines Gegenüber Willen, sondern in erster Linie, um Gott zu gefallen und meine Seele zu befreien.

 

Vergebung ist Gnade

Ich merkte selbst, dass die Vergebung, nach der ich mich sehnte, unecht und an äußere Bedingungen geknüpft war: daran, ob um meine Vergebung gebeten, für mein Leid gebüßt und mein Leid wiedergutgemacht wurde. Doch ich durfte lernen, dass die wahre Vergebung aus Gnade geschieht – ohne Gegen- oder Vorleistung.

„Vergeben ist nicht fair, es ist Gnade.“ (Tobias Teichen, ICF München)

Deshalb möchte ich dir und mir selbst heute aufzeigen, wie wichtig Vergebung ist und wie wir einen Lebensstil praktizieren können, der von Vergebung geprägt ist. Also komm mit und beginne deine Reise, Vergebung zu lernen – Schritt für Schritt.

 

Schritt 1 – Sei dir bewusst: Gott schenkt die Kraft und den Wunsch zu vergeben

Ich habe aufgehört, auf den perfekten Moment zu warten, an dem ich vergeben kann. Denn den wird es nicht geben. Der richtige Zeitpunkt zu vergeben ist jetzt. Nicht erst irgendwann. Denn morgen werde ich genauso wenig Kraft und Willen haben, vergeben zu wollen. Unsere Natur will und kann nicht vergeben. Nicht ohne Hilfe. Und da kommt Gott ins Spiel. Denn wenn mir eines in den vergangenen Wochen und Monaten besonders bewusst geworden ist, dann die Tatsache, dass Gott nicht nur das Vollbringen (die Kraft, zu tun, was ihm gefällt), sondern auch das Wollen (den Wunsch, ihm zu gehorchen) in uns bewirkt. Denn Gottes gesamtes Wesen ist von Vergebung geprägt – und wir als seine Ebenbilder können das auch widerspiegeln.

„Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.“ (Philipper 2,13)

 

Schritt 2 – Sei ehrlich zu dir selbst

Ich denke nicht gerne darüber nach, wie sehr ich verletzt wurde, weil es mich traurig macht – ich darf bloß keine Schwäche zulassen. Die Maske darf nicht fallen. Immerhin bin ich Christin und ich sollte doch schon längst damit abgeschlossen haben. Ich sollte nicht mit negativen Gefühlen kämpfen. Ich sollte gut sein. Oder nicht?

Ich habe lange Zeit versucht, Gott und mir selbst etwas vorzuspielen. Weil ich Gott nicht enttäuschen wollte und weil ich selbst Angst vor dem Versagen hatte. Doch die Wahrheit ist: Weil Gott mein Herz, jeden Gedanken und jede Tat kennt, lässt er sich nicht täuschen. Und vor allem: Er kann nicht enttäuscht werden. Ich darf traurig sein, ich darf verletzt sein und ich darf darüber klagen, welch ein Leid mir zugefügt wurde. Denn Gott hört mein Weinen und sieht meine Tränen. Er sieht, wie ich unter den Verletzungen dieser Sünden gelitten habe und noch immer leide. Deshalb darf ich mir selbst eingestehen, dass ich verletzt bin statt weiterhin so zu tun, als sei ich stark und unverletzbar.

Ein Vers, der mich in den vergangenen Wochen getröstet hat, ist dieser Vers aus der Bergpredigt von Jesus:

„Wie glücklich sind die, die Leid über Sünde tragen, denn Gott wird sie trösten.“ (Matthäus 5,4)

Sei offensiv ehrlich – zu dir selbst und zu Gott. Gott lässt sich nicht täuschen – er kennt unser Herz, jeden Gedanken, jede Tat. Er weiß, dass wir hassen und verbittern. Wem wollen wir etwas vormachen? Und vor allem: Warum? Am Ende bringen wir uns damit einander nur selbst zu Fall.

 

Schritt 3 – Überlasse die Rache Gott

Wenn es nach mir ginge, würde ich nicht vergeben – ich würde Menschen, die mich verletzt haben, Schlechtes und Leid wünschen. Ich würde versuchen, Rache zu üben oder sie zumindest ebenfalls zu verletzen und sie schlecht zu machen. Auge um Auge, Zahn um Zahn – ganz einfach.

Doch durch das Wirken des Heiligen Geistes in mir, weiß ich, dass all diese Gedanken falsch sind und nur aus meinen Gefühlen der Wut, Trauer und Verletztheit entspringen – sie sind der perfekte Nährboden für schlechte Saat, die der Teufel aussät. Vor allem aber weiß ich, dass ich durch Jesus neu gemacht worden bin – Gott lebt nun in mir und kann mich von innen heraus verändern. Ich muss mich nicht mehr an Rachegelüsten festklammern und mich selbst in dem Strudel aus Wut und Hass gefangen nehmen. Ich darf und kann frei werden und vergeben durch Jesus, der in mir lebt.

„Jetzt lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Und das Leben, das ich jetzt noch in meinem sterblichen Körper führe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich geopfert hat.“ (Galater 2,20)

Und vor allem darf ich glauben, dass Gottes Rache, sein Gericht über die Menschen, die mich verletzt haben, unfehlbar und absolut gerecht sein wird. Du musst dich nicht sorgen, ob er zu gnädig sein wird – Gott wird beurteilen und am Tag seiner Wiederkunft richten. Jeder erhält seinen gerechten Lohn. Und wenn Jesus für ihn gesühnt hat, dann wird es auch für ihn ein Gnadenlohn sein. Überlasse es Gott, denn er kennt die Situation besser.

„Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes! Denn in der Schrift steht: Es ist meine Sache, das Unrecht zu rächen, sagt der Herr, ich werde Vergeltung üben.“ (Römer 12,19)

 

Schritt 4 – Liebe deinen Nächsten

Verletzungen und Enttäuschungen sind besonders schmerzhaft, wenn sie von einem Menschen verursacht werden, der uns nahe steht und den wir über alles lieben. Umso schwerer fällt es dann, diesem Menschen Vergebung auszusprechen. Doch Gottes sagt uns in der Bibel, dass wir unsere Nächsten lieben sollen – ganz gleich, ob Freund oder Feind. Er wünscht sich, dass wir ein Herz haben, das nichts nachträgt, sondern bereitwillig vergibt – unabhängig von den Umständen. Denn wenn wir Gott und die Menschen lieben wollen, sollten wir auch bestrebt sein, es in der Art und Weise zu tun, die Gott uns als Vorbild gibt:

„Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend.“ (1. Korinther 13,5)

Was mich vor allem berührt hat, war der Gedanke, dass zu vergeben und nichts nachzutragen ein Akt der Liebe ist – wenn ich den Anspruch erhebe und behaupte, diesen Menschen wirklich geliebt zu haben, führt kein Weg an der Vergebung vorbei. Meine Taten müssen meinen Worten folgen, auch wenn es schrecklich schmerzt und meinen Stolz verletzt.

 

Schritt 5 – Schaue dir deine eigenen Fehler und Sünden an

Ich glaube, Demut ist ein wahrer Schlüssel zur Vergebung. Wenn wir uns bewusst machen, dass wir auch irren, Fehler begehen und sündigen – wenn wir klein werden vor Gott und unser Bedürfnis der Gnade sehen –, dann fällt es uns leichter, auch anderen diese Gnade und Vergebung zuzusprechen.

„Denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Doch werden sie allein durch seine Gnade ohne eigene Leistung gerecht gesprochen, und zwar aufgrund der Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist.“ (Römer 3,23–24)

 

Schritt 5 – Segne diesen Menschen und tue ihm Gutes

Jemand hat mir mal gesagt: „Du kannst niemanden hassen, für den du betest.“ Und dem ist tatsächlich so. Auch wenn die Gefühle anfangs negativ sind und die Gedanken von Wut, Zorn und Hass geprägt sind, darf ich Gott meine Gefühle abgeben und beginnen, Menschen zu segnen, die mich verletzt haben. Und das sind keine geheuchelten Gebete: Heuchelei wäre es nur, wenn du sagen würdest, es würde dir leicht fallen. Gott kennt dein Herz und deinen Kampf. Segne deinen Gegenüber bis die negativen Gefühle weg sind und überlege dir, wie du ihm Gutes tun kannst (bspw. durch Heilung aussprechen).

„Segnet eure Verfolger, wünscht ihnen Gutes und verflucht sie nicht!“ (Römer 12,14)

„Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten!“ (Römer 12,21)

 

Schritt 6 – Vergib, um dich frei zu machen

Man muss eine Grundsatzentscheidung treffen, um jemandem vergeben zu können. Eine Entscheidung, die unabhängig von Gefühlen ist. Wenn wir vergeben, setzt es uns frei – es sprengt die Fesseln, die wir uns selbst auferlegt haben.

Matthew West singt in seinem Lied „Forgiveness“ folgende wertvolle Zeilen:

„It’s the hardest thing to give away, and the last thing on your mind today. It always goes to those who don’t deserve. It’s the opposite of how you feel, when the pain they caused is just too real. Takes everything you have just to say the word Forgiveness.
It flies in the face of all your pride, It moves away the mad inside. It’s always angers own worst enemy. Even when the jury and the judge say you gotta right to hold a grudge. It’s the whisper in your ear saying ‘Set It Free’. […] Help me now to do the impossible – Forgiveness.
It’ll clear the bitterness away, it can even set a prisoner free. There is no end to what its power can do. So, let it go and be amazed by what you see through eyes of grace. The prisoner that it really frees is you.“

Vergeben ist nicht gleich Vergessen. Du kannst vergeben, aber du wirst niemals vergessen. Denn Vergebung ist eine Entscheidung, die du unabhängig von deinen Gefühlen triffst. Gefühle kommen und gehen, ebenso wie Erinnerungen an vergangenes Leid und Schmerzen – ja, sogar all die Wut, die Trauer und die Liebe werden immer ein Teil deines Lebens bleiben, weil sie einmal da waren. Aber wenn du Vergebung aussprichst, fesseln dich diese Gefühle nicht mehr und ziehen dich nicht mehr hinunter. Deine Entscheidung wird fest stehen, unabhängig wie du dich fühlst.

 

Schritt 7 – Soviel an dir liegt, habe Frieden mit allen Menschen

Tobias Teichen vom ICF München hat in einer Predigt mal ein ziemlich geniales Zitat gebracht:

„Zum Versöhnen braucht es zwei Personen, zum Vergeben nur dich.“

Wir Menschen haben gerne eine „Friede, Freude, Eierkuchen“-Stimmung – wenn etwas zwischen zwei Menschen steht, macht uns das nervös und unsicher. Doch Vergebung ist eine einseitige Entscheidung. Während du deinen Frieden wiedergefunden haben kannst und mit Gott wieder im Reinen bist, kann es durchaus sein, dass von Seiten deines Gegenübers noch immer Verdruss und Unfrieden herrschen. Lass dich aber nicht von deinem Weg abbringen: Habe Frieden mit anderen Menschen – soviel an dir liegt. Nicht alles liegt in deiner Hand.

In dem Moment, wo du diese Schritte praktizierst – unabhängig von deinen Gefühlen –, vergibst du. Vergebung beginnt beim ersten Schritt und bei der Entscheidung zu vergeben. Eine Versöhnung hingegen ist nur möglich, wenn beide Seiten Vergebung aussprechen und einen Schritt aufeinander zugehen.

 

Schritt 8 – Mache dir bewusst: Nicht zu vergeben hat Konsequenzen

Vergebung ist wichtig. Doch was ist, wenn man nicht vergibt? Du fesselst dich selbst und pflanzt eine Wurzel der Bitterkeit in dein Herz – manchmal unscheinbar wird sie umso schmerzhafter, wenn alte Erinnerungen wach werden oder Neid in dein Herz kommt.

Vor allem aber müssen wir uns Folgendem bewusst sein:

1. Wenn wir nicht vergeben, Gott uns auch nicht vergibt – unsere Verbindung zu Gott wird unterbrochen und unsere Gebete werden nicht erhört.

„Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Verfehlungen nicht vergeben.“ (Matthäus 6,15)

2. Wenn wir nicht vergeben, haben wir die große Liebe Gottes nicht verstanden und leben nicht in ihr – denn Gott ist die Liebe höchstpersönlich.

„Ihr Lieben, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.“ (1. Johannes 4,11)

 

Lass uns gemeinsam dafür beten, dass wir loslassen, frei werden und vergeben können – um Jesu und unseretwillen.

Deine Daniela ☙

Jesus Christus spricht: „Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,31-32)

Eine Freundin hat dieser Tage ungeahnt mitten in meine Situation und mein Herz hinein gesprochen. Gott hat sie gebraucht, um mir wohl einen der wichtigsten Gründe, warum wir vergeben sollten, aufzuzeigen: „Ich will jedem alles vergeben, weil es Gott ehrt.“ Was für eine starke Aussage und zugleich welch eine Demütigung für mich. Ich kämpfe die ganze Zeit mit dem Gedanken, warum ich vergeben sollte, was mir angetan wurde, weil es nicht fair ist – weil es mir nicht gerecht erscheint, wenn ich vergebe, aber andere dabei einfach so „davonkommen“. Doch merkt ihr meine verquere Denkweise? Es geht doch nicht um mich – es geht um Gott. Und wenn ich nicht vergebe und weiter Hass & Zorn in mich hineinfresse, ehre ich Gott damit ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Ich entferne mich von seinem Herzen.

Seitdem ich diese Erkenntnis hatte, bin ich (endlich!) auf dem Weg der Vergebung. Es ist eigentlich eine ganz simple Wahrheit gewesen, die wir auch in der Bibel finden können, doch ich habe sie erst in diesem Moment mit meinem Herzen realisiert:

„Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Epheser 4,32)

Jesus hat mir so viel vergeben – er hat mich frei gemacht von all meiner Schuld. Und er fordert uns auf, ebenfalls zu vergeben, weil es ihn ehrt, wenn seine Kinder seinem Vorbild folgen. Ganz einfache Sache in der Theorie. In der Praxis ist es leider nicht ganz so einfach – mir fiel es in den vergangenen Monaten unglaublich schwer, u.a. weil ich mein Herz vor dieser Wahrheit verschlossen habe. Ich wollte an meinem Zorn festhalten, ich wollte Rache. Ich habe nur auf meinen temporären Schmerz gesehen und nicht auf das große Ganze – Gottes Plan dahinter und die Hoffnung, dass Gott keine Fehler macht.

Doch nun nimmt mir Gott durch Erkennen und Annehmen (!) dieser Wahrheit Stück für Stück diese Last ab. Ich komme der Vergebung näher, spüre, dass der Schmerz nachlässt und dass Gott die bittere Wurzel meines Herzens allmählich zieht. Rückfälle wird es sicherlich noch ab und zu geben, aber Gott macht mich frei von dem, was ich die ganze Zeit versucht habe, krampfhaft festzuhalten. Welch ein Grund zur Freude! (Und das ist nur einer von vielen derzeit.) Things getting better. Gott sei die Ehre dafür! Danke, Jesus, dass du frei machst! ♥

Manchmal weiß man einfach nicht so recht, wo man hin möchte. Man sitzt in einem Status Quo fest, ist unzufrieden, kommt aber auch nicht raus, um etwas zu verändern. Manchmal kann man nichts verändern – oft will man aber auch nichts verändern, weil Veränderungen immer unbequem sind. Sie strengen an, fordern Mut und Durchhaltevermögen. Als die bequemere Variante erscheint einem dann oftmals der Rückzug, gar die völlige Resignation. Back to the roots. Oder back ins Bett. Netflix an und die nervtötende Realität ausblenden.

Luxusprobleme?

Um mal ehrlich zu sein: Ich habe in den letzten Wochen viele Tage im Bett verbracht – oder abends vor meinem Laptop – und habe versucht, vor der Realität davon zu laufen. Das mag dramatisch klingen … war es eventuell auch. Doch leicht war und ist diese Phase nicht. Sorgen über mein Auto (meine geliebte Klapperkiste, die leider öfters Probleme macht), Gedanken über die berufliche Situation, Zweifel an den Zukunftsplänen, Enttäuschung über getroffene Entscheidungen und Herzschmerz um Menschen, die man vermisst. Probleme, die wie Luxus klingen.
Doch leider belächelt man heutzutage viel zu schnell diese sogenannten „Luxusprobleme“. Schließlich sind sie eine Konsequenz des Lebens im wohlhabenden Westen und man müsste dankbar dafür sein, sich überhaupt damit herumschlagen zu dürfen. Aber diese Probleme sind wesentlich mehr als eine Folge oder das Resultat von Luxus. Sie sind eine schwere Last – genau wie jedes andere Problem und jede andere Sorge, die wir als Menschen haben können.

»Überlasst all eure Sorgen Gott …«

Und Lasten liegen uns manchmal unwahrscheinlich schwer auf den Schultern, drücken uns hinunter; so tief, dass wir beinahe den Erdboden berühren und kriechen müssen. Wir trauen uns nicht einmal, irgendeinen Schritt in eine bestimmte Richtung zu unternehmen, weil wir so gelähmt von Sorgen und Ängsten sind. Aber ich muss mich selbst immer wieder daran erinnern, dass das nicht meine Aufgabe ist. Das leidige Ursprungsproblem bei Sorgen ist nämlich, dass wir selbst immer wieder den Problemlöser spielen wollen, anstatt zu akzeptieren, dass nicht alles unserer Entscheidungsgewalt obliegt. Ja, in vielen Dingen fordert Gott uns auf, zu handeln und mit seiner Weisheit Entscheidungen zu treffen. Aber zuerst müssen wir auf ihn vertrauen und seine Hilfe erbeten. Von ihm kommt Weisheit, er schenkt Mut und nimmt uns die Sorgen. Mit einem klaren Blick lässt es sich wesentlich einfacher leben und Entscheidungen treffen. Wir sollen nicht aus uns heraus handeln, sondern durch seine Kraft. Versteht ihr, wie erleichternd diese Botschaft ist? Hey, wir dürfen die Sorgen loslassen. Nein, nicht nur loslassen – Luther schreibt, wir dürfen sie sogar auf Gott werfen! Und warum? Weil er sich um uns sorgt – nicht erst, nachdem wir ihm unsere Sorgen überlassen haben, sondern die ganze Zeit. Sich an Sorgen zu klammern ist vollkommen überflüssig, weil er sich kümmert. Glaubt ihr das? Dann vertraut auf Gott, besprecht eure Sorgen mit ihm im Gebet und geht seinen Wegen nach.

»Überlasst all eure Sorgen Gott, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft!« – 1.Petrus 5,7

 

Loslassen und nach vorne schauen

Ich möchte dich ermutigen, mit mir nach vorne zu schauen und nicht vor den Sorgen und Problemen des Alltags zurück zu schrecken. Manch ein Berg erscheint unerklimmbar, aber mit dem richtigen Partner ist selbst ein Mount Everest kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Lass einfach die Sorgen los, die dich fesseln und hinunterziehen. Sei frei und flieg – sei ein Vogel mit Flügeln der Freiheit.

Wallpaper für dein Smartphone

Da ich diesen Artikel heute relativ spontan geschrieben habe, weil Gott mir diese Worte aufs Herz gelegt hat, habe ich nicht viel vorbereiten können. Allerdings habe ich zu eurer und meiner eigenen Ermutigung dennoch einen kleinen Wallpaper zur Verwendung auf dem Smartphone gezaubert. Wenn ihr also Freude daran habt, dürft ihr ihn euch gerne herunterladen und mit euren Freunden teilen. ♥ Be free & share love!

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Eure Daniela ♥

„Please don’t stop the music!“ Und das aus gutem Grund. Musik ist eine wunderbare Erfindung unseres Schöpfers. Sie entspannt, fokussiert, ermutigt, motiviert, bereichert den Alltag, tröstet und pusht. Ihre vielfältigen Sounds erfreuen uns, ihre einzigartigen Texte bringen uns zum Staunen. Der Klang lässt uns mitfiebern und den Inhalt spüren. Musik hat eine umheimliche Macht und großen Einfluss auf uns. Sie beeinflusst nicht nur unsere Stimmung, sondern auch unsere Gedanken und unser Handeln. Beobachtet einmal genau euer Umfeld – wann und wie nehmt ihr Musik wahr? Beim Auto fahren, an der Arbeit, beim Einkaufen im Supermarkt nebenan, während des Essens oder auch im Bad, während ihr euch fertig macht. Musik umgibt uns beinahe überall und sie tritt in den unterschiedlichsten Stilen und Formen auf – coole Rhythms zum Tanzen, Lieder zum Mitträllern oder slow beats zum Entspannen.

Doch in der Menge und dem unüberschaubaren Angebot an Musik verliert man schnell die Orientierung. Besonders als Christ ist es heutzutage eine Herausforderung, zwischen guter, erbaulicher und schlechter Musik zu unterscheiden. Was macht gute Musik aus? Gibt es „schlechte“ Musik? Welche Musik ist gottgefällig? Um diese und viele weitere Fragen zu beantworten, möchte ich euch heute vier Tipps an die Hand geben, mit denen ihr Musik und euren Umgang damit prüfen könnt. Let’s go!

Anmerkung im Voraus: Gerade beim Thema Musik kommt es oft zu geschmäcklerischen Diskussionen, die meines Erachtens selten gewinnbringend sein – daher möchte ich auf diese nicht explizit eingehen. Der Fokus des Artikels soll auf der Bibel und Gottes Prinzipien liegen. Gottes Wort ist allgenügsam und „alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2.Timotheus 3,16). Zur Veranschaulichung und besseren Verständlichkeit versuche ich, praktische Beispiele einzubinden, die u.a. meinem persönlichen Musikgeschmack entsprechen. Da sich dieser von eurem unterscheiden kann, bitte ich auf dieser Grundlage keine Diskussionen zu starten. Diskussionen inhaltlicher Art sind hingegen immer gern gesehen, sofern höflich miteinander umgegangen wird. Danke für euer Verständnis! ? #schönliebsein

1. Ist die Musik christlich oder weltlich?

Die Frage aller Fragen. Denn viele Menschen gehen die Beurteilung von Musik grundsätzlich falsch an, da sie davon ausgehen, jedes Lied bzw. Musikstück nach den gleichen Kriterien beurteilen zu können. Aber das ist meines Erachtens unlogisch. Wir beurteilen einen Fisch schließlich auch nicht danach, wie gut er fliegen kann, oder? Zuallererst sollte man sich darüber im Klaren sein, was man (aus geistlicher Sicht) beurteilt. Ist die Musik christlich, nicht-christlich, weltlich oder satanisch? Lasst es mich kurz erklären.

christlich

Als christliche Musik werden im allgemeinen Sprachgebrauch Lieder bezeichnet, die das Ziel haben, Gott zu verherrlichen. Darüber hinaus können solche Musikstücke dazu dienen, Christen zu ermutigen, zu belehren und zu trösten. Da „christliche Musik“ ein relativ weitgefasster Begriff ist, und sich der Grad an geistlichem Inhalt sowie die Art der Musik und der Aufmachung der Texte sehr unterscheiden kann, unterteile ich christliche Musik nochmals in drei Kategorien. Angelehnt an 1. Korinther 3,2 unterscheide ich hierbei geistliche Milch bzw. Weißbrot, feste Nahrung bzw. Schwarzbrot und eine Zwischenkategorie, das geistliche Bauernbrot.

„Milch habe ich euch gegeben, keine feste Nahrung, weil ihr die noch nicht vertragen konntet.“
1. Korinther 3,2a

Schwarzbrot

Hachja, das herrliche geistliche Schwarzbrot. So wie man sich christliche Musik vorstellt – tiefsinnige Texte, teilweise wörtliche Bibelzitate, lehrende Funktion, geistliche Wahrheiten. Mit christlicher „Schwarzbrot-Musik“ geht auch meist eine andächtige, traditionell langsame Darbietung mit einfachem instrumentalen Einsatz einher. Sie können sowohl einfache als auch schwerfällige, dramatische Melodien haben. Von Relevanz für diese Kategorie ist hauptsächlich der Inhalt, die instrumentale Komposition rückt dabei in den Hintergrund.

 

Weißbrot

Das konträre Pendant zum geistlichen Schwarzbrot. Weißbrot-Musik (geistliche Milch) zeichnet sich dadurch aus, dass die Melodien sehr eingängig und die Texte simpel gehalten und einfach zu verstehen sind. Inhaltlich nicht sehr anspruchsvoll werden hier geistliche Wahrheiten kompakt dargestellt. Typische Vertreter sind Pop-Bands wie Hillsong – bei ihnen ist die instrumentale Komposition von etwas höherer Relevanz als der Inhalt. Kinderlieder-Artisten sind teilweise ebenfalls in diese Kategorie einzuordnen – instrumentale Komposition und Inhalt sind zwar von gleicher Relevanz, der Inhalt ist aber aufgrund der Zielgruppe wesentlich einfacher gehalten und somit geistliche Milch.

 

Bauernbrot

Bauernbrot – eigentlich meine liebste Kategorien unter den christlichen Liedern. Das Bauernbrot kombiniert die tiefsinnigen Texte mit biblischen Lehren der einen Kategorie mit den eingängigen Melodien und der Einfachheit der anderen. Die Musik kann im einen Moment zum Denken anregen und ins Gebet führen, aber genauso gut zum Abdancen und laut mitträllern dienen. Inhalt und instrumentale Komposition sind von gleicher Relevanz.

 

nicht-christlich

Viele Menschen haben Schwierigkeiten, die Begriffe „nicht-christlich“ und „weltlich“ zu differenzieren. Das vorrangige Ziel nicht-christlicher Musik ist nicht die Verherrlichung Gottes. Dennoch kann die Musik christliche Werte transportieren oder bestimmte Themen behandeln und gute Absichten fördern. Sie verherrlicht keine Sünden, sondern schildert Gegebenheiten, erzählt (alltägliche) Geschichten, versucht ggf. aufzurütteln. Inhalt und instrumentale Komposition sind von gleicher Relevanz.

 

weltlich

Die Musik fokussiert sich auf banale, alltägliche Themen; der Mensch und seine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Je nach Zweck und Interpret konzentriert sich die Musik auf physiologische, soziale und sexuelle Bedürfnisse oder das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung. Oft ist der Inhalt von geringerer Relevanz, viel mehr steht die instrumentale Komposition im Vordergrund.

 

satanisch/spiritistisch

Im Fokus satanischer bzw. spiritistischer Musik steht der Teufel bzw. die Anbetung Satans oder andere spirituelle, dämonische Gewalten. In einigen Fällen wird der Bezug zu Satan nur indirekt hergestellt oder der Teufel ins Lächerliche gezogen. Parodien über Gott werden auch oft inbegriffen. Beispiele hierfür sind „Lucifer“ von XOV oder die Red Hot Chili Peppers. Oftmals wird hier auch Beyoncé dazu gezählt, da sie von sich selbst behaupte, auf der Bühne von einem Dämon ergriffen zu werden. (Falls nicht eh schon selbstverständlich: Von dieser Musik-Kategorie ist als Christ abzuraten.)

2. Welchen Zweck erfüllt die Musik?

So, kommen wir nun zum nächsten spannenden Punkt. Welchen Sinn und Zweck erfüllt Musik? Unter Berücksichtigung unserer eben gewonnenen Erkenntnisse, dass Musik je nach Art unterschiedliche Hauptziele hat, können wir an diese Frage mit einem viel klareren Blick rangehen. Ich möchte der Frage auf den Grund gehen, worin Musik ihre Daseinsberichtigung hat. Habt ihr euch beispielsweise schon einmal bewusst gefragt, ob Gott Musik ausschließlich zur Anbetung und Belehrung erschaffen hat oder ob es auch in seinem Willen ist, wenn wir sie zur Ermutigung und zum Trost nutzen?

Schauen wir uns mal König David, einen der bekanntesten Musiker und Poeten aus Bibel, näher an. Er nutzte Musik hauptsächlich zur Anbetung und Verherrlichung Gottes, wie man es in den Psalmen lesen kann (Psalm 4:1, 6:1, 54:1, etc.). Es gibt jedoch Fälle, da setzte David die Musik für andere Zwecke ein. Und zwar genauer gesagt für die Beruhigung des Königs Saulus, während dieser von bösen Geistern geplagt wurde (1. Samuel 16,14-23). Darüber hinaus benutzten bspw. Israeliten Musikinstrumente zu unterschiedlichen Zwecken wie der Warnung vor Gefahren (Nehemia 4,20). In Epheser 5,19 lesen wir folgende Anweisung des Apostels Paulus: „Ermutigt einander mit Psalmen, Lobgesängen und von Gottes Geist eingegebenen Liedern; singt und jubelt aus tiefstem Herzen zur Ehre des Herrn.“

An diesen aufgeführten Beispielen sehen wir, dass wenn auch die Hauptaufgabe der Musik in der Anbetung Gottes besteht, die Bibel auch andere Verwendungen für Musik erlaubt: Ermutigung, Lobgesänge, Trost, Lobpreis, Freudengesänge, Beruhigung, Ausdruck menschlicher Emotionen.

3. Welchem Genre/Stil gehört die Musik an?

An dieser Stelle wiederhole ich gerne noch einmal, was ich zu Beginn des Artikels geschrieben habe. Beim Thema Musik kommt es oft zu geschmäcklerischen Diskussionen, die selten gewinnbringend sein. Der Fokus meines Artikels soll auf der Bibel und Gottes Prinzipien liegen und nicht auf der subjektiven Frage, was sich für einen selbst gut anhört oder wovon man kulturell geprägt ist.

Wie steht die Bibel zu unterschiedlichen Genres und Musikstilen? Und was wird über den Einsatz von Musikinstrumenten geschrieben? Interessanterweise lesen wir in der Bibel, dass kein Genre oder Musikstil geschweige denn irgendein Instrument verurteilt wird. Ganz im Gegenteil – wir lesen des öfteren von diversen Instrumenten wie Saiten- und Blasinstrumenten: „Die Sänger gehen voran, danach die Saitenspieler, inmitten der Jungfrauen, die die Handpauken schlagen.“ – Psalm 68,26; „Und als die Bauleute den Grund zum Tempel des Herrn legten, stellten sich die Priester in ihren Gewändern auf, mit Trompeten, und die Leviten, die Söhne Asaphs, mit Zimbeln, um den Herrn zu loben nach der Anordnung Davids, des Königs von Israel.“ – Esra 3,10.

Was hingegen in der Bibel verurteilt wird, ist hohler Lobpreis, der Gott scheinbar die Ehre geben soll, aber wahrhaftig weit entfernt von der Wahrheit ist: „Ich hasse und verachte eure religiösen Feste und kann eure feierlichen Zusammenkünfte nicht riechen. Ich will eure Brand- und Speiseopfer nicht haben; die Friedensopfer eurer Mastkälber will ich nicht sehen! Hört auf mit dem Lärm eures Lobpreises! Eure Anbetungsmusik werde ich mir nicht anhören. Stattdessen will ich Recht fließen sehen wie Wasser und Gerechtigkeit wie einen Fluss, der niemals austrocknet. Habt ihr eure Schlacht- und Speiseopfer während dieser 40 Jahre in der Wüste etwa mir gebracht, Israel? Nein, euer eigentliches Sinnen und Trachten galt euren heidnischen Göttern – deinem König Sakkut und deinem Sternengott Kewan – den Bildern, die du dir selbst gemacht hast. – Amos 5,21-26.

Das Volk Israel wird nicht wegen des Lobpreises an sich oder gar des Stiles angeklagt. Nein, viel mehr geht es dem Herrn um die Unehrlichkeit des Volkes, und dass ihr Herz nicht dem Herrn dient, sondern Götzen. Prüfe dich einmal selbst: Kannst du voller Freude und zur Ehre des Herrn ein bestimmtes Lied hören? Oder zollst du damit eigentlich nur deinem Fleisch (dem Satan) einen Dienst, indem du bspw. darin Erfüllung suchst?

4. Worum geht es inhaltlich in der Musik?

Das für mich wichtigste Kriterium zur Unterscheidung zwischen guter, erbaulicher und schlechter, zerstörerischer Musik ist – neben der Einteilung in christlich, nicht-christlich, weltlich und satanisch – der Inhalt eines Liedes. Zwei gute Verse, die uns bei der Prüfung des Inhalts eines Liedes helfen, sind folgende:

„Im übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgend eine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht!“
Philipper 4,8

„Alles ist mir erlaubt — aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir erlaubt — aber ich will mich von nichts beherrschen lassen!“
1.Korinther 6,12

Christen vergessen allzu gerne, dass Gott der Schöpfer von Musik ist und nur Gutes von ihm zu erwarten ist. Die Musik selbst kann daher nicht unrein sein – es ist uns erlaubt, sie zu hören. Musik kann nur durch den Einfluss von Menschen unrein werden, und das geschieht vorzugsweise unter dem inhaltlichen Aspekt. Worauf ist also zu achten? Wie Paulus es uns schreibt, sollten wir in Liedern nach dem Wahrhaftigen, Ehrbaren, Gerechten, Reinen, Liebenswerten, Wohllautenden, Tugendhaften und Lobenswerten suchen. Kannst du etwas in dem Lied finden, das diesen Aspekten entspricht? Dann spricht theoretisch nichts dagegen, dieses Lied zu hören. Wie schon in 1.Thessalonicher 5,21 geschrieben steht: „Prüft alles, das Gute behaltet!“ Schon Paulus hat in scheinbar weltlichen Dingen nach dem Guten und Redlichen gesucht und sogar in seinen Briefen aus heidnischen Stücken zitiert: „Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten!“ (1. Kor 15,33 – ein Zitat aus dem Drama „Thais“ des griechischen Komödiendichters Menander.)

In einer von Sünde durchdrungenen Welt wird es wahrscheinlich nicht häufig vorkommen, dass ein Lied den Kriterien in Philpper 4,8 zur Genüge entspricht. Dennoch bin ich der Meinung, dass man offen bleiben sollte, auch in weltlichen Dingen Segen zu finden. Mich ermutigt beispielsweise immer wieder „Ain’t nobody (loves me better)“ von Jasmine Thompson feat. Felix Jaehn, weil es mich an die einzigartige Liebe Gottes erinnert, die bis zum Tod am Kreuz führte, und dass mich keiner liebt wie der Herr.

5. Bringt mich die Musik näher zu Gott?

Zu dieser Frage möchte ich erst einmal eine Gegenfrage stellen: Entferne ich mich durch die Musik von Gott? Wie wir oben gelesen haben, hat Musik nicht immer den Hauptzweck, Gott zu loben und zu preisen. Sie kann bspw. auch zur Ermutigung und zum Trost dienen. In solchen Fällen werden wir ein Lied aller Wahrscheinlichkeit nach auch mit einem eben solchen Fokus hören: Das Lied ermutigt mich, also freue ich mich über die schöne Melodie und lasse mich davon motivieren. Bei christlichen Liedern hingegen ist es ganz einfach – die Lieder geben schon genug Anlass, uns Gott zu nähern. Ob wir das aber tatsächlich tun, bleibt immer noch uns selbst überlassen. Wir können dafür nicht die Lieder beschuldigen. (Und manch einer wird übrigens sogar durch weltliche und nicht-christliche Lieder so sehr ermutigt oder getröstet werden, dass er nicht anders kann, als den Herrn dafür zu preisen.)

Und nicht zu vergessen: Jeder Mensch geht mit Musik anders um. Während manche Menschen Lieder nach dem ersten Hören auswendig kennen und jedes Wort klar verstehen – und der Inhalt somit viel präsenter und bewusster aufgenommen wird –, kennen andere wiederum auch nach Monaten nicht den Songtext und verstehen den Text auch kaum bis gar nicht (somit rückt die bewusste Präsenz des Inhalts in den Hintergrund). Heißt im Endeffekt, dass Lieder, die die einen noch hören können, die nächsten schon sehr zu stören vermögen. Praktisch wie Paulus über das Götzenfleisch in 1. Korinther 8,7+9 schreibt: „Aber nicht alle haben die Erkenntnis, sondern etliche machen sich ein Gewissen wegen des Götzen und essen [das Fleisch] noch immer als Götzenopferfleisch, und so wird ihr Gewissen befleckt, weil es schwach ist. […] Habt aber acht, daß diese eure Freiheit den Schwachen nicht zum Anstoß wird!“

Mein Tipp: Übergehe nie dein eigenes Gewissen, wenn es dich warnt – aber schränke dabei weder die Freiheit anderer Christen ein, noch gebe ihnen einen Anlass zum Anstoß oder um sich über dich zu ärgern. (Mehr dazu könnt ihr in meinem Artikel „Darf ein Christ …?“ nachlesen.)

Mein Fazit

Dieser Artikel hat mich ziemlich viel Arbeit gekostet. Ernsthaft. Ich habe die ersten Zeilen im Dezember letzten Jahres zu schreiben begonnen und seitdem nicht mehr daran weitergearbeitet, weil mich das Thema selbst sehr aufgerüttelt hat. Ich höre gefühlt 24/7 Musik – morgens im Bad, beim Frühstücken, beim Autofahren, an der Arbeit, daheim bei privaten Aufgaben, beim Lernen, beim Bibel lesen. Nur beim Schlafen, Parken und Beten ist die Musik (so gut wie) aus. Leider musste ich mir eingestehen, dass ich Musik oftmals unreflektiert höre; ich denke gar nicht mehr groß darüber nach, was ich höre, sondern entscheide geschmäcklerisch. Keine gute Angewohnheit.
Der Artikel war also praktisch wie eine kleine Selbstreflexion, die mir aufgezeigt hat, wo es noch Potenzial gibt. In meiner privaten Musikbibliothek liegen teilweise noch „Musik-Leichen“ aus meinen Teenie-Jahren, aber auch aus der vergangenen Zeit, die ich mittlerweile nicht mehr höre, weil mein Gewissen sich meldet. Die Texte waren nie mega-schlecht, aber eben auch nicht sonderlich gut. So habe ich neuerdings angefangen, auszumisten. Alles, was mir zufällig in meine aktuelle Playlist rutscht und Unbehagen auslöst, wird gelöscht. Viele Lieder stellen auch einfach eine Grauzone dar, die ich derzeit noch billige. Eventuell ändert sich das mit den Jahren noch – so wie jetzt auch die Erkenntnis kam.

Doch der Artikel hatte auch sein Gutes: Ich habe erkannt, dass es ein unwahrscheinlich großes Repertoire an guten, erbaulichen Liedern aus den verschiedensten Kategorien (christlich, nicht-christlich, weltlich), in unterschiedlichen Stilen und mit unterschiedlichen Thematiken und allerlei Interpreten gibt. Und das beste: Diese Lieder sind so vielfältig, und man hört sie allesamt nicht nur gerne – nein, es ist uns sogar in der Tat erlaubt, diese Musik zu hören, weil uns Christus die Freiheit dazu gibt. Das freut mich unwahrscheinlich. Es ist wundervoll, dass der Herr Musik so vielfältig geschaffen hat! Halleluja!

Abschlussfrage: Wenn du bis hierhin gelesen hast (Respekt!), schreib mir doch in die Kommentare, welches Lied derzeit dein Lieblingslied ist!

Quellen und weiterführende Links: gotquestions.org, betanien.de, Die Bibel ☺️

Herzlichst,
eure Daniela ♥