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„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1,9)

Wir Kinder des Königs kommen zu Gott und bitten ihn um Rettung, wenn wir erkannt haben, dass wir Sünder sind. Wir haben gesehen, dass wir Gott brauchen, um sündlos zu werden.

Jeder von uns ist ein Sünder. Und die Sünde kann so schmerzhaft sein. Sie kann uns erdrücken und ganz einnehmen. Aber darf sie das? Ja, die vergangenen Sünden können und sollen uns eine Lehre sein, aber sie sollen nicht zum Fokus unserer Gedanken werden.

Es ist wichtig, dass wir Sündenerkenntnis haben, aber wie traurig wäre es, wenn wir dort stehen bleiben würden?

Gott zeigt dir deine Sünde nicht, damit du darauf sitzen bleibst und in Selbstmitleid versinkst. Wenn du Jesus deine Sünden abgibst, dann hat er dir vergeben. Und die Sünde ist weg. Gott führt sie dir nicht mehr vor. Sie ist versunken im tiefsten Ozean. Schaue von der Sünde auf die große Gnade, die dir gegeben wurde.

Wenn Jesus dir vergeben hat, was hast du für ein Recht, nicht selbst über die Sünde und Vergangenheit hinweg zu kommen? Du bist frei von dem Vergangenen! Strecke dich nach dem aus, was vor dir liegt, und vergesse das Vergangene.

So wie Jesus es gesagt hat: Talita kumi! („Mädchen steh auf!“ nach Markus 5,41).
Er hat das Mädchen vom Tod erweckt und jetzt ist es ihre Aufgabe, aufzustehen.

Deswegen ist genau das jetzt auch deine Aufgabe. Du bist frei von der Sünde. Talita kumi! Steh auf, lobe deinen Gott, der dir vergeben hat, und gehe weiter. Schau nicht auf die schmerzhafte, sündige Vergangenheit, sondern mache deinen nächsten Schritt mit Jesus Christus.

Deine Mia

Kennst du das Gefühl, dass Gott sich auf der anderen Seite des Planeten befindet? Du fühlst dich, als ob Gott dich anschweige oder nicht mehr da sei.

In solchen Zeiten musste ich oft feststellen, dass sich zwischen mir und Gott die Sünde aufgetürmt hat. Eine gute Freundin sagte mal: „Gott ist nie weit weg. Wenn du ihn nicht sehen kannst, musst du dich einfach zu ihm umdrehen.“

Oft schleichen sich Sünden in unser Glaubensleben, die wir nicht Gott abgeben wollen.

Vielleicht ist es bei euch ähnlich (wenn ja, könnt ihr mir das gerne in die Kommentare als Ermutigung für andere schreiben 🙏): Manchmal ist man beladen mit Sorgen oder Wünschen, die sich nicht erfüllen. Wenn man diese negativen Dinge zu seinem Fokus macht und immer mehr darüber nachdenkt, dann dreht man sich von Gott weg und zu seiner Sünde hin.

Als ich 15 Jahre alt war, habe ich Gott viele Monate lang „weggeschoben“. Ich war nicht bereit, zu Gott zu kommen. Irgendwann verwandelte sich der Gedanke, dass man nicht zu Gott kommen möchte, dazu, dass man denkt, Gott sei weg. Vor lauter Tränen und Sünde sah ich Gott nicht mehr. Ich fühlte mich alleine und von Gott verlassen.

Das einzige, was ich hätte tun müssen, wäre gewesen, mich von meiner Sünde und Sorge ab- und Gott wieder zuzuwenden. Buße wäre die Lösung gewesen. Gott stand die ganze Zeit hinter mir – geduldig und treu. Trotz seiner großen Macht verließ er mich nicht und wartete, bis ich einsah, was ich tat.

Irgendwann machte ich eine 180°-Drehung. Und Gott war da.

Oft halten wir an sündigen Dingen fest, so dass das Licht auch oft schwächer wird. Aber das liegt nie daran, dass Gott uns nicht mehr liebt. Er hält seine Arme offen und will uns heilig machen.

Lassen wir es zu, uns von Gott komplett reinigen zu lassen? Sind wir bereit, Gott unsere dunkelsten Sünden abzugeben? ER IST ES WERT. IMMER. Jesus Christus ist es wert, dass wir uns ihm vollkommen mit all unseren Sünden hingeben.

Eure Mia

Weiß du, wie du lernen kannst, zu vergeben?

Als Gott 2018 zuließ, dass mein Herz gebrochen wird und ich überrollt von Hass und Verbitterung weit von Vergebung entfernt war, hat Gott mir wertvolle Lektionen gelehrt (wie im YouTube-Video erzählt), die ich heute mit euch teilen möchte. ♥

8 SCHRITTE, UM ZU VERGEBEN

Schritt 1 – Sei dir bewusst: Gott schenkt die Kraft und den Wunsch zu vergeben

Gott bewirkt nicht nur die Kraft, zu tun, was ihm gefällt, sondern auch den Wunsch, ihm zu gehorchen in uns. (Phil 2,13)

 

Schritt 2️ – Sei ehrlich zu dir selbst

Sei offensiv ehrlich zu dir selbst und zu Gott. Weil Gott dein Herz, jeden Gedanken und jede Tat kennt, lässt er sich nicht (ent-)täuschen.

 

Schritt 3️ – Überlasse die Rache Gott

Gottes Rache ist unfehlbar und gerecht. Jeder erhält seinen gerechten Lohn. Und wenn Jesus für dafür gesühnt hat, dann wird es ein Gnadenlohn sein. (Röm 12,19)

 

Schritt 4️a – Liebe deinen Nächsten

Gott wünscht sich, dass wir ein Herz haben, das nichts nachträgt, sondern bereitwillig vergibt – unabhängig von den Umständen. (1. Kor 13,5)

 

Schritt 4️b – Segne diesen Menschen und tue ihm Gutes

„Du kannst niemanden hassen, für den du betest.“

Segne deinen Gegenüber bis die negativen Gefühle weg sind. (Röm 12,14 + 12,21)

 

Schritt 5 – Schaue dir deine eigenen Fehler und Sünden an

Wenn wir uns bewusst machen, dass wir auch Fehler begehen und sündigen, fällt es uns leichter, anderen Vergebung zuzusprechen. (Röm 3,23–24)

 

Schritt 6️ – Vergib, um dich frei zu machen

Wenn wir vergeben, werden wir frei. Doch Vergebung ist eine Entscheidung, die wir unabhängig von Gefühlen treffen. Wenn wir Vergebung aussprechen, fesseln uns negative Gefühle nicht mehr.

 

Schritt 7️ – Soviel an dir liegt, habe Frieden mit allen Menschen

„Zum Versöhnen braucht es zwei Personen, zum Vergeben nur dich.“ (Tobias Teichen)

Vergebung ist eine einseitige Entscheidung. Habe Frieden mit anderen Menschen – soviel an dir liegt.

 

Schritt 8️ – Mache dir bewusst: Nicht zu vergeben hat Konsequenzen

Was ist, wenn man nicht vergibt?

  1. Gott wird uns auch nicht vergeben. (Mt 6,15)
  2. Wir haben die große Liebe Gottes nicht verstanden und leben nicht in ihr. (1. Joh 4,11)

 

Den vollständigen Artikel zum Thema „Vergebung“ könnt ihr hier nachlesen. ♥

 

SAVE IT

Speichere dir diesen Post, um keine Ermutigung zu vergessen.

Was auf dem Bild so easy und nach mal eben „weggebetet“ aussieht, so wie man einen Käfer von sich streift, ist in der Realität eher wie ein Haschen nach einer Mücke, die einen nervt und mit ihren Stichen verletzt: Bitterkeit. Und das einzige Mittel, das uns davon befreien kann, ist Vergebung.

In der dritten Session der PfiJuKo „When freedom hits you“ ging es um eben dieses Thema – wie wir durch Vergebung Freiheit erlangen können. Ich bin morgens recht unbeteiligt in den Gottesdienst gestartet. Im vergangenen halben Jahr musste ich mich zur Genüge damit auseinandersetzen – zum einen durch die Trennung von meinem Ex-Freund, die sich unglaublich schmerzhaft und wie ein dunkles Tal anfühlte, aber auch durch meine eigenen Fehler gegenüber geliebten Menschen, von welchen ich selbst Vergebung erfahren durfte. Ich dachte also: „Okay, safe zone. In dieser Session wirst du ja nichts Neues lernen.“ Doch schon während der Predigt bahnte sich eine Erkenntnis nach der nächsten an.

Ich war stolz und aufgeblasen geworden. Die Mücke, die mich ärgerte, war die Bitterkeit, die sich in meine Freundschaften geschlichen hatte. Und das schlimmste war: Ich hatte es ignoriert.

Ich habe erkannt, das mein Ego verletzt war durch fehlende Anerkennung (siehe Impuls zu Session #1). So schrieb ich nach der Predigt (wie hunderte weitere Jugendliche) einen Zettel, auf dem ich konkret nannte, was ich vergeben und an Gott abgeben werde. Diese Gedanken in Worte zu fassen, hat mir unglaublich geholfen, in meiner Entscheidung auch noch nach der PfiJuKo fest zu bleiben. Bitterkeit loslassen, Stolz vernichten, für die Freundschaften beten, Frieden suchen.

Und ich habe mich danach vor allem so befreit und gestärkt gefühlt, weil Vergebung weniger ein Eingeständnis von Schwäche als ein Zugeständnis von Gnade ist. Gnade, die von Jesus kommt, der die Mücke der Bitterkeit vernichtet und all die schweren Lasten, welche nun nicht mehr auf meinen Schultern lagen, mit ans Kreuz genommen hat. Und Gnade, die uns frei macht.

 

Unser Herrr ist AUFERSTANDEN – wahrhaftig auferstanden! Das ist heute meine Freude, dass Jesus gesiegt hat. Denn in der Bibel steht

„Sieh doch, einer hat gesiegt! Es ist der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross, der aus dem Wurzelstock Davids herauswuchs. […] Denn du wurdest als Opfer geschlachtet. Und mit deinem vergossenen Blut hast du Menschen erkauft. […] Du hast sie freigekauft für unseren Gott.“ (Offenbarung 5,5a+9b)

Ich bin eigentlich nicht poetisch begabt oder kann gar lyrisch arbeiten – in der Prosa fühle ich mich heimisch. Aber manches Mal geht mir das Herz über vor Freude, dass auch mein (poetischer) Mund voll davon ist. Im nachfolgenden Gedicht, das ich gestern Abend geschrieben habe, dürft ihr selbst meine Gedanken lesen und ein Teil meines Herzens darin finden:

„Für den König möcht’ ich leben.
Für den König ganz allein.
Nicht für irgendjemandes Reden,
sondern für SEIN Leben, Sterben und Sein.

Danke, Jesus, dass du für mich starbst.
Danke, Jesus, dass du dein Leben für mich gabst!
Für all die Fehler, die ich tat,
für all die Schuld, die mich geplagt.

Gott, was sollte ich noch anderes erwähnen
als deinen Namen voller Heiligkeit?
Was sollte ich noch anderes ersehnen?
Denn daneben wirkt alles wie eine Kleinigkeit.

Herr, ich staune über das, was du tatst,
darum möchte ich auch tun, worum du mich batst.
Nicht nur anders zu sein in dieser Zeit,
sondern Menschen zu bringen die Ewigkeit.

Jesus, du reißt Wände ein, Vorhänge entzwei,
sagst der Dunkelheit, sie ist vorbei.
Du bist der Welterheller, Seelentröster und Freudespender.
Dein Name sei erhöht in aller Herren Länder!

Herr, ich danke dir, dass ich für dich leben darf,
dass ich die Entscheidung für dich traf.
Denn sie bedeutet ein Leben nicht für mich,
sondern eine Ewigkeit für dich.

Danke, Jesus, dass du lebst, auferstandst, und siegtest.“

NEUER ARTIKEL

Kennst du das Gefühl, so tief verletzt zu werden, dass du meinst, es zerreiße dir das Herz in deiner Brust? Wurdest du schon einmal so sehr von einem Menschen enttäuscht, dass du am Boden zerstört warst? Hast du in der Vergangenheit Leid und Verletzungen erfahren, die dich immer noch schmerzen und fessseln? Dann werden wir wohl beide leider den gleichen Schmerz kennen – und vor allem werden wir den gleichen Kampf kämpfen, um zu vergeben.

Ich habe in den vergangenen Wochen gemerkt, dass die Vergebung, nach der ich mich sehnte, unecht und an äußere Bedingungen geknüpft war: daran, ob um meine Vergebung gebeten, für mein Leid gebüßt und mein Leid wiedergutgemacht wurde. Doch ich durfte lernen, dass die wahre Vergebung aus Gnade geschieht – ohne Gegen- oder Vorleistung.

„Vergeben ist nicht fair, es ist Gnade.“ (Tobias Teichen, ICF München)

Deshalb möchte ich dir und mir selbst heute aufzeigen, wie wichtig Vergebung ist und wie wir einen Lebensstil praktizieren können, der von Vergebung geprägt ist. Also komm mit und beginne deine Reise, Vergebung zu lernen – Schritt für Schritt. Und zwar nicht um unseres Gegenüber Willen, sondern in erster Linie, um Gott zu gefallen und unsere Seelen zu befreien.

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Kennst du das Gefühl, so tief verletzt zu werden, dass du meinst, es zerreiße dir das Herz in deiner Brust? Wurdest du schon einmal so sehr von einem Menschen enttäuscht, dass du am Boden zerstört warst? Hast du in der Vergangenheit Leid und Verletzungen erfahren, die dich immer noch schmerzen und fessseln? Dann werden wir wohl beide leider den gleichen Schmerz kennen – und vor allem werden wir den gleichen Kampf kämpfen, um zu vergeben.

 

„Ich kann und will nicht vergeben“?

„Ich kann nicht und ich will nicht“, kein anderer Gedanke war neben dem Verdrängen der Schmerzen, die die tiefen Verletzungen hinterlassen haben, so präsent in meinem Kopf. „Das kannst du niemals vergeben … aber du musst vergeben.“ Zwei Stimmen, die seit Monaten in meinem Kopf gegeneinander kämpften. Eine lauter als die andere. Und dennoch hatte keine die Oberhand gewonnen.

Ich habe vor ein paar Wochen in einem Impuls darüber geschrieben, dass ich eigentlich keine Lust mehr auf das Leben hatte. Ich hätte am liebsten alles hingeworfen, reißaus genommen und aufgegeben. Das einzige, was mich davon abhielt, war mein Glaube an einen lebendigen, liebenden Gott, dem ich mehr zutraue, als ich selbst sehen kann. Denn vor allem hatte ich keine Lust mehr zu weinen und zu leiden. Auch wenn das bedeutete, dass ich endlich loslassen musste. Den Schmerz, all die Wut und Trauer freilassen und Vergebung aussprechen. Nicht um meines Gegenüber Willen, sondern in erster Linie, um Gott zu gefallen und meine Seele zu befreien.

 

Vergebung ist Gnade

Ich merkte selbst, dass die Vergebung, nach der ich mich sehnte, unecht und an äußere Bedingungen geknüpft war: daran, ob um meine Vergebung gebeten, für mein Leid gebüßt und mein Leid wiedergutgemacht wurde. Doch ich durfte lernen, dass die wahre Vergebung aus Gnade geschieht – ohne Gegen- oder Vorleistung.

„Vergeben ist nicht fair, es ist Gnade.“ (Tobias Teichen, ICF München)

Deshalb möchte ich dir und mir selbst heute aufzeigen, wie wichtig Vergebung ist und wie wir einen Lebensstil praktizieren können, der von Vergebung geprägt ist. Also komm mit und beginne deine Reise, Vergebung zu lernen – Schritt für Schritt.

 

Schritt 1 – Sei dir bewusst: Gott schenkt die Kraft und den Wunsch zu vergeben

Ich habe aufgehört, auf den perfekten Moment zu warten, an dem ich vergeben kann. Denn den wird es nicht geben. Der richtige Zeitpunkt zu vergeben ist jetzt. Nicht erst irgendwann. Denn morgen werde ich genauso wenig Kraft und Willen haben, vergeben zu wollen. Unsere Natur will und kann nicht vergeben. Nicht ohne Hilfe. Und da kommt Gott ins Spiel. Denn wenn mir eines in den vergangenen Wochen und Monaten besonders bewusst geworden ist, dann die Tatsache, dass Gott nicht nur das Vollbringen (die Kraft, zu tun, was ihm gefällt), sondern auch das Wollen (den Wunsch, ihm zu gehorchen) in uns bewirkt. Denn Gottes gesamtes Wesen ist von Vergebung geprägt – und wir als seine Ebenbilder können das auch widerspiegeln.

„Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.“ (Philipper 2,13)

 

Schritt 2 – Sei ehrlich zu dir selbst

Ich denke nicht gerne darüber nach, wie sehr ich verletzt wurde, weil es mich traurig macht – ich darf bloß keine Schwäche zulassen. Die Maske darf nicht fallen. Immerhin bin ich Christin und ich sollte doch schon längst damit abgeschlossen haben. Ich sollte nicht mit negativen Gefühlen kämpfen. Ich sollte gut sein. Oder nicht?

Ich habe lange Zeit versucht, Gott und mir selbst etwas vorzuspielen. Weil ich Gott nicht enttäuschen wollte und weil ich selbst Angst vor dem Versagen hatte. Doch die Wahrheit ist: Weil Gott mein Herz, jeden Gedanken und jede Tat kennt, lässt er sich nicht täuschen. Und vor allem: Er kann nicht enttäuscht werden. Ich darf traurig sein, ich darf verletzt sein und ich darf darüber klagen, welch ein Leid mir zugefügt wurde. Denn Gott hört mein Weinen und sieht meine Tränen. Er sieht, wie ich unter den Verletzungen dieser Sünden gelitten habe und noch immer leide. Deshalb darf ich mir selbst eingestehen, dass ich verletzt bin statt weiterhin so zu tun, als sei ich stark und unverletzbar.

Ein Vers, der mich in den vergangenen Wochen getröstet hat, ist dieser Vers aus der Bergpredigt von Jesus:

„Wie glücklich sind die, die Leid über Sünde tragen, denn Gott wird sie trösten.“ (Matthäus 5,4)

Sei offensiv ehrlich – zu dir selbst und zu Gott. Gott lässt sich nicht täuschen – er kennt unser Herz, jeden Gedanken, jede Tat. Er weiß, dass wir hassen und verbittern. Wem wollen wir etwas vormachen? Und vor allem: Warum? Am Ende bringen wir uns damit einander nur selbst zu Fall.

 

Schritt 3 – Überlasse die Rache Gott

Wenn es nach mir ginge, würde ich nicht vergeben – ich würde Menschen, die mich verletzt haben, Schlechtes und Leid wünschen. Ich würde versuchen, Rache zu üben oder sie zumindest ebenfalls zu verletzen und sie schlecht zu machen. Auge um Auge, Zahn um Zahn – ganz einfach.

Doch durch das Wirken des Heiligen Geistes in mir, weiß ich, dass all diese Gedanken falsch sind und nur aus meinen Gefühlen der Wut, Trauer und Verletztheit entspringen – sie sind der perfekte Nährboden für schlechte Saat, die der Teufel aussät. Vor allem aber weiß ich, dass ich durch Jesus neu gemacht worden bin – Gott lebt nun in mir und kann mich von innen heraus verändern. Ich muss mich nicht mehr an Rachegelüsten festklammern und mich selbst in dem Strudel aus Wut und Hass gefangen nehmen. Ich darf und kann frei werden und vergeben durch Jesus, der in mir lebt.

„Jetzt lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Und das Leben, das ich jetzt noch in meinem sterblichen Körper führe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich geopfert hat.“ (Galater 2,20)

Und vor allem darf ich glauben, dass Gottes Rache, sein Gericht über die Menschen, die mich verletzt haben, unfehlbar und absolut gerecht sein wird. Du musst dich nicht sorgen, ob er zu gnädig sein wird – Gott wird beurteilen und am Tag seiner Wiederkunft richten. Jeder erhält seinen gerechten Lohn. Und wenn Jesus für ihn gesühnt hat, dann wird es auch für ihn ein Gnadenlohn sein. Überlasse es Gott, denn er kennt die Situation besser.

„Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes! Denn in der Schrift steht: Es ist meine Sache, das Unrecht zu rächen, sagt der Herr, ich werde Vergeltung üben.“ (Römer 12,19)

 

Schritt 4a – Liebe deinen Nächsten

Verletzungen und Enttäuschungen sind besonders schmerzhaft, wenn sie von einem Menschen verursacht werden, der uns nahe steht und den wir über alles lieben. Umso schwerer fällt es dann, diesem Menschen Vergebung auszusprechen. Doch Gottes sagt uns in der Bibel, dass wir unsere Nächsten lieben sollen – ganz gleich, ob Freund oder Feind. Er wünscht sich, dass wir ein Herz haben, das nichts nachträgt, sondern bereitwillig vergibt – unabhängig von den Umständen. Denn wenn wir Gott und die Menschen lieben wollen, sollten wir auch bestrebt sein, es in der Art und Weise zu tun, die Gott uns als Vorbild gibt:

„Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend.“ (1. Korinther 13,5)

Was mich vor allem berührt hat, war der Gedanke, dass zu vergeben und nichts nachzutragen ein Akt der Liebe ist – wenn ich den Anspruch erhebe und behaupte, diesen Menschen wirklich geliebt zu haben, führt kein Weg an der Vergebung vorbei. Meine Taten müssen meinen Worten folgen, auch wenn es schrecklich schmerzt und meinen Stolz verletzt.

 

Schritt 4b – Segne diesen Menschen und tue ihm Gutes

Jemand hat mir mal gesagt: „Du kannst niemanden hassen, für den du betest.“ Und dem ist tatsächlich so. Auch wenn die Gefühle anfangs negativ sind und die Gedanken von Wut, Zorn und Hass geprägt sind, darf ich Gott meine Gefühle abgeben und beginnen, Menschen zu segnen, die mich verletzt haben. Und das sind keine geheuchelten Gebete: Heuchelei wäre es nur, wenn du sagen würdest, es würde dir leicht fallen. Gott kennt dein Herz und deinen Kampf. Segne deinen Gegenüber bis die negativen Gefühle weg sind und überlege dir, wie du ihm Gutes tun kannst (bspw. durch Heilung aussprechen).

„Segnet eure Verfolger, wünscht ihnen Gutes und verflucht sie nicht!“ (Römer 12,14)

„Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse mit dem Guten!“ (Römer 12,21)

 

Schritt 5 – Schaue dir deine eigenen Fehler und Sünden an

Ich glaube, Demut ist ein wahrer Schlüssel zur Vergebung. Wenn wir uns bewusst machen, dass wir auch irren, Fehler begehen und sündigen – wenn wir klein werden vor Gott und unser Bedürfnis der Gnade sehen –, dann fällt es uns leichter, auch anderen diese Gnade und Vergebung zuzusprechen.

„Denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Doch werden sie allein durch seine Gnade ohne eigene Leistung gerecht gesprochen, und zwar aufgrund der Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist.“ (Römer 3,23–24)

 

Schritt 6 – Vergib, um dich frei zu machen

Man muss eine Grundsatzentscheidung treffen, um jemandem vergeben zu können. Eine Entscheidung, die unabhängig von Gefühlen ist. Wenn wir vergeben, setzt es uns frei – es sprengt die Fesseln, die wir uns selbst auferlegt haben.

Matthew West singt in seinem Lied „Forgiveness“ folgende wertvolle Zeilen:

„It’s the hardest thing to give away, and the last thing on your mind today. It always goes to those who don’t deserve. It’s the opposite of how you feel, when the pain they caused is just too real. Takes everything you have just to say the word Forgiveness.
It flies in the face of all your pride, It moves away the mad inside. It’s always angers own worst enemy. Even when the jury and the judge say you gotta right to hold a grudge. It’s the whisper in your ear saying ‘Set It Free’. […] Help me now to do the impossible – Forgiveness.
It’ll clear the bitterness away, it can even set a prisoner free. There is no end to what its power can do. So, let it go and be amazed by what you see through eyes of grace. The prisoner that it really frees is you.“

Vergeben ist nicht gleich Vergessen. Du kannst vergeben, aber du wirst niemals vergessen. Denn Vergebung ist eine Entscheidung, die du unabhängig von deinen Gefühlen triffst. Gefühle kommen und gehen, ebenso wie Erinnerungen an vergangenes Leid und Schmerzen – ja, sogar all die Wut, die Trauer und die Liebe werden immer ein Teil deines Lebens bleiben, weil sie einmal da waren. Aber wenn du Vergebung aussprichst, fesseln dich diese Gefühle nicht mehr und ziehen dich nicht mehr herunter. Deine Entscheidung wird fest stehen, unabhängig wie du dich fühlst.

 

Schritt 7 – Soviel an dir liegt, habe Frieden mit allen Menschen

Tobias Teichen vom ICF München hat in einer Predigt mal ein ziemlich geniales Zitat gebracht:

„Zum Versöhnen braucht es zwei Personen, zum Vergeben nur dich.“

Wir Menschen haben gerne eine „Friede, Freude, Eierkuchen“-Stimmung – wenn etwas zwischen zwei Menschen steht, macht uns das nervös und unsicher. Doch Vergebung ist eine einseitige Entscheidung. Während du deinen Frieden wiedergefunden haben kannst und mit Gott wieder im Reinen bist, kann es durchaus sein, dass von Seiten deines Gegenübers noch immer Verdruss und Unfrieden herrschen. Lass dich aber nicht von deinem Weg abbringen: Habe Frieden mit anderen Menschen – soviel an dir liegt. Nicht alles liegt in deiner Hand.

In dem Moment, wo du diese Schritte praktizierst – unabhängig von deinen Gefühlen –, vergibst du. Vergebung beginnt beim ersten Schritt und bei der Entscheidung zu vergeben. Eine Versöhnung hingegen ist nur möglich, wenn beide Seiten Vergebung aussprechen und einen Schritt aufeinander zugehen.

 

Schritt 8 – Mache dir bewusst: Nicht zu vergeben hat Konsequenzen

Vergebung ist wichtig. Doch was ist, wenn man nicht vergibt? Du fesselst dich selbst und pflanzt eine Wurzel der Bitterkeit in dein Herz – manchmal unscheinbar wird sie umso schmerzhafter, wenn alte Erinnerungen wach werden oder Neid in dein Herz kommt.

Vor allem aber müssen wir uns Folgendem bewusst sein:

1. Wenn wir nicht vergeben, wird Gott uns auch nicht vergeben – unsere Verbindung zu Gott wird unterbrochen und unsere Gebete werden nicht erhört.

„Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Verfehlungen nicht vergeben.“ (Matthäus 6,15)

2. Wenn wir nicht vergeben, haben wir die große Liebe Gottes nicht verstanden und leben nicht in ihr – denn Gott ist die Liebe höchstpersönlich.

„Ihr Lieben, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.“ (1. Johannes 4,11)

 

Lass uns gemeinsam dafür beten, dass wir loslassen, frei werden und vergeben können – um Jesu und unseretwillen.

Deine Daniela ☙

„Vergeben, nachgeben, abgeben – aber nie aufgeben!“ (Peter Hahne)

Mein Kopf gleicht in den letzten Tagen wieder mal einem Schlachtfeld. Der Ort, wo der Teufel einen am besten angreifen kann, weil man sich kaum schützen kann. Nachts, wenn sich nicht nur das Gefühl der Einsamkeit anschleicht, sondern auch der Sinnlosigkeit und der nagenden Zweifel.

Ehrlich gesagt habe ich derzeit keine Lust mehr – weder zu schreiben, zu gestalten, zu arbeiten, zu reden, noch zu beten und Bibel zu lesen. Dass ich es dennoch tue, verdanke ich wohl dem kleinen Restfunken Gottesfurcht in mir. Aber eigentlich ist mir eher nach Jammern zumute, nach Aufgeben und alles hinwerfen, weil ich Gott einerseits zwar traue, aber doch andererseits glaube, ich könnte es besser wissen.

Und das nervt mich selbst unheimlich, denn seit der Trennung gleicht meine Seele einem Blatt im Wind – kaum freue ich mich über eine gute Phase, in der ich meine, den Schmerz überwunden zu haben, kommt das nächste Tal. Und dann merke ich: Die Wunden sind immer noch da.

Doch so traurig und schmerzhaft das alles ist, desto mehr zeigt es mir meine eigene Bedürftigkeit des Kreuzes und der Vergebung und Kraft Jesu. Denn ohne ihn würde ich tatsächlich aufgeben. Doch weil er in meinem Herzen arbeitet, darf ich diese Lebenssituation als Aufgabe sehen statt aufzugeben.

Deswegen möchte ich mir neu bewusst machen, was in Philipper 3,13–14 steht:

„Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

Ich will den Schmerz an Gott abgeben, ich will seinem Wirken nachgeben und ich will demjenigen vergeben, der mich verletzt hat, auch wenn meine Gefühle mir etwas anderes sagen.

Und ganz ehrlich: Ich will an meinem Geburtstag in paar Tagen nicht weinen, wenn Gott mich doch zeitgleich so sehr segnet und beschenkt. Ich darf dankbar sein, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte, weil mein Leben in Gottes Hand sicher ist.

Jesus Christus spricht: „Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,31-32)

Eine Freundin hat dieser Tage ungeahnt mitten in meine Situation und mein Herz hinein gesprochen. Gott hat sie gebraucht, um mir wohl einen der wichtigsten Gründe, warum wir vergeben sollten, aufzuzeigen: „Ich will jedem alles vergeben, weil es Gott ehrt.“ Was für eine starke Aussage und zugleich welch eine Demütigung für mich. Ich kämpfe die ganze Zeit mit dem Gedanken, warum ich vergeben sollte, was mir angetan wurde, weil es nicht fair ist – weil es mir nicht gerecht erscheint, wenn ich vergebe, aber andere dabei einfach so „davonkommen“. Doch merkt ihr meine verquere Denkweise? Es geht doch nicht um mich – es geht um Gott. Und wenn ich nicht vergebe und weiter Hass & Zorn in mich hineinfresse, ehre ich Gott damit ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Ich entferne mich von seinem Herzen.

Seitdem ich diese Erkenntnis hatte, bin ich (endlich!) auf dem Weg der Vergebung. Es ist eigentlich eine ganz simple Wahrheit gewesen, die wir auch in der Bibel finden können, doch ich habe sie erst in diesem Moment mit meinem Herzen realisiert:

„Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ (Epheser 4,32)

Jesus hat mir so viel vergeben – er hat mich frei gemacht von all meiner Schuld. Und er fordert uns auf, ebenfalls zu vergeben, weil es ihn ehrt, wenn seine Kinder seinem Vorbild folgen. Ganz einfache Sache in der Theorie. In der Praxis ist es leider nicht ganz so einfach – mir fiel es in den vergangenen Monaten unglaublich schwer, u.a. weil ich mein Herz vor dieser Wahrheit verschlossen habe. Ich wollte an meinem Zorn festhalten, ich wollte Rache. Ich habe nur auf meinen temporären Schmerz gesehen und nicht auf das große Ganze – Gottes Plan dahinter und die Hoffnung, dass Gott keine Fehler macht.

Doch nun nimmt mir Gott durch Erkennen und Annehmen (!) dieser Wahrheit Stück für Stück diese Last ab. Ich komme der Vergebung näher, spüre, dass der Schmerz nachlässt und dass Gott die bittere Wurzel meines Herzens allmählich zieht. Rückfälle wird es sicherlich noch ab und zu geben, aber Gott macht mich frei von dem, was ich die ganze Zeit versucht habe, krampfhaft festzuhalten. Welch ein Grund zur Freude! (Und das ist nur einer von vielen derzeit.) Things getting better. Gott sei die Ehre dafür! Danke, Jesus, dass du frei machst! ♥

Ich bin eine Heuchlerin. Während ich anderen sage, sie sollen ihre verbitterten Herzen behandeln und Gott hinreichen, damit er sie heilt, habe ich seit Monaten meine eigene Verbitterung verschleppt. Nun ist das passiert, wovor ich andere gewarnt habe: Unter dem Pflaster, das ich fein säuberlich darauf geklebt habe, beginnt der Eiter an die Oberfläche zu treten. Tiefe Bitterkeit meines Herzens.

Ich sehe Pärchen und es quält mich. Leute reden über ihre Heiratspläne und empfinde Neid. Ich denke an all die Wunden und ihre Ursachen und es bleibt nur Hass und Verzweiflung.

Kennt ihr solche Gedanken? „Warum bekommen andere das, was ich nicht haben darf?“ Aber halt stop: Denken wir nicht falsch? Ist es nicht viel mehr so, dass Gott uns diese Situation besonders zutraut, weil er sich in uns mächtig erweisen will? Manchmal denke ich zwar: „Tz, da könnte ich getrost drauf verzichten.“ Aber hey, ich wollte ja eigentlich nicht noch mehr Bitterkeit zulassen und dem Teufel Angriffsfläche bieten. Die hat er ohnehin schon.

Bitterkeit ist etwas, das ich in meinem Leben bisher noch nie erfahren musste. Weder nach sechs Jahren Mobbing, noch nach diversen anderen Enttäuschungen. Ich bin ein Mensch, der nicht nachträgt und schnell verzeiht. Dachte ich zumindest immer. Doch nun komme ich an meine Grenzen und ich merke, dass ich Gott brauche, um nicht in der Bitterkeit zu bleiben und mein eigenes Herz zu vergiften. Darum will ich mich selbst und euch heute ermutigen:

„Wie glücklich sind die, die begreifen, wie arm sie vor Gott sind, denn sie gehören dem Himmelreich an!“ (Matthäus 5,3)

Macht es besser als ich in den letzten Tagen und Wochen – flüchtet euch im Gebet zu Gott, der euch stark macht.