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„I hope you’re somewhere praying. I hope your soul is changing.“ – Kesha

Diese Phrase. Aus diesem Lied. Einfach nur stark. Sie gibt momentan so ziemlich 1:1 meine Gedanken wieder. Doch während ich das so tippe, dämmert es mir, dass ich selbst eigentlich umso mehr beten sollte. Warum zum Kuckuck bete ich nicht!? Weil ich ein ebenso unwillig beugsamer Mensch bin – im Gebet auf die Knie zu fallen, demütig zu werden und für seine „Feinde“ zu beten, ja, das ist nicht immer so easy. Doch Gott will genau das. Dass wir beten, um selbst von Rachegedanken befreit zu werden. So wie wir es in Römer 12,19 lesen können: „Liebe Freunde, rächt euch niemals selbst, sondern überlasst die Rache dem Zorn Gottes. Denn es steht geschrieben: »Ich allein will Rache nehmen; ich will das Unrecht vergelten«, spricht der Herr.“ Also will ich es Gott überlassen – es soll nicht mehr meine Sorge sein.

»God’s blessings are like a river. They fill the city of God with joy.« (Psalm 46:4a)

Manchmal erscheinen einem all die schönen, nettgemeinten Worte, die einen aufmuntern sollen, wie zynische Bemerkungen. „Alles Gute dir“, „Ich denke an dich“, „Das wird schon wieder“ – man kommt sich ein wenig veräppelt vor, denn so richtig helfen kann einem niemand. Niemand – außer Gott allein. Und ganz ehrlich: Ich wünschte, es würde schneller gehen. Ich wünschte, es würde nicht immer wieder hochkommen, meine hoffnungsvollen Launen zerstören und so elendig weh tun. Doch wie eine Freundin mir sagte: „Give yourself time.“ Alles hat seine Zeit. Und das ist gerade meine Zeit des Weinens, meine Zeit des gebrochenen Herzens. Doch es wird wieder eine andere Zeit kommen. Eine Zeit des Lachens, der Freude und des Tanzens.

Ein Lied, mit dem ich meine Laune in den vergangenen Wochen immer wieder ein wenig aufbessern konnte, ist „Rivers of Joy“ von den No Angels. (Ja genau, die 2000er-Popstars-Girlgroup – ich war der Superfan schlechthin.) Der Songtext schenkt Hoffnung und Freude und gibt noch dazu einen Teil biblischer Wahrheit wieder:

„There are times when I just wanna lay down on the ground. And never rise again no matter what’s been found. But then I realise I have to carry on. And I try to move along to the rivers full of joy. In the rivers of joy, hallelujah, joy – I believe. In the rivers of joy, hallelujah, joy – I will find. In the rivers of joy, hallelujah, joy – all the happiness.“

Ja, und bis es soweit ist, dass ich wieder lachen und mich wahrhaft freuen kann, werde ich dafür beten, dass ich niemals den Blick auf den einzig wahren Freudeschenker verliere: Gott.

»Vergebt euch gegenseitig, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.« (Epheser 4,32b)

Menschen machen Fehler. Viele Fehler. Manche sind kleiner, andere hingegen größer und schwerwiegender. Doch kein Fehler ist so groß, dass er nicht vergeben werden kann. Wenn ein Mensch wahrhaft reut und um Vergebung bittet, vergibt Gott und lässt Gnade vor Recht ergehen. Und den gleichen Anspruch hat Gott an uns. Wir sind Menschen und wir machen nun einmal viele Fehler, mit denen wir uns gegenseitig enttäuschen und verletzen. Dennoch – oder gerade deshalb – sollten wir uns vergeben wie Christus uns vergeben hat. Damit wir Frieden in unseren Herzen haben, Freude in unserem Leben und keine Bitterkeit in unseren Beziehungen. Denn das Gift aller Liebe ist Verbitterung. Mich reuen viele meiner Fehler, ja. Und ich flehe um Vergebung. Aber ich weiß, Gott hat mir schon längst vergeben – und das ist meine Hoffnung. Vergebung ist möglich durch Gott.

„Wir sind auch stolz in den Bedrückungen, denen wir ausgesetzt sind, denn wir wissen, dass wir durch Leiden Geduld lernen; und wer Geduld gelernt hat, ist bewährt, und das wiederum festigt die Hoffnung.“ – Römer 5,3-4

Was ist mein Hauptjob in Leid? Meine Probleme selbst lösen und aus dem Leid fliehen? Nein – denn das kann ich auch gar nicht. Mein Hauptjob ist, Gott die Ehre zu geben. Ich darf stolz darauf sein, dass ich leiden darf, denn so merke ich, dass Gott mich liebt und erziehen will. Aber vor allem merke ich, dass ich in Leid Geduld lerne – ich lerne, nur Gott zu vertrauen und auf seine Hilfe zu warten. Ich lerne, meine Hoffnung ganz auf ihn zu setzen. Leid ist eine Bewährungsprobe – wer standhält, der geht am Ende gestärkt in der Hoffnung auf Gott hervor.

Derzeit scheint sich die schlimmste Phase meines Leids dem Ende zuzuneigen (Gott sei Dank!). Ich hatte in den vergangenen Tagen seltenere und kürzere Tiefs und allmählich zeigt sich auch ein Licht am Ende des Tunnels. Doch trotz all der Euphorie darf ich nicht wieder versuchen, alles alleine zu schaffen. Ich muss fest und nah am Herrn bleiben, um gewappnet zu sein vor erneuten Leiden und Bedrängnissen. Deshalb möchte ich mir jetzt angewöhnen, jeden Tag symbolisch die Waffenrüstung Gottes anzuziehen: den Gürtel der Wahrheit, das Schild der Glaubens, den Helm des Heils, den Brustpanzer der Gerechtigkeit, das Schwert des Wortes Gottes und die Schuhe mit der Bereitschaft zum Zeugnis für das Evangelium des Friedens. So kann man den Kampf schließlich nur gewinnen.

„If You can hold the stars in place, You can hold my heart the same. Whenever I fall away, Whenever I start to break. So here I am, lifting up my heart to the one who holds the stars.“ (Skillet – Stars)

Als ich dieses Bild gesehen habe, musste ich ein wenig schmunzeln. Ungefähr so fühl’ ich mich derzeit. Wie ein schlapper Sack, der sich hängen lässt, aber dennoch von irgendetwas hochgehalten wird. Und dieses Etwas ist Gott. Der, der die Sterne an ihrem Platz hält, hält auch mein Herz. Gott ruft mich bei meinem Namen und ich darf mich zu ihm hinwenden – schreiend, flehend, kämpfend, bittend, weinend. Er hält mich. Er kann tobende Stürme beruhigen, also kann er auch meinem Herzen Ruhe schenken. Er kann mir eine Perspektive schenken, die voll Freude und Dankbarkeit ist. Dankbar, dass ich da nicht alleine durch muss, dass ich eine Gemeinde habe, Freunde im Herrn, gute Arbeitskollegen, eine Aufgabe im Leben, einen Sinn im Leid.

Danke, Jesus!

»God, keep my head above water. Don’t let me drown, it gets harder. I’ll meet you there at the altar as I fall down to my knees.« – Avril Lavigne

Wow, was für ein genialer Song! Als ich ihn vor ein paar Wochen zum ersten Mal gehört habe, war ich direkt begeistert. Aber er war eher ein schönes Lied für nebenbei, kein Herzenssong. Nachdem ich nun in der vergangenen Woche selbst am eigenen Leibe erfahren musste, wie es sich anfühlt, wenn man denkt, man ertrinke bald unter einer Flut an negativen Gefühlen, ist er mir extrem wichtig geworden. „God, keep my head above water!“ Das ist nicht nur ein Gebet, ein Flehen, eine Aufforderung an Gott, einzuschreiten und zu helfen. Das ist ein Zugeständnis der Allmacht Gottes und ein Lobpreis. Es sagt: Herr, du allein bist mächtig genug, meinen Kopf über Wasser zu halten. So sehr ich selbst strample, ich würde doch ertrinken. Du allein hältst mein Leben in deiner Hand.

Krass, oder? Ich will es nicht vergessen und als Lobpreis auf meinen Lippen tragen. Auch im Leid – oder gerade im Leid. Amen!

PS: Auf meinem Blog unter »Wallpaper & Medien« findet ihr übrigens ab sofort ein paar neue Wallpaper für eure liebsten technischen Geräte. ♥

»Oh, the overwhelming, never-ending, reckless love of God. Oh, it chases me down, fights ’til I’m found, leaves the ninety-nine.« (Cory Asbury – Reckless Love)

Ich habe gestern wieder neu über dieses Lied nachdenken müssen. Obwohl ich es schon tausende Male gehört habe, hat Gott mir einen ganz neuen Aspekt seiner Gnade dadurch gezeigt. Was ist, wenn Gottes Liebe so „reckless“ (also überwältigend und auf seine Art und Weise rücksichtslos) ist, dass er mein Leid zulässt, um andere dadurch zu trösten?

In 2. Korinther 1,4-5 lesen wir folgendes: „In allen Schwierigkeiten tröstet [Gott] uns, damit wir andere trösten können. Wenn andere Menschen in Schwierigkeiten geraten, können wir ihnen den gleichen Trost spenden, wie Gott ihn uns geschenkt hat. Ihr dürft darauf vertrauen: Je mehr wir für Christus leiden, desto mehr lässt uns Gott durch Christus Trost zuteil werden.“ Und das gilt nicht nur für Christen! Stellt euch mal vor, Gott lässt euer Leid zu, um Nicht-Christen seinen Trost durch euch zukommen zu lassen. Oder noch krasser: Nicht-Christen lernen durch euren Trost Gott kennen! Wie genial ist das denn!? Ganz ehrlich: Ich will mich in den nächsten Tagen nicht mehr über mein Leid beschweren. Klar, es ist schrecklich und eine grausame Situation. Aber hey, wenn eine Menschenseele bei Gott Trost findet, was kann es dann besseres in diesem Moment geben? – Nichts. Deswegen heißt es jetzt, Zähne zusammenbeißen, auf Gott vertrauen und ausharren. Achja, und natürlich Trost spenden. Also raus in die Welt und Liebe spenden. ♥️

»Denn der Herr weist die zurecht, die er liebt, und er straft jeden, den er als seinen Sohn annimmt. Wenn ihr Schweres ertragen müsst, dann erkennt darin die Zurechtweisung Gottes; denkt daran, dass Gott euch als seine Kinder behandelt.« (Hebräer 12,6–7a)

Ich merke, wie Gott in den letzten Tagen an mir und meinem Herzen arbeitet. Wie der Herr mich erziehen will. Und allmählich findet die Gewissheit in mir Platz, dass es gut ist. Wie ein Gärtner seine Rosen zurückschneidet und schlechte Triebe wegnimmt, damit aus seinen geliebten Pflanzen wieder Gutes erwachse. Aber nicht nur schlechte Triebe nimmt Gott uns ab, auch die Triebe, die schon gut waren, damit sie noch besser würden. Ich muss lernen, loszulassen und alles Gott abzugeben. Oder wie der christliche Kinderliedersänger Thomas Klein sagt: „Hier ist mein Herz, mach es ganz rein. Nur Du allein sollst drinnen sein. Nimm alles weg, was Dich stört, weil Dir, Jesus, mein Herz gehört.“ Herr, mein Herz gehört dir. Ich will lernen loszulassen und dir zu vertrauen. Alles dient mir zum Guten und du hast gute Pläne für mich. Danke, Jesus, dein Name sei gelobt!

»Father, God, let me see it for what it is. […] I’m willing to fight, willing to fight the elements.« (TobyMac – The Elements)

In meinem Kopf herrscht Krieg – mit meinen Gefühlen geht es in den vergangenen Tagen mal hoch und mal runter. Und wenn sie unten sind, ziehen sie mich ganz tief in die letzten Zentimeter eines nie enden wollenden Loches. Dort unten rufe ich und flehe Gott an, ich warte und harre. Doch die Zweifel überwiegen. In meinen Gedanken schwingt immer ein Satz mit: „And if not, he’s still good … really?“ Ist Gott wirklich gut? Eigentlich zweifel ich keine Sekunde daran. Eigentlich weiß ich, dass er vollkommen gut ist, weil er die Liebe in Person und allmächtig ist. Und dennoch – immer wieder steigen Zweifel empor und schnüren mir die Kehle zu bis nur noch ein Schluchzen herauskommt.

Solange bis Gott mich aus dem Loch raushebt und mich Gebete hochziehen. Dann stehe ich kampfbereit, mit fokusiertem Blick bereit, es mit dem Teufel und „den Elementen“ aufzunehmen. Wind, der mich wie ein Blatt hin- und herwirbeln lässt. Wasser, das mir den Boden unter den Füßen nimmt. Feuer, an dem ich mir die Hände verbrenne. Erde, die mich unter sich begräbt. In solchen Momenten, wenn Gott mich trägt, bin ich siegessicher und rappel mich auf.

Wie gestern Abend an der Kasse im EDEKA – wenn ich als Tochter des Höchsten, die so viel Grund zur Freude hat, freudlos und mit dem Gesichtsausdruck des Todes die Kassiererin niederstarre, was ist das bitte für ein Zeugnis!? Da freut sich nur der Teufel. Und das lasse ich nicht zu. „I got spirit, I got faith. I might bend, but I won’t break. I’ll fight the elements.“ Also sieh zu, dass du Land gewinnst, Teufel. Mein Herz nimmst du nicht mit deinen Lügen ein. Gott hat einen Grund, warum es passiert. Und der ist gut, auch wenn ich ihn nicht kenne.

»Dry your tears and wave goodbye … We can rise up from the dust and walk away. We can dance upon our heartache, yeah. So light a match, leave the past, BURN THE SHIPS. And don’t you look back.« (for King & Country – Burn the ships)

Es tut weh, es tut unfassbar weh. Der Schmerz in meinem Herzen, das Leid, das mir zugefügt wurde, der Hass und die Wut, gegen die ich kämpfe, all die Verzweiflung. Es tut alles weh. Ich glaube, in meinem Leben ging es mir selten so schlecht. Und doch bin ich mir gewiss: Ich bin nicht allein. Obgleich der Beginn des Wochenendes einer Folter glich und ich Schmerzen litt, konnte ich mich dennoch auf Freunde und Familie und vor allem darauf verlassen, dass mich die Gebete tragen. Auf einmal wurde ich im freien Fall aufgefangen und sicher gehalten. Mein Blick war nach oben gerichtet und auf Gott. Heute kämpfe ich zwar wieder mit meinen Gefühlen, aber selbst wenn ich weine und leide, ist Gott da. Er hält mich. Was mich heute ermutigt, ist das neue Album von for King & Country. Als würde es meine Geschichte erzählen – nur mit der Perspektive Gottes. Und ich darf mich an diesem doch sehr beschissenen Montag darüber freuen, dass ich arbeiten und mich dadurch ablenken darf. Dass auf mich daheim eine Familie wartet, dass ich eine Bibel habe, dass ich mich mit Serien und einigen Projekten und To dos ablenken kann. Das ist Gnade. Gott ist Gnade. Und auch wenn ich weine, darf ich danken und nach vorne schauen. Alte Schiffe verbrennen und nicht mehr zurückblicken.