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Ich glaube, mir ist schon lange kein Beitrag mehr so schwer gefallen wie dieser. Nein, nicht aufgrund der komplexen Thematik oder des hohen Recherche-Aufwands – sondern weil mich dieser Beitrag emotional herausfordert. Denn durch die Recherche für diesen Beitrag muss ich mich mit einem Lebensabschnitt auseinandersetzen, den ich gerne weit hinter mir lassen würde: meine letzte (toxische) Beziehung. (Hier habe ich von meiner Beziehungs-, Trennungs- und Vergebungsgeschichte berichtet.)

Warum das Thema ausgerechnet jetzt aufploppt? So verrückt es klingen mag, doch der Auslöser ist meine aktuelle (gesunde) Beziehung. Ich sehe jetzt – drei Jahre später – durch meinen Freund, wie verheerend und schlecht die letzte Beziehung und wie toxisch mein damaliger Partner war. Und das, obwohl er Christ war. Denn obgleich wir oder unsere Partner zu Christus gehören mögen, bedeutet es nicht, dass wir nicht sündigen oder aber vor Leid gefeit sind.

Darum möchte ich heute mit euch über toxische Beziehungen reden, was sie ausmacht, wie man mit ihnen umgehen kann und was die Bibel dazu sagt.

Gott hat mir dieses Thema aufs Herz gelegt und ich hoffe, dass ich all jenen in toxischen (und christlichen) Beziehungen helfen kann, damit sie nicht das gleiche durchmachen müssen wie ich damals.

Hinweis: Männer und Frauen können gleichermaßen betroffen und Opfer eines toxischen Partners sein. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werde ich jedoch nachfolgend das generische Maskulinum verwenden – der Beitrag richtet sich nichtsdestotrotz an beide Geschlechter.

Was sind toxische Beziehungen?

Wenn man heutzutage von toxischen Beziehungen spricht, sind damit sowohl ungesunde Beziehungen, die lieblos und respektlos sind, aber auch schädliche Beziehungsgefüge gemeint, bei denen es klare Täter- und Opfer-Rollen gibt. Die Täter sind hierbei meist manipulativ, empathielos und selbstbezogen – teilweise weisen sie sogar eine narzisstische oder Borderline-Persönlichkeitsstörung auf.

Für den vergiftenden Partner (Täter) besteht der Sinn der Beziehung bzw. des vergifteten Partners (Opfer) darin, seine Bedürfnisse zu befriedigen.

Darüber hinaus zeichnen sich toxische Beziehung häufig durch den Wechsel zwischen intensiver Liebe (heiß) und abrupter Distanz (kalt) aus. Die Verhaltensweisen des toxischen Partners zerstören und machen kaputt – das heißt, toxische Beziehungen sind dysfunktional. Außerdem wird durch diese Verhaltensweisen die eigene Wahrnehmung verzerrt, wodurch man sich in die Opferrolle begibt und sich selbst abwertet. Häufig bleibt diese gestörte, verzerrte Wahrnehmung von Partnerschaft auch danach erhalten.

Was sind Merkmale einer toxischen Beziehung?

Folgende Merkmale können ein Hinweis auf eine toxische Beziehung sein – jedoch müssen sie es nicht. Auch gesunde Beziehungen sind nicht perfekt, weil die beteiligten Partner beide Sünder sind. Das sollte immer im Hinterkopf behalten werden. Doch wenn die Anzeichen für eine toxische Beziehung überwiegen, sollten die Alarmglocken losgehen.

  1. Dein Partner hat starke Stimmungsschwankungen und die Beziehung ist von einem Auf und Ab der Gefühle (Liebe vs. Zurückweisung) geprägt.
  2. Dein Partner beschuldigt oder kritisiert dich und wertet dich ab.
  3. Dein Partner möchte dich kontrollieren und ist sehr eifersüchtig oder vereinnahmend.
  4. Dein Partner gibt dir das Gefühl, nichts richtig machen zu können.
  5. Dein Partner bemitleidet sich selbst.
  6. Dein Partner redet deine Sorgen und Probleme klein oder schenkt dir keine Aufmerksamkeit.
  7. Du fühlst dich abhängig von deinem Partner und denkst an nichts anderes mehr.
  8. Du idealisierst deinen Partner und siehst nur das Potenzial, aber nicht die schädlichen Muster.
  9. Ihr kreist euch um euch selbst und kapselt euch von anderen ab.
  10. Die Beziehung kostet euch beiden Kraft.
  11. Die Beziehung verhindert Wachstum.
  12. Die Beziehung überschreitet (deine) Grenzen.
  13. Die Beziehung führt zu Sünde und Lügen.
  14. Die Beziehung ist geprägt von Egoismus und Dominanz durch deinen Partner.
  15. Dein Partner zeigt dir die kalte Schulter, wenn du nicht funktionierst.

 

Wie läuft eine toxische Beziehung ab?

Vereinfacht kann man das Schema einer toxischen Beziehung als „einfangen – auf Sockel stellen – abschießen“ beschreiben. Was das im Detail bedeutet, möchte ich nachfolgend kurz erläutern.

 

 

1. Love Bombing

Der toxische Partner umwirbt den anderen Partner intensiv, überschüttet ihn mit Liebe und macht ihn durch das enorme Maß an Zuwendung süchtig/abhängig von sich.

 

2. Fast Forwarding/Idealisierung

Der toxische Partner treibt die Beziehung viel zu schnell voran und plant bereits in den ersten Wochen die gemeinsame Zukunft, malt Hochzeitspläne aus und träumt von Kindern. Der Partner wird idealisiert und er wird auf einen Sockel gehoben.

 

3. Abwertung

Der toxische Partner wertet den anderen Partner schleichend ab – er macht diesem Vorwürfe, redet ihn klein und verhält sich nur ihm gegenüber so.

 

4. Abschluss

Letztendlich lässt der toxische Partner den anderen Partner im Stich und trennt sich (meist plötzlich). Die Beziehung wird sozusagen „entsorgt“, weil sie für den toxischen Partner keinen Mehrwert mehr bietet.

 

5. Ende oder Wiederholung

Im best case wird die Beziehung beendet und beide Partner kommen voneinander los. Im worst case wiederholt sich das Prozedere und der toxische Kreislauf beginnt von vorne.

 

Wie sieht eine gesunde Beziehung aus?

Was mir unglaublich geholfen hat, zu sehen, wie eine gesunde, liebevolle Beziehung aussieht, die Gott ehrt, ist (Überraschung, wer hätte es gedacht) die Bibel. Die Bibel (= Gottes Wort) sagt von sich selbst nicht umsonst, dass sie ein Licht für uns ist.

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ (Psalm 119,105; SLT)

Sie gibt uns Weisung und Führung und sie ist der beste Ratgeber für das alltägliche Leben. (Darüber habe ich auch schon einmal in diesem Artikel geschrieben.)

Welche Hinweise finden wir also in der Bibel, die uns zeigen, wie eine gesunde Beziehung aussieht? Folgende Merkmale sind Beispiele für gesunde Beziehungen:

  1. Dein Partner ermutigt dich. (Epheser 5,19)
  2. Dein Partner wird von deinen Freunden und deiner Familie (in Christus) gemocht und ist geachtet. (Sprüche 31,23)
  3. Dein Partner ist nicht gehässig und zornig. (Epheser 4,31–32)
  4. Dein Partner ist hilfsbereit. (Epheser 4,31–32)
  5. Dein Partner ist vergebungsbereit. (Epheser 4,31–32)
  6. Dein Partner ist geduldig, freundlich, nicht neidisch oder eingebildet. (1. Korinther 13,4)
  7. Dein Partner ist nicht auf seinen eigenen Vorteil bedacht, er ist diszipliniert und nicht nachtragend. (1. Korinther 13,5)
  8. Dein Partner erfreut sich nicht am Leid, sondern an der Gerechtigkeit. (1. Korinther 13,6)
  9. Dein Partner erträgt dich und hat einen festen Glauben – an Gott und in dich. (1. Korinther 13,7)
  10. Dein Partner unterstützt dich in deiner Berufung. (Philipper 2,4)

 

Wie geht man mit einer toxischen Beziehung um und wie heilt man sie?

In meiner damaligen Beziehung musste ich erleben, wie Gott eingreift und mich vor mir selbst, aber auch meinem toxischen Partner rettet. Er hat damals die Reißleine gezogen und die Beziehung beendet, bevor sie in meinem Herzen noch mehr langfristigen Schaden anrichten konnte als sie schon getan hat. Aus eigener Kraft und meinem eigenen Willen hätte ich die Beziehung damals sehr wahrscheinlich leider nicht beendet, denn ich hielt es für eine „christliche Tugend“, das Leid zu ertragen und mich ausnutzen zu lassen. Frei nach dem Motto:

„Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, so biete ihm auch die andere dar.“ (Matthäus 5,39; SLT)

Doch das ist absoluter Unsinn – wenn nicht sogar eine Irrlehre und ein Missbrauch von Gottes Wort sondergleichen. Wenn dich jemand missbraucht und ausnutzt, ist es deine Pflicht, dich zu schützen, weil auch du selbst ein geliebtes Geschöpf Gottes bist. Darum ist die vermutlich einzige Möglichkeit, eine toxische Beziehung zu heilen, diese zu beenden. Der Weg zur Heilung einer toxischen (Abhängigkeits-)Beziehung, um dich selbst zu schützen, führt m. E. nur über die Trennung.

„Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.“ (Sprüche 4,23; SLT)

Was dein Herz zerstört, sollte in deinem Leben keinen Raum finden, denn Gott wünscht sich gesunde, liebevolle Beziehungen, die ihn verherrlichen. An zerstörerischen, toxischen Beziehungen erfreut sich nur einer: der Teufel. Denn er ist der Zerstörer und Widersacher in Person.

„Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich [Jesus Christus] bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ (Johannes 10,10; SLT)

Zu guter Letzt ist es wichtig, zu erkennen, dass man selbst (bzw. der vergiftete Partner innerhalb einer toxischen Beziehung) niemals der Retter für einen anderen Menschen sein kann. Gott allein ist derjenige, der Herzen verändern und unser Denken erneuern kann.

„Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird.“ (Römer 12,2b; GNB)

 

Abschluss

Meine Hoffnung ist, dass dieser Beitrag euch zum Besten dient und euch segnet. Ich wünsche mir, dass ihr vor den Verletzungen bewahrt bleibt, die ich damals erleiden musste. Und ich wünsche euch Gottes reichen Segen und dass Gott eure Herzen bewahrt!

„Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!“ (Philipper 4,7; SLT)

Eure Daniela ♥

 

Quellen:

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Am Dienstag habe ich mir abends Zeit genommen, um für Gebetsanliegen, die mir im Laufe des Tages zugesendet wurden, zu beten. Es war mir eine große Freude und Ermutigung, weil ich mit Gott über so viele unglaublich gute Anliegen reden konnte. Dass mich aber ein Bibelvers, den ich einer Person auf ihr Gebetsanliegen geantwortet habe, gestern so sehr bewegen würde – damit habe ich nicht gerechnet.

Doch mittags hat es mich dann wie ein Schlag getroffen – eine Wahrheit, die mich in den letzten Wochen so gehemmt und beeinflusst hat, ohne dass ich es gemerkt habe: Ich habe Angst vorm Verlassenwerden.

Nach dem Zerbruch meiner letzten Beziehung begann für mich die dunkelste Zeit in meinem Leben – auf dunkle und verzweifelte Tage folgten tränenreiche und alptraumerfüllte Nächte. Der Schmerz, verletzt und abgelehnt worden zu sein, saß so tief, dass ich lange Zeit brauchte, um ihn mit Gottes Hilfe zu überwinden und vergeben zu können.

Dachte ich zumindest. Doch gestern musste ich mit Erschrecken feststellen, dass mich diese Angst, wieder verlassen und verletzt zu werden, noch immer beeinflusst – die Angst, jemanden lieben zu lernen, ihn in mein Herz zu schließen, und dann doch abgelehnt zu werden.

Doch welch eine Kraft hat Gottes Wort! Der Vers, den ich dienstags noch zur Ermutigung jemand anderem schrieb, gilt nun mir selbst:

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1,7) ♥

Ich muss mich nicht fürchten, wieder zu lieben, weil Gott alles in seinen Händen hält. Ich darf auf seine Kraft vertrauen, die in mir wirkt. Und ja, ich darf darauf vertrauen, dass Gott alles zu seinem Wohlgefallen führen wird. Egal, wie es kommt. Weil er mit mir ist und mich NIEMALS VERLÄSST. ♥

Danke, Jesus! ♥

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Weiß du, wie du lernen kannst, zu vergeben?

Als Gott 2018 zuließ, dass mein Herz gebrochen wird und ich überrollt von Hass und Verbitterung weit von Vergebung entfernt war, hat Gott mir wertvolle Lektionen gelehrt (wie im YouTube-Video erzählt), die ich heute mit euch teilen möchte. ♥

8 SCHRITTE, UM ZU VERGEBEN

Schritt 1 – Sei dir bewusst: Gott schenkt die Kraft und den Wunsch zu vergeben

Gott bewirkt nicht nur die Kraft, zu tun, was ihm gefällt, sondern auch den Wunsch, ihm zu gehorchen in uns. (Phil 2,13)

 

Schritt 2️ – Sei ehrlich zu dir selbst

Sei offensiv ehrlich zu dir selbst und zu Gott. Weil Gott dein Herz, jeden Gedanken und jede Tat kennt, lässt er sich nicht (ent-)täuschen.

 

Schritt 3️ – Überlasse die Rache Gott

Gottes Rache ist unfehlbar und gerecht. Jeder erhält seinen gerechten Lohn. Und wenn Jesus für dafür gesühnt hat, dann wird es ein Gnadenlohn sein. (Röm 12,19)

 

Schritt 4️a – Liebe deinen Nächsten

Gott wünscht sich, dass wir ein Herz haben, das nichts nachträgt, sondern bereitwillig vergibt – unabhängig von den Umständen. (1. Kor 13,5)

 

Schritt 4️b – Segne diesen Menschen und tue ihm Gutes

„Du kannst niemanden hassen, für den du betest.“

Segne deinen Gegenüber bis die negativen Gefühle weg sind. (Röm 12,14 + 12,21)

 

Schritt 5 – Schaue dir deine eigenen Fehler und Sünden an

Wenn wir uns bewusst machen, dass wir auch Fehler begehen und sündigen, fällt es uns leichter, anderen Vergebung zuzusprechen. (Röm 3,23–24)

 

Schritt 6️ – Vergib, um dich frei zu machen

Wenn wir vergeben, werden wir frei. Doch Vergebung ist eine Entscheidung, die wir unabhängig von Gefühlen treffen. Wenn wir Vergebung aussprechen, fesseln uns negative Gefühle nicht mehr.

 

Schritt 7️ – Soviel an dir liegt, habe Frieden mit allen Menschen

„Zum Versöhnen braucht es zwei Personen, zum Vergeben nur dich.“ (Tobias Teichen)

Vergebung ist eine einseitige Entscheidung. Habe Frieden mit anderen Menschen – soviel an dir liegt.

 

Schritt 8️ – Mache dir bewusst: Nicht zu vergeben hat Konsequenzen

Was ist, wenn man nicht vergibt?

  1. Gott wird uns auch nicht vergeben. (Mt 6,15)
  2. Wir haben die große Liebe Gottes nicht verstanden und leben nicht in ihr. (1. Joh 4,11)

 

Den vollständigen Artikel zum Thema „Vergebung“ könnt ihr hier nachlesen. ♥

 

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